Der Zoll und mein Dolch

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Nidan:
Die zuständige Postzollstelle hat genau dasselbe Waffengesetz wie du oder ich auch vorliegen. Sonst nichts. Und wer sich da nicht ewig lange durchwurstelt, versteht sowieso nichts. Und welches brave Mädchen weiss schon, was beispielsweise einen Stoßdolch von einem herkömmlichen Dolch im Sinne des Waffengesetzes unterscheidet ?
 

bigbore

Premium Mitglied
Und welches brave Mädchen weiss schon, was beispielsweise einen Stoßdolch von einem herkömmlichen Dolch im Sinne des Waffengesetzes unterscheidet ?

Nun hoffentlich JEDES brave Mädchen das von meinen Steuern bezahlt wird um im Auftrag unseres Staates/Ihres Dienstherren genau diese Unterscheidung zu treffen!!!!!
Wenn nicht kann sie ja gerne einen einfacheren Beruf wählen.
 
T

Thomas Spohr

Gast
In dem Verständnis wer der „Nutznießer“ ihrer Arbeit sein sollte besteht bei einigen Staatsdienern ein Verständnisproblem; es mag pragmatisch sein sich mit dieser Einstellung zu arrangieren, doch auf lange Sicht ein Fehler! Insofern Nidan :super: !

Thomas
 

pick-up

Mitglied
Original geschrieben von bigbore
Nun hoffentlich JEDES brave Mädchen das von meinen Steuern bezahlt wird um im Auftrag unseres Staates/Ihres Dienstherren genau diese Unterscheidung zu treffen!!!!!
Wenn nicht kann sie ja gerne einen einfacheren Beruf wählen.


normalerweise halte ich mich ja aus solchen sachen raus. aber da kann ich nur zustimmen. ichwerde auch für mein wissen und nicht mein nichtwissen bezahlt. das wäre ja noch schöner.
 

luftauge

Mitglied
ich werde auch für mein wissen und nicht mein nichtwissen bezahlt...
Und trotzdem weisst du nicht Alles, was mit der Metallverarbeitung zu tun hat, auch wenn Du Facharbeiter bist, oder etwa doch ?

Ich werde auch für mein Wissen bezahlt und nehme trotzdem für mich in Anspruch, bei Unklarheiten nachfragen/nachlesen zu dürfen.
Es gibt nämlich die normalen Aufgaben und die Extrawürste für Leute, die niemals lernen werden, dass man nicht für sie allein individuell arbeitet, sondern dass sie lediglich unter vielen anderen Aufträgen mitbearbeitet werden, oder ist das schon Anmaßung ? :rolleyes:

Der Zoll kann säääähr kulant sein, wenn man entsprechend auftritt, und wenn man davon ausgeht, dass die Zollbeamten auch nicht alles wissen müssen, sollte man sie von sich aus vielleicht auf Spitzfindigkeiten hinweisen, nur um die Sache für sich selbst zu vereinfachen - vor Allem wenn man mit dem Hintergedanken dorthin geht, dass die ja sowieso zu blöd sind.

Diese "Platz_da_jetzt_komm_ich"-Mentalität ist manchmal auch fehl am Platze.

Gruß Andreas
 
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spydy

Mitglied
und jetzt noch mein letztes ZOLL-ERLEBNIS!

ein Fallkniven S1 wurde erst zur Waffe erklärt!
begründung: beidseitig geschliffen! :) :) :)

klar können die nicht jede Verordnung/Dienstanweisung/Gesetze aus dem ff kennen...aber mir scheint das das WaffG nicht weit bekannt ist beim ZOLL;wa?
 

crashlander

Premium Mitglied
Luftauge hat schon recht, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Die beim Zoll können ja nicht alles wissen.

Andererseits muß ich aber auch zustimmen, daß man eben weiß, wo man nachschauen muß, wenn man mal eine Bestimmung nicht im Kopf hat. Und dann muß man eben auch nachschauen und nicht sagen daß etwas verboten ist, weil zweischneidig oder so. Das ist dann nämlich genau das Halbwissen, welches ein durchschnittlich informierter Bürger hat, mehr nicht.
Unwissenheit ist schon ok, aber es muß der Wille und die Fähigkeit da sein, was dagegen zu tun.
 

