Damaszenerstahl aus dem 3D-Drucker

RFB

Mitglied
Auch Schneidwerkzeuge kann mit Sicherheit vorteilhaft additiv fertigen. Nur muss man zuvor alten Denkballast abwerfen. Wenn ich "Damaszener Stahl" lese, weiß ich sofort, dass das noch nicht passiert ist.
Im Artikel wird deutlich, dass eine speziell entwickelte Eisen-Nickel-Titan-Legierung verwendet wird - kein weiteres Material. Kann man es eigentlich überhaupt Damast nennen, wenn nicht mindestens zwei verschiedene Materialien zum Einsatz kommen?
 

herbert

MF Ehrenmitglied
autsch, ich schulde ja noch einen Artikelüberblick. Habe ich vergessen, mache ich baldigst.
@RFB Na ja, bei Wootz sind es ja auch mehr oder weniger innere Vorgänge, und auch beim Schweißdamast ist es im wesentlichen Stahl, bei dem halt bestimmte Elemente unterschiedlich zeichnen.
Ich komme darauf noch zurück.
 
G

gast

Gast
Im Artikel wird deutlich, dass eine speziell entwickelte Eisen-Nickel-Titan-Legierung verwendet wird - kein weiteres Material. Kann man es eigentlich überhaupt Damast nennen, wenn nicht mindestens zwei verschiedene Materialien zum Einsatz kommen?
"Damaszener Stahl" war, ist und bleibt eine Krücke. Ursprünglich haben die Schmiede versucht, durch wiederholtes Strecken und Falten inhomogene Luppen zu homogenisieren. Je besser das gelang, desto geringer "zeichnete" der Stahl. Japanische Schwertschmiede haben das, aber eben noch viel mehr perfektioniert. Das soll genügend, um die Idiotie künstlichen Damasts zu beschreiben. Tapetendamast auf einer Schneidlage ordentlichem Stahl ist fast noch intelligent zu nennen.

3D Druck ermöglicht mehr Freiheitsgrade als herkömmliche Herstellungsverfahren, weil endformnah gedruckt wird. D.h. Gefügeveränderungen durch Formgebung, WB und Schliff weitgehend entfallen. Schon von daher ist "Damast" eine grundsätzlich falsche Beschreibung.
 

Mekki Messer

Mitglied
autsch, ich schulde ja noch einen Artikelüberblick. Habe ich vergessen, mache ich baldigst.
@RFB Na ja, bei Wootz sind es ja auch mehr oder weniger innere Vorgänge, und auch beim Schweißdamast ist es im wesentlichen Stahl, bei dem halt bestimmte Elemente unterschiedlich zeichnen.
Ich komme darauf noch zurück.
Hast du neue Erkenntnisse oder dauert es noch etwas ?
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@Mekki Messer : bin gerade unterwegs bis zum WE, komme darauf zurück. Ganz kurz: den super Damast für Messer kann man (noch) nicht erwarten, aber das ist ja erst der Beginn. Die Technologie ist durchaus interessant. Aber später mehr, wenn ich wieder zu Hause bin. Tut mir leid, dass es im Moment alles etwas länger dauert, aber ich bin ziemlich unter Dampf im Moment.
 

Geonohl

Mitglied
"Damaszener Stahl" war, ist und bleibt eine Krücke. Ursprünglich haben die Schmiede versucht, durch wiederholtes Strecken und Falten inhomogene Luppen zu homogenisieren. Je besser das gelang, desto geringer "zeichnete" der Stahl. Japanische Schwertschmiede haben das, aber eben noch viel mehr perfektioniert. Das soll genügend, um die Idiotie künstlichen Damasts zu beschreiben. Tapetendamast auf einer Schneidlage ordentlichem Stahl ist fast noch intelligent zu nennen.
Da liegt wohl eine Begriffsverwirrung vor. Das raffinieren des Stahles um homogene Eigenschaften zu erzeugen ist nicht mit Damast zu verwechseln. Damast ist eine Bezeichnung für gemustert und beinhaltet die Herstellung gewollter Muster.
Dafür muss man erst raffinierten, gegerbten Stahl herstellen der dann in gesteuerter weise zum herstellen von Mustern verbunden wird. Dabei sind offenbar P, Mg und Ni, die Farbgeber und nicht wie früher oft behauptet der C-Gehalt, da Kohlenstoff zu schnell diffundiert um so starke Muster herstellen zu können. Was „die Japana“ in der Regel machen ist nur raffinieren und nicht das Verwenden verschiedener Stähle um kontrastreiche Muster zu erzeugen.
Alles was Muster erzeugt ist damaszieren, und Damast eben aller Stahl mit sichtbarem Muster.