Messer als Wertanlage?

Ratford

Mitglied
Hallo Leute,

der Threadtitel beschreibt meine Frage eigentlich schon: nämlich die, ob Messer grundsätzlich als Wertanlage geeignet sind und wenn ja, welche da womöglich zu empfehlen wären.

Mit Wertanlage meine ich nicht zwingend auch Wertsteigerung, sondern eher Werterhalt.

In Zeiten, in denen praktisch keine Anlageform mehr Sicherheit hat, erscheinen mir persönlich physische Wertanlagen als sinnvoll.
Habe selbst schon angeblich solide Wertpapiere / kapitalbildende Versicherungen gehabt, bei denen am Ende weniger rausgekommen ist, als eingezahlt wurde.
Daher meine Überlegung, dass Messer ja einen Materialwert + Herstellungswert + Nutzwert haben und damit vielleicht geeignet wären.
 

frankh

Mitglied
Hallo, grundsätzlich hab ich mich mit dem Thema auch beschäftigt. Aber wie bei allen Wertanlagen muss man dich auskennen.
Bei Messern gehört auch Glück dazu. So besitze ich einen wunderbaren Puma Nicker 4 Star von 1982. Obwohl ein tolles Messer ist der Preis eher "normal".
Hingegen ein echter Puma White Hunter von vor 1964 auch im gebrauchten Zustand schnell 500Euro Wert.
Was mir auch aufgefallen ist, die Preise im den Produktionsländern eines Messers sind viel höher als im Ausland.
So habe ich Anton Winger skinner für 40Sfr gekauft, den Preis hier kann man sich denken. Ähnliche Erfahrungen auvh mit Puma Messern oder Hugo Köller Taschenmesser.

Ich kaufe Messer weil sie mir gefallen, ob ich sie je verkaufe... Denke das wird schwierig für mich🤷‍♂️
 

HezRoz

Mitglied
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Daher meine Überlegung, dass Messer ja einen Materialwert + Herstellungswert + Nutzwert haben und damit vielleicht geeignet wären.
Das sind nun genau die drei Parameter, die wenig mit dem Neupreis eines Messers zu tun haben und noch weniger mit dem zukünftigen potentiellen Wert.
Materialwert: Wir reden von Stahl und nicht von Gold. Ja, Stahl mag in Zukunft vielleicht ein knappes Gut werden (wer weiß das schon), aber was einen Messerstahl teuer macht, ist die Art der Herstellung und nicht die Zutaten
Herstellungswert: Was heute vielleicht aufwändig herzustellen/zu verarbeiten ist, machen morgen ein paar Maschinchen viel günstiger.
Nutzwert: Teure Messer schneiden nicht entsprechend ihres Preises besser als günstige Messer.

Die Sache ist ganz einfach: Angebot und Nachfrage. Haben immer weniger Leute eine Sache, die immer mehr andere Leute haben wollen, dann steigt der Preis. Wenn nicht, dann andersherum.
 

DirkWitten

Mitglied
Als Wertanlage muss man bei vielen "Gebrauchsgegenständen" viel Glück und noch mehr Fachwissen haben.
Habe diese Erfahrung machen müssen mit einer Waffensammlung von antiken Waffen, der Verkauf hat einen Bruchteil der Anschaffungskosten ausgemacht.

Als Wertanlage sehe ich Messer dann, wenn die mit historischem Ursprung und extrem selten sind...
 

HezRoz

Mitglied
Hergestellt vom Meister, perfekte Handarbeit, edle Materialien vorausgesetzt, dann ist ALLES (Messer, Kustgegenstände...) Wertbeständig,

Man erleidet zumindest keinen Totalverlust. Wenn man Glück hat, dann bleibt der Wert oder steigt sogar.

Ich habe so ein Objekt aus der Kategorie, bekannte Kunstmanufaktur, sehr seltene und gesuchte Ausführung aus einem begrenzten Produktionszeitraum von 1916-1925, wurde danach in der Ausführung nie wieder produziert. Leider kein Messer ;)
Ich habe sogar die Originalrechnung von 1924 und eine 2. Rechnung von 1930, als das Objekt von einem Kunsthändler weiterverkauft wurde, nachdem der Erstkäufer es nach der Weltwirtschaftkrise wohl versetzen musste.

Der Kaufkraft bereinigte Wert des Objektes ist seit 1924 jedenfalls mal nicht gestiegen. Selbst mit den höchsten Auktionsergebnissen oder auch Händlerverkaufsangeboten, die ich von den wenigen noch existierenden Stücken gefunden habe, wäre das eine Nullnummer gewesen. Wahrscheinlich aber ein Verlust.

Setzt man den Einkaufswert von 1930 an, dann hätte das Objekt eine Kaufkraft bereinigte Wertsteigerung von ca. 30% erfahren. Aber selbst das wäre für fast 100 Jahre Anlagezeitraum eine lausige Rendite.
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

ein Aspekt bei Kochmessern z.B. ist schlicht die Popularität des Herstellers gewürzt mit Hype und Mythen, zuerst der Hype der eine steile Preiskurve nach oben generiert und dann der Mythos besonderer Qualität/Eigenschaften. Die Popularität läuft über die Kundenmassen, wenn ein geniales Grunddesign als Basis vorhanden ist und variabel abgewandelt und immer wieder mit frischen Akzenten versetzt wird.

Die Preiskurven steigen dann jenseits vom Grunddesign Aufgrund von Auktionen und pfiffigen Neuerungen/Kooperationen in oft abstrakte Höhen. Als Beispiel nenne ich jetzt mal Ben Kamon

Oder dieses hier: KAMON KNIVES X DARK SIGIL

Man kann sich vorstellen in welche Sphären die älteren Kamon's kommen können, wenn jemand partout eines haben will und die Bücher geschlossen sind. Was es allerdings nicht gibt, sind Garantien das die Preisbildung dauerhaft stabil ist, so sehe ich manche Messer mehr als Spekulationsobjekt denn als Wertanlage.

Gruß, güNef
 

RFB

Premium Mitglied
Im SMART INVESTOR (einem Anlagemagazin) gab es 11/2021 einen Artikel zum Thema. Dort war am Ende zu lesen:
Fazit
Letztlich bleibt ein Messerkauf unter Anlagegesichtspunkten – ebenso wie der Kauf einer Aktie oder eines Edelmetalls – eine Frage der individuellen Bewertung, die mit Chancen und Risiken verbunden ist. Grundsätzlich sind solche Messer am besten als Sachanlage geeignet, die mehrere der folgenden Kriterien erfüllen: exklusives Material für Klinge und/oder Griff, außergewöhnliche künstlerische und handwerkliche Verarbeitung, bemerkenswertes Design, ausgezeichnete Messermacher, geringe Stückzahl durch Aufwand oder Limitierung, Prämierungen für Messer, Messermacher und/oder Produktionsstätten. Es handelt sich – trotz der Dynamik – um einen Nischenmarkt samt entsprechenden Risiken. Das vermutlich größere Risiko sind jedoch politische Interventionen bei dem Erwerb, Besitz und Handel mit Messern. Dieses Damoklesschwert schwebt allerdings auch über anderen Anlageformen. Daher können Messer eine interessante Ergänzung des Anlageportfolios darstellen. Auch wenn sich die Erwartungen zur Wertentwicklung nicht erfüllen sollten, bleiben die Freude am schönen Objekt und der Nutzen als Schneidwerkzeug – was in Notzeiten überlebenswichtig sein kann.