• Wenn Ihr im Marktplatz was anbietet, kann es schonmal vorkommen, dass potentielle Käufer euch kontaktieren wollen.
    Falls jemand in seinem Nutzerprofil explizit die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme sperrt (per default ist das nicht so), dann wird das schwierig.

    Und weil mich in letzer Zeit wieder mehr Mails in der Sache erreichen, steht das mal so als Info hier ;)

    *Ich* fummel natürlich nicht in Benutzerprofilen rum. Und ich spiel auch nicht man in the middle. Fragen diesbezüglich zwecklos.

    Servus
    Pitter

Dünn dünner zu dünn?

Ant0n

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Salü :)

Ich baue gerne Messer und - weil ich das auch selber in der Küche mag - mache ich diese sehr dünn zur Schneide hin :D Ein gutes Indiz ist natürlich immer der Daumennageltest.

Aber wie dünn darf es sein und bei welchen Geometrien macht das noch Sinn? :D Mein letztes Messer hat diese Fragen in mir geweckt. Es ist groß und hat eine fulltang Konstruktion... Aber trotzdem wiegt es nichts in der Hand.

Ich habe mich über Jahre an eher japan. Formen gewöhnt und diese auch gerne nachproduziert. Schön Klingenlastig (Muss ja nicht schwer sein) und optimiert für den Pinch grip. Aber bei diesem Messer fühlt sich das irgendwie falsch an und ich werde zurück zum Griff "gedrängt" xD Ein wirklich sehr ungewohntes Gefühl ein Messer wieder weiter hinten zu halten. Aber daran kann ich mich noch gewöhnen! Wo es etwas kritischer für mich wird ist, dass der vordere Bereich schon zu flexibel für meinen Geschmack geworden ist. Aber vielleicht gewöhnt man sich auch da dran?

Was meint ihr? Wechselt ihr hin und her zwischen "normalgriff" und "pinch grip"? Und würde es euch stören, wenn die Spitze etwas flexibel ist?

Hier mal ein paar Fotos des Messers der Stunde.

Stahl C100S, Griff aus stab. Holz.
Gesamtlänge 32 cm Klinge 20,5 cm
Klingenrücken 2,7 mm auf ca. 0,2 mm (in alle Richtungen xD)


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xtorsten

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Guten Abend,

zunächst einmal: sehr schönes Messer und eine tolle Arbeit!

Was das Zurückdrängen in Richtung Griffende angeht, schaut es den Bildern nach so aus, dass dies mit der Ausbuchtung hinten zu tun hat, die einen Tacken zu weit nach oben geht. Da rutscht man dann nach hinten. Könnte man nachbessern, wenn man den Bauch in der Mitte etwas zurücksetzt und die Ausbuchtung vorne etwas weiter nach hinten auslaufen lässt und vlt. noch vorne die Dicke reduziert. Aufwand und ein gewagtes Unterfangen, denn schnell gerät der Griff dann zu dünn und man ärgert sich richtig, dass man alles verschlimmbessert hat. Erstmal probieren, ob man sich dran gewöhnt, denke ich (auch wenn ich nachvollziehen kann, was Du meinst).

Mit dem Flex bzw. zu dünn kann ich gut etwas anfangen. Ich habe voller Enthusiasmus auch einige Erfahrungen im Bereich Küchenmesser zu sammeln begonnen und bin da auch drauf gestoßen. Und nachgedacht habe ich da drüber.
Meine Überlegungen dazu: Schliff nicht bis zum Rücken hochziehen, sondern über den Rücken Stabilität reinholen. Das ist eine besondere Herausforderung, die ich aus dem 'normalen' Messerbau nicht kannte: unten fein und oben stabil genug. Die Balance ist echt eine Kunst in der Gestaltung der Geometrie.
Der Flex auf Deinen Bildern sieht moderat aus - ich könnte damit gut leben, würde aber für die Zukunft versuchen, stabiler zu bauen.

