Apfelholz als Rasiermessergriff

devryd

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Hallo zusammen,
weiß jemand ob etwas gegen Apfelholz als Griffmaterial für Rasiermesser spricht?
An sich ist es ja ein sehr hartes, stabiles Holz soweit ich weiß, aber ich habe kein Rasiermesser mit Apfelholz im Internet finden können. Rasiermessergriffe sind in der Regel nur ca 3mm dick pro Seite, ist das vlt ein Grund?
Oder ist Apfelholz einfach nicht sonderlich beliebt als Griffmaterial?
Ich hoffe es stört niemanden, dass ich zu Rasiermessern schreibe, obwohl das Forum ja eigentlich andere Arten an Messern behandelt, falls ja, bitte bescheid sagen, dann werde ich das lassen.

Vielen dank schonmal für Eure Hilfe
David
 
@devryd Ich habe folgende Info im Netz gefunden:
Apfelbaum weist ein weniger gutes Schwindverhalten auf, trocknet nur langsam und neigt beim Trocknen
zum Reißen und Verwerfen, was verstärkt für drehwüchsiges Holz gilt. Nach der Trocknung zeigt es
dagegen ein gutes Stehvermögen. Der Feuchte und Witterung ausgesetzt, ist Apfelbaum – obgleich einKernholzbaumart – von nur geringer Dauerhaftigkeit,
da er gegen holzzerstörende Pilze wenig resistent ist.

Das erklärt sehr gut, weshalb die Hersteller lieber Kunststoffe oder Horn verwenden.

Gruss
 
Das erklärt es, danke.
Schade ich glaube ein Rasiermesser mit Apfelholz hätte mir optisch recht gut gefallen
 
Wachholderholz oder Olivenholz sind da wahrscheinlich besser und auch sehr schön. Ein Versuch wäre es wert.
Ich würde mich sehr freuen, wenn du dein Messer hier zeigen würdest.
 
Das werde ich definitiv, allerdings dauert das noch ein paar Tage, mir fehlt noch das Material.
 
Meine Erfahrungen mit Apfel sind nicht direkt messerbezogen und betreffen eher Grünholz, allerdings ist die Maserung unter Schnitzern sehr beliebt, daher würde ich es in jedem Fall versuchen. Wenn das Holz gut gelagert und trocken ist sollte die Bearbeitung - entsprechendes Werkzeug vorausgesetzt kein Problem darstellen.
Wir freuen uns über Bilder...
 
Ich denke, das kann man schon machen.
Drehwuchsiges Holz würde ich aber auf keinen Fall nehmen, richtig ordentlich abgelagert sollte es sein und mehrmals geölt, damit keine Feuchtigkeit ihr Unwesen treiben kann.
Oder vlt. pro Seite ein 0,5er Messing- oder Bronzeblech als Liner bzw. Trägerplatte für die eigentlichen Schalen nehmen. Das dürfte zusätzlich Stabilität geben.

Wie lange liegt denn Dein Holz schon?

VG,
Torsten
 
Mir gefällt Apfelholz auch sehr gut. Ich würde mir an deiner Stelle nicht so viele Gedanken machen. Probiere es einfach aus und wenn es Schwierigkeiten macht, tauschst Du es einfach aus. Das ist für dich doch kein Problem.

Gruß
Matthias
 
Jetzt bin ich doch neugierig und möchte es zeitnah probieren. Ich schaue mal ob ich heute nachmittag noch einen Versuch mit einem Stahlrest starten kann, da die Verfügbarkeit im Moment leider nicht so gut ist. Wird dann halt wieder ein etwas kleineres Rasiermesser.
Ich werde berichten
 
Vorhin hab ich mal angefangen. Klinge wurde mit der Flex ausgeschnitten und danach mit Bandschleifer und Feilen in Form gebracht. Danach hab ich das Loch für die Niete auf 2,5mm gebohrt.
Geschliffen habe ich erstmal nur flach auf einen Klingenwinkel von ca 16°, allerdings stehen unten noch ca 0,5mm, damit sich die Klinge beim härten nicht verzieht.
Daraufhin ging es auch direkt zum härten, was auch (soweit ich das beurteilen kann) geklappt hat. Den Feilentest hat sie zumindest bestanden. Allerdings hat sie sich verzogen, nur ähnlich wie ein Katana, falls ihr versteht was ich meine. Ich erwähne das hier jetzt nur, weil das beim ersten Rasiermesser auch genau so passiert ist. Hat jemand ne Idee woran das liegen könnte?
Jetzt ist die Klinge im Ofen zum anlassen 2x eine Stunde bei 160°C
 
An der dünnen Schneide beginnt die Martensitbildung und wandert bis zum Rücken. Die Änderung des Volumens beim Aushärten verformt den Rohling. Das liegt an der Form. Ein rechteckiges Profil verformt sich kaum.
 
Vielen Dank für die Erklärung. Dann werde ich in Zukunft ein wenig mehr Material einplanen, damit ich das ganze Rückgängig machen kann. Da ich vorher nur Klingen mit Krümmung in der Schneide gebaut habe, ist mir das nie aufgefallen
 
So, es geht weiter. Nachdem ich die Klinge gestern gehärtet hatte ging es heute an den endgültigen Schliff. Zuerst habe ich den Verzug beseitigt, zum Glück hatte ich ein wenig Reserven in der Klinge gelassen. Danach habe ich flach bis null geschliffen. Daraufhin kam der Hohlschliff. Das hab ich an einer Umlenkrolle meines Bandschleifers gemacht. Es ging deutlich besser als letztes mal, was mal wieder beweist, dass Übung tatsächlich hilft. Der Schliff ist (meiner Meinung nach) recht gleichmäßig. Leider ist er mir etwas mehr als einen Millimeter zu weit nach oben gewandert, was dazu führt, dass der Klingenwinkel am Ende doch etwas gering ist. Lässt sich im Nachhinein aber leider nicht mehr ändern, aus Fehlern lernt man. Am Bandschleifer bin ich bis zu einer 240er Körnung gegangen, danach Handfinish nass bis 2000 an der Klinge, überall sonst 600. Morgen werde ich mit dem Griff anfangen, mal sehen wie das Klappt. Ein Kumpel hat mir schon 4mm dünne Streifen vom einem Stück Apfelholz mit der Tischkreissäge abgeschnitten, von der Materialstärke sollte das also nahezu fertig sein.

Auf Bild 4 kann man schön sehen, was passiert wenn man sich ungeschickt anstellt und die Klinge fallen lässt. Schnell ist die Spitze weg. Es ist "zum Glück" nur ein kleines Stück und es zerstört nicht das komplette Messer.
 
Der Schliff sieht gut aus. Hast du das ohne Führung geschafft?

Wenn man den Rohling etwas höher baut kann man nach dem Hohlschliff vom Rücken her auf das gewünschte Maß schleifen.
 
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