Ätzen von Rennstahl?

Hephaestos

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Hallo,
habe eine Luppe aus Luxemburg zu einer Klinge ausgeschmiedet. Vorher das ganze 10x gedoppelt. Der Stahl sieht sauber aus, keine Schweißfehler... nun hab ich die Klinge gestern geschliffen und wollte mal sehen ob der Stahl eine Musterung zeigt. Bei Tamahagane-Nihonto sieht das ja immer aus wie ein sehr hochlagiger Damast. Ich hab die Klinge ein paar Stunden in Instant-Kaffee gepackt, heraus kam Nullkommagarkeinezeichnung. Nun meine Frage: Sieht man das Muster erst an der gehärteten Klinge, oder ist Kaffee das falsche Ätzmedium? Oder krieg ich das mit Ätzen gar nicht hin, sondern nur mit Polieren?

Anbei ein paar Fotos vom Arbeitsprozess:

1. Luppe roh (5,5kg)
2. geviertelte Luppe und Barren nach 3x falten
3. nach 10x falten
4. nach Zwischenschliff vor Formgebung
5. ausgeschmiedete Klinge

Fotos der geschliffenen Klinge reiche ich nach.
Interessant übrigens auch das Ausmaß des Materialverlusts durch Abbrand, Zwischenschleifen usw., die genauen Zahlen hab ich aufgeschrieben und kann sie nachreichen, aber von nem guten Kilo Luppe bleibt gerade mal eine 200g-Klinge übrig!

Grüße
Hannes
 

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Hallo Hannes -
schöne Fotos - und das mit den Zahlen ist auch immer wieder interessant!
Kannst Du den C-Gehalt der Luppe abschätzen?
Bei Tamahagane ist der ja in der Regel deutlich höher als aus dem Rennfeuer und
die Luppe wird ausgeschmiedet, abgeschreckt, zerschlagen und anhand der Bruchflächen
nach C-Gehalt ... sortiert, geschichtet, verschweißt, gefaltet, ... -
wenn ich die Berichte richtig im Kopf habe.

Kaffee funktioniert meiner Erfahrung nach im gehärteten Zustand am besten -
ungehärtet sieht man oft wenig.
Ich habe noch keine Erfahrung mit Rafinierstahl, denke aber,
das trifft da auch zu - müssten ja so ca. 1000 Lagen sein - oder?
Wenn ich allerdings geschliffene Bleche der gleichen Sorte unter Luftabschluss verschweiße,
sehe ich von den Schichten hinterher kaum etwas.
Für Gas / Kohle fehlt mir da die Erfahrung, aber:
Dreck (= Kohle, Schlacke, Zunder, Flussmittel ...) zeichnet auch nicht unerheblich.

Und nicht zu fein schleifen - frisches 800-Nasspapier ist schon sehr fein für Kaffee!
Wenn Du es feiner möchtest, versuche doch mal Nital (Salpetersäure/Alkohol-Mischung) -
wird zum Ätzen metallurgischer Proben vor dem Mikroskopieren verwendet.
Bin schon gespannt auf die Ergebnisse ...
Herzliche Grüße aus Stuttgart,
Jost
PS: Nette Amboss-Sammlung has Du:)
 
Danke für deine Antwort Jost.
Die Luppe war sehr stark aufgekohlt, beim durchflexen hat die stellenweise gesprüht wie Guss. Auch jetzt nach den vielen Faltungen bin ich dem Funkenbild nach zu urteilen sicher noch bei knapp 1%C. Insofern müsste das Problem anderswo liegen. Hab inzwischen eine englische Fotodoku (http://www.arscives.com/bladesign/tamahagane/main.htm) zum Schmieden eines Tantos gefunden, bei der auch erst nach dem Härten eine anständige Zeichnung zu sehen war.
Insofern hab ich mal noch Hoffnung. Werde den weiteren Fortschritt posten..
Grüße
Hannes
 
...versuche doch mal Nital (Salpetersäure/Alkohol-Mischung) ...

An dieser Stelle erscheint mir der Hinweis dringend angebracht, dass Mischungen aus Salpetersäure und Alkohol "nicht ganz ohne" sind, und einiges an explosivem Potential bieten!! :teuflisch

Grüße
Rainer
 
hallo
also ich habe letztens c85 auf knappe 12000 lagen hoch gefaltet.und diff.gehärtet.angeätzt habe ich in löslichem kaffe und dann immer feiner hochgeschliffen und wieder kaffe weiter so bis körnung 12000.nun ja man sieht die struktur sehr schön.:steirer:
grüsse
hano
 
Bei meiner Damaststahl-Kombi kann ich nicht bestätigen das gehärtete Stähle im Kaffe besseren Kontrast gibt,mal so mal so,mal kalt besser,mal warm besser.Wenn ich den Leo in Kaffe stelle wird er trotz Ni auch Dunkel ?.
Von reinen C-Stählen habe ich keine Ahnung da immer Mn mit dabei ist,wenn du jetzt einen P-reichen Stahl mit verwendet hättest,vielleicht hätte es dann anders ausgesehen.
 
Hi Hephaestos,

10x falten ist schon heftig (ca. 1000 Lagen), da kann ich mir schon vorstellen, dass man da evtl. nicht mehr viel sieht.
Versuchs mal mit FeCL3 nach dem Härten, vorher sieht die Zeichnung immer etwas anders aus.

Gruß

MythBuster
 
Hattet ihr diesen Schwarzen Sand, von den Belgiern?
Kohlenstoff müsstest du dann jedenfalls genug haben.
Allerdings macht mir die Ausbeute etwas Sorgen.

Gruss Romain
 
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