Fleckigkeit nach Ätzen mit Fe III Cl

herbert

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Ich habe ein Problem mit dem Ätzen von Klingen aus 1.2519 (110WCrV5) mit Eisendreichlorid. Ich wollte die Klingen einfach schwärzen, geht prima normalerweise. Aber jetzt sehe ich Sprenkel auf meiner ansonsten geschwärzten Klinge. Nach dem Härten, alles vorschriftsmäßig, klar doch.
Ich kann mir das eigentlich nur durch ausgeschiedene Karbide erklären bzw. durch lokalisierte Elementanreicherungen in dem Halbzeug (bislang hat das anstandslos funktioniert, aber jetzt auf einmal kriege ich die Probleme. Auch ein neues Weichglühen und Härten hat die Probleme nicht beseitigt, auch nicht bei höherer Härtetemperatur und längerer Haltezeit. Wenn ich Pech habe, kann mit dem Wärmebehandeln nichts mehr machen. Ein Diffusionsglühen oder Hochglühen wird nix bringen, fürchte ich, es sei denn, man überschmiedet den Werkstoff neu. Die Gefahr des Kornwachstums ist dann hoch.
Die Sprenkel sehen merkwürdig aus, hell halt, keine Ätzgruben.
Ich bin kein großer Ätzer vor dem Herrn, möchte mal wissen, ob andere das Problem auch schon hatten.
Ich bin da etwas ratlos.....
 
hallo herbert,
hast du das eisendreichlorid frisch angesetzt? - hatte diese "erscheinungen" schon bei alten säuren - das sieht dann aus wie sommersprossen....
 
Hi, so wie ich das lese hast u es mehrfach probiert,
treten diese Effekte immer an den gleichen Stellen auf dem Stahl auf?

Temperatur und Sauerstoffzufuhr beeinflussen auch das Ätzergebnis. Die Lösung wird aber denke ich homogen gewesen sein, und kleinste anhaftende Luftblasen werden auch nicht vorhanden gewesen sein?

Gruß
Ralf
 
also die Flecken treten immer in den gleichen Partien auf, drum meine Vermutung mit dem Werkstoff, und ich habe es in zwei Ansätzen von Lösung ausprobiert, schon was ältere und neue.
Vielleicht hilft es, ein Zwangspotential anzulegen, also mit Strom zu arbeiten?
Danke jedenfalls schon mal für Eure Mühe, Jürgen und Feinripp.
 
Ich hab mit Eisendrei schon viel geätzt, und ich weiss das man mit Erhöhung der Temperatur der Lösung sowie durch ständiges Einleiten von Luft und der damit verbundenen Bewegung der Lösung den Ätzvorgang beschleunigen kann. Weil immer wieder frische Lösung an die zu ätzende Stelle gelangen kann.

Das Problem scheint aber nicht die Dauer sondern das ungleichmässige Ergebnis zu sein. In diesem Fall denk ich wird das alles nichts bringen.
Wenn immer die gleichen Stellen nicht angegriffen werden, muss man sicher die Ursache beim Werkstück suchen. Peinlich sauber und abgeschliffen wird er gewesen sein, bleibt nur noch die Zusammensetzung des Stahles übrig, denk ich. Sorry da kann ich nichts mehr beitragen.
:(
 
Hallo Herbert,

hatte beim letzten Messer(Damast) ein ähnliches Problem. Nach dem härten, schleifen und säubern habe ich die Klinge mit EisenIIICh. geätzt.
An einer Stelle völlig verschwommenes Muster. Also nochmal mit Schleifleinen, Seifenwasser und Azeton gesäubert. Ein Ätzversuch mit heißen EisenIIICh. brachte das gleiche Ergebnis.
Danach habe ich die Klinge mit gröberen Schleifpapier(240) komplett neu geschliffen und das ganze in 70 Grad heißer Schwefelsäure geätzt.
Ätzbild wurde einwandfrei auch die vorher hellen, verschwommenen Stellen waren in Ordnung.

Horst
 
Entkohlte Flecken vermute ich.
Einfach stärker überschleifen und dann nochmal...
 
Hallo Herbert,

das Problem hatte ich auch schonmal beim Stienen Damast. Unterschiedlich stark geätzte Stellen an der Klinge. Ich habe vor dem Ätzen nur mit Papier saubergeschliffen. Nach dem misslungenen Versuch hab ich dann mit dem Banschleifer die oberste Schicht abgeschliffen und hatte dann keine Probleme mehr beim Ätzen .

Hier gibt es zwei Bilder dazu im Thread ganz unten. (Ja,ja ich weiß, ich bin ein böser Mensch, einfach das arme Messerchen 5 Minuten in kochende Säure hängen :teuflisch . Aber dafür sieht man die Stellen umso besser :) )

Gruß Marcus
 
Danke für die Antworten. Ich probier das mal mit dem neuen Überschleifen. Entkohlte Stellen wäre logisch, denn die hellen Stellen sollten weniger C enthalten und nicht schwärzen.
Ich probier das am Wochenende aus und erzähl dann was dazu.
Danke schon mal.
Wenn man Euch nicht hätte, Jungs.....
 
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