Elektro-hydraulischer Schmiedehammer-Selbstbau?

Stahlwurm

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Hallo Leute,

Ich denke über einen Hammer-Selbstbau nach und habe mir alles mögliche im Net zu dem Thema angesehen.
Dabei kam mir folgende Idee: Aufbau ähnlich wie ein Federhammer, Motor mit hoher Schwungmasse(Hantelscheiben) aber die Pleuelstange ist über einen Hydraulikzylinder teleskopisch Längenverstellbar,die Blattfeder könnte man durch ein steifes Element (Wippe)ersetzen oder die Feder sehr steif ausführen.

Durch diese Anordnung müßte der Hammer doch eine Charakteristik wie ein Lufthammer bekommen, was meint Ihr zu dieser Idee,Nonsens oder gibts schon oder GENIAAAL?
 
Hallo Stahlwurm,
was ist die Charakteristik beim Schmieden, sprich Schlag mit einem Hammer - egal ob händisch oder mechanisch betätigt?
Der elastische Stoß!
Im Gegensatz zu einer hydraulischen Presse die als Überlastungsschutz ein entsprechendes Ventil hat, muß bei mechanischen Hämmern das Prellen des Schlages vom Antrieb elastisch entkoppelt sein (siehe Federhammer, Luftpolster des Lufthammers, beim Fallhammer ist es sowieso klar entsprechend die Schwanz- oder Aufwurfhämmer der Wasserrad getriebenen Hammerschmieden, oder ebd. Sicherheitsventil der Hydraulikpresse). Dein Motor oder die Exzenterzapfen wären schnell im A....
Weiterhin; stell dir mal unter Druck stehende Hydraulikschläuche vor die mit einer Frequenz von 200 Hüben pro Minute hin und her geschlenkert werden, wie lange halten da die Übergänge an den Quetschhülsen der Schraubanschlüsse?
Wenn du schon diese Konstruktion - direkt vom Federhammer entliehen - baust, dann bau doch gleich einen Federhammer. Warum das Rad neu erfinden und dann auch noch eckig?
Grüße aus München
Stefan
 
Hallo IronISteve,

danke erstmal für deine Meinung, ich teile deine Zweifel grundsätzlich auch aber glaube trotzdem das da was gehen würde.

Der Nachteil bei den selbstgebauten Lufthämmern scheint mir zu sein das das auch nur bessere Fallhämmer sind,so einen richtigen Bums wie ein großer können die mit den kleinen Zylindern wohl nicht entwickeln.

Die Federhämmer müssen erst aufschwingen, das würde bei meinem Vorschlag wegfallen und als elastische Pufferreserve könnte man ja den Federarm beibehalten oder einen anderen Stoßdämpfer dazwischenhängen.

Der Motor würde die Schwungmasse natürlich indirekt über Keilriemen antreiben und der Excenterhub müßte ja auch nicht dem vollen Weg des Bärs entsprechen,könnte man ja mit dem Hydraulikzylinder ausgleichen.

Wenn man den Zylinder irgendwie indirekt einsetzen würde, so das er die Länge der Pleuelstange nur ansteuert aber die Kräfte nicht aufnehmen muß......

Eine andere Möglichkeit die mir gerade einfällt wäre eine Pleuelstange mit Trapezgewinde und einem Servomotor....

Vielleicht kommen ja noch ein paar mehr Beiträge.

