Alternative zur Serie "Pro Wood" von Zwilling?

Schmieden hat schon Auswirkungen auf die Eigenschaften, aber das bisschen Gedengel (und erst recht der kurze Rumms in der Gesenkschmiede) machen halt keinen Unterschied mehr, wenn kommerzieller Stahl aus dem Walzwerk verwendet wird.
 
Verdichten, hat jemand verdichten gesagt?
a050.gif

Stahl kann man nicht verdichten und hat auch keine Fasern!
Durch Schmieden kann man Texturen im Gitter erzeugen/beeinflussen und Fehlstellen verschieben bzw. "beseitigen".
Es weiteren kann man durch schmieden und eine entsprechende WB das Gefüge/die Korngröße beeinflussen.
Bring durchaus Vorteile bei Bauteilen wie Achsschenkel oder Nockenwellen in Bezug auf die die Dauerschwingfestigkeit.

Wenn man allerdings mal ein sehr gut nagelgängiges Küchenmesser aus 14C28N von Jürgen Schanz in der Hand hatte
fragt man sich schon was schmieden da noch verbessern können sollte... (Hergestellt im "stock removal" mit Bandschleifer)

Das Roselli, das ich mal in der Hand hatte war dagegen eine Brechstange. Da bringt schmieden heutzutage gar nichts.
Was Roselli allerdings richtig gut macht ist, er nimmt einen "rostenden" "Ultra High Carbon (UHC) Steel" (was auch immer das für einer ist)
und Härten den auf beeindruckende 64-66 HRC. Dabei hat er offensichtlich die (aufwendige) WB ganz gut im Griff.

Wie schon gesagt, das Zwilling Pro Wood war mir zu schwer bzw. es lag bei mir nicht gut in der Hand und ich fand es hässlich und zu teuer.
Ja, Mooreiche ist deutlich beständiger als "normales" Holz.

Die Due Cigni 1896 Serie hatte ich noch nie in der Hand

P.S. Ich bin immer wieder beeindruckt wie schnell manche Sachen ausverkauft sind, wenn mal jemand hier auf ein gutes Angebot hinweist...
 
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Das Thema der Verdichtung wurde hier im Forum schon zur Genüge diskutiert. Es ist einfach physikalischer Unsinn, da die Dichte in einem Metall durch die atomaren Kräfte zwischen den Atomen der Legierungselemente definiert wird und die ändert man nicht, indem man drauf rumhämmert.

Ich behaupte auch nicht, dass Roselli „lügt“, sondern, dass seine Aussagen marketinggetrieben sind. Sie sind (mit der Ausnahme der „Verdichtung“) hinreichend allgemein und schwafelig gehalten, um alles und nichts bedeuten zu können. So suggeriert er, dass seine Stähle eine Roselli-Spezialität wären. Das glaube, wer will,dass er sich ein eigenes Stahl- und Walzwerk hält oder dort seine speziellen Sonderschmelzen bestellt. Sicher ist sein Prozess speziell, vielleicht seine Wärmebehandlung, so wie das in jedem Fertigungsunternehmen ist. Ist das deshalb ein spezieller Stahl? Kann man so oder so sehen ….

Selbst die „Verdichtung“ könnte man sich zurecht dengeln, indem man sagt, es ginge ja gar nicht um eine Erhöhung der physikalischen Dichte. Gemeint wäre vielmehr im übertragenen Sinn eher die Härte und Festigkeit des Materials. Diese nimmt natürlich bei der Klingenfertigung zu. Allerdings bei beiden Verfahren.

Derartige Texte findet man bei den meisten Herstellern. Sie bleiben im Allgemeinen, vergleichen Äpfel mit Birnen, betonen Selbstverständlichkeiten und übertreiben. Sie wollen suggerieren, dass ihre Produkte nun aber mal wirklich was ganz Besonderes sind, auch wenn es industrielle Standardware ist. Ein Beispiel ist die Hervorhebung der Cryo-Behandlung von rostfreien Stählen. Das ist nichts Besonderes, das gehört einfach zu einem sauberen Prozess bei solchen Stählen, da sie sonst ihre Leistung nicht bringen. Man betont ja bei einem Auto auch nicht, dass es über Bremsen verfügt.

Einen Vergleich in Allgemeinheit kann man wissenschaftlich gar nicht sauber führen, weil es viel zu viele Parameter gibt. Was wird denn genau womit verglichen? Stähle, Schmiedeverfahren, Wärmebehandlung, Prozessgüte, …. . Das sind derart viele Parameter, dass man immer nur spezielle Ausprägungen vergleichen könnte. Und da haben wir bei Messern das bekannte Problem, dass dies eigentlich außerhalb der Nerd-Blase niemanden wirklich so sehr interessiert, dass er Geld dafür ausgeben würde. Eine generelle, absolute Aussage „A ist besser als B“ ist daher immer, zumindest partiell, falsch.

