ein 1.2842 Messer richtig härten

Waren das Schiff-Motorwellen ?

Hast du das Thema von less gelesen wegen Grobkornbildung ?

Less sagt mir nichts, aber Grobkornbildung schon. Darum will ich es eben mal mit kürzeren Haltezeiten probieren. Wie gesagt, ich hab in dem Thema noch nicht viel Erfahrung.
Ich habe sonst immer diverse Bauteile wie Einsätze, Leisten, Platten usw. gehärtet. Nimmt man an, dass die Kiste, um im Inneren richtig warm zu werden, ca. 1 - 1 1/2h braucht (bei über 1000°C) und verrechnet das mit der Werkstückdicke, davon ausgehend, dass man pro 10mm Wandstärke 15min Haltezeit veranschlagt, dann kommt man im Großen und Ganzen je nach Werkstückdicke auf 3-4h Haltezeit. Davon abgesehen hatte ich auch so gut wie noch nie Probleme mit der Härte. Bei mir kam es vorrangig auf die Zähigkeit und Zugfestigkeit der gehärteten Teile an, als auf eine hohe Härte.
Da aber Messer etwas ganz anderes sind, muss ich mich da erstmal einfuchsen.
 
Ich weis nicht,wenn es dir auf Zähigkeit ankommt reicht doch eine Oberflächliche Härtung aus ohne das man mit unterschiedlichen Schichtenaufbauten arbeiten muß und das Gildet auch für Klingen,Less versucht es ja durch selektive Härtung.
Wenn du dich hier eingelesen hast,mußt du auch auf less seine Beiträge gestoßen sein,hier ist sein letzter,der einige Fragen aufwirft.
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=96631
 
Also das ist ja mal richtig krass.
Ich habe schon hochinteressante Vergrößerungen vom Gefüge der Oberfächen erodierter Stahltrümmer gesehen. Allerdings wurden die mit einem Auflichtmikroskop gemacht.
Bei Less braucht man ja nicht mal ne Lupe, um zu erkennen, was Sache ist. Naja, davon abgesehen hatten wir sowieso vor die ersten Messer alle zu zerbrechen, um uns mal ein Bild davon zu machen. Und jetzt erst recht.
Morgen beginnt wieder eine neue Woche und damit auch ein neuer Härteversuch.
Schönen Sonntag
Adrien
 
So langsam ergibt sich ein Bild.

Du hast einen Härteofen mit Temperaturanzeige und härtest, um Verzunderung zu vermeiden, aus einem Kasten mit Kohle-vermutlich Holzkohlegrus.

Die Erfahrungen mit dem Härten großer Brocken mit Aufwärm- und Durchwärmzeiten helfen bei Messerklingen nicht weiter.

Bei dem nur leicht legierten Stahl 1.2842 gibt es zwei Möglichkeiten: Mit dem Ofen aufheizen und vom unteren Rand der Härtetemperatur abschrecken- 780 Grad würden genügen, oder-besser- den gut weichgeglühten Stahl kurz vor Erreichen der Härtetemperatur in den Ofen einlegen, auf Härtetemperatur kommen lassen und ohne Haltezeit in Öl ablöschen.

Das bißchen Zunder, das sich in der kurzen Zeit der Wärmeeinwirkung bildet, kann man vernachlässigen, ebenso eine Entkohlung. Was da in der kurzen Zeit beeinflusst sein könnte, wird sowieso weggeschliffen.

Wenn Du schon mit weitgehend perfekter Oberfläche härten willst und eben kein Zunder auftreten soll, kannst Du die Härteschutzpasten von Condursal verwenden. Das funktioniert gut-nötig ist es nicht.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Oh Leute, da habt ihr mir ja was eingebrockt.
Hab einige Versuche gebraucht, um was Brauchbares zu bekommen.
Also 5 Min. konnte ich vergessen. Weiß ja nicht, wie ihr euere Messer zum Glühen bringt, aber in einem Ofen, in dem das Messer ja theoretisch nur mit heißer Luft erwärmt wird, ist das nicht ausreichend für eine 4mm starke Klinge, zumindest bei mir nicht. 6 Min brachte auch noch keinen Erfolg (12HRC). Nach 7 Min. stieg die Härte von 12 auf 38HRC an. Bei 8Min hatte das Messer 65HRC. Der Magnettest funktioniert auch einwandfrei, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich gut ist, das Teil unterm Glühen rauszunehmen und wieder reinzulegen, falls es noch ne Weile braucht.
Ich habe es hochkant in den Ofen gestellt mit dem Rücken auf die Bodenplatte, sodass es gleichmäßig erwärmt wird. Ich habe ihn über 1h vorglühen lassen mit einer Temp. von 830°C, wobei er ca. 20-30°C nach dem Öffnen und dem Einlegen des Messers verlor.
Abschreckmittel war Öl. Nach dem Anlassen mit 200°C von 1:55h lag die Härte bei 58HRC.
Was meint ihr, wäre hier eine brauchbare Härte? Schließlich sollte das Messer zum Einen später zäh als auch hart und scharf sein. Wie "scharf" bringt man eigentlich 1.2842? Da ja nicht wirklich ein hoher Cr-Anteil vorliegt, könnte ich mir vorstellen, dass solche Messer eher auf Belastbarkeit als auf Schärfe ausgelegt sind.
Gruß Adrien
 
