Fehler im Stahl?

chapp

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Guten Abend allerseits,

habe mir von Marks Webshop ein Stück 1.2842 liefern lassen. Und natürlich am gleichen Tag ein Messer daraus gefertigt. Nach dem Härten habe ich, beim Polieren in der Klinge drei kleine Löcher (ca. 0,5 mm. breit und tief) festgestellt.
Mit 600er Schleifpapier rausgeschliffen(eine Qual bei einer gehärteten Klinge) Das Ergebnis war ernüchternd - noch mehr kleine Löcher an einer anderen Stelle.
Was ist das? Materialfehler?
Vom laienhaften Härten kann das ja nicht kommen, oder?
Ist das ein Grund den Stahl zu reklamieren, oder muss man mit sowas bei Werkzeugstahl rechnen?

Bedanke mich schon mal für die Antworten.
 
Schreib mal was zu deinem Härtevorgang!

So ist das ins blaue getippt, kenne das auch und weiß woran es bei mir lag, aber erzähl halt mal!!!

Einen Materialfehler schließe ich aber aus!

Tschau Torsten
 
Hallo Torsten,

gehärtet habe ich im Gartenkamin. Erhitzt bis unmagnetisch und abgeschreckt.
Zum Abschrecken habe ich mir ein Gefäß bis 2/3 mit Wasser gefühlt und oben eine Schicht aus Öl.
Hab mir gedacht, dass Wasser allein vielleicht ein wenig zu schroff wäre.
Mit Öl habe ich aber in meinen bischerigen Härteversuchen nicht so gute Ergebnisse erzielt.
Durch das Eintauchen durch das Öl ins Wasser wollte ich eventuelle Spannungsrisse verhindern.
Schlechte Idee?
Irgendwas muss beim Härten allerdings schiefgelaufen sein. Konnte zwar nach dem Härten Glas ritzen, aber beim Anlassen im Backoffen bei 200 Grad (bin gerade dabei) habe ich fast keine verfärbungen auf der Klinge.
 
Nehme die letzte Aussage zurück. Die Klinge hat jetzt nach 1Std. bei 170 Grad und 1/2 Stunde bei 200 und jeweiligem Abschrecken in lauwarmen Wasser die Farbe von hellem Messing angenommen
 
Also erstens härtet 1.2842 in Öl komplett durch und wird auch in Wasser keinen Deut härter. Was allerdings beim Wasserhärten passieren kann, ist, das Spannungsrisse auftreten.

Frage: wie weit war die Klinge vor dem Härten bearbeitet? Und waren die Löcher schon vorher zu sehen?

Härten im Gartenkamin heißt mit Holzkohle und Blasebalg oder wie? Lag die Klinge länger auf den glühenden Kohlen während Luft geblasen wurde?
 
Öl Öl und nochmals Öl, Wasser hat da nix zu suchen bei solchen Stählen.

Ansonst antworte erst mal auf Achims Fragen.

Tschau Torsten
 
Die Klinge war vor dem Härten bis 1200 geschliffen. Hab da keine Fehler gesehen. Hab aber ehrlich gesagt nicht so genau geschaut.
Dass mit den Holzkohlen trifft zu. Die Klinge lag etwa 20 min. auf den Kohlen, und ich hab auch fast die ganze Zeit über einen Haartrockner drauf gehalten. Jetzt werde ich gesteinigt, oder?
 
Im Ernst, kann dass dem Stahl schaden, wenn man beim Erhitzen die Zuluft auf die Klinge richtet? Wenn ja, ist das dann nur ein optischer Mackel?
Hab ehrlich gesagt keine Idee, wie ich meinen Gartenkamin anders auf Temperatur halten kann.
Kann mir jemand einen elektrischen Härteofen empfehlen, der noch einigermassen bezahlbar ist? Sollte mindestens 30cm. Brennkammerlänge haben.
 
Würde sagen, dass die "Löcher" eingebrannt sind. Die Kohlen (wohlgemerkt nur die und nicht unbedingt die umgebende Luft) erreichen, mit normaler Luft angefacht, Temperaturen, die problemlos zum Schmelzen von Stahl reichen. Wenn jetzt der Stahl so auf dem Kohlen liegt, dass er sie berührt und nicht darin bewegt wird, dann können sich auf der Oberfläche Stellen bilden, an denen der Stahl sprichwörtlich verbrannt ist. Das werden Deine "Löcher" in der Klinge sein.

Was nennst Du denn bezahlbar? Ist ja individuell verschieden.
 
bei 300, wäre die Schmerzgrenze meiner Frau fast schon erreicht:) Kann aber auch ein gebrauchter sein.
 
Für 300 Euro bekommst Du mit sehr viel Glück und noch mehr Suchen einen schlechten bis mittelmäßig erhaltenen Gebrauchten ohne Regelung. Neue in guter Qualität mit Muffel ab 300 mm und Regelung gibts nicht unter 1500 bis 2000 Euronen.

Zudem, was hat denn die Schmerzgrenze Deiner Frau damit zu tun? Die will das Ding doch nicht kaufen! :D
 
Hi Chap,

ich habe mal versucht, mit 1.2842-Flachmaterial aus einem Buchenrundstab einen Schlitz aus zu brennen. Erhitzt wurde der Stahl mit dem Propanbrenner auf ca. 850 Grad. Ab der 2. Hitze bildeten sich dort, wo Holzpartikel hängen blieben, genau die von Dir beschriebenen Oberflächenfehler. Den Grund mag jemand anderes erlären, mir ist es jedenfalls relativ rätselhaft bzw. meine Vermutung der Ursache hinreichend ungewiss.

Billiger Härteofen mit "optischer" Temperaturkontrolle:
Man nehme ein Ofenrohr, umwickele es mit Steinwolle oder ummauere es mit Ytong. Nicht vergessen, das eine Ende zu verschließen. Jetzt wird ein Propanhartlötbrenner (z.b. CFH turbo 27) von vorne in den"Ofen" gehalten. Die andere Hand hält mittels Gripzange die Klinge ins Feuer.
Das reicht bis 20 cm Klingenlänge (der Erl hängt aus der Flamme).

@AchimW: Da habe ich meinen Heraeus 170S mit 75 € ja komplett unterbezahlt :)

Gruß
Reiner
 
Achims Erklärung ist wohl die richtige, jedenfalls plausibel und angesichts der hier geschilderten Vorgehensweise die naheliegendste.
Etwas anderes wundert mich aber doch: Habe ich richtig gelesen, daß die Klinge oben auf den Kohlen lag und von o b e n Luft zugeführt wurde ?.

Freundliche, wenn auch verwunderte Grüße

U. Gerfin
 
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