Probleme mit dem Ätztest

Stahlophil

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Hallo!

Ich habe differentiell angelassene Klingen (1.2842) am Start und nachdem ich neulich hier einen Thread zum Thema mitgelesen hatte, wollte ich jetzt auch mal den Ätztest mit FE3CL machen um den Erfolg meiner Anlasserei sichtbar zu machen und zu überprüfen.

Problem ist nur: Es tut sich gar nichts.
Ich habe verschiedene Temperaturen und verschiedene Ätzzeiten ausprobiert. Die Klinge wurde vor der Prozedur mit 2000er Körnung poliert. U.s.w...

Egal ob ich nur 10-20 Sekunden oder eine Minute lang ätze: Die Klinge wird schwarz und nach einer Entfernung der Patina ist absolut kein Gefügeunterschied auf der Klinge auszumachen.
Ich bin langsam etwas verzweifelt und weiß echt nicht wo mein Fehler liegt. Der Stahl ist übrigens erfolgreich gehärtet worden. Deshalb sollte ja schon irgendwo ein Linie sichtbar werden.

Vielleicht kann mir jemand noch mal eine Anleitung für Begriffsstutzige geben oder mir eine Idee liefern wo mein Versagen liegt.

Gruß und Dank
 
Ich habe gestutzt bei " ... differentiell angelassene Klingen ...". Läßt Du korrekt vom Klingenrücken aus an (Wohlgemerkt: Nach dem Härten!), bleibt die Schneide hart und der Rücken wird zäher. Umgedreht: Von der Schneide aus angelassen bleibt der Rücken hart und die Schneide wird zäher. Beides ergibt für mich bei einer Gebrauchsmesserklinge keinen tieferen Sinn.
Anders beim differentiellen Härten: Hier wird nur die Schneide gehärtet, der Rücken bleibt weich. Das nachfolgende Anlassen soll die Sprödigkeit der Schneide nach dem Härten zurücknehmen in einen vernünftigen Härtebereich. HIER kannst Du eine Härtelinie erkennen, bei dem von Dir beschriebenen Anlassen aber nicht.
 
......Ich habe differentiell angelassene Klingen (1.2842) am Start und nachdem ich neulich hier einen Thread zum Thema mitgelesen hatte, wollte ich jetzt auch mal den Ätztest mit FE3CL machen, um den Erfolg meiner Anlasserei sichtbar zu machen und zu überprüfen.

Problem ist nur: Es tut sich gar nichts.....
Ich denke auch, dass durch einfaches differentielles Anlassen die Martensitstruktur in der Klinge nicht so grundlegend verändert wird, dass sich darstellbare Zonen (nicht Linien) ergeben können. Vielleicht müsste man dazu den Schneidenbereich konsequent gegen Erwärmung abschirmen, z.B. durch Einbetten in eine Rübe, Kartoffeln, Wärmeschutzpaste o.ä. 1.2842 macht ohnehin nicht so tolle Kontraste bei selektiver Härtung.

Zudem würde ich zum Ätzen FeCl3 oder Fe-III-Cl3 verwenden.

Gruß

sanjuro
 
@ Schlosser:

Das differentielle Anlassen vom Klingenrücken her hat eine ähnliche aber mildere Wirkung als das selektive Härten. Nur, daß du vorher die Klinge komplett durchhärtest. Die Vorteile liegen wie bei selektiv gehärteten Klingen auf der Hand.


Bin neulich über diesen Thread gestolpert, der mich zu dem Test veranlaßt hat. Siehe Antwort U.Gerfin:

http://www.messerforum.net/showthread.php?t=93288

Vielleicht sind die Auswirkungen aber zu mild. Und der Stahl ist ja auch tatsächlich nicht für seine Härtelinien berühmt....
Vom Verfasser des oben genannten Threads, der mit einem ganz ähnlichem Stahl gearbeitet hat, war ein Testergebnis leider nicht nachzulesen.

Danke soweit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast recht. Ich habe das bewußt sehr vereinfacht dargestellt, eben nicht mit allen möglichen Konsequenzen. Trotzdem bleibt, daß mit dem differenziellen Anlassen kaum eine Gefügeveränderung im Stahl sichtbar gemacht werden kann.
 
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