Hi Adrien,

58 hrc ist doch ein brauchbarer Wert. Bei dem 1.2842 dürftest du damit einen guten Kompromis aus Härte und Zähigkeit haben. Allerdings ist die Härte alleine nicht aussagekräftig. Wenn dein Gefüge nicht ideal ist, kannst du auch bei 58hrc eine hohe Sprödigkeit haben...

Zur möglichen "Schärfe" des 1.2842 und anderen niedriglegierten Werkzeug- und Kohlenstoffstählen wurde hier schon viel geschrieben. Auch hier kommt es auf viele Faktoren an. Gefüge, Geometrie, Schleifsteine, können des "Schärfers" etc. Wenn man alles richtig macht, kann der 2842 verdammt scharf werden.

Außerdem macht ein hoher Cr-Gehalt einen Stahl nicht potentiell schärfer. Eher das Gegenteil. Die sehr großen Chromkarbide sind der Schärfe eher abträglich...

Gruß Jannis
 
Hallo Adrien -

wenn der Elektroofen so lange braucht (... ?) - (die Konvektionswärme (Luft) spielt da keine große Rolle - das ganze funktioniert mit Strahlunswärme)
versuch mal Folgendes:
Leg doch 2 Stahlklötze - so ca. 40 x 40 mm mit Klingenlänge nebeneinander in den Ofen und heize die auf Härtetemperatur.
Dann schiebst Du die Klinge dazwischen - ruck-zuck ist die auf HT - und Zunder gibt es auch keinen!
Das funktioniert dann wenigstens teilweise über Kontaktwärme.
Bei Elektroöfen kann es auch sein, dass der Bereich in Türnähe nicht heiß genug ist, weil die Temperaturfühler meistens hinten sitzen
und vorn die Isolierung wegen der Tür nicht optimal ist. Außerdem gehen die Heizwendeln ja nicht bis ganz vorne -
auch sind die Wendeln im vorderen Bereich oft oxydiert - bei älteren Wendeln kann man das direkt an der Glühfarbe sehen.
Also das Ganze tiefer in den Ofen schieben ...

Herzliche Grüße aus Stuttgart,
Jost
 
Zuletzt bearbeitet:
Achso, stimmt, Xerxes. Das mit den Karbiden habe ich verwechselt. Cr macht den Stahl ja eher zäher und weniger scharf. Aber gut zu wissen. Das Messer wird sowieso geschrottet um erstmal zu sehen, wie das Gefüge ausschaut.

@JostS
Ich hab das Messer in nem Heraeus gehärtet. Da ist der Innenraum so winzig, dass der Temperaturunterschied nicht wirklich von Bedeutung ist. Weiterhin lege ich die Teile immer mit der Klinge zu der hinteren Ofenwand, dass die die meiste und schnellste Hitze abbekommt. Hab auch nochmal nachgemessen, 5mm ist sie am Rücken stark.
Das andere Messer aus meinem ersten Thread habe ich auch nochmal, nachdem ich es wieder geglüht hatte, in einem größeren Ofen bei 1050°C gehärtet. Diesmal ist es auf ca. 60HRC gekommen (muss nochmal genau prüfen und mal überschleifen). Da hatte ich schon weitaus größere Probleme mit der Wärme. Trotz Schamottsteinen vor der Öffnung sind die ersten 5-10cm der Ofenöffnung geschätzt 50-100°C kühler. Die Heizwendeln hatte ich erst kürzlich gewechselt. I.d.R. sind sie, je größer der Ofen und damit die Öffnung, nach vorne hin dichter gewunden, um das Temperaturgefälle möglichst gering zu halten. Das reicht von 2-3 Windungen bis zu 10-15 und mehr. Damit ergeben sich auch andere Widerstände. Allerdings schiebe ich meine Kisten und sontigen Werkstücke immer so weit hinen, wie es nur möglich ist, auch die Messer, Klinge voran.

Auf jeden Fall danke für die Tips, bei den anderen Messern werde ich dann wissen, wie ich vorzugehen habe.
MfG Adrien
 
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