Grüße aus Hanau,
Stephan
 
Hallo Stephan,
bei Lufthämmern wird der Bär (mein Kuhn/Reiter mit 34 kg ist der Benjamin von allen, aber recht akzeptabel auch für größere Arbeiten, auch wenn es etwas zäher wird wie bei Titanlegierungen) durch das Luftpolster nur angehoben und fällt durch das Eigengewicht herab. Ausser bei max. Betätigung des Pedals, dann schiebt noch etwas Luft nach. Also hat die Zylindergröße - volumen - nur bedingt etwas mit dem Bums zu tun, eher der Arbeitsdruck und die Konstruktionsweise. Der Bär ist bei den Industrieprodukten gleichzeitig die Zylinderstange.
Das Aufschwingen der Federhämmer (über FU gesteuert) wird maßgeblich durch die Federpaketsteifigkeit beeinflusst, und erfolgt in der Regel mit nur minimaler Verzögerung. Siehe hierzu entsprechende Videos z.B. youtube. Alles was zusätzlich an irgendwelchen Kompromissbauteilen dazwischen geschaltet und bewegt werden muß, kostet Energie, verlangsamt und unterliegt Verschleiß. Wenn du schon eine Federreserve mit einbaust, kannst du auch gleich einen Federhammer bauen. Wie gesagt wenn du der Meinung bist das es 5 min dauert bis sich Hubweg/Schlagkraft aufgebaut haben, hast du noch nie einen Federhammer in Aktion gesehen.
Bei einer starren Schwinge entspricht selbstverständlich der Exzenterhub x Übersetzung dem Bärhub, irgendwelche Längenausgleiche spielen da keine Rolle da diese ja nicht pro Hub wirken sondern in deiner Anordnung nur die Hubbewegung relativ verschieben. Eine Steuerung (abgesehen von den erwähnten Festigkeitsproblemen der bewegten Hydraulikbauteilen) so aufzubauen, das pro Hub mitgearbeitet wird, entspricht dem Bau einer Hydraulikpresse direkt. Also wozu dann das andere Gedöns? Trotzdem gilt: ohne Dämpfung (Hydraulik ist als dämpfungsarm anzusehen, sonst würden die Frontlader usw. alle wie verrückte Zappelaffen rumfahren) wirkt der Rückstoß direkt ungefedert auf deinen Exzenter, und das schwächste Glied in dieser starren Anordnung wird dann sicher zu Bruch gehen.
Mit ein paar wenns und sonstigen Gedankenspielen ist es sicher nicht getan, stell doch mal eine konkrete Skizze ein. Wenn möglich vorher noch etwas Recherche über bereits erprobte Lösungen die mit Sicherheitsaspekten der Maschinenbauvorschriften geprüft und so verkauft werden. Das Rad ist schon erfunden, wenn es also hier um etwas Neues geht dann ist das eine grundlegende Erfindung und die mußt du dann schon selber auf die Welt bringen.
Grüße aus München
Stefan
 
Hallo Stephan,

was mir dazu einfallen würde, statt der Hydraulik eine Pneumatik zu nehmen.
Da hättest du deine Dämpfung durch das Luftpolster gleich mit drin.
Das ganze über ein 5/3 Wege Ventil mit Federrückstellung angesteuert würde zumindest theoretisch (soviel ich auf die schnelle erdenken konnte) funktionieren.
Natürlich wären ausreichend dimensionierte Bauteile von Nöten, sonst gibts schnell Bruch bei den Belastungen.

Ich hab mir einen Lufthammer selber gesbastelt. Bie mir ist der Zylinder eigentlich nur zum Heben des Bärs, alles andere macht die Schwerkraft.
Ich kann aber über das Luftpolster ziemlich genau dosieren, wie weit der Hub ist. Und wenn ich meine Drossel voll öffne, gibt der Zylinder noch einen Hieb mit drauf.
Und das ist ja auch das System des Lufthammers, der muss sich dafür nicht schämen :)
 
Hallo Leute,

ihr habt schon Recht,Ich fand die Idee aber Wert mal einen Tag überdacht zu werden.

Also dann versteife ich mich mal auf einen Lufthammer,davon gibts ja auch genug Fotos und Baubeschreibungen usw., auch hier im Forum.
Ich muß mich da dann speziell noch mal mit dem Thema Ansteuerung befassen und ein großer Kompressor muß dann auch beschafft werden.

Danke nochmal für eure Beiträge,

Stephan
 
Nur noch mal nebenbei so erwähnt, die Energie, die man im Schlag haben möchte muss man auch dafür ins System einbringen: soll heissen, wenn ich Bumms haben möchte, kann ich nicht nur für Bumms die Energie zur Verfügung stellen! Und alles was dazu in Bewegung versetzt wird, sollte auch eben diese Kraft aufnehmen und vertragen können!

Aber wem erzähl ich das, da hat sich bestimmt jeder ja schon selber seine Gedanken dazu gemacht...


Freddie
 
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