Erstes eigenes Messer, brauch Hilfe!

pip

Mitglied
Hallo Leute,

da ich letztes Jahr mein Böker Magnum Klappmesser verloren hab und sehr gern in der Werkstadt bin hab ich mich kurzer Hand entschlossen selbst 2 kleine Allroundmesser zu bauen.

Einsatzzweck: Angeln, Outdoor, Camping

Ich hab mir bereits bei Jürgen Schanz ein Stück SB1 in 4mm bestellt. Wenn schon denn schon ;-)
Also will ich es nicht versauen!

Hier mein Plan:

messer1.jpg


Das Große Messer ist ca. 20cm lang, 3,5cm Klingenhöhe. Das kleinere 15cm lang und 3cm Klingenhöhe.
Ich bin mir bei der Grifform noch nicht ganz schlüssig.
1. Was haltet Ihr davon?

Achso, also Griffmaterial wolte ich ein paar Schichten Kohle/Aramidfaser-Geleg übereinader laminieren, so 4-5mm vielleicht. Ich find die Optik einfach schön. Das hier ganze unten soll es werden.
2. Ist es denn aber auch im Einsatz praktisch, oder ist Holz vielleicht doch "griffiger"?

3. Habt Ihr Links zur Hand wo ich etwas über Schneidengeometrie nachlesen kann?? Hab da schließlich keine Erfahrung in welchem Winkel ich das ganze schleifen soll.

Danke für eure Hilfe!
 
Zuletzt bearbeitet:

Blacky

Mitglied
Ich bin mir bei der Grifform noch nicht ganz schlüssig.
1. Was haltet Ihr davon?
Finde ich soweit ganz gut, jedoch würde ich die Linien etwas "fließender" gestalten, aber das mag auch nur skizzenbedingt so "kantig" aussehen ;)

3. Habt Ihr Links zur Hand wo ich etwas über Schneidengeometrie nachlesen kann?? Hab da schließlich keine Erfahrung in welchem Winkel ich das ganze schleifen soll.

Achte drauf, den Schliff nicht ballig werden zu lassen, zieh' ihn möglichst weit hoch, sodass es, übertrieben gesagt, eher ein scharfes Blech als ein Beil wird, dann passt das schon.
Der Winkel, mit dem geschärft wird, ist für den eigentlichen Schliff nicht weiter wichtig. Sieh' erstmal zu, dass du den Schliff schön gerade und glatt mindestens so hoch ziehst, wie er angezeichnet wurde...
Und vergiss' nicht, ein paar zehntel Millimeter an der Schneidkante stehen zu lassen... ;)

Als ich angefangen habe, habe ich das genauso theoretisch gesehen, aber lass' dir gesagt sein, wenn du den Schliff so hochziehst, wie er geplant wurde, oder noch ein wenig mehr, und dann ganz normal schärfst (Sharpmaker mit aufgelegten Diamantplatten z.B.) wird alles gut!
 

pip

Mitglied
ok, danke für die schnelle antwort! die grifform werd ich definitv noch mal überarbeiten.
alles klar, nicht ballig werden lassen. ich hab vor die grobe form mit der schrubscheibe in der großen flex auszuschleifen, dann mit dem bandschleifer das ganze glatt zu machen. muss ich das ganze kühlen um grobkornbildung zu vermeiden?

gibts eigentlich sonst noch irgendwas bei dem SB1 zu beachten?? ich hab den eindruck das zeug is jetzt schon verdammt hart. bohren wird sicher schwierig, oder? eventuell nen betonbohrer umschleifen??
 

Blacky

Mitglied
Kühlen ist da erstmal unwichtig, weil das im Zuge der Wärmebehandlung sowieso noch alle vorbereitenden Schritte durchlaufen sollte.

Ich persönlich fand den SB1 etwas zäh zu schleifen, aber an sich sollte es da keine Probleme geben.
Ein Stahlbohrer sollte da eigentlich durchkommen ;) So hart ist er nun auch wieder nicht, jedenfalls nicht ohne entsprechende WB.
Hast du einen Bohrständer/eine Standbohrmaschine? Falls du nur freihand bohren kannst, rate ich dringend zur Anschaffung eines Bohrständers...
 
