Das Thema der Verdichtung wurde hier im Forum schon zur Genüge diskutiert. Es ist einfach physikalischer Unsinn, da die Dichte in einem Metall durch die atomaren Kräfte zwischen den Atomen der Legierungselemente definiert wird und die ändert man nicht, indem man drauf rumhämmert.
Ich behaupte auch nicht, dass Roselli „lügt“, sondern, dass seine Aussagen marketinggetrieben sind. Sie sind (mit der Ausnahme der „Verdichtung“) hinreichend allgemein und schwafelig gehalten, um alles und nichts bedeuten zu können. So suggeriert er, dass seine Stähle eine Roselli-Spezialität wären. Das glaube, wer will,dass er sich ein eigenes Stahl- und Walzwerk hält oder dort seine speziellen Sonderschmelzen bestellt. Sicher ist sein Prozess speziell, vielleicht seine Wärmebehandlung, so wie das in jedem Fertigungsunternehmen ist. Ist das deshalb ein spezieller Stahl? Kann man so oder so sehen ….
Selbst die „Verdichtung“ könnte man sich zurecht dengeln, indem man sagt, es ginge ja gar nicht um eine Erhöhung der physikalischen Dichte. Gemeint wäre vielmehr im übertragenen Sinn eher die Härte und Festigkeit des Materials. Diese nimmt natürlich bei der Klingenfertigung zu. Allerdings bei beiden Verfahren.
Derartige Texte findet man bei den meisten Herstellern. Sie bleiben im Allgemeinen, vergleichen Äpfel mit Birnen, betonen Selbstverständlichkeiten und übertreiben. Sie wollen suggerieren, dass ihre Produkte nun aber mal wirklich was ganz Besonderes sind, auch wenn es industrielle Standardware ist. Ein Beispiel ist die Hervorhebung der Cryo-Behandlung von rostfreien Stählen. Das ist nichts Besonderes, das gehört einfach zu einem sauberen Prozess bei solchen Stählen, da sie sonst ihre Leistung nicht bringen. Man betont ja bei einem Auto auch nicht, dass es über Bremsen verfügt.
Einen Vergleich in Allgemeinheit kann man wissenschaftlich gar nicht sauber führen, weil es viel zu viele Parameter gibt. Was wird denn genau womit verglichen? Stähle, Schmiedeverfahren, Wärmebehandlung, Prozessgüte, …. . Das sind derart viele Parameter, dass man immer nur spezielle Ausprägungen vergleichen könnte. Und da haben wir bei Messern das bekannte Problem, dass dies eigentlich außerhalb der Nerd-Blase niemanden wirklich so sehr interessiert, dass er Geld dafür ausgeben würde. Eine generelle, absolute Aussage „A ist besser als B“ ist daher immer, zumindest partiell, falsch.
Einen vielleicht nicht wissenschaftlichen, aber sehr kompetenten Artikel zum Thema findest du hier:
Forged vs Stock Removal Knives - Knife Steel Nerds (https://knifesteelnerds.com/2019/07/22/forged-vs-stock-removal-knives/#:~:text=Therefore%20using%20the%20longitudinal%20direction,stress%20risers%20in%20this%20article).
Aber du kannst natürlich gern glauben, wem du willst.