Fällkniven F1L3Gmm Next Generation

leicam62003

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In die Expertengemeinde einen guten Abend.

Vorweg: Ich bin mehr der stille Leser und profitiere auf Grund von Ermangelung des Expertenwissens im Thema aus diesem Forum - dafür erst einmal besten Dank.
Schon bewundernswert, was hier alles an Expertise aufgestellt wird. Aber gut, meine Stärken liegen in anderen Themenbereichen.
Dennoch, eine kleine Leidenschaft für Messer habe ich auch und es haben sich über die Jahre des beginnenden Interesses bislang 4 Folder und ein jap. Küchenmesser "angesammelt".
Es fehlte trotz starker Neigung zu Foldern wie z.B. CR oder Fällkniven PXL Marron und ein Hoback Sumo (hier aus dem Forum) eines mit fester Klinge.
Jetzt bin ich nicht der Nutzer des Herrn und arbeite damit hart im Wald oder Outdoor (wobei ich immer auf Fernreise ein Extrema Ration H.F.1. mit führe-gute Dienste bisher).
Also habe ich mich hier im Marktplatz umgesehen und online die Seiten durchforstet. Die Fällkniven gefielen mir schon immer, aber ja, natürlich sind auch andere sehr schön anzusehen.
Über das F1 habe ich viel gutes gelesen und aufschlusssreiche Beiträge durchforstet. Also habe ich die F1 Serie wegen der Klingenlänge, die mir mit im Bereich von 100mm sehr liegt enger in das Portfolio aufgenommen.

Da stieß ich dann bei der Suche im Netz - jetzt bin ich endlich beim Thema - danke für die Geduld - auf das Fällkniven F1L3Gmm Next Generation gestoßen und hat mich sofert vom Finish und der Formsprache, dem Design abgeholt. Für MICH ein wunderschönes Messer. Auch wenn es ein gutes Angebot ist, meine ich, sicher etwas im Preis überhöht, aber was soll ich machen, es spricht mich einfach sprachlos an.
Hier im Forum wollte ich weitere Infos, bin aber nicht fündig geworden. Ich denke aber, so nach querlesen, der 3G Stahl ist nicht jedermanns Sache. Das mir aufgefallene Angebot eines Händlers und ein Telefonat über den 3G Stahl mit ihm, relativierten wieder die "konstruktive Kritik" am Material. Er wäre seit Ü20 Jahren Fällkniven Händler und arbeitet selber mit den Modellen in seiner Freizeit - er hielt den Stahl für hervorragend (kommt wohl drauf an, wo für er ihn einsetzt und was soll er auch anders sagen, meinerseits Vertrauensvorschuss?).

Wie auch immer, das F1 G3 Edition hat es mir angetan, meine (vll. seltsamen Fragen) an euch:

Für die Haushaltsarbeit wie Kartonagen aufschneiden, als Werkzeug bei Bastelarbeiten, Nahrungsmittelzubereitung (Klingendicke und Schneidform.... ich weiß) ist es aber kompromissbehaftet verwendbar?
Es soll ja nicht nur in der kleinen Sammlung liegen sondern seinen angedachten Zweck erfüllen (auch wenn ich kein Pilot bin :) ).

2 Nachtragsfragen:
- ist es eigentlich egal, mit welcher Richtung ich ein Messer auf einem Abziehleder (auf Brett montiert, mit verschiedenen Pasten) abziehe?
Also ich habe mir die Richtung beginnend von Klingenspitze zum Klingenanfang Richtung Griff angewöhnt (motorisch für mich besser kontrollierbar). Muss es anders herum sein?
- ist auf Grund der Schneide konvex auf etwas besonderes zu achten?
oh sind ja mehr als 2 Fragen
- kann der 3G überhaupt auf meinen Streichriemen mit Pasten abgezogen werden oder benötige ich für den Schärfeerhalt etwas anderes?
- und dann suche ich noch ein Buch über fest stehende Messer, ähnlich wie jenes mir hier empfohlene wie "Folder, alles über Taschenmesser"

Darf mich erst einmal bis hier her bedanken und wenn das schöne Stück eintrifft, kann ich bei Interesse ja einmal ein paar (vom Greenhorn) Eindrücke mit Bildern einstellen.