TacHead

Mitglied
Original geschrieben von Nidan
Was ich aber nicht kapier : Die müssen doch ihre Vorschriften irgendwo schriftlich fixiert haben, und da muß doch dann auch drinstehen was erlaubt ist und was nicht. Wieso können denn die da nicht einfach nachschauen ???? Das kann doch nicht so schwierig sein, oder ?

@Nidan, Bigbore, Crashlander:So isses.
Man muss ja nicht gleich 'nen Tanz veranstalten, aber die Jungs und Mädels sollten in der Lage sein, nachzuschauen, was sie nicht wissen, und zwar subito. Alles kann man nicht im Kopf haben, aber für Ignoranz, Machtüberheblichkeit etc. (oder einfach angewandtes Arschlochtum) gibt es einfach keine Entschuldigung. Ich komme zum Zoll, die Ware ist ok, ich nehme die Ware mit. Punkt. Warum zum Teufel sollte ich mich nötigen lassen, nochmal anzutanzen oder mir blöde Fragen anzuhören, nur weil ein Zöllner seinen Job nicht beherrscht oder sich einbildet, seine schlechte Laune an mir auslassen zu können?
 
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luftauge

Mitglied
@ Spydy:
Bekannt ist es selbstverständlich - und als Text in neuester Ausgabe auch in den Regalen vorhanden,
aber die Kenntnis des WaffG ist nicht in erster Linie Sache des Zolls, es gehört neben Xxx verschiedenen Gesetzen und Verordnungen lediglich dazu.
Schließlich ist der Zoll keine Messer- oder Waffenimport-Kontrollbehörde, sondern für Steuerrechtliche und Ex-/Importangelegenheiten zuständig, und da sind Messer nur ein kleiner Teil.

Da sind die privaten Selbstverzoller eine Betriebsbremse und nur für die "Portokasse", aber wer im Irrglauben einer Kostenersparnis auf den Service eines Händlers wie z.B. Thomas Wahl verzichtet, nimmt dann andere Hürden gern in Kauf.

Und dass der Selbstimport nicht ganz ohne Stolpersteine für den Besteller und Zoll ist, wird hier im Forum nicht erst seit diesem Beispiel rauf- und runtergebetet.
Dafür geht es beim nächsten mal bestimmt etwas flotter von der Hand ;)

Und was den Service-Aspekt betrifft:
Es geht wohl nicht an, dass jemand glaubt, nur weil er morgens um 0700 schon anruft oder auf der Matte steht, dass er auch gleich als Erster bearbeitet wird ;)

Solche Sachen kann man auch im Vorraus ankündigen oder erfragen, damit man zur aktuellen Ankunftszeit der Ware schneller bearbeitet wird.
Da spreche ich aus eigener Erfahrung, auch wenn es bei meinen Kontakten zum Zoll nicht um popelige Selbstimportmesser geht.

Oder lasst Ihr Euch etwa von Kunden vorschreiben, wie ihr Eure Arbeit zu machen habt, obwohl Ihr genau wisst, dass der Kunde definitv nicht weiss, wie Ihr arbeiten müsst ?

Gruß Andreas
 
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T

Thomas Spohr

Gast
Ich begreife nicht wie man Inkompetenz und mangelnden Service schön reden kann.

Schon unverständlich, daß der Zollbeamte nicht über die seinem Metier entsprechende Sachkenntnis (wozu das Waffengesetz zweifellos zählt) verfügt, daß diese Unkenntnis auch noch „kommen sie morgen wieder“ zu Folge hat ist mehr als dreist.
Warum nicht im Sinne des „Kunden“, oder anders gesagt, demjenigen, der durch seine Steuerleistung den Arbeitsplatz finanziert, sofort zu helfen? Warum die ärgerliche Verzögerung, warum nicht „Nehmen Sie bitte Platz, ich kläre das jetzt“

Thomas
 

eisbaer

Mitglied
Original geschrieben von pick-up
ichwerde auch für mein wissen und nicht mein nichtwissen bezahlt. das wäre ja noch schöner.

