Bark River in Problemen?

Reptiloide können nur mit Klingen aus M390 getötet werden, wenn diese während des ersten Vollmonds im Winter gehärtet wurden. Jetzt zählt mal Eins und Eins zusammen...

Spaß beiseite. Mir fällt es zunehmend schwerer, zwischen den vielen "die Messerindustrie besch..sst uns alle, weil sie geldgierig ist und die doofen, gestopften Sammler abziehen will" Beiträgen sinnvolle und sachorientierte Beiträge zu finden 🤷
 
Z.B. bei den ganzen skandinavischen Brands (Brisa,Casström usw.

Würde meinen, der Bereich sehr günstiger Schneidwaren Made in China, sprich hier Messer um 50 Euro, ist ein eigener. Und um den geht es hier erstmal gar nicht.

Wer ernsthaft erstaunt ist, dass er im Zweifel in diesem Preissegment weniger bekommt, als hochpreisige Hersteller anzubieten haben, der sollte weniger Youtube konsumieren.

Für mich stellt sich in Zusammenhang mit Bark River Knives lediglich die Frage, ob es andere Stahlbetrügereien im vergleichbaren Markensegment gibt.

grüsse, pebe
 
Z.B. bei den ganzen skandinavischen Brands (Brisa,Casström usw.) blickt man auch nicht durch

Brisa fertigt die Klingen in Jakobstad, Finnland, auch als OEM für andere Firmen ("all knife blades made in Jakobstad, Finland", "100.000 knife blades per year").

Casström bezieht den Klingenstahl aus Skandinavien und lässt die Messer in der EU fertigen (laut Homepage Spanien und Italien). Die Qualitätskontrolle erfolgt dann im Firmensitz in Lycksele, Lappland. Eventuelle Nachjustierungen des Griffs oder Schleifarbeiten erfolgen in der eigenen Werkstatt.

Wenn du andere Informationen hast, auch über andere europäische oder amerikanische Messerfirmen, die deiner Auffassung nach "tricksen", also den Kunden bewusst täuschen, teile diese gern mit uns.
 
... Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich in diesem Zusammenhang glauben soll.
Ich ehrlich gesagt auch nicht. Darum habe ich versucht, über die verfügbaren Quellen mir ein Gesamtbild in dieser Sache mitsamt allen Vorbehalten zur Glaubwürdigkeit und Plausibilität zu verschaffen.
Diese Vorbehalte, die ich aus Gründen bewusst erwähne, liegen darin, dass es verdammt schwierig ist, aus der Ferne nur anhand von irgendwelchen, meist unbekannten "Insidern" und "Empörten" etwas reell bewerten zu können. Dieses Gesamtbild ist nach "Filterung" trotzdem ziemlich verheerend und verstörend zugleich.

Material und Geld kann man ersetzen, das verschmerzt man irgendwann. Aber jegliches Vertrauen ist nachhaltig zerstört, das kann man nicht reparieren oder "umlabeln". Ich bin nichtmal Besitzer eines BRKT, bin aber mit einigen der Akteure privat bekannt geworden und leide in gewisser Weise mit Jenni und Lothar mit, weil man sie trotz der persönlichen Nähe und Vertrautheit regelrecht vor die Wand hat laufen lassen.
Gecko würde im Strahl kotzen...
Ja, definitiv...
 
@Bukowski mir gehts darum, dass diese Infos (woher hast du die??) eben beim Messerkauf nicht eben mal so dabeistehen. Und z.b. Brisa nicht verrät für wen sie noch Klingen herstellen. Hat mit Chinesischen Fakesstählen erstmal nix zu tun, ist aber mein Aufreger, dass im Messermarkt der Brand vermarktet wird und die tatsächliche Herstellung oft verborgen bleibt.
 
Ich versuche den Markt dahingehend relativ genau zu beobachten und das Ergebnis ist ernüchternd. Mir sind - unabhängig vom Preis - lediglich folgende potentielle oder vermeintliche "Alternativen" bekannt:

Real Steel: hat @güNef schon genannt, ist die einzige mir bekannte günstige "Alternative". Mir ist allerdings das Bushcraft Plus zu stabil geschliffen und das CVX-80 zu kurz und dafür zu schwer.

Anhang anzeigen 332692

Fällkniven: Modelle mit höherwertigen Griffmaterialien sind im Schnitt eher höherpreisiger als vergleichbare Modelle von BRKT (F1L3Gbm UVP ~700 €).
Der UVP eines Fällkniven F1 in Elmax mit Thermorun-Griff und Lederscheide liegt bei ~300 €. Straßenpreis aktuell 235 €.

Anhang anzeigen 332691

Dulo: Soweit ich weiß ein einzelner Macher mit sehr langen Wartezeiten. Die Klingengeometrien sind eher auf der stabilen Seite. Die aktuellen Preise sind mir nicht bekannt. Ich habe für meines seinerzeit auf dem Gebrauchtmarkt in etwa soviel bezahlt, wie ein gebrauchtes BRKT Bravo 1.5 mit Wüsteneisenholz mich gekostet hätte.

