Mess- und Prüfmittel Materialstärke (abgespaltet aus Culilux Kyoto)

Tziel

Mitglied
Beiträge
130
Wie/womit meßt Ihr denn die Materialstärke? Auf 5/100mm genau halte ich ja noch für einigermaßen einfach möglich, aber auf 1/100mm genau ist schon ambitioniert.
 
Auf 5/100mm genau halte ich ja noch für einigermaßen einfach möglich, aber auf 1/100mm genau ist schon ambitioniert.
Die digitalen Messschieber sind ziemlich genau heutzutage. Mein relativ günstiges Modell hab ich mit genormten Unterlagsscheiben zum Ausrichten von Motoren (bis 0,05mm) und einen Streifen Messing (0,100mm) auf genau diese Werte messen können. Lediglich wenn man nur die Spitze nutzt kann sich das um 0,02-0,03mm verschieben bei Druck, ansonsten funktioniert das gut. Alternativ auf den Messwert feststellen und über die Wate drüber schieben geht auch
 
Zehn Mikrometer ist aber durchaus schon ambitioniert. Digitale Messschieber sind auch nicht präziser oder richtiger als analoge mit Nonius. Zusätzlich angezeigte Dezimalstellen, die ich analog gar nicht sinnvoll ablesen kann, sind dennoch wenig wert, wenn der Messschieber nicht auch starrer ist (die von dir erwähnte Abhängigkeit des Messwerts vom Druck) und die Fertigungstoleranzen des Schiebers und der Ausleseelektronik nicht deutlich kleiner als die zu messenden Größen sind.

Du und @Tziel widersprecht euch auch gar nicht, @Tziel zweifelt ja gar nicht an Messungen in der Größenordnung von 0.05 bis 0.1 mm, sondern an denen eine Größenordnung darunter (1/100 mm bzw. 0.01 mm).
 
ich habe zuhause nur welche mit nonius und einen digitalen auf Arbeit. das ist so nen > 100€ teil aber hat auch „nur” 2 nachkommastellen. wie @Valentinian II sagt, je nach Druck beim Messen macht das schon locker 1/20 aus. am besten ja ohne Druck. deshalb ist es ja oft leichter die Fasengröße zu messen und dann die Dicke mit Schleifwinkel zu berechnen. wobei der ja auch wieder eine neue Fehlerquelle ist.

Mir ist gestern aufgefallen, das mein günstiger privater, den ich hauptsächlich verwende, eine sehr breite Auflagefläche hat was die die Dickenmessung angeht. das ist bei den anderen anders und mir noch nie aufgefallen. Den nehme ich für normale holzarbeiten und da ist der mehr als ausreichend. ist auch schon etwas ausgenudelt und so bekommen die Spitzen etwas Spiel zur Seite. Also messe ich mit dem, weil ich absichtlich nicht orthogonal zur Schneide messe, gern mal locker ein mm über der Stelle die ich gern messen wollte. Jetzt ist mir klar warum ich noch nie unter 0,25 mm an irgend einem Messer kam.
anderer Messschieber und akribischeres Vorgehen komm ich jetzt bei meinem Takamura und ausgedünntem culilux auf locker 0,15mm. 0,25mm habe ich jetzt bei allen culiluxen geschafft speziell in der Mitte der Schneide und beim Petty. Die Schneide ist nicht überall gleich stark (was z.B. am Kehl ja Sinn macht) und dann komm ich jetzt auch eher auf max 0,3 mm.

Schade eigentlich, ich denke jetzt schon seit einem Jahr das bei meinen wirklich dünnen Messern ja noch was gehen wird wenn die 0,3mm haben. das die mit 0,15 schon so ausgereizt sind war mir nicht bewusst!
Also Sorry für die ganze Aufregung die durch mein nachlässiges Messen entstanden ist…
 
Zuletzt bearbeitet:
Die billigen Messschieber auf Amazon sind nicht geeignet, um in dem Bereich, über den wir hier reden, präzise Messungen ausführen zu können. Die Messtoleranzen sind da im Bereich von 0,1 mm. Für zuverlässige Messungen muss man schon etwas mehr Geld für einen Messschieber ausgeben.
 
Die billigen Messschieber auf Amazon sind nicht geeignet, um in dem Bereich, über den wir hier reden, präzise Messungen ausführen zu können. Die Messtoleranzen sind da im Bereich von 0,1 mm. Für zuverlässige Messungen muss man schon etwas mehr Geld für einen Messschieber ausgeben.
von amazon ist er nicht und vor der zeit als man so leicht an Chinaware kam. Aber dementsprechend schon etwas ausgenudelt. auf Arbeit werden die deswegen regelmäßig getauscht. Ich war aber der Anahme dass er dann eher zu wenig anzeigt als zu viel, was ich immer noch logisch finde
 
Ich bin mal relativ günstig an einen Mitutoyo 500-158-30 gekommen. Der kostet(e?) normal über 150€, glaube ich, und ist mit Fehlern von 0,02mm (E MPE) und 0,04mm (S MPE) angegeben. Ich habe auf die Schnelle nicht rausgefunden, was E und S heißen sollen.

@Username86 Wie @Valentinian II schon gesagt hat, widerspricht das, was Du sagst, nicht dem, was ich gesagt habe. ;-) 0,05mm halte ich mit einem Meßschieber noch für machbar, 0,01mm eher nicht. Vielleicht geht das mit einer Meßschraube. Ich habe nur eine billige Meßschraube, aber vielleicht probiere ich es damit mal und vergleiche mit dem Meßschieber.
 
Welchen Messschieber oder Messchraube könnt ihr denn empfehlen?
Schaue Dir mal diese Taster an. Die sind schnell und simpel. Die gibt es mit verschiedenen Messbereichen bzw. Genauigkeiten.