Bevor man sich zu sehr über den Zoll aufregt, bei dem Messer in der Tat nur ein kleines Randgebiet sind, sollte man sich wieder einmal an die vielen Messer"fach"händler erinnern, die offensichtlich nicht einmal in der Lage sind Informationen aus einem Katalog korrekt wiederzugeben. Von Hintergrundwissen, das man sich nicht durch die einfache Kataloglektüre leicht selber aneignen kann, mal ganz zu schweigen.
Bei einem Fachhändler, der wirklich nur Messer verkauft, wäre eine entsprechende Fachkenntnis wirklich eher zu erwarten, als bei einem Zöllner, der sich i. d. R. mit ganz anderen Dingen beschäftigen muß.
 

Thomas Wahl

Mitglied
Hallo Leute,

Fachkompetenz Zoll / Händler:
Der Fachhändler muß eine Vielzahl von Details seiner Ware kennen. Am Besten muß er über eigene Erfahrung verfügen. Ich muß ehrlich zugeben, ich weiß auch nicht alle Details auswendig. Deshalb habe ich LIsten, Kataloge, das Internet und das Forum und mache mich kurzfristig schlau.
Der Zöllner muß nur die Gesetze und Vorschriften kennen. "Messer" sind sicherlich ein Randgebiet, doch muß er sich nicht mit den Details eines Messers auseinander setzen. Was ich von einem Beamten erwarte ist, daß er nicht alle Vroschriften auswendig kann, aber das er fähig ist, kurzfristig nachzulesen, oder telefonich z.B. bei der Zollfahndung nachzuhaken.
Als ich noch selber verzollt habe, habe ich mich bei Zollfahndungsamt und Zollauskunft (man kennt sich mit der Zeit...:glgl: ) schlau gemacht. Hatte dann schon die Zollnummern parat.
Es kommt aber auch auf den Zöllner an. Ich habe selber schon erlebt, daß Zöllner sich überaus unkooperativ anstellten (richtig überheblich waren), und andere wiederum einem beim Ausfüllen der Formulare halfen. Doofe Fragen wegen Messer und Schwerter mußte ich mir trotzdem anhören. Denn da gibt es immer Wichtigtuer, die ihren Senf dazu geben mußten.
Eine Bekannte von mir arbeitet in Stuttgart auf dem Flughafen bei einer Spedition und mach Importverzollung. Die kotzt sich öfter mal bei mir über die Herren dort aus...

Klar kommt es auch darauf an, wie man mit den Leuten umgeht. Denn wenn man gleich patzig wird, lassen die einen erstamal schön warten.
 

Aleena

Mitglied
Meine Güte,

wenn man mit Bestimmungen arbeitet, die sich alle paar Monate ändern und nochdazu nicht verstanden sondern nur auswendig gelernt werden können, dann ließt man gerne noch mal nach, bevor man was falsch macht.
Das Waffengesetzt hat sich just geändert, alle Anordnunge sind noch nicht raus + die gesetze zum Artenschutz sind per Verordnungen geändert worden. Das da jemand sich noch mal vergewissert finde ich normal. Zumal dein Teil auch falsch declariert war!!! Du wusstes ja selbst nicht, dass es zweiseitig geschliffen war.
Immer wenn declaration und Gegenstand nicht übereinstimmen schrillen beim Zoll die Alarmglocken. Nimm´s gelassen.
 
T

Thomas Spohr

Gast
Es ist sein Job, daß er über solche Sachverhalte Bescheid weiß, das ist seine Arbeitsanforderung!
Beispiel Anwalt, "nun ja die Gesetze ändern sich, wie kann man da erwarten, daß der Rechtsvertretter auf dem neuesten Stand ist".

Wie kann man erwachsen sein und solchen Schwachsinn verbreiten!