Besten Gruß, Dominique
 
Hi Dominique,

ich versuche mal eine weniger akademische Antwort zu geben, weil Formfaktor und Design für mich ein nachvollziehbares Hauptkriterium sein darf, wenn nur eine allgemeine Schneidtauglichkeit gefragt ist.

Eine 10cm Klinge ist tatsächlich recht universell und passt für vieles.

Konvex und stärker als 3mm ist dann schon ziemlich stabil oder outdoor tauglich - verträgt Grobheiten, schneidet aber nicht besonders leicht. Für einen Apfel taugt das eher weniger, Karton und Holz funktionieren gut.

Konvex ist schwieriger scharf zu halten, einen laminierten PM Stahl wie 3G umso mehr. Geht mit micro mesh oder Schleifpaste schon, ist aber bei 62 HRc müheselig und ohne Übung auch tricky.

Andererseit spricht der 3G gut auf einen Sieger Longlife Keramikstab an und ergibt eine brauchbare Schärfe.

Für das Fällkniven spricht der zuverlässig gute Schliff ab Werk, außer Rockstead kommt da keiner ran.

grüsse, pebe
 
@pebe allerbesten Dank für die Infos.
Kannst du auch etwas zur Abziehrichtung - Frage 1 sagen und evtl. einen Buchtip?

Einzig was ich mir zu dem Messer noch gewünscht hätte, wäre an Stelle eines Micartagriffes einen aus Holz. Aber naja, ......
 
Moin,
ich habe mein F1 schon viele Jahre, es ist noch aus dem gutmütigen VG10 Stahl. Es ist wirklich sehr universell verwendbar- da ist es nicht weiter verwunderlich, dass es von der schwedischen Luftwaffe geführt wird.

Bei der Wartung auf dem Leder gehst Du mit dem Klingenrücken voraus ohne Druck über das Leder.
Bei YouTube findest Du unzählige Tutorials zu diesem Thema.

Gruß Excalibur
 
Bei der Wartung auf dem Leder gehst Du mit dem Klingenrücken voraus ohne Druck über das Leder.
Bei YouTube findest Du unzählige Tutorials zu diesem Thema.

Ist egal. Aber.

Für die runde Spitze musst Du die Klinge drehen, das geht für die Meisten einfacher, wenn es am Ende der Bewegung geschieht.

grüsse, pebe
 
Hi, ich hab auch ein F1 in Elmax. War mein erstes richtiges Outdoor Messer.

Es ist wirklich für harte Outdoor Einsätze konzipiert und wie @pebe schon schrieb für Nahrung eher ungeeignet. Auch für Basteleinsätze und Kartonagen wäre es ehrlichgesagt nicht meine erste Wahl.

Aber es klang durch, dass es dir sehr gut gefällt und du dich ja im Prinzip schon dafür entschieden hast.. :giggle:

Ich hatte damals keine Ahnung von Messern und schon gar nicht vom Schleifen und habe mit dem F1 einen generischen Chinaschleifstein ausgehölt, aber das Messer nicht scharf bekommen. Es hat sich eher gar nichts getan am Stahl. Anfängerfehler.

Dann ein bisschen eingelesen und dieses Video hier gefunden:

Mit diesen Schleifpads hat es dann sehr gut geklappt --> Mousepad Methode mit Micromesh

Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Netz liest man immer wieder über die Neigung von Fällkniven Messern zum chippen, besonders beim Zerwirken von Wild mit Knochenkontakt.
Wie ist da Eure Erfahrung? Es gibt ja unterschiedliche Stähle von Fällkniven, VG10, VGWolf, lamCos, ELMAX, 3G.
Nutzt das F1 jemand jagdlich?
Zum Thema Scharfhalten, wenn man sehr harte Stähle auf dem Leder abzieht, dann empfiehlt sich eine Diamantpaste oder ein Diamantspray.
Die Richtung ist nicht egal, wenn Du mit der Klinge voran abziehst, dann schneidest Du in das Leder! Bei balligem Schliff musst Du den Messerrücken soweit anheben, dass die Klinge leicht ins Leder beißt und dann mit sehr leichtem Druck arbeiten, sonst verrundet die Fase zu stark.
 