Der Schwerpunkt schaut ganz gut aus - könnte für meinen Geschmack aber gut noch einen oder zwei Zentimeter nach vorne rutschen.
Das ist alles eigentlich nur Feintuning aus meiner Sicht ;)

Viele Grüße,
Torsten
 

AJK

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Tolles Messer,
Es sieht aus als könnte man richtig Spaß damit haben 😀
Auf welche Härte hast Du den Stahl gebracht?

Gruß,
Andreas
 

Ant0n

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Danke für die schnellen Kommentare :) und ja es macht schon spaß damit zu arbeiten. Ist eben nur etwas ungewohnt!

Das Gefühl, dass ich in Richtung Griff "gedrängt" werde kommt nicht durch die Geometrie sondern liegt eher daran, dass mir die Klinge zum Griff hin zu dünn ist und dadurch leicht unangenehm am Mittelfinger anliegt.

Ja ich habe ja auch schon viele Messer gebaut, bei denen der Flex kein Problem ist. Aber gerade bei dieser Klingenform mit einer spitzen Spitze :) ist es dann doch schwierig die perfekte Dicke zu finden. Zu dick ist schlecht, wenn man gerne Zwiebeln leicht slicen möchte und zu dünn ist zu flexibel und auch nicht gut :/ Da finde ich Formen wie Bunka´s oder Nakiri´s wesentlich einfacher herzustellen :D

Und genau. Schwerpunkttechnisch fahre ich mit meiner Pinchgrip Haltung auch lieber mit einer klingenlastigen Gewichtsverteilung. Gerne auf Höhe meines Logos ca. Aber daduch, dass der hier genau mittig ist fühlt sich das Messer noch mal leichter an und wird bei der Handhabe Richtung Griff bugsiert :D

Härte kann ich nicht genau sagen ohne ein Messgerät. Ich habe 62 HRC angepeilt. Vom schärfen fühlt es sich auch an wie ca. 60 HRC +- 2 HRC :D Bisher habe ich noch keine Reflektionen auf der Schneide und das trotz absichtlicher kleinerer Misshandlungen beim Kochen :D

Liebe Grüße!
 

tiffel

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Also ich hätte es gelassen wie es ist und der dünnen Form eine Chance gegeben. Auf den Fotos sieht die Spitze zwar dünn aber nicht zu dünn aus. Hier wurden jedenfalls schon Fotos von viel dünneren Spitzen gepostet. Wenn die Spitze abgebrochen wäre, hättest du immer noch umschleifen können. Den ersten Pin hätte ich aus Stabilitätsgründen und optischen Gründen etwas weiter nach hinten gesetzt, so dass nach vorne oben und unten der Abstand etwa gleich ist. Sonst gefällt mir das Messer sehr gut.
 

güNef

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Servus,

Aber wie dünn darf es sein und bei welchen Geometrien macht das noch Sinn?

wenn es so einfach wäre, eine exzellente Geometrie aus einem Stück Stahl zu schmieden/schleifen, gäbe es nur exzellente Messer. :D Jene Messermacher die dahinter gekommen sind, wie eine Geometrie beschaffen sein muss um alle Vorteile die eine Klinge haben kann in einem Stück Stahl zu vereinen, also Steifheit, feine Spitze zum einschneiden, ballige Flanken mit/ohne Tricks für besten FR, breiter Rücken wo er nötig ist, alles schön gerundet, ein bequemer Kehl, eine dünne, aber dennoch nicht divenhafte Schneide, richtiger Schneidenwinkel, technisch sauberer Schliff, geschlossene Schneide ohne Sollbruchstellen usw., die bedienen die Freaks global und können davon gut leben. Als Beispiel nenne ich den Schmied Ben Kamon, der erst dieses Jahr zum erfolgreichsten Exporteur in seiner Branche/Bundesland wurde, 98% seiner Kochmesser gehen in alle Welt und das hat seinen guten Grund, weil seine Messer praktisch alle Eigenschaften vereinen, die ein gutes Kochmesser ausmachen.

