Galvanische Korrosion - ein Thema für Messer?

SMAF

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Durch einen Bericht wurde ich auf das Thema galvanische Korrosion aufmerksam. Wenn beispielsweise Edelstahl und Zink in direktem Kontakt stehen und ein Elektorolyt kommt hinzu (feuchte Hände) entsteht eine elektrochemische Reaktion und es kommt zur galvanischen Korrosion. Dafür gibt es Tabellen wie diese hier. Um das zu vermeiden kann man auf kritische Materialkombinationen verzichten, Dichtungen verwenden oder Isolierpaste nutzen.
Ist das ein Thema für die Messermacher, wird das berücksichtigt? Schon ein Alugriff mit Edelstahlschrauben wäre gefährdet!
 
Die galvanische Korrosion ist natürlich bei allem, was irgendwie mit Seefahrt zu tun hat, ein großes Problem.
Deswegen bringt man an Schiffsrümpfen, oder an anderen großen Metallkonstruktionen wie Pipelines, oder Plattformen im Wasser
sogenannte Opferanoden an, die sich als unedleres Metall langsam verbrauchen.
Opferanode – Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Opferanode)
Dass das bei Messern, die nicht ständig Salzwasser ausgesetzt sind, ein Problem ist, kann ich mir nicht vorstellen.
Die Hersteller von Boots- und Tauchermessern kennen das natürlich, und sorgen bei der Materialwahl entsprechend vor.
Ich habe ziemlich lange ein Spyderco Salt, oder ein Vic Skipper an Bord benutzt, nie ein Problem.
Nach der Wache mit Süßwasser gespült und gut.
 
Erinnert mich stark an meine "historischen" Geländesportmotorräder. Nicht wegen winterlichem Salzwasser, aber Pfützen, Schlamm und Wasserläufe. Edelstahlschrauben und Alu/Magnesiumteile waren immer ein No Go. Messing oft auch problematisch.

Nun hat man aber außer bei Taucher-/ Wassersportmessern nie richtig lange nasse Umgebung- und meist auch Süßwasser. Darum denke ich, war das nie ein größeres Thema im Messerbau. Taschenmesser mit Carbonstahlklingen die in Neusilber/Messing laufen funktionieren auch, siehe Gret Eastern Cutlery. Das obwohl mal Stainless, Rustless und Inoxidable heftige Verkaufsargumente waren- und sind! Galvanische Korrosion braucht vor allem Elektrolyt, Temeperatur und viel Zeit. Und natürlich wie anfangs erwähnt fettfreie, leitende Oberflächen.

Das nächste wäre dann der Logik nach Eichenholz mit ordentlich Gerbsäure an nicht rostträgen Klingen/Platinen- auch das gibt es, nicht nur beim Messermacher.
Auch das Hirschorn an Vintage Messern, welches durch Kupferionen örtlich grün verfärbt ist fällt mir da ein.
 
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