DIY BESS Testaparatur

Numquamretro

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Hallo liebes Forum!
Wahrscheinlich gibt es diese Nachbauten schon wie Sand am Meer, aber vielleicht findet der eine oder andere ja Gefallen an meinem kleinen Projekt.
Ich habe mich mit dem Bess Tester noch nicht sonderlich viel befasst, deshalb bin ich vermutlich nicht am neuesten Stand. Wird diese Testmethode denn überhaupt noch gerne verwendet?
Aufgrund der Kosten und der Anwendungsfehler die leicht entstehen können, habe ich mich jedenfalls dazu entschieden, mir eine eigene Testvorrichtung zu bauen. Diese verwendet zur Vergleichbarkeit das Bess Testmedium (in meinem Fall die fertig eingespannten Drähte in den Aluminiumspangen). Könnte man aber leicht für die Drahtspule anpassen. Die Konstruktion besteht im Wesentlichen aus einer 3D gedruckten Grundplatte mit Führungsschlitz für das Messer (kein Einspannen notwendig) und einem Linearmotor, der das Messer gegen das Testsample schiebt. Aus der Zeit/Wegberechnung ergibt sich eine Geschwindigkeit von ca. 1,5 mm/s für diesen Antrieb bei 6V. Als Messstation verwende ich ein günstiges digitales Kraftmessgerät, welches erstaunlich genau kalibriert ist und eine halbwegs hohe Messrate hat (allerdings ist mir diese nicht bekannt). Ich wollte das Ganze mit einem akzeptablen Budget umsetzen und ich habe derzeit nur den ersten Prototypen gebaut. Dieser kann sicher noch ordentlich optimiert werden. Die Ergebnisse der ersten Tests lassen aber Hoffnung aufkommen, dass dieser Aufbau funktioniert. Zumindest bekomme ich gut reproduzierbare Ergebnisse. Und auch der Versuch es so langsam per Hand zu zerschneiden wie es mir möglich war, reiht sich bei den Ergebnissen ein. Natürlich gibt es immer kleine Schwankungen nach oben und unten, aber ich denke das ist normal (man erwischt ja auch nicht immer auf den 10tel mm genau die gleiche Steller der Wate).

Der Aufbau im Wesentlichen in der CAD:
Screenshot 2026 03 31 183455 hosted at ImgBB (https://ibb.co/b5ww08Gn)
Screenshot 2026 03 31 183614 hosted at ImgBB (https://ibb.co/gZ14f34V)
Der Aufbau real:
20260331 175849 hosted at ImgBB (https://ibb.co/Xk84JXWJ)
20260327 201042 hosted at ImgBB (https://ibb.co/XBh4DcY)
Test der Genauigkeit des Kraftmessgerätes
20260331 123707 hosted at ImgBB (https://ibb.co/Vcpjg5p3)
20260331 174922 hosted at ImgBB (https://ibb.co/BmrM13k)

Und hier ein kurzes Video dazu:

Die Kosten stellen sich wie folgt zusammen:

- 3D Druckteile (nur Material in PLA) ca. 5 Euro
- Kraftmessgerät (Amazon) 70 Euro
- Linearmotor (Amazon) 27 Euro
- Umschaltrelais (Amazon) 8 Euro
- Kleinteile wie Druckschalter, Kabel und Schrauben ca. 5 Euro
- Was ich noch vergessen hatte, man benötigt ein kleines Netzteil mit 6V (Amazon) 8 Euro

