Erbitte Hilfe bei Auswahl des passenden Kohlenstoffstahls

Moss

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Hallo Leute,

jetzt hab ich auch mal eine Frage.
Ich bin immer mehr begeistert von rostenden Stählen :super:, allerdings tu ich mir sehr schwer, die Eigenschaften anhand der Nummer abzuschätzen. Ich hab mich ein hier ein wenig eingelesen, allerdings blick ich da noch nicht wirklich durch, bzw. führt mir das im Moment ein wenig zu weit.
Da ich mir aber demnächst mal wieder ein Messer machen lassen möchte, stellt sich natürlich die Frage der Materialwahl. Der betreffende Messermacher verwendet u.a. 1.2510, 1.2519 u. 1.2842.
Ich hätte gerne einen guten Kompromiss aus Schnitthaltigkeit, Schneidkantenstabilität und Zähigkeit, wobei ich das Messer lieber einmal mehr nachschärfe, als mich mit Klingenausbrüchen herumzuschlagen.
Mir ist vollkommen klar, welche Bedeutung WB, Schneidengeometrie, ... dazu haben, aber es wäre sehr nett, wenn mir jemand aus Erfahrung sagen kann, welche der oben genannten Stähle sich für ein 10 - 12 cm langes Outdoormesser mit durchgängigen Flachschliff unter Berücksichtigung der oben genannten Kriterien eignen.
Mit der Suche habe ich diesmal (zum ersten mal) nichts direkt passendes gefunden :(.

Vielen Dank und liebe Grüße,

Martin
 
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Alle drei sind gut geeignet.
Ehrlich gesagt, wirst Du bei sämtlichen in etwa eutektoidischen unlegierten oder leicht legierten Stählen (ich weiß schon: eutektoidisch heißt ca 0,8 % C bei reinen C-Stählen, etwas weniger bei leicht legierten) keinen Fehlgriff tun und kaum einen Unterschied merken.
Da sind die Unterschiede nicht so groß, daß sie nicht durch eine gute (oder schlechte) Wärmebehandlung verwischt werden könnten.
Freundliche Grüße
U. Gerfin
 
Ich weiß schon was ich will, hier gehts mir ums Verständnis.

Mangan dient der Verbesserung der Durchhärtbarkeit, oder andersrum berachtet, hilft es an der Perlitnase vorbeizukommen. Warum enthält 1.2510 ungefähr drei mal so viel Mangan wie seine Ververwandten, ~1%? 1.2842 enhält sogar 2% Mangan.

Hat der Mangangehalt Auswirkungen auf die Qualität des Stahles, die über die Wärmebehandlungen hinausgehen?


liebe Grüße, natto
 
Wenn wir uns auf die ordentlich hergestellten Werkzeugstähle beschränken, hat Mangan außer durch die Verstärkung der Einhärtung wenig Auswirkungen.

Wenn es um die Einhärtungstiefe geht, hat es allerdings in Relation zu den Kosten eine sehr starke und damit wirtschaftlich günstige Wirkung.

Eigene Karbide bildet es im Stahl nicht. Wenn es im M3 C Eisen ersetzt, führt dies nicht zu einer merklichen Härtesteigerung der Karbide.

Die relativ hohe Affinität zum Sauerstoff kann beim Erschmelzen zu vermehrten Oxideinschlüssen führen, die sich namentlich auf die Quereigenschaften negativ auswirken.
Durch sorgfältige Arbeit beim Erschmelzen kann man das aber vermeiden.

Schwefel wird von Mangan zu Schwefelsulfid gebunden, was die Rotbrüchigkeit schwefelhaltiger Stähle mindert.

Nur mit Mangan legierte Stähle sind überhitzungsemfindlicher als solche mit weniger Mangan.

Das klingt alles nicht berauschend, läßt sich aber durch geeignete geringfügige Zulegierung anderer Elemente verbessern.

Der 1.2510 ist ein Beispiel, wie man die Vorteile der Manganbeigabe-gute Einhärtbarkeit- ohne Einbußen bei den übrigen Eigenschaften nutzen kann. Die wenn auch geringen Beimengungen von Chrom, Wolfram und das Spritzerchen Vanadium erhöhen die Härtbarkeit und Verschleißfestigkeit.

Die mögliche milde Härtung und die ausgewogene Legierung machen den Stahl relativ verzugsarm. Es lassen sich deshalb auch relativ komplizierte Werkzeuge ohne zu viel Nacharbeit aus diesem Stahl fertigen. Er galt deshalb lange als einer der Spitzenstähle für Gewindeschneidwerkzeuge.
Für Messerklingen bietet er einen guten Kompromiß wünschenswerter Eigenschaften-Herbert zählt ihn nicht zu Unrecht zu seinen Lieblingsstählen Sabatier fertigt seine Rasiermesser aus diesem Stahl und Havard Bergland verwendet ihn als Schneidlage für seine Dreilagenklingen. Er nennt ihn Sheffield-Silver- Steel-es ist aber der 1.2510.

Für uns ist noch interessant, daß er wegen des geringen Chromgehalts besser feuerschweißbar ist als etwa der 1.2552 und wegen des Mangangehalts in Verbindung mit weniger manganhaltigen Stählen schön dunkel zeichnet.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
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