Hallo pip,

bevor Du den Stahl auseinander nimmst, gehe her, nimm ein Stück starken Karton und schneide Dir daraus mal die gewünschte Messerform aus. Du wirst schnell erkennen, ob die Form in die Hand passt oder nicht.
Welches sind Deine Vorlagen ???
Dein Messer 2 (das kurze ) scheint so wie ich das sehe ganz i.O. zu sein. Beim Messer 1 kommt mir der Griff etwas kurz und zu stark abgwinkelt vor, kann aber vom Bild her täuschen.
Die Schneidengeometrie sieht ganz gut aus. Wie blacky schon gesagt hat müssen ein paar Zehntel Milimeter an der Schneide stehen bleiben, wegen der Wärmebehandlung. Ich versuche beim SB1 so 0,5 mm stehen zu lassen.

na dann viel Spass !!!

Gruß Kuno
 
Zuletzt bearbeitet:

-flä-

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hey pip!

wenn du nicht wirklich die richtigen werkzeuge zur hand hast um das zeigefingerloch zu bohren,würde ich dir empfehlen einfach eine schlosserei oder dergleichen zu bitten dir da nen loch rein zu bohren.dort bekommst du sowas in 2min und fürn kaffekassenpreis und das loch ist rund und schön gebohrt/gefräst was auch immer.je nach finger dicke sollte das loch schon 21-...mm im durchmesser haben.
ich handhabe es auch so,das ich wenn ich mir ein neues messer mache die form vorher aus holz aussäge um die größenverhältnisse,grifflänge usw zu checken-macht sich echt gut.beim ersten messer kann man so zb. auch mal den schliff an der bandschleife ausprobieren.
deine griffmaterialkombination hat was,will aber auch mit scharfen frischen werkzeugen bearbeitet sein sonst kanns schnell franselig werden.
ansosnten viel spass bei den ersten 2 projekten,es werden schnell mehr...sehr schnell...;-)

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grüße sebastian
 

Peter Polnau

Mitglied
Bis auf ein Paar cm Verschwendung hät ich nix einzuwenden !
wenn die Spitzen zueinander stehen dann spart man sich Platz.
aber sicher war es so gewollt !

Peter Polnau
 

p'itti

Premium Mitglied
hallo,
habe vor einigen wochen mein erstes fertigbekommen (böhler n690), das ist von den abmesseungen etwas grösser, als das linke.
ich finde beide entwürfe gelungen, wenn du von hand feilst würde ich erstmal mit dem kleineren anfangen, um ein gefühl für den anschliff zu bekommen. vor allem gut ding braucht weile!!
vom entwurf bis zur fertigstellung hats mit pausen ca sechs monate gedauert, allerdings alles vollst. in handarbeit (ausser der bohrmaschine im ständer)
p'itti
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Zum Thema Bohrmaschinen gibt es hier schon einige Beiträge.
Ich selbst verwende eine Güde Ständerbohrmaschine, wenn ihr dieses Hobby weiter betreiben wollt ist es ganz ratsam eine solche Maschine zu kaufen. Meine hat rechts- linkslauf, 380 Volt und hat grade mal 139.-€ gekostet, die Investition hat sich wirklich gelohnt.
Am Anfang habe ich auch eine Bohrmaschine im Ständer betrieben, aber das ist kein Vergleich.

Gruss Kuno
 

p'itti

Premium Mitglied
auf jeden fall kann ich die verwendung einer "normalen" bohrmaschine im bohrständer nur bedingt empfehlen, die bohrungen für hohlnieten im griff sind alles andere als senkrecht zur achse, griffe sind trotzdem dran.
immer eine frage des gewünschten technischen aufwandes den man betreiben will.
ausserdem befürchte ich es wird nicht bei den ersten zwei bleiben!
p'itti
 

Goderich

Mitglied
Noch eine Kleinigkeit zur Schruppscheibe an der Flex:

Ich weiß natürlich nicht, wie erfahren Du im Flexen bist, aber da die Dinger einen gewaltigen Abtrag haben kann es Dir schnell passieren, dass Du an einer Stelle zu tief ins Material schleifst und Dein ganzer Plan im Eimer ist. Besser Feilen von Hand, Bandschleifer oder Schleifbock.

