Damast Autogen spritzen ?

Es gab mal eine Firma in Solingen, die hatte in den 1970ern ein Patent darauf, Damast auftragsgeschweißt herzustellen. Hat sich nicht durchgesetzt. Die Damaste sind superhäßlich, grob, ohne gut zu erkennende Lagentrennung und der Aufwand ist sehr hoch und ultrateuer.
 
Technisch sehr Aufwändiges ist immer besser als Althergebrachtes und Einfaches !!.

Das ist auch eines der unausrottbaren Vorurteile.

Sehen wir uns die Sache mal genauer an:

Die Technik funktioniert. Das Pulver-Flammaufspritzen ist ein technisch erprobtes Verfahren.
Es eröffnet die Möglichkeiten, auf den beliebig gewählten Grundwerkstoff Schichten mit speziellen Eigenschaften aufzuspritzen. Beispielsweise könnte man auf einen zähen Trägerwerkstoff Wolframkarbid mit etwas Kobalt als Bindemittel aufspritzen und hätte eine Hartmetallbeschichtung.
Darauf könnnte man dann wieder etwas Zähes -z.B Chrom- Nickel aufspritzen und so weiter nach Lust und Laune.

Damit könnte man also einen äußerst zähen und zugleich hochverschleißfesten Werkstoff konstruieren- den idealen Spuerdamast.

Wirklich ?

Damast soll grundsätzlich folgende Eigenschaften haben:

1. Schönheit.
Um ein einigermaßen ansprechendes Muster zu erzeugen, müßte man schon mindestens 60 Lagen oder mehr übereinander spritzen, was einen erheblichen Aufwand bedeuten würde. Mit den Lagen allein wäre auch noch nicht viel gewonnen, da sie beim Anschliff ein uninteresantes Streifenmuster ergäben.
Um das Muster interessanter zu gestalten, müßten die Lagen angeschnitten und wieder eingeebnet werden. Unter der Vorausetzung der Verwendung geeigneter Werkstroffe könnte man das einigermaßen hinkriegen.
Wird sich aber der Aufwand, 60 oder mehr Lagen zu spritzen, wirklich lohnen ?.

2. Gute mechanische Eigenschaften.
Hier hätte der modern gespritzte Superdamast aber doch erhebliche Vorteile ???-Wieso ?
Auch dünne Hartmetallschichten haben nicht die Zähigkeit ordentlicher Stähle. Vorteile-ausschleißlich in der Verschleißfestigkeit, nicht in der Belastbarkeit und Schärfbarkeit- hätten sie allenfalls, wenn sie exakt in der Mitte des Pakets, also in der späteren Schneide lägen oder einseitig außen aufgespritzt wären.
In der Mitte, also exakt in der Schneidenzone, wären sie nicht zu halten, wenn man nicht auf Mustergestaltung verzichten würde. Bei dem Versuch, ein ordentliches Muster zu erzielen, käme man automatisch und unausweichlich zu einer Schneide mit harten und weichen Zonen und damit zu einer Säge-Wer´s mag .

Die zweite Möglichkeit, nämlich nur außen eine Hartschicht aufzuspritzen, ist mehrfach verwirklicht worden-mit großem Werbeaufwand und mäßigem Erfolg. Darüber haben wir ausführlich diskutiert.

Fazit: Es ist technisch machbar, aber aufwändig, teuer und weder so schön, noch so vielseitig gut wie ein ordentlicher traditioneller Damast.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
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