Somit belaufen sich die Gesamtkosten zu diesem Zeitpunkt auf grob 123 Euro plus die Testclips! Und natürlich vorrausgesetzt man hat einen eigenen 3D Drucker.
Ich würde nach Rücksprache auch die 3D Teile drucken und verschicken. Aber meistens kennt man ja eh jemanden mit einem Drucker. Und die Dateien dafür stelle ich gerne zur Verfügung.
Aber zuerst sollte der Prototyp vielleicht noch optimiert werden und dazu lade ich gerne ein, sich an einer konstruktiven Diskussion zu beteiligen. Ich freue mich auch besonders über eure Bedenken, denn dass ist die Basis für Optimierungen. Was ich selbst derzeit noch als Con sehen würde ist die nicht perfekte Ausrichtung der Schneide zum Draht durch den Schlitz. Aber ich weiß nicht wieviel diese geringe abweichung tatsächlich ausmacht.
Und ich werde den Schubteil noch in mehr Einzelelemente umplanen, um die Messstrecke an die Messer anpassen zu können. Derzeit sind es nur zwei zusammensteckbare Teile und bei sehr schmalen Messern dauert es bis der Antrieb dort ist. Auch ist man mit dem Schlitz ein bisschen eingeschränkt, wie groß die zu messenden Objekte/Messer ausfallen können.
Und der Zusammenbau in dieser Variante geht nicht ganz ohne Basiskentnisse beim Basteln (verschrauben und verlöten). Aber es ist wirklich kein Hexenwerk und ich würde wenn gewünscht eine Anleitung erstellen. Theoretisch könnte ich das ganze auch fertig zusammenbauen gegen Bezahlung, das ist aber nicht die Intension hinter dem Projekt. Deshalb habe ich mir darüber auch noch keine Gedanken gemacht.

Tut mir leid, dass ich das Ganze nicht noch genauer und mehr in der Tiefe präsentiere, aber ich hab zwei kleine Kids zuhause und deshalb immer nur beschränkt Zeit. Ich freue mich aber sehr über Fragen, Anregungen und Feedback.

Grüße,
Christian
 
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Die Frage "wozu?" könnte man in diesem Forum an ganz vielen Stellen anbringen denke ich ;)
 
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Um Messer in der Schärfe zu vergleichen ist die Vorrichtung vorgesehen. Muß man nicht haben, aber kann man. Messerverrückte gibt es im Forum sehr viele, also potentielle Intressenten. Kommerzielle Produkte kosten sehr viel und bringen auch nicht unbedingt bessere Ergebnisse. Das ganze ist eventuell für den gesamtpreis für den einen oder anderen intressant, ich persönlich habe keinen 3D Drucker.
 
Ja sehr schön, aber wozu?
Den Drang Schärfergebnisse objektiv messbar zu machen kann absolut nachvollziehen. Bisher gibt es da, soweit ich weiß, nur die BESS Geräte, welche teuer und auch nicht fehlerfrei sind.
Leider kann ich hier nichts sinnvolles beitragen, werde aber interessiert mitlesen.
 
Wenn das Messer die Armhaare ohne rupfen rasiert ist es auch nach BESS-Tester um die 150g. Also eigentlich braucht man es nicht.
Der Tester sagt auch nix über die Schneidengeometrie aus und wie gut das Messer am Ende in realer Welt schneidet. Auch nicht wie lange die Schärfe hält, wie rau oder poliert die Schneide ist.
 
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Klar, das Gerät ist natürlich keine eierlegende Wollmilchsau:) und viele interessiert es verständlicherweise auch nicht. Aber über die Sinnhaftigkeit soll es hier bitte nicht gehen, ich bin mir sicher, das wurde an anderer Stelle schon bis ins unendliche diskutiert. Für diejenigen, die Interesse an so einem Messverfahren haben und gerne basteln, soll dieser Thread eigentlich gerichtet sein.
 
Also eigentlich braucht man es nicht.
Als jemand, der seine Messerleidenschaft mit Rasiermessern begonnen hat stimme ich prinzipiell zu. Der einzig wahre Test ist die Rasur im Gesicht... "Armhaare ohne rupfen" will ich da jetzt nicht kommentieren ;)
@Numquamretro Aber grundsätzlich finde ich die Apparatur super! Was benutzt Du als Prüffaden?
Mich würde tatsächlich mal die Streuung interessieren. Wenn Du mehrfach die selbe Klinge testest, wie stark schwanken die Ergebnisse?

Gruß, Andreas
 
Mich würde tatsächlich mal die Streuung interessieren. Wenn Du mehrfach die selbe Klinge testest, wie stark schwanken die Ergebnisse?
Die Streuung müsste ich mal mit einer möglichst konstanten Klinge testen. Eventuell eine neue Rasierklinge. Bei meinem Gyoto (nicht frisch geschliffen) hatte ich bei 5 Versuchen auf eine markierte Stelle der Schneide zwischen 135 bis 162g gemessen. Ein händischer Versuch lag dabei bei 158g.
 
Ich habe überlegt eine Feder zu integrieren, um den kurzen Messweg und damit die Zeit etwas zu strecken. Eventuell würde das Ergebnis dann noch genauer abgebildet werden.
 
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