Damit hast Du mehr Kontrolle und kannst nicht so leicht daneben hauen. Es ist besser mehr Zeit als mehr Stahl zu investieren, oder?
 

pip

Mitglied
WOW, danke für die zahlreichen zuschriften!!

also erstmal: ich hab ne bestens ausgestattete (he he, lustiges wort) werkstatt zur hand. ständerbohrmaschine, drehbank, bandschleifer, nassschleifer und allerhand anderes elektrowerkzeug.

das mit der felx hab ich mir halt so gedacht, weil es von hand doch verdammt lange dauert. ich hab mir schonmal 2 macheten gebaut, ansich alles bestens geworden. allerdings war die oberflächenqualität nicht so berauschend. habs halt nur versucht mit der fächerscheibe glatt zu ziehen, aber aussichtslos... :-/
 

Blacky

Mitglied
A propos Fächerschleifscheibe... Wenn du flexen möchtest, benutze lieber die zum Ausschleifen der Kontur. Du kannst vorher mit einer normalen Trennscheibe (und genügend Abstand zum Umriss) vorsichtig die gröbsten Ecken abflexen. Danach mit der Fächerscheibe bis auf die angezeichnete Umrisslinie abschleifen. Geht schnell und unkompliziert, und wenn man die Flex dabei etwas bewegt, und nicht nur statisch auf einem Punkt schleift, ist da auch nicht zu schnell zu viel weg ;)
 
Hallo pip,

Ja das Finish ist so eine Sache. Handarbeit ist hier angesagt, da hilft oft wirklich nur Geduld und Handarbeit.

Gruss Kuno
 

pip

Mitglied
messer2.jpg


so, hab das ganze nochmal überarbeitet. ich fand das fingerloch zwar schön, aber wichtiger ist mir das es ein praktisches messer wird.
 

polarbaer

Mitglied
Hallo,
so sieht es doch schon ganz gut aus. Du solltest noch folgendes bedenken: Die Fingermulde für den Zeigefinger sollte groß dimensioniert sein, denn der Zeigefinger greift häufig nicht rechtwinklig zur Klingenachse. Ich habe gerade ein Messer fertiggestellt, das einen Halbkreis mit 25 mm Durchmesser als Mulde für den Zeigefinger hat. Leute mit großen Händen empfinden die Fingermulde als zu klein. Die Griffschalen tragen noch zusätzlich auf und lassen dem Benutzer die Mulde als zu klein erscheinen. Das nächste Mal werden es mindestens 30 mm!
Gruß
polarbaer
 

pip

Mitglied
ok, danke für den tip! werd ich nochmal überarbeiten.

heute ist auch mein bandschleifer gekommen, ich bestell noch bänder und dann kann's losgehen.
ich meld mich wenn die rohlinge fertig sind!
 

Hunter

Mitglied
...Die Fingermulde für den Zeigefinger sollte groß dimensioniert sein, denn der Zeigefinger greift häufig nicht rechtwinklig zur Klingenachse. ...Halbkreis mit 25 mm Durchmesser als Mulde für den Zeigefinger hat. Leute mit großen Händen empfinden die Fingermulde als zu klein. ... Das nächste Mal werden es mindestens 30 mm!
...

Ursus Arctos hat Recht. Bei mir hat sich als mittlerweile eine Rundung mit 14-15mm Radius als ideal erwiesen. Auch Leute mit kleinen Händen (so wie ich) wissen den größeren Radius zu schätzen. Was ich persönlich noch ändern würde ist folgendes: Die angedeutet zweite Fingermulde würde ich verschwinden lassen, also daß nur eine für den Zeigefinger da ist. Außerdem würde ich die Schleifkerbe kleiner machen, so 2-3 mm sehen für mich schöner aus. Ansonsten paßt der Rest (für meinen Geschmack).
 
G

gast

Gast
Schade,
das Fingerloch fand ich grad so Interessant an Deinem Messer, hatte mich schon drauf gefreut, jetzt ist es wieder ein recht "normales" Messer.. ich würde mir das überlegen, oft ist der erste Gedanke der Beste. :hmpf:
 
Schade,
das Fingerloch fand ich grad so Interessant an Deinem Messer, hatte mich schon drauf gefreut, jetzt ist es wieder ein recht "normales" Messer.. ich würde mir das überlegen, oft ist der erste Gedanke der Beste. :hmpf:

Hallo Holger,

da hast du vielleicht recht, aber beim ersten Messer sollte man sich nicht die schwierigsten Formen wählen. Ich denke, pip hat die Idee mit dem Loch noch nicht verworfen, aber lass ihn mal die beiden Messer machen. Wenn das erste Messer nichts wird weil man sich vielleicht zuviel vorgenommen hatte, verliert manch einer die Lust zum weitermachen.

Warten wir's ab.

Gruss Kuno