Daher mein Tipp für die Zukunft: Schau das du ein solches Messer ( oder ähnliche Alternativen ) in die Finger bekommst, teste sie dann umfangreich und übernimm das, was du als gut befindest und lass es in deine nächsten Messer einfliessen. :ahaa::super:

Gruß, güNef
 

Ant0n

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@güNef Ja die Messer von Ben Kamon sehen echt super aus! Ich werde mal die Augen offen halten, ob man sich da nicht irgendwo mal etwas ausleihen kann! Ich stehe ja noch relativ am Anfang meiner Leidenschaft, Messer selber machen zu können und erweitere meine Werkzeuge und Fähigkeiten stück für stück :D Angefangen von einem groben Setup mit Rasenbrenner und kleinem Holzbandschleifer bin ich jetzt mit richtigem Gerät und elktr. Härteofen schon ein ganzes Stückchen weiter aber ich merke noch wie viel zu lernen ist!
Mein Fokus liegt im Moment darin, kreativ zu sein und am Ende eine Geometrie zu schaffen mit der es auch Spaß macht zu arbeiten! Dabei bin ich aber meiner Meinung nach noch lange nicht am Ziel angekommen :D

@tiffel Ja der vordere Pin ist viel zu Nah an der Kante :D Das kommt daher, dass ich meine Messer nicht nach Plan erstelle sondern eher frei Schnauze xD Und hier habe ich mich tatsächlich etwas verschätzt. Die Griffschale hatte beim Verkleben auch einen kleinen Riss bekommen vor dem vorderen Pin, welchen ich noch füllen musste am Ende. Bei dem nächsten Mal werde ich da mehr drauf achten :p:

Danke für die Wertvollen tipps! Messer machen (& Nutzen) macht einfach viel zu viel Spaß!


Hier ein paar Bilder, nachdem ich das Finish noch mal leicht aufgebessert habe. Das Messer bekommt dann mein Vater zu Weihnachten!

Euch allen eine schöne Adventszeit!



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JayS

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Als Beispiel nenne ich den Schmied Ben Kamon, der erst dieses Jahr zum erfolgreichsten Exporteur in seiner Branche/Bundesland wurde, 98% seiner Kochmesser gehen in alle Welt und das hat seinen guten Grund, weil seine Messer praktisch alle Eigenschaften vereinen, die ein gutes Kochmesser ausmachen.
Kommt daher, dass der Hundling einfach keine rostfesten Messer machen will.

@Ant0n nette Arbeiten. Wie günef geschrieben hat, schadet es nicht mal einiges ordentliches in der Hand zu haben und so einen Vergleich zu bekommen. Auch nicht schlecht wenn du Fedback bekommst, gerade von erfahreneren Mitgliedern. Da musst du aber dementsprechend weit sein, sonst sind es zu viele Baustellen.

Grüße,
Julian
 

tiffel

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Das kommt daher, dass ich meine Messer nicht nach Plan erstelle sondern eher frei Schnauze xD
Frei Schnauze nach Gefühl entwerfen ist gut. Ich finde nicht, dass man sich zu früh Zügel anlegen sollte. Einfach auch mal ein Messer machen, das vielleicht keine Chance hat ein Klassiker zu werden. Dann hat man seine Vorstellung verwirklicht, hat sie aus dem Kopf und kann das nächste angehen. Trotzdem ist ein Plan, eine Zeichnung eine gute Kontrolle an dem/der man Sachen entdeckt, die man verbessern kann. Sehr schöne Messer übrigens.
 

Ant0n

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Das stimmt. Auf meiner to Do liste steht auf jeden Fall auch noch die Anfertigung einer kleinen Charge, um meine Fähigkeiten noch voranzubringen. Auch mache ich ab und zu ein Modell aus Holz, um die Form & Geometrie erst mal grob abzuchecken.

Auch nicht schlecht wenn du Fedback bekommst, gerade von erfahreneren Mitgliedern. Da musst du aber dementsprechend weit sein, sonst sind es zu viele Baustellen.
Ich würde mich sehr darüber freuen auch mal ein Feedback von Leuten zu erhalten, die noch kritischer und erfahrener als ich sind :)

Ich kann an dieser Stelle noch kein großes Passarround ausrufen, aber falls sich jemand angesprochen fühlt würde ich mich sehr über eine PN freuen und ein kleines Set aus 2-3 meiner Messer bereitstellen.