Exklusiv für Spyderco - Neuer Stahl CPM SPY27

giovanni

Super Moderator
Ich hab den Stahl noch nicht so ganz verstanden, ab wie sagt Eric Glesser so schön: "Kobalt ist gut für alles!" :p
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Nachdem Larrin Thomas den CPM SPY27 vorgestellt und einige theoretische Vermutungen über seine Eigenschaften angestellt hatte, hat er ihn jetzt im direkten Vergleich zu S30V, S35VN und S45VN diversen echten Tests unterzogen: CPM SPY27 Experiments - Toughness, Corrosion Resistance, and More

Zusammengefaßt kommt Larrin zu folgendem Ergebnis:

„Experimental results of SPY27 line up well with the previously provided predictions. SPY27 has similar obtainable hardness to S35VN and similar corrosion resistance to S30V. The toughness is very close to S35VN. The microstructure confirms somewhat reduced carbide content relative to S35VN, S30V, and S45VN. The steel appears to be relatively well balanced and should do well for Spyderco.“

Es gibt einen Kommentar mit der folgenden Frage, die nicht nur giovanni schon bewegt hat: „After all that, only one question. Why?“ …..

R’n‘R
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

„After all that, only one question. Why?“ …..

um Messer zu verkaufen. :p

Die immer gleichen Messer bekommen entweder frische Griffschalen oder einen exotisch anmutenden Stahl als Sprint. Der Sammler kauft, weil er vervollständigen will, egal was kommt, da steckt der innere Zwang im Detail. Der Messerfreund ohne Sammelleidenschaft kann sich halt den Stahl aussuchen, den er für spannend hält ( oder andere und ihn das Glauben machen er sei spannend :D ), was ja eine super Sache ist. Was man dafür bereit ist abzudrücken ist natürlich auch ein Fragment innerhalb der persönlichen Entscheidungsfindung.

Wie auch immer, ich find's gut neue Wege zu gehen, auch wenn ich sie nur ab und an mitgehe. ;)

Gruß, güNef
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Selbstredend geht es um Umsatz! Und genau deswegen ist für mich die Wahl dieses Stahls nicht sonderlich einleuchtend, gleicht er doch zu sehr den etablierten. Wer S35VN hat und über - zumindest - rudimentäre Stahl-Kenntnisse verfügt, dürfte als potentieller Kunde für ein 43. Spyderco Para Military 2 eher ausscheiden.

52100, Maxamet oder CPM 4V beispielsweise machen da bezüglich ihrer jeweiligen spezifischen Eigenschaften als „Lockvogel“ mehr Sinn …

R’n‘R
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

vielen reicht der Headliner: Exklusiv für Spyderco CPM SPY27, boah den gibt's nur an meinem Spydie. ;) Wie lange hast du gebraucht, bist du Legierungsbestandteile gegeneinander abgewogen hast, oder überhaupt verglichen hast? Sobald man schaut was hinter Marketing eigentlich los, ernüchtert man schnell.

Gruß, güNef
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Es gibt - insbesondere in den amerikanischen Foren nachzulesen - eine große Zahl von Enthusiasten, denen es um die spezifischen Eigenschaften von Stahl geht, die also gern möglichst lange - ohne nachschärfen zu müssen - schneiden möchten. Oder - so wie ich - gern die Geometrie ausreizen. Und die halten Ausschau nach Speziellem.

Diese - was ihre Anzahl anbetrifft - sicher nicht zu unterschätzende Zahl an potentiellen Kunden vernachlässigt man mit der Entscheidung für SPY27. Die Gruppe der „boah den gibt's nur an meinem Spydie“ hätte man auch mit jeder anderen Legierung geködert.

R’n‘R
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

eine große Zahl von Enthusiasten, denen es um die spezifischen Eigenschaften von Stahl geht

um welche Zahl geht es da genau?

Die Gruppe der „boah den gibt's nur an meinem Spydie“ hätte man auch mit jeder anderen Legierung geködert.

Yep, alles was exklusiv nur für Spyderco hergestellt wird genügt bei vielen als Kaufanreiz. Solange es keine verlässliche Quelle gibt, die belegt, dass Legierungsfreaks als Anwender und nicht als Sammler den Löwenanteil der Käufer immer neuer Sprintruns stellen, glaube ich an niedere Kaufgründe wie sammeln, spielen, gleichgesinnten zeigen, EDC-Rotation, Lust am Neuen, in Foren zeigen, usw. :D

Gruß, güNef
 
Zuletzt bearbeitet:

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Solange es keine verlässliche Quelle gibt, die belegt, dass Legierungsfreaks als Anwender und nicht als Sammler den Löwenanteil der Käufer immer neuer Sprintruns stellen, glaube ich an niederere Kaufgründe wie sammeln, spielen, gleichgesinnten zeigen, EDC-Rotation, Lust am Neuen, in Foren zeigen, usw

Von Löwenanteil hat niemand gesprochen. Nur - ich wiederhole mich gern - hätte man mit einer anderen "Stahlkomposition" auch diese Gruppe mitgenommen.

