Schneidfreudiges Jagdmesser für einen jagenden Bekannten

Jake Cutlass

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* Hast Du Dich über die aktuelle *Gesetzgebung zu Messern informiert?
Hinweis: Keine Diskussionen über das Waffengesetz in der Kaufberatung!

Ja, es wird nur auf der Jagd im Revier geführt werden, weder in Verbotszonen noch im ÖPNV

* Geht es um ein feststehendes Messer oder ein Klappmesser?
Feststehend


* Wofür soll das Messer verwendet werden?
Aufbrechen und Abhäuten von erlegtem Schalenwild, z.B. Schwarzwild


* Von welcher Preisspanne reden wir?
Grob geschätzt: 50 bis 200 €


* Wie groß soll das Messer sein? (Klingen-/Gesamtlänge)
Klingenlänge: 12 cm max., Klingenstärke möglichst nicht über 3 mm


* Welche Materialien und welchen Stil soll das Messer aufweisen?
Ich denke, daß synthetisches Griffmaterial, wie G10 oder Micarta Vorteile z.B. bei Regen oder Schnee haben könne. Klinge mattiert, sie sollte bei nicht rostfreiem Stahl aber keine Angriffsfläche für Rost bieten. Braucht nicht als Notspiegel zu dienen


*Bei feststehenden Messern stellt sich hier auch die Frage nach der Scheide: Leder, Kydex oder ein anderes Material?
Lieber Leder als Kydex, oder dgl.


* Welcher Stahl darf es sein?
D2 und besser. Sollte scharf bleiben, auch wenn die Klinge mal auf Knochen trifft. Gerne PM Stahl, wenn preislich machbar und reale Vorteile hat. Für ein Gebrauchsmesser, halt, kein Vitrinenstück.


* Klinge und Schliff?
Drop Point Klinge, Flach- oder Hohlschliff, Schliff bis zum Rücken hochgezogen für maximale Schärfe. Stahl sollte bei Knochenkontakt nicht ausbrechen.


* Linkshänder?
Falls das bei Fixed wichtig ist (?), lieber ein symmetrischer Griff + Klinge


* Bei Klappmessern: Welche Verschlusssysteme kommen in Frage?
Irrelevant


* Bezugsquelle?
Gerne Online erwerbbar. Wenn im Ausland hergestellt, sollte es aber aus vertrauenswürdiger Quelle kommen, was Materialangaben und Wärmebehandlung angeht.


* Verschiedenes?
Ich habe ihm ein Manly Crafter vorgeschlagen. Die Form gefällt, die Klinge ist aber mit 4 mm etwas zu stark
 
Erstmal besten Dank, @excalibur ! 👍
Mora hatte ich auch im Kopf, hatte die aber eher als Schnitz- und evtl. Bushcraftmesser eingeschätzt, u.a. wegen des Skandischliffs.

Mein Kumpel möchte aber ausdrücklich nichts zum Holzspalten und natürlich sowieso kein "Tactical".

Der Anlaß, sich nach einem neuen Messer umzusehen, war eben, daß er kürzlich mit einem neu geschliffenem Messer eine Sau aufgebrochen hat und die Schneide vom Kontakt mit einem Knochen sofort an der Stelle stumpf geworden ist. Lag evtl. auch an einem zu kleinen Winkel der Sekundärphase, aber Genaues weiß ich nicht.

Ich würde mich sehr über Anregungen, vielleicht sogar aus Jägerkreisen, freuen.
 
Das Jars Luchs scheint dafür auch ganz gut geeignet zu sein: YouTube-Video. Ist optisch alles andere als taktisch und ein wunderschönes und praktikables Messer! Preislich je nach Stahl einen Tacken drüber, aber ansehen sollte man sich immer mehr...
 
Moin,
so adhoc wäre das "EKA Jagdmesser SwedBlade G6" meine erste Wahl. Es hat für mich die meisten funtionalen Vorteile:
- orangefarbener Griff ist bei schlechtem Licht gut zu sehen
- sowohl Aufbruch- und auch Skinnerklinge in einem Messer
- Scheide aus Kunsstoff und damit leicht zu reinigen
Nachteil wäre natürlich, dass es kein feststehendes Messer ist.

Anekdote zur Verschmutzung von Messern duch Jäger: Habe mal ein "Karesuando Älgen" von einem Waidgenossen bekommen: Die Klinge war vor "geraumer Zeit" voller Schweiß in die Lederscheide gesteckt und vergessen worden. Es war eine Heidenarbeit, Klinge, Messergriff und die Scheide mitsamt dem Klingeneinsatz wieder auf Vordermann zu bekommen. Ein Puukko würde ich einem deutschen Jäger jedenfalls nicht schenken. ;)

Falls das EKA nicht in Frage kommt, wären da ja auch noch Skinner mit Aufbruchklinge am Messerrücken, so wie z.B. das "Puma IP Schwarzwild" oder das "Muela Viper-11S".
 
Ich nehme meistens ein Morakniv Basic 546 her. Kommen sauscharf und sind sehr günstig. Durch den angespritzten Kunstoffgriff sehr gut zu reinigen.
Für 200 Euro bekommst du fast 20 Stück, das sollte ein paar Jahre reichen.
 
Bei Jägern sind neben den günstigen Morakniv, wie gerade von Crashlander gepostet, Müller Messer als hochwertige Altenative beliebt Alaska short, liegt aber über Budget. Alternative wäre z. B. das hier von Böker Arbolito Relincho. Klingenstärke aber in beiden Fällen über 4 mm. Mir erschließt sich nicht so ganz, warum beim jagdlichen Einsatz die Klingenstärke geringer sein sollte, zumindest bei Klingenlängen an die 12 cm.
 
Besten Dank an alle, für Euren Input! (y)
Ich denke, bei skandinavischen Messern findet man eher dünnere Klingen als 4 mm.
Es soll halt die Schneidleistung im Vordergrund stehen und nicht etwa gehebelt werden.
Ich will es auch nicht verschenken, sondern nur die Auswahl unterstützen. ;)
 
Mein Bekannter hat sich alle meine Empfehlungen angesehen und sich für die Fa. Jars bzw. deren Modell Wiesel 2.0 entschieden. Es liegt voll im Budget.

Vielen Dank an alle und speziell an @hard2handle !

Er hat mir versprochen, zu berichten wie es sich beim nächsten Jagdglück gemacht hat. Derzeit ist aber wohl Schonzeit für Schwarzwild, da gerade für Nachwuchs gesorgt wird. 🐗

Ich kann hier gerne seine Erfahrung weitergeben, wenn Interesse besteht.
 
Danke für das Feedback, Jake Cutless.
Das war eine vorbildliche Kaufberatung- dank des Schwarm- und Fachwissens des Forums und dank Dir.
Es ist die „Aufgabe“ des Fragenden die Beratung zu steuern- danke,gut gemacht 👏🏼👏🏼👏🏼

Gruß
Excalibur
 
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