Thomas
 

xtorsten

Premium Mitglied
@Thomas Spohr: was glaubst Du denn, wie oft Anwälte nicht korrekt beraten oder falsche Entscheidungen treffen? oder Ärzte? Darf nicht, passiert aber, und auch gar nicht so selten. Da wünscht du dir dann mit Sicherheit, daß er gesagt hätte, er müsse noch einmal nachschauen und du sollst morgen wiederkommen. Und das hat dann auch eine ganz andere Tragweite als eine falsche Verzollung. Und selbst letzteres ist es wohl nicht gewesen. Solange der Aufwand sich dadurch in Grenzen hält und ich nicht das Gefühl habe, daß mich da einer ver-(sonstwas)-en will, ist das doch nur menschlich oder? Nobody is perfect.
gruß,
xtorsten
 
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TacHead

Mitglied
Klar, Fehler passieren jedem, und ich finde es selbstverständlich, dass ich mich prinzipiell kooperativ und geduldig verhalte.
Das impliziert aber, dass mein Gegenüber das gleiche tut und sich nach Kräften bemüht, meinem Ansinnen, dessen Erledigung seine Aufgabe ist, nachzukommen. Ich bin schließlich nicht dazu da, Fehler/Unfähigkeiten anderer Leute auszubaden.

Soweit zur Theorie - praktisch ist es allerdings sehr vernünftig, vorher anzurufen oder sich zu erkundigen, um den Ärger/Streß von vornherein zu vermeiden. Man hat ja auch noch was anderes zu tun als sich mit Zollbeamten zu streiten. :irre:
 

luftauge

Mitglied
Ich begreife nicht wie man Inkompetenz und mangelnden Service schön reden kann.
...
Warum die ärgerliche Verzögerung, warum nicht „Nehmen Sie bitte Platz, ich kläre das jetzt“


Gegenfrage, warum nicht hingegehen und fragen:
"Wer ist hier Experte fürs WaffG ?"
oder
"Ich hätte eine kurze Frage, könnten Sie mir eine Unstimmigkeit mit meiner Warensendung erklären ?"

Nee, immer erst die Kompetenz des Gegenüber anzweifeln und darauf hoffen, dass der dortige Mitarbeiter einem bis zu seiner Halskrause hintenrein kriecht oder was ?.
Service bekommt man vielleicht im SB-Laden, sicherlich aber im Fachgeschäft.

Die Beamten verschiedener Behörden sind häufig recht interessiert und auch dankbar für die Information, dass irgendwann in der nächsten Zukunft etwas ausser der Reihe zu erledigen ist.
Sie können sich kurz vorbereiten und haben die Sache schneller vom Tisch und einen lästigen Kunden aus dem Haus.

Aber hinterher rumjammern, wenn man zu bequem ist, vorher anzufragen - was ist so schlimm daran, den Behördenmitarbeitern in eigener Sache die nötigen Informationen vorher zu geben ?
Das ist nichts anderes, als das von TacHead genannte "praktizierte Arschlochtum" - nur in der Zivilversion ;)

Man kann alles von zwei Seiten sehen, das ist keine Schönrederei.
edit:
TacHead, spionierst du mich Aus ? :D
Ist heute zum zweiten Mal, dass unsere Beiträge sich überschneiden.

Gruß Andreas
 
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Also, Jungens, ich bin auch Zollbeamter, und ich kenne das Waffengesetz in Sachen Messer, wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt. Auf meiner site sind die wichtigsten Messertypen und das neue Waffengesetz im Kapitel "Auswahl des eigenen Messers" eingearbeitet.
Ansonsten folgendes:

Der Vorteil des deutschen Beamten gegenüber einigen Forumsmitgliedern hier besteht darin, daß ihm eure Meinung letztlich herzlich egal sein kann. Er wird bei der Kontrolle der Verbote und Beschränkungen des Waffengesetzes hoheitlich tätig und verkauft nicht etwa heisse Würstchen an seine Kunden ! :cool:

Und wer solche Nettigkeiten wie Waffen aller Art importiert, muß sich auch gefallen lassen, daß die genaue Prüfung mal ein paar Tage dauern kann. Und wenn euch das nicht gefällt, dann ist das nicht das Problem der Bundeszollverwaltung. Schreibt eure Dienstaufsichtsbeschwerde, wenn ihr wollt: formlos, fristlos, fruchtlos. Nach welchem Verfahren und wann die Ware freigegeben wird, bestimmt der Zoll und nicht ihr !:mad:
 
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