Zudem und ganz unabhängig von der Größe spezieller Nachfragegruppierungen - wenn man schon einen Stahl exklusiv für das eigene Unternehmen designen und produzieren läßt, warum dann einen Quasi-Abklatsch des bewährten und etablierten S35VN?!

R'n'R
 

pebe

Premium Mitglied
Ihr beiden sagt doch letztlich genau das Gleiche.

Natürlich geht es um Umsatz.

Gleichzeitig fällt für Stahlinteressierte und Nerds immer wieder mal ein unbekannter oder besonders exotischer Stahl dabei ab, den man sonst nicht so leicht in einem bekannten Klingenformat zum Vergleichen in die Finger bekommt.

Und hier bietet der Spy27 offensichtlich nichts wirklich Neues.

Grüsse, pebe
 
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Peter1960

Moderator Spyderco Forum
Es gibt einen Kommentar mit der folgenden Frage, die nicht nur giovanni schon bewegt hat: „After all that, only one question. Why?“ …..
Ja das habe ich auch gelesen und die Frage ist zwar knapp formuliert, jedoch gut.

Mein Ansatz dazu:
Seitens Spyderco ist man bereits seit mehreren Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, dass CPM S30V nunmehr schon langweilig sei, denn die ewig Fortschrittsgläubigen fürchten sich vor Stillstand.

Also "entwickelt" man mit einem amerikanischen (das ist patriotisch wichtig) Hersteller einen "neuen" Stahl, benennt ihn passend und macht ihn sich exklusiv zu eigen. Das man dabei verarbeitungstechnisch in der hausinternen Produktion beim Maschinenpark etc. keine großen Umstellung machen braucht, ist höchst angenehmer Nebeneffekt.

Irgendwie kommt mir da die Epoche mit ATS-55 in den Sinn, aber das betraf damals die Fertigung in Japan und ist ja auch schon um die 20 Jahre her. Auch da ist und wäre die "Why"-Frage berechtigt gewesen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:

güNef

Premium Mitglied
Servus,

Also "entwickelt" man mit einem amerikanischen (das ist patriotisch wichtig) Hersteller einen "neuen" Stahl, benennt ihn passend und macht ihn sich exklusiv zu eigen. Das man dabei verarbeitungstechnisch in der hausinternen Produktion beim Maschinenpark etc. keine großen Umstellung machen braucht, ist höchst angenehmer Nebeneffekt.

hinzu kommt noch das abschätzbare Risiko durch Reklamationen oder Kritik, wenn man einen nur leicht zur Exklusivität abgewandelten Stahl als "neu und zeitgemäßer" verkauft, dessen Legierungsbasis aber dennoch bewährt ist und unter den Anwendern für keine unangenehmen Überraschungen sorgen wird. :)

Gruß, güNef
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Ok, nächste Frage: Wenn es denn so ist, wie von Peter1960 vermutet, warum hat Spyderco sich dann nicht für den erst vor kurzem - Ende 2019 - von Crucible herausgebrachten CPM S45VN als Ablösung für S30V entschieden? Bezüglich dem Larrin Thomas im Blog Crucible S45VN Steel – Everything You Need to Know nach eingehender Untersuchung zu folgender Schlußfolgerung gelangt:

„S45VN shows improved toughness and corrosion resistance relative to S30V along with similar edge retention. Or slightly reduced toughness relative to S35VN but with improved corrosion resistance and edge retention. It shows a better overall set of properties, I think, making S45VN a good upgrade to either S30V or S35VN.“

Beim Spy27 bleibt dann noch der kleine Unterschied wie beim Jodeldiplom: Man hat was Eigenes ;)

R’n‘R
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Die Antwort könnte so aussehen:

Die Entwicklung eines Stahls nimmt einige Zeit in Anspruch. Irgendwann entschließt sich Spyderco, den S30V durch eine aktuelle Variante abzulösen und beauftragt Crucible, den Spyderco-exklusiven SPY27 zu entwickeln.

Crucible sieht darin eine Gefährdung seines generellen Absatzes von S30V und entwickelt - da man ja nicht nur an Spyderco verkauft - parallel eine Alternative für den allgemeinen Markt. Beide Stähle werden etwa zeitgleich fertig.

Das btw interessante Ergebnis: Auf verschiedene Weise designt gelangt man am Ende zu mehr oder weniger demselben - leicht optimierten - Ergebnis im Vergleich zu S30V und S35VN.

Spyderco nutzt für seine Standardmesser den SPY27. In der Pipeline aktuell zunächst: Manix 2 Lightweight, Native 5 Lightweight, Para 3 Lightweight.

Um auch den S45VN umsatzmäßig auszuschlachten, wird er für Sprint Runs genutzt: Para3 CPM-S45VN Forest Green G-10 (Diamond Arc Pattern), ParaMilitary2 CPM-S45VN Forest Green G-10 (Diamond Arc Pattern) …

R’n‘R