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TRC: hast du schon genannt, hat selten konvexe Kleinserien wie das "DBK Bushcrafter" (UVP 440 €) oder das "Apocalypse Convex Grind" (UVP 700 €).

Rockstead: hat @pebe schon genannt. Bewegen sich auf einem ganz anderen Preisniveau.

Owl-Knives (Russland): liefern ebenfalls schneidfreudige konvexe Klingen, teilweise auch in PM-Stählen wie Elmax. Preislich nach meiner Erinnerung für Modelle mit PM-Stahl um 200 €. Die Griffdesigns gefielen mir überwiegend nicht. Aktuell ist mir keine Bezugsquelle in der EU bekannt.

"Südkreuz" (Russland): Hatte ich leider nie in der Hand und mir ist keine Bezugsquelle in der EU bekannt.

Unterm Strich bleibt halt nicht mehr viel, wenn ich ab Werk aus einer vielfältigen Auswahl an konvexen Schliffen für meinen Anwendungsfall wählen möchte.


Amare Duro : 123 €

Fällkniven F1: 148 €
 
Und der erwiesene amerikanische Trickser ist dann auch nur Einzahl und nicht Plural.

grüsse, pebe
Die US Verbraucherschutzgesetze sind sehr scharfe Schwerter und Verstöße werden hart geahndet. Der Dieselskandal ist in USA aufgedeckt worden. Es gibt auch Hinweise, dass im Fall Bark River schon Ermittlungen wegen Betrugs laufen. Nach den aktuellen Informationen stellt sich bei BRKT der Fall so dar, dass man aufgrund säumiger Zahlungen an Lieferanten keine Möglichkeiten hatte, in USA noch Stahl zu beziehen.
Die Konten waren gesperrt und man konnte Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Dann hat man als Ausweg den Import von Stahl aus China gesehen. Das war kein Ausweg sondern die Sackgasse.
 
(woher hast du die??)
Quellen sind im Beitrag unter den Firmennamen verlinkt.

beim Messerkauf nicht eben mal so dabeistehen.
Bei welchen Artikeln, bei denen die Angabe nicht verpflichtend ist, steht es denn regelmäßig dabei, an welchem Ort die Herstellung erfolgte? Die Produktbezeichnung und -beschreibung enthält idR lediglich den Firmennamen.

Allerdings sind Händler nach EU-Recht verpflichtet, den Hersteller oder, wenn dieser nicht in der EU ansässig ist, eine verantwortliche Person zu jedem angebotenen Produkt konkret zu benennen. Bei seriösen Herstellern wird dies idR dazu führen, dass man nach kurzer Recherche, etwa auf der Internetseite, diese Informationen erhält. So wie ich bei Brisa und Casström.

Und z.b. Brisa nicht verrät für wen sie noch Klingen herstellen.
Das sind wieder zwei verschiedene Sachverhalte:

1. Wer "Brisa" kauft, bekommt ein Messer aus Jakobstad, Finnland.

2. Wenn sich Brisa als OEM vertraglich verpflichtet, nicht offenzulegen, für wen sie produzieren, spricht das immernoch nicht gegen Brisa oder deren Qualität. Brisa verstößt damit insbesondere nicht gegen geltendes Recht.

Außerdem ist das letztgenannte - wie gesagt - kein messermarktspezifisches, sondern ein seit Dekaden existentes, branchenübergreifendes Phänomen. Oder weißt du, welche Fabrik deinen Toaster produziert hat?
 
Zuletzt bearbeitet:
"Chinesische Fakestähle" sind so oder so OT, weil sie bis auf wenige Ausnahmen mittlerweile Geschichte sein sollten und für sich ein ganz anderes Thema sind. Sowas können sich selbst chinesische Staatskonzerne und -unternehmen heutzutage nicht mehr erlauben. Müssen sie mittlerweile auch nicht mehr, weil sie ihren Marktanteil gesichert haben und auch in der Qualität mithalten...

Die Zeiten von "Heng Rui" mit gemopsten Designs und wichtig klingenden Messerstählen, die heutzutage im allgemeinen Messerverständnis kaum besser sind, als Dosenblech sind lang schon vorbei... - aber das ist Geschichte, OT und lenkt nur ab. Dabei ist ein "popeliger" 420er/425er/1.4034-1.4037er Stahl mit passender WB eigentlich ein ziemlich guter Messerstahl, wenn man ihn passend verwendet...
 
Naja darum gehtsdoch im Kern, dass Branding eben auch ausgenutzt werden kann bzw eben unter besonderen Umständen missbraucht werden kann. Allerdings könnte man deine Entgegnungen auf mein Beispiel mit EU-firmen auch so lesen,dass das ein positivbeispiel ist, wie es gut laufen kann? China ist ja hier das Problem.
 