Einen vielleicht nicht wissenschaftlichen, aber sehr kompetenten Artikel zum Thema findest du hier: Forged vs Stock Removal Knives - Knife Steel Nerds (https://knifesteelnerds.com/2019/07/22/forged-vs-stock-removal-knives/#:~:text=Therefore%20using%20the%20longitudinal%20direction,stress%20risers%20in%20this%20article).

Aber du kannst natürlich gern glauben, wem du willst.
 
Diese Erfahrungen teile ich nur bedingt. Zwar habe auch ich diese leidvolle Erfahrung bei Messern aus der Linie "Premiere Nature" von Dick machen müssen, dass die Holzgriffschalen sich verzogen haben und nun "überstehen" - ist klar, was ich damit meine? Gibt es eigentlich eine gut Lösung dafür? -
Die einzige sichere Lösung ist, das Messer in einen Klimaschrank zu packen und drin zu lassen. 😉

Holz arbeitet mit der Zunahme der Feuchte, Stahl mit der Temperatur. Eine schonende Behandlung (nicht im Spülwasser liegen lassen …) und eine Versiegelung, wachsen, ölen, etc. kann den Effekt etwas vermindern oder verlangsamen, aber nicht verhindern. Schon zwischen Sommer und Winter sind die Unterschiede in der Luftfeuchte in Wohnräumen enorm, besonders in der Küche.

Vielleicht hat man Glück, eine gute Konstruktion, geeignetes Holz und bleibt von solchen Effekten verschont. Vielleicht auch nicht. Versätze bei Holzgriffen sind (in gewissen Grenzen) m.E. kein Mangel, sondern unvermeidbar. Risse und Abplatzungen sollten natürlich nicht auftreten, aber auch dies wird bei Holzgriffschalen häufiger sein. Ich denke, dass ist bei den Herstellern in Form einer höheren kalkulierten Reklamationsrate eingepreist.

Auch ich bevorzuge Holzgriffe, allerdings meist als Steckerl und teilweise stabilisiert. Meiner Mutter würde ich aber eher ein Messer mit POM-Griff schenken. Sieht zwar weniger charmant aus, passt aber besser zu ihrer Nutzung.
 
Auch ich bevorzuge Holzgriffe, allerdings meist als Steckerl und teilweise stabilisiert. Meiner Mutter würde ich aber eher ein Messer mit POM-Griff schenken. Sieht zwar weniger charmant aus, passt aber besser zu ihrer Nutzung.

Mei, dei Bub‘ wird d’ Oma scho was Gscheit‘s mache..
 
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Das Thema der Verdichtung wurde hier im Forum schon zur Genüge diskutiert. Es ist einfach physikalischer Unsinn, da die Dichte in einem Metall durch die atomaren Kräfte zwischen den Atomen der Legierungselemente definiert wird und die ändert man nicht, indem man drauf rumhämmert.
Ich begreife nicht, dass das nicht verstanden wird! Das ist eben so! Fe+C+Legierungselemente ergibt ein 3D Gitter(vereinfacht) da braucht es schon destruktive Prozesse um das zu sprengen.
Schweißarbeiten könnten so was sein. Kann ein Schmied auch. Dem Ergebnis würde ich weniger trauen. Dass es gute Damaststähle gibt ist natürlich klar. Das in Kürze wissenschaflich zu klären geht hier im Forum keinesfalls. Aber wenn man an Wissenserwerb interessiert ist: Verhoeven, Stahl- Metallurgie für Einsteiger, das unser Ehrenmitglied @herbert übersetzt hat.
 
Das "Verdichten" ist ein Relikt aus längst vergangenen Zeit, als Stahl noch nicht die Qualität hatte. Da musste man duch Umformen/Schmieden das Material erst mal homogenisieren und von Verunreinigungen befreien. Genau genommen konnte man da wirklich von "Verdichten" sprechen.
Heutzutage bekommt man erstklassige Qualität aus dem Stahlwerk, da wird beim Schmieden nichts mehr verdichtet.
Aber es soll ja noch Leute geben, die ihren eigenen Rennofen betreiben... Dann darf gerne wieder verdichtet werden.

Gruß, Andreas
 
Das Thema der Verdichtung wurde hier im Forum schon zur Genüge diskutiert. Es ist einfach physikalischer Unsinn, da die Dichte in einem Metall durch die atomaren Kräfte zwischen den Atomen der Legierungselemente definiert wird und die ändert man nicht, indem man drauf rumhämmert.
Naja, so ganz Unsinn glaub ich nicht. Bei der Herstellung von Gewehrläufen werden ähnliche Verfahren angewandt um den Stahl zu verdichten. Stichwort Kalthämmern
 
Naja, so ganz Unsinn glaub ich nicht. Bei der Herstellung von Gewehrläufen werden ähnliche Verfahren angewandt um den Stahl zu verdichten. Stichwort Kalthämmern
Da wird nicht verdichtet. Da werden gezielt Spannungen ins Gitter eingebracht, um das Material auf bestimmte, definierte Lastfälle vorzubereiten. Das wird man beim Klingenschmieden tunlichst vermeiden, denn es würde zu Verzug bei der weiteren Verarbeitung führen und die Klinge anfällig für spontanes Versagen machen.
 
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