Wie lange sollte Horn abgelagert werden ?

Daniel69

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Hallo

Ich habe vor etwa 1Jahr Rinderhörner direkt beim Schlachthof bezogen.
Ich habe sie abgekocht und gereinigt, seither lagern sie bei Zimmertemperatur.
Was denkt ihr wie lange sollte das Material abgelagert werden damit ich sicher sein kann das sich nichts verzieht ?
Mich würde auch noch interessieren ob sich diesbezüglich jede Art von von Horn ( Rind, Antilope usw. ) ähnlich verhält ?
Ich persönlich hatte ja noch nie Probleme mit Verzug.

Daniel
 
.....Ich habe vor etwa 1 Jahr Rinderhörner direkt beim Schlachthof bezogen. Ich habe sie abgekocht und gereinigt, seither lagern sie bei Zimmertemperatur.
Was denkt Ihr, wie lange sollte das Material abgelagert werden, damit ich sicher sein kann, dass sich nichts verzieht?.....
Du kannst Horn 30 Jahre im Klimaschrank aufbewahren und sicher sein, dass es sich schon bei, spätestens aber nach der Verarbeitung verzieht. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Gruß

sanjuro
 
Es gibt -wohl nur noch antiquarisch- ein sehr schönes Buch von Edgar Andes: "Die Bearbeitung des Horns, des Elfenbeins, des Schildpatts und der Perlmutter" mit einer Vielzahl von Rezepten, wie man Horn dauerhaft formen kann.
Grundsätzlich geht es so: Das Horn wird in kochendem Wasser erweicht und in einer passenden Form gepresst. Ich verwende dazu meine Mokume-Pressen. Nachdem das Horn in den Pressen kalt geworden ist, kann man es verwenden. Es hat allerdings noch eine gewisse Neigung, sich in die frühere Form zurück zu formen. Dem kann man begegnen, indem man es so aufbringt, daß es sich nicht an den Rändern, sondern in der Mitte von seiner Auflage wegbewegen würde. Diese Tendenz ist nämlich so schwach, daß sie mit zwei Nieten an der richtigen Stelle unterdrückt werden kann.
Wenn man sicher gehen will, sollte man -wieder nach Andes´-das Horn noch einmal trocken erwärmen und pressen. Danach soll es formstabil sein.
Ganz trauen würde ich dem nicht- das richtige Fixieren hilft aber jedenfalls.

Das starke Pressen des Horns hat übrigens interessante Nebeneffekte, die erwünscht oder unerwünscht sein können. Schwarzes Horn kann heller bis zum Rot und durchsichtig werden. Helles Mufflonhorn ist bei mir durchsichtig gelb geworden und sah wie billiger Kunststoff aus. Das kann man vermeiden, indem man die genarbte Oberfläche mindestens teilweise stehen läßt.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Meiner Erfahrung nach wird Horn immer arbeiten, egal wie alt es ist.
Es ist ja das gleiche Material was auch in einem Haarhygrometer verwendet wird. Und das schlägt ja auch bei jeder veränderung der Luftfeute aus.
So schön wie Horn als Messergriff auch ist, so problematisch ist es auch, was die Luftfeuchte betrifft.
Gruß Egbert
 
Salut,

gespannt habe ich dieses Thema verfolgt, und auf Antworten gewartet.
Es hat sich mal wieder gelohnt.

Ich bin mal so frech, und hänge eine eigene Frage an.

Vor kurzem habe ich massive Hornspitzen (vermutl. vom Schaaf) erworben. Ich habe bisher noch nicht mit diesem für mich sehr interessanten Material gearbeitet, und würde nun gerne wissen ob diese prinzipiell vorbehandelt oder erst abgelagert werden sollten, bevor man sie z.B. zu Zwischenstücken bei Spitzerlklingen verarbeitet?

Ich habe bereits darüber nachgedacht das Material teilweise zu stabilisieren (z.B. durch sehr dünnflüssigen Sekundenkleber), generell würde ich ein natürliches Material lieber in ''natürlichem'' Zustand belassen.

Ist bei Scheiben oder zylinderförmigen Hornteilen auch eine Rissgefahr gegeben?

beste Grüße
Christian.
 
Ach Leute ,wenn man das liest denkt man Büffelhorn ist absolut untauglich für Messergriffe aber wie lange wird schon Büffelhorn traditionell als Messergriff verwendet?
Ich hatte selbst schon ein 200 Jahre altes Bowie in den Händen das einen wunderschönen Büffelhorngriff hatte und keinerlei Spuren von Verzug. Ich habe auch schon sehr viele Horngriffe aus Büffel und Steinbockhorn gemacht ohne eine Reklamation.
Zwingt das Material nicht in eine Form durch Kochen , Pressen oder sonst was sondern verwendet Schalen die mit einem scharfen Sägeblatt aus masivem Material gesägt wurden.
Die Klebefläche des Horns nur mit ganz neuen Bändern ebenschleifen mit ganz geringem Druck und möglichst geringer Erwärmung.
Auch zum kleben nicht erwärmen.
Und lieber den Griff mit 4 Stiften am Rand als mit 2 in der mitte befestigen.
 
kann man Horn nicht so wie Holz stabilisieren, also unter Druck Epoxydharz in die Poren Pressen und damit das Verziehen zu kompensieren?
 
kann man Horn nicht so wie Holz stabilisieren, also unter Druck Epoxydharz in die Poren Pressen und damit das Verziehen zu kompensieren?
Horn ist zu dicht um es zu stabilisieren , das Material würde fast kein Kunstoff aufnehmen.
Außerdem kann sich auch stabilisiertes Material verziehen , mußte ich gerade bei einem Stück Palmholz feststellen.
 
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