Passaround-Berichte - Daruma Ginsan Migaki Kiritsuke – Knife-art.de

ScottyC

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Hallo zusammen,

hurrah, wir haben wieder einen Passaround :D::
Ein herzliches Dankeschön an Lukas (@knife-art.de ), der uns wieder einmal einen Passaround sponsort.
Dieses Mal geht es um das Daruma Ginsan Migaki Kiritsuke 210mm. Auf dieser Seite findet ihr schon zahlreiche Informationen; diese gebe ich hier nicht nochmal wieder.
@tdmtreiber11, @Doldini, @Xanadoo, @Jochen87, @Username86, @Caligula Minus, @alphacma, @ebenezer, @Valentinian II, @Eumel2:
Unsere Berichte sollten, wie bisher auch, vom Organisations-Thread getrennt eingestellt werden; den Berichte-Thread lege ich hiermit an.

Nur zur Sicherheit: Lukas schreibt auf seiner Webseite von einem Kiritsuke, welches streng genommen ein single-bevel Messer ist. Hier geht es um ein beidseitig geschliffenes Messer, also ein Kiritsuke Gyuto. Ich bleibe aber, für eine bessere Lesbarkeit, beim Begriff „Kiritsuke“. Jetzt aber in medias res 🤗

Erster Eindruck
Beim Auspacken dachte ich mir: „Oh je … wie sieht denn die typische abgeschrägte Nase des Kiritsukes aus?!“ Der zweistufige K-Tip, und besonders der steile letzte Abschnitt, war für mich zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Aber mit der Zeit habe ich Gefallen daran gefunden.
Die Optik gehört bei einem Messer m.E. einfach dazu; das Daruma Kiritsuke gefällt mir sehr gut. Mit dem schönen roten Rosenholz-Griff und dem schlicht gehaltenen Migaki-Finish kommt es unauffällig, aber sehr elegant daher. Das ist natürlich alles sehr subjektiv und Geschmackssache.

Geometrie
Hier gibt es wenig Spektakuläres. Die Klinge ist überhalb der Shinogi-Linie, also im Migaki-Bereich, fast durchgängig 2,2 mm dick; sowohl in der Länge, wie auch in der Höhe.
Lukas bezeichnet in seinem Shop das Messer als „robusteren Laser“. Das passt für mich, sowohl von der Geometrie, wie auch vom Schneideverhalten.
Die Dicke der Klinge beträgt ein Zentimeter über der Schneide zwischen 1 mm und 1,15 mm.
Ich bin kein Fan vom Messen der Dicke über der Wate; vor allem, weil ich diesen Wert nicht wirklich zuverlässig und reproduzierbar ermitteln kann. Dennoch ist dieser Wert ein guter Anhaltspunkt zur Schneidfreudigkeit. Nach vielem Messen, vor allem Mittelwerten, bin ich mit meiner digitalen Schieblehre auf einen durchgängigen Wert von ca. 0,15 mm gekommen. Das ist schon richtig dünn ausgeschliffen und das Bild des Kehlshots sagt auch so einiges zu der fast Laser-Geometrie.

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Noch eine Anmerkung zur Geometrie der Schneide. DIE eine Kiritsuke-Ausführung gibt es hier nicht. Für ein Kiritsuke ist das Daruma eher auf der geschwungenen als auf der geraden Seite. Ob man das mag oder nicht hängt vor allem von der Schnitttechnik ab. Ich habe hier mal meine Kiritsukes mit dem Daruma abgelichtet. Bei den beiden mittleren sollte man beim Push-cut die Schneide schon möglichst in voller Länge auf das Brett bringen, sonst wird es etwas ruckelig. Solche kleinen Unachtsamkeiten verzeiht das Daruma, mit der etwas stärkeren Wölbung, natürlich deutlich besser ;)

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Die Praxis
Hier passt wieder die Formulierung des „robusteren Lasers“ – das Daruma Kiritsuke schneidet sehr schön und vor allem schneidfreudig und sehr leicht durch so ziemlich jedes Schnittgut. Die Längsschnitte, beim Würfeln einer Zwiebel, sind mit der Spitze ein Traum. Das Schneiden macht richtig Spaß. Selbst die dicken Selleriescheiben (siehe Bild) waren kein Problem. Etwas an die Grenzen stößt man, wohl der Geometrie geschuldet, bei dicken Scheiben; hier ist weniger die Höhe des Schnittgutes das Problem, sondern die Dicke des abgeschnittenen Schnittgutes. Auf einem Bild sieht man meine relativ dicken Karotten. Diese habe ich für ein Gericht der Länge nach geviertelt. Hier war schon, vor allem beim ersten Schnitt des Halbierens, der eine oder andere Knack-Ton zu hören. Das Messer hat die Schnitte gut gemeistert und es hat die Karotten auch nicht zerrissen; dennoch war ein zusätzliches leichtes Knackgeräusch hörbar. Wie oben in der Geometrie beschrieben, merkt man hier, dass das Messer keinen Taper hat.

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Noch ein Hinweis zur Gewichtsverteilung:
Der Schwerpunkt des Messers liegt ca. 4,5 cm vom Griff entfernt in der Klinge. Wie ich finde, eine ideale Balance für den Pinch-Griff. Das Arbeiten empfand ich stets als ausbalanciert, einfach und angenehm.

Verarbeitung
Kurz und knapp: Sehr ordentlich und sauber!

Schleifen / Schnitthaltigkeit
Das Kiritsuke kam richtig scharf bei mir an; das spricht auch für die Out-of-the-box-Schärfe (y)
Während der Testwoche habe ich ausschließlich mit dem Daruma geschnitten, und hier ziemlich viel. Zum Schluss war es noch schön scharf und ging auch noch gut durch den Zeitungspapiertest, habe aber, bevor ich es an @Doldini weitergeschickt habe, noch einen Touch-Up auf einem JNat gemacht. Ob es das gebraucht hat … auch hier ist die Antwort sicher sehr subjektiv. Hier hätten vermutlich einige gesagt, dass die Schärfe noch super ist. Schärfe-Fans, wie ich es bin, sind bei einem Touch-Up eher schneller am Stein.
Alles in allem möchte ich dem Daruma eine ordentliche Schnitthaltigkeit bescheinigen.

Fazit
Das Daruma Kiritsuke werde ich sicher und mit gutem Gewissen bei der einen oder anderen Kaufberatung empfehlen. Es macht einfach Spaß mit dem Messer zu arbeiten, es sieht sehr schön aus und es deckt eine breitere Käuferschicht ab als so manch anderes Messer, da es sowohl für den Kiritsuke-Suchenden interessant ist; aber durch seine Schneiden-Geometrie auch für denjenigen der ein Gyuto haben möchte.

Falls ich was vergessen habe oder ihr noch etwas wissen wollt, einfach fragen. Freue mich schon sehr auf die weiteren Berichte 🤗

Viele Grüße
Rainer
 
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