Ich weiß nicht, ob ich gemeint bin.
Aber nein, Chinaprodukte und Produktpraxis sind nicht mehr das gegenwärtige Problem, man schiebt das überholte Problem aus der Vergangenheit jetzt wieder vor, um damit zu relativieren.
"Die haben das jahrelang so gemacht, warum ist es jetzt plötzlich falsch, wenn wir es auch machen?" Das "chinesische Problem" besteht darin, dass die VRC immer noch auf dem Status Schwellenland besteht und auch offiziell so bewertet wird. Wurde im September 2025 nochmals wieder bekräftigt und bestätigt. Das erlaubt der VRC seit vielen Jahren massive Subventionen und exclusive Wirtschaftregeln, von denen westliche Unternehmen und Konzerne in Breite und Masse nur träumen dürfen, wenn sie nicht schon an "chinesische Investoren" verkauft worden sind... Aber das ist dann eine politische Diskussion.
Das Beispiel mit VW-Diesel ist zudem unpassend, weil auch das Thema schon bis ca. 2005-06 zurück rekonstruiert werden konnte, als es anfänglich im VW-Konzern konspirativ abgekaspert wurde. Das ist aus seltsamerweise erhalten geblieben Dokumentationen überliefert. Da steckte eine langfristige Strategie vermeintlich kluger Köpfe hinter, die gut vorbereitet werden musste.
 
Chinesische Fakestähle" sind so oder so OT, weil sie bis auf wenige Ausnahmen mittlerweile Geschichte sein sollten und für sich ein ganz anderes Thema sind.

Du haust da ja ordentlich einen raus.

Hast Du dafür einen nachvollziehbaren Beleg, wo doch jegliche Recherche zum gegenteiligen Ergebnis kommt?

geüsse, pebe
 
dass Branding eben auch ausgenutzt werden kann bzw eben unter besonderen Umständen missbraucht werden kann.
Natürlich "kann" das passieren.

Aber mir sind aus dem im europäischen oder amerikanischen Raum produzierenden Segment "Messer", bis auf die in diesem Faden bereits genannten, keine belegten Negativbeispiele bekannt, die deine heraufbeschworene Blase in der Messer(sammler)welt zum Platzen hätten bringen können.

Dazu fehlt noch immer Substanzielles, bevor sich etablierte Hersteller, wie bspw. Brisa oder Casström, in einem Nebensatz als Verdachtsfälle einreihen lassen.

Und selbst Mick Strider scheint trotz Skandal keine Probleme zu haben seine Messer für mitunter vierstellige Beträge zu verkaufen.

Ich würde es begrüßen, wenn wir derart sensible Themen etwas differenzierter und maßvoller behandeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
"Chinesische Fakestähle" sind so oder so OT, weil sie bis auf wenige Ausnahmen mittlerweile Geschichte sein sollten und für sich ein ganz anderes Thema sind. Sowas können sich selbst chinesische Staatskonzerne und -unternehmen heutzutage nicht mehr erlauben. Müssen sie mittlerweile auch nicht mehr, weil sie ihren Marktanteil gesichert haben und auch in der Qualität mithalten...

Die Zeiten von "Heng Rui" mit gemopsten Designs und wichtig klingenden Messerstählen, die heutzutage im allgemeinen Messerverständnis kaum besser sind, als Dosenblech sind lang schon vorbei... - aber das ist Geschichte, OT und lenkt nur ab. Dabei ist ein "popeliger" 420er/425er/1.4034-1.4037er Stahl mit passender WB eigentlich ein ziemlich guter Messerstahl, wenn man ihn passend verwendet...
Laut Aussage aus dem Video von TFG gibt es reihenweise mit M390 gelabelte Messer aus China zu Dumpingpreisen, nur hat Böhler gar keine Mengen an China geliefert, die dieser Flut entsprechen. Problem ist hier, dass Böhlers Patente ausgelaufen sind (Anmeldung von M390 war 1989, damit ist das Patent 2013 abgelaufen, Patente laufen nach 25 Jahren aus) und man die Wortmarke M390 nicht rechtlich geschützt hat, weil der Anteil an Messerstählen am Gesamtumsatz viel geringer ist (siehe dazu auch die Einlassungen von @recurveman dessen Firma offensichtlich andere Produkte aus Böhlerstahl herstellt). Also muss es sich hier um gezielte Fakes zu Spotpreisen handeln. Beim großen Fluß gibt es M390 Messer für ~50€. Es handelt sich definitiv nicht um Böhler M390 superclean Stahl. Wie nennst Du das?
 
@luftauge Beuträge hatten sich überschnitten, sorry.....

@Bukowski: ja, meine "skandinavier" waren nur als Beispiele für ausgelagerte Fertigung/Brands usw. zu verstehen, da war keine Unterstellung der Unlauterkeit im Spiel! Aber bleiben wir dabei: während ich z.b. mit dem 14c28n von Brisa hervorragend arbeiten kann, ist der gleiche Stahl bei Real Steel einfach nur Schrott.
Liegt sicher an der WB, warum sollte man 14c28n faken, aber auch da weiss mans eben nicht. Und dieses: man weisses nich, das ist eben doof. Mal ganz lapidar ausgedrückt.
 
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