In die Runde ein Dank.

Zunächsteinmal, ich suchte kein Messer anwendungsbezogen, sondern eine Anwendung für das Messer :) Jaja, es gefällt und es soll im Rahmen der Nutzung einfach Spaß machen, Freude an ihm verbreiten. @TreKronor, hoffe du verstehst das, diesen leidenschaftlichen Unsinn :) und danke für die Verlinkung, habe ich mir angeschaut und wohl wenn das Messer die Leistung verliert diesen Weg gehen - ggf. voher ein wenig mit einem anderen Messer üben.
@excalibur ich habe YT auch nach der Abziehpraxis durchsucht und eben auch gesehen, aus einer Produktvorstellung, als das mit der Messerspitze beim Arbeitsgang begonnen wurde. Aber die Einwände klingen plausibel, werde mir also die Korrektur antrainieren.
@Kojak gibt es eine grob pauschale Körnung (wenn sich das so nennt), welche die Paste besitzen sollte - sehe, es gibt unterschiedliche Produkte.

Lt. Sendungsverfolgung war ich nicht im Büro. Die DHL Mitarbeiter wissen dem Anschein nach mehr als ich. Ich frage mich später einmal, wo ich denn war ........ kaum zu glauben.
Also Vorfreude geplättet, so hoffe ich, es kommt morgen.... vorsichtshalber setze ich mich mal an das Fenster und achte auf gelbe Lieferwagen ....... tsssss.....

Buchtip für feststehende Klingen?
 
Guten Morgen.

So, Messer ist angekommen und der erste Berührungskontakt war schon für mich beeindruckend. Auch visuell vermag das gute Stück einen besonderen Eindruck zu hinterlassen.
Bin zur Zeit nicht bei meiner Kamera (Berufspendler mit 370km) und ich muss erst einmal schauen, wie hier Bilder eingestellt werden.

Aber:
Etwas irritierend finde ich die Klingenpolitur, dessen Finish. Eine Seite sehr homogen im Erscheinungsbild, die andere hat im Licht eine Schattierung auf Grund einer anderen Oberflächenstruktur. So als wenn die Politurbürste am Ende noch eine Spur hinterlassen hat. Nichts was ich wirklich beanstanden würde, aber.... hm ....... naja - hätte "perfekter" sein können. Vll. wage ich mich selbst einmal an diese Seite.
Ansonsten ist m.E. die Verarbeitung schon sehr sauber und in Summe hinterlässt das Messer einen wertigen Eindruck, auch seitens des Gewichtes, satter Charakter.
Die Werksschärfe am Papier erwies saubere leichte Schnitte und auch am Unterarm müssen jetzt wieder neue Harre wachsen.
Ob mir die im Lieferumfang vorhandene Scheide wirklich gefällt muss ich noch prüfen, zweckmäßig sicher, adäquat zum Messer selbst gibt es vll. etwas schöneres. Aber naja, was will ich?
Ist ja keine heilige Kuh die auf einem Altar angebet wird. Der Farbton der in Neusilber verbauten Elemente unterstreicht nochmals die Linie des Messers selbst und veredelt es ohne aufdringlich zu sein.
Kurzum, wirklich ein schönes Stück.
 
Moin Leicam,
schön das Dein „Gral“ bei Dir angekommen ist. Tja mit den kleinen Schönheitsfehlern ist das so eine Sache.
Hier im Forum herrschen zwei Grundtypen der Messersammler vor.
- der Pragmatiker, der das Messer so akzeptiert, wie es kommt ( „ich richte mir das selber, wird ja eh benutzt“)
- der Perfektionist, der das Messer perfekt haben will ( „ich hab für 100% gezahlt, ich will auch 100% haben )

Ich persönlich zähle mich eher zu Typ1, ich hab noch kein Messer zurückgehen lassen🤷🏻‍♂️

