Chinesischer Cleaver

L00cain

Mitglied
Hallo miteinander,
Ich habe diese Woche einen Cleaver fertigstellen können, den ich vor langer Zeit begonnen hatte. Mir hat ein wenig die Lust gefehlt das Projekt zu beenden, da es ziemlich aufwändig war und weil klar, dass ich das Messer selbst behalten möchte. In der Vergangenheit hatte ich viel Positives über chinesische Cleaver gelesen und wollte schon immer so etwas ausprobieren. Damit war klar irgendwann baue ich mir selbst einen und finde heraus ob mir so eine Messerform überhaupt zusagt. Praktische Anhaltspunkte hatte ich keine, denn ich hatte zuvor nie einen Cleaver in der Hand oder in Gebrauch. Natürlich konnte ich im Internet genug Lesestoff und Bildmaterial finden, um eine ganz gute Vorstellung von der Aufgabe zu haben.
Angefertigt habe ich den Klopper aus uhb26c3 mit 3mm Ausgangsmaterial. Da ich mir diesen Stahl eigentlich gekauft hatte um hamons zu machen und der Kauf seitdem Brexit extrem lästig bzw teuer geworden ist, habe ich auch den Cleaver differentiell gehärtet. Zum Einsatz kam ein schnelles Härteöl in der Hoffnung, was auch in puncto hamon vorteilhaft ist.
Bei einem Messer dieser Größe ist der Handschliff extrem lästig!
Herausgekommen ist ein chinesischer honyaki Cleaver, 180x80mm einem Gewicht von ca 315gr und einem Griff aus Palmholz,Ebenholz und Jarrah. Den Griff habe ich etwas klassischer gehalten als ich das sonst tun würde. Ich finde aber, dass es besser zum Rest passt. Was meint ihr?
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Die Fotos sind nicht so toll, aber ich denke das Wesentliche ist darauf zu sehen.
Viele Grüße
Lucian
 

tiffel

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Sehr schöner Cleaver. Und sehr dünne Klingengeometrie. Warum sieht die Spitze und der Kehl auf dem ersten Foto so "angeknabbert" aus? Auf den anderen Fotos ist davon nichts zu sehen. Was mir noch auffiel ist der große Abstand zwischen Kehl und Griff. Hat das einen besonderen Grund?
Und wie liegt dir die Form des Cleavers nun?
 

L00cain

Mitglied
Ja irgendwie ist da ein Bildfehler zustande gekommen, da ist zum Glück nichts angeknabbert😁. Der Abstand hat keinen besonderen Grund, wäre vermutlich ein halber Zentimeter weniger sogar besser. Störend ist es nicht, denn im pinchgrip juckt mich das nicht wirklich. Habe gestern ein wenig damit gearbeitet und war direkt verliebt. Muss jetzt noch 2 Wochen regelmäßig Essen zubereiten und dann kann ich ein Zwischenfazit ziehen.
 

Bukowski

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Wiedereinmal eine tolle Arbeit @L00cain , bei dem Kehlshot kann ich mir förmlich vorstellen, wieviel Spaß es macht mit dem Messer zu arbeiten. Der neue Besitzer wird sich freuen.

Schön, dass du dich an immer neue Formen wagst.

Zwei Fragen hätte ich. Wie dick ist der Klingenrücken und ist er getapered?
 

L00cain

Mitglied
Wiedereinmal eine tolle Arbeit @L00cain , bei dem Kehlshot kann ich mir förmlich vorstellen, wieviel Spaß es macht mit dem Messer zu arbeiten. Der neue Besitzer wird sich freuen.

Schön, dass du dich an immer neue Formen wagst.

Zwei Fragen hätte ich. Wie dick ist der Klingenrücken und ist er getapered?
Hi Bukowski, ja schneidet wirklich einsA und durch das Eigengewicht mit einer Leichtigkeit, dass so manch ein Laser alt aussieht. Getapert habe ich die Klinge nicht, ist meiner Meinung nach auch nicht nötig bei einer Höhe von 8cm.Der Rücken hat 3mm, 4 wären besser gewesen aber als ich den Stahl gekauft habe war er nur in 3 mm verfügbar. Das darüber hinaus noch ein weiterer Grund warum ein Taper hier nicht wirklich seine Wirkung entfalten würde.
 

tiffel

Mitglied
3mm sind doch ok. So hohe Klingen verziehen sich gern beim Härten. Wie dünn war die Klinge vor dem Härten an der Schneide? Da musste im gehärteten Zustand , dann wohl doch noch Menge Material runter, damit die Klinge so filigran wird.
 

L00cain

Mitglied
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Hallo zusammen,
Nach gut einer Woche im täglichen Gebrauch hat sich meine Meinung zum Cleaver gefestigt. Ich bin absolut überzeugt und kann jedem nur empfehlen so ein Ding in der Küche zu haben. Anfangs musste ich mich etwas an den Umgang damit gewöhnen, was aber ziemlich schnell geklappt hat.
Geschnitten habe ich damit so ziemlich alles was in dieser Jahreszeit auf den Teller kommt (Kürbis,Möhren, Lauch, Süßkartoffeln, Sellerie, Kohlrabi usw). Alles keine leichten Aufgaben, hat sich aber leicht angefühlt. Bis auf der ersten Schnitt durch den großen Hokkaido, kein hagelt oder verkanten. Insgesamt eine sehr solide Leistung! Der Uhb26c3 ist kein Wunderstahl in puncto Standzeit, hat sich aber bis hierhin gut geschlagen. Außerdem lässt er sich blitzschnell schärfen
, ein Kompromiss den ich gerne bereit bin einzugehen. Da gibt es sicherlich andere Meinungen zu, aber für den Hobbyygebrauch sehe ich persönlich weniger Probleme.
Soweit zu meinen statusupdate
Schönes Wochenende miteinander und viele Grüße,
Lucian