Messschraube bedeutet 3 Hände: Du hältst das Messer, die Messschraube und mußt die Messschraube zuschrauben, um ein Maß zu erhalten. Die Messflächen haben wahrscheinlich keine Fasen. Verkantest Du die Messschraube, wird es Kratzer auf der Klinge geben.

Messschieber habe das Problem, daß die Messflächen parallel zum Lineal liegen. Dadurch neigen sie zum Verkanten. Im Hunderstelbereich wird schon die Kraft vom Daumen reichen, um das Messergebnis zu verfälschen.

Wenn mir diese Messungen wichtig wären, würde ich einen Ständer nehmen und das Messer darunter langführen. Die Ausreißer mit Filzer auf der Klinge markieren und dann diese Punkte messen und gezielt nacharbeiten.
 
Hast du positive Erfahrung mit diesen Tastern? Ich würde das Risiko, durch Druck beim Messen eine elastische Deformation der unteren Anlagespitze hervorzurufen und damit Messfehler zu produzieren noch deutlich höher einschätzen, als bei einem Messschieber.

Recht wiederholgenau scheint mir ein federbelasteter Außenschnelltaster zu sein, weil er immer mit den gleichen Kräften misst. Aber die kosten schon wieder richtig Geld.
 
Zuletzt bearbeitet:
Messschraube bedeutet 3 Hände: Du hältst das Messer, die Messschraube und mußt die Messschraube zuschrauben, um ein Maß zu erhalten. Die Messflächen haben wahrscheinlich keine Fasen. Verkantest Du die Messschraube, wird es Kratzer auf der Klinge geben.

Stellt man das nicht vorher ein und schaut dann ob das Messer reinpasst?
 
An solche Taster habe ich auch schon gedacht, aber dafür ist mir die ganze Sache nicht wichtig genug.

An dieser Stelle rege ich mal wieder dazu an, nicht über Amazon zu kaufen. Das ist einer der größten Schmarotzer überhaupt.

Eine Meßschraube gehört eigentlich eingespannt, in einen Halter oder einen Schraubstock. Es ist dann aber immer noch ziemlich umständlich eine Klingenstärke zu messen. Mit Meßschiebern ist es auch nicht viel besser. Bei beiden ist es nicht so einfach, die Klinge gerade zwischen die Meßflächen zu halten.

Heutige Handys haben doch Lidar (zumindest iPhones). Vielleicht kann man damit ein 3D-Abbild einer Klinge erzeugen. :glgl:
 
Hast du positive Erfahrung mit diesen Tastern?
Messmittel 1
Ja, unbedingt. Da Du selbst mit dem Finger den Taststift runterdrückst, reichen schon minimale feinmotorische Fähigkeiten aus, um Verformungen zu vermeiden.
Die Zahntechniker messen so zB Goldkronen aus, die mit passenden Legierungen gerade mal auf 0,2mm Wanddicke gegossen und danach innen poliert werden.

weil er immer mit den gleichen Kräften misst.
Da gibt es mehr. Zum Messen von Folie im Kalander uä gibt es diese Taster mit 5mm - 10mm breiten
Kontaktflächen. Die dünnen Meßstifte würden sich in die laufende Folie eingraben.
 
Hier mal als funktionierender Link: Messmittel 1 — Postimages (https://postimg.cc/svqF45bP) ;-)

Ich habe jetzt mal ein Kyoto-Petty knapp oberhalb der Schneide gemessen. Mit Meßschieber einmal, 0,27mm, mit etwas drücken dann nur noch 0,18mm. Das Messer war in einem Spannfix eingespannt. Das macht es deutlich einfacher, aber auch gruseliger, mit der Schneide nach oben … Mit der eingespannten Meßschraube ist es nicht so einfach, die Klinge immer an derselben Stelle zu messen, aber die Streuung wurde dann doch erstaunlich klein: 0,31mm, 0,29mm, 0,29mm, (0,33mm), 0,30mm, 0,29mm. Bei dem Wert in Klammern habe ich schon beim messen gemerkt, daß ich mit dem Messer leicht verrutscht bin, weswegen ich den Wert erst gar nicht aufschreiben wollte.

Ein Meßsystem mit so einem Lasersensor wäre cool. Auf die Auflagefläche nullen, Klinge rein, aufs Display schauen, fertig. Das wäre halt :poop:💶.
 
Die Sensoren von µEpsilon habe ich schon vielfach im Sondermaschinenbau eingesetzt. Um die Dicke des Messers zu messen nutzen die aber wenig.
Messchieber, Bügelschraube oder Messuhr kann man für einen groben Wert nehmen. Wenn es genau sein soll, misst man am besten die Breite der Fase mit einer vergrößernden Optik und gleichzeitigem Maßstab im Bild. Idealerweise sollte die Abbildung telezentrisch sein. Dann rechnet man über den Fasenwinkel auf die Dicke um.

Gruß, Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
urch Druck beim Messen eine elastische Deformation der unteren Anlagespitze hervorzurufen und damit Messfehler zu produzieren
Ich habe nun darüber geschlafen. Du kannst mit dem Taster nichts verbiegen, da der Amboß als Gegenlager bzw Aufliegepunkt an der Unterseite der Klinge ja die Kraft aufnimmt, die der Messstift auf der Oberseite ausübt.
 
Messerschleifer hier im Forum arbeiten sogar mit negativen Auflagedruck.
So ein Taster wird mit ca. 20 bis 30 g gedrückt. Wenn Zahntechniker es damit nicht schaffen, die weichen Goldkappen zu beschädigen, sollten andere Handwerker damit ebenfalls zurecht kommen.
So stabil ist der Amboß schon gearbeitet, dass er mit fachgerechtem Druck klarkommt.
 
Zurück