Zum Thema „Scheide“ -
freundlich gesagt ist die jetzige Originalscheide ( hier gerne -Staubsaugerdüse- genannt ) praktisch, aber hässlich wie die Nacht.
Beim Release des F1 konnte mal zwischen zwei Lederscheiden wählen.
Eine Modell war eine offene Scheide, die tief am Gürtel hängt, ähnlich wie ein Puukko.
Das zweite Modell ist mit einer Lasche verdeckt, ähnlich einem WW2 Pistolenholster und sitzt hoch am Gürtel.
Damals gab’s noch eine erste, sauteure Kydex als separates Zubehörteil. Bei der zivilen Einführung des A1 und F1 in Deutschland 1996 steckte die Kydextechnik noch in den Kinderschuhen. So habe ich mir auch durch die nicht gut gefertigte Kydex die Flanken des F1 verkratzt 🥴
Vielleicht kannst Du eine der Lederscheiden noch irgendwo auftreiben, oder Du lässt Dir eine ( dann wirklich passende) Kydex anfertigen. Ein absoluter Profi in dieser Hinsicht ist Nestor ( Keidechse ) hier im Forum.

Gruß Excalibur
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Hier noch ein Foto von meiner, ja gebrauchten, laminierten VG 10 Klinge
IMG_5021.jpeg
 
Excalibur, danke für die Erläuterungen.

Naja, wenn ich ehrlich sein darf, was ich meist immer bin, ich mag die Kydex nicht, und wenn sie noch so gut und praktisch sind. Diese Naturmaterialien zumindest im Blick auf die Scheide, Leder also, mag ich viel lieber - fühlt und sieht "echter" aus. Vll. sollte ich einmal Emotion vom Sachverhalt trennen.

- der Pragmatiker, der das Messer so akzeptiert, wie es kommt ( „ich richte mir das selber, wird ja eh benutzt“)
- der Perfektionist, der das Messer perfekt haben will ( „ich hab für 100% gezahlt, ich will auch 100% haben )
die Lager sind mir auch bekannt, aus meinen anderen Hobby´s.
Früher war ich immer Lager 2, weil ich die Welt verändern wollte.
Heute bin ich Lager 1, weil ich mich verändert habe.

Naja, bisschen 1 und 2 steckt immer noch in 2 und 1, kommt auf den Wert und den Gegenstand an. Wenn Hersteller z.B. so sich selbst mit Qualität brüsten und viel TammTamm darum machen und das auch im Preis sichtbar und generell auch so ist - okay - dann werde ich aber tatsächlich Nr. 2, aus Prinzip.

Ich denke, wenn ich eine andere Lederscheide rein zum Spaß haben möchte, lasse ich sie auf das F1 anfertigen. Die sollte dann wie die deine aufgeführte eine offene sein - Steckscheide - und die Gürtelschlaufe auf ihrer Rückseite haben, für´s hohe Tragen geeignet sein. So wäre das m.E. für mich i.O. Bei meinen anderen Leidenschaften modifiziere ich im vernünftigen Rahmen auch gern, bedingt dadurch weil ich es kann und die Möglichkeiten dazu habe. Aber Lederbearbeitung gehört leider nicht dazu. Dieses Handwerk finde ich wahnsinnig interessant und ziehe (wie bei anderen auch) immer den Hut vor den "Handwerkerinnen und Handwerkern". *innen, gibt es die hier überhaupt?


Seht ihr meine Sig? Leicam ist ja naja (hätte bei Anmeldung mal länger nachdenken sollen) und jetzt habe ich schon als Männe einen weibl. (schönen ;)) Vornamen und lese ich ihn nicht.
Ist keine Kritik, aber persönliche Ansprache finde ich diesen anonymen Zeiten angenehmer.
 
Das einfachste wäre es, den Beitrag mit deinem Namen zu unterzeichnen.
Kaum ein Antwortender wird vorab erst deinen Account studieren. ;)

Diese Worte lagen mir auch im Mund, aber tatsächlich hatte Leicam den ersten Post mit seinem Klarnamen unterschrieben - Pardon, Dominique.

Persönlich gemeinte Grüße von Excalibur, der bei seiner ersten Anmeldung vor 19 Jahren unverschämtes Glück hatte, dass dieser griffige Nick noch frei war 🤭
 
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