Klingendicke vor dem Härten

GeHaWe

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Hallo zusammen.

Eine Frage an die Spezialisten. Wie dick schleift Ihr Eure Messerklingen vor dem Härten aus?
Das Dilemma ist immer das gleiche: lasse ich zuviel stehen, ist es nacher sehr viel Arbeit. Lasse ich zuwenig stehen, kann es Verzug und Risse geben.

Zweite Frage: Hat schon jemand Erfahrung mit dem Stahl 1.2436 (X210CrW12). Wir verwenden das Zeug im Geschäft, es kommt in sehr schön handlichen Maßen. Wir härten es bis 65 ... 68HRC, härten und anlassen ist alles kein Problem, da haben wir Erfahrung, aber wir verwenden es als Preßwerkzeug.
Laut Wolf Borger formt dieser Stahl recht grobe Karbide, was negative Auswirkungen haben soll. Gibt es dazu mehr Erfahrungen?

Best Grüße aus Stuttgart
Gerhard
 
Vor dem Härten schleife ich in Abhängigkeit vom Material (Damastklingen wegen Verzug evtl. minimal dicker) je nach Messertyp von 0,3 bis ca. 1mm an der Schneide.
Ich hatte auch schon Klingen hierzum Härten, teilweise von Leuten aus dem Forum, die zum Teil auf Null ausliefen.
Dann muss man größere Vorsiht walten lassen.
Bislang ging alles gut :)
Gefährlich wird es wenn die Schneide unterschiedliche dicke Abschnitte hat, wenn man sich beim Schleifen z.b. verschliffen hat.
Dann kann es passieren, das die dünnen Abschnitte aufgrund der Volumenänderung beim Härten wie eine Welle aufgestaucht werden.


Der 1.2436 ist von der Zusammensetzung ähnlich dem 1.2379 (D2) Er hat aber noch mehr Kohlenstoff.
Große Karbide hat es bei diesem Stahl. Für feine uns feinste Schneiden nicht das Optimale.
Aber für Standfeste Robuste Schneiden nicht das Schlechteste, vor allem wenn man günstig(st) drankommt.


Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann mir nicht vorstellen, daß dieser Stahl so grobe Karbide bilden soll. Er wird sicher ein Menge Chromkarbid bilden, was die Rostbeständigkeit herabsetzt. Da er aber mit Wolfram statt Vanadium legiert ist, sollte sich die durchschnittliche Karbidgröße unter derjenigen des 1.2379 bewegen.
 
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