Gewichtsersparnis beim Flacherl - sinnvoll?

painless potter

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Für mein letztes Modell habe ich 2 Rohlinge fertiggestellt aus 3,2 mm Niolox, eines mit Bohrungen zur Gewichtsersparnis und das andere ohne. Auf der Briefwaage ist das Resultat allerdings sehr ernüchternd, es sind gerade einmal 10 Gramm Differenz, also 70 g zu 80 g ohne Bohrungen.

Jetzt meine Frage: Ist der Aufwand dafür überhaupt gerechtfertigt? Spürt man diese 10 Gramm im Gebrauch überhaupt? Zumal die Bohrungen ja auch noch mit Kleber zulaufen, der sicher dann auch wieder einige Gramm zusätzlich ausmacht?
Positiver Effekt der Bohrungen ist natürlich der bessere Halt der Griffschalen, da der Kleber sich besser verzahnt.

Wie ist eure Einstellung dazu?
 

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maidn

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Wie du schon sagst, die gewichtsersparnis ist relativ da auch etwas mehr Kleber platz hat.

Ich bohre ausschließlich der Festigkeit halber, weil ich glaube das der Kleber durch die verzahnung eine bessere Verbindung schafft.

Gruß
 
G

gast

Gast
Ich finde das schon viel, sind ja mehr als 10% Gewichtersparnis. Hinzu kommt die andere Balance des Messers nachher .. aber das kannst nur Du beantworten, wenn du das Messer in der Hand hast.

Im Prinzip, wenn nicht auf Durchschlagskraft ankommt, ziehe ich das Leichte dem Schweren immer vor.

Gruß Jürgen
 

heiko häß

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Hi Nils
Ich bohre auch eher weil ich denke das die Verklebung besser hält. Sinn macht das meiner Meinung nach erst ab 5mm Klingendicke. Ich habe gerade eine 6mm Klinge angefertigt , bei der merkt man durchaus einen Unterschied
 

Stahlfriseur

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Wenn ich Gewicht sparen will, fräse ich den komletten Erl bis auf 5mm am Rand und ein paar Zwischen-Stegen aus und bringe zur Sicherheit ein paar mehr Nieten am Griff an. Das hält problemlos und spart geschätzte 30-40% Gewicht(je nach Klingenform und Größe des Griffs gibts da natürlich Unterschiede)

Beste Grüße
 

Flaming-Moe

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Wenige große Löcher bringen mehr Ersparnis, als viele kleine.
Ich bohr immer mittig große fürs Gewicht und dazwischen am Rand kleine für den Kleber.
 

Headshrinker

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Denke auch mal, dass du mit weniger aber größeren Löchern weiter kommst. Hab mit den gegebenen 3,2mm Erldicke mal kurz nachgerechnet: Bei 10mm-Löchern statt 5mm z.B. steigerst du die Massen- bzw. Volumenersparnis um das 4-fache, bei 12mm-Löchern um das 6-fache.

Grundsätzlich bringt es auf jeden Fall eine spürbare Ersparnis. Hans Klemm z.B. macht das schon lange bei seinen Feststehenden und mir fällt bei ihm immer wieder auf, wie leicht selbst große Messer in der Hand liegen. Wenn dann noch ein tapered tang hinzukommt: :super:

Im vorliegenden Fall könntest du wahrscheinlich mit einem kleineren Ricasso noch einige Gramm sparen, ist natürlich wieder eine Designfrage.

Wieviel davon durch den Kleber wieder wettgemacht wird? Keine Ahnung, wie ist das spezifische Gewicht von 2K-K? ;)
 

AchimW

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Ich bohre nie, mache lieber einen nach hinten dünner geschliffenen Erl. Das der Kleber bei zwangsläufig durch die Bohrungen weniger zur Verfügung stehenden Oberfläche besser hält, halte ich für ein Gerücht. Wenn man die Bohrungen hingegen mit Kleber füllt und darauf hofft, dass man sozusagen die Griffschalen über einen fetten Spalt miteinander verklebt, was ebenfalls suboptimal ist, verliert man wieder einen guten Teil der Gewichtsersparnis der Bohrungen.

Wenn ich Gewicht sparen und Stabilität gewinnen will, dann mach lieber gleich 'nen Steckerl.
 

cugar

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Hi,

ich denke das es schon was ausmacht, nicht unbedingt wegen der Gesamtgewichtsersparniss, sondern um das Messer nicht zu Grifflastig werden zu lassen.

Obs bei Kleben hilft? Ich würde ehr darauf tippen das eine grössere Fläche
sich besser verklebt als eine kleine.
Das "verzahnen" wird ja durch die Pins überflüssig, diese verhindern ja ein abscheren des Klebers, und nur auf Zug belastet ist die grössere Fläche im Vorteil.


Alex
 

Hermel

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Hallo

Ich finde das Anbohren des Erls für sinnvoll,um so kürzer eine Klinge ist,
um so mehr Bohrungen mach ich rein.
Am liebsten hab ich den Schwerpunt des Messers so in Höhe des Zeigefingers oder knapp dahinter.Dann liegt für mich prima in der Hand.

Die Gewichtsersparnis ist eher Zweitrangig.Dafür könnte man auch einen dünnere Klinge und ein leichteres Griffmaterial verwenden.

Das Kleben bekommt dadurch glaub auch eine höher Festigkeit,in den Bohrungen bilden sich so Klebefugen die 90° zur klinge stehen.
Also auch zusätzliche Klebefläche.

Grüße

Hermann
 

dirkb

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Also auch zusätzliche Klebefläche.

Interessante Theorie. Aber einleuchten will sie mir nicht. Die Fläche der Griffschale bleibt doch immer gleich, ob mit Bohrungen im Erl oder ohne. Die Klebfläche kann also durch die Bohrungen nur kleiner werden, insbesondere wenn die Löcher nicht vollständig mit Kleber ausgefüllt werden. Aber größer?:confused:
 

Hermel

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Klar bleibt die Fläche der Griffschale gleich,aber durch die Klebeflläche in den Bohrungen kann der Kleber auch Kräfte in anderer Richtung aufnehmen.
Also dürfte meiner Meinung nach die Klebung hochwertiger sein als ohne Bohrungen.

Ich hab auch schon Griffschalen von innen angebohrt,aber haupsächlich um den Griff unsichtbar zu verstiften.
In die Bohrungen hab ich dann abgesägte Gewindestücke geklebt.Bis jetzt halten die Bombenfest.

Hermann
 

Mike64

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Wenn es Dir um das Gewicht geht, verjünge den Erl nach hinten soweit es geht. Das spart je nach Dicke des Material und Grifflänge wirklich Gewicht.
 

natto

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UHU plus hat eine Dichte von ~1,1, daraus ergibt sich eine Gewichtseinsparung von 6/7 für verfüllte Bohrungen im Vergleich zu Luftlöchern. In meinen Augen macht das Verfüllen Sinn, weil ich nicht weiß, was in den Luftlöchern passiert - auch wenn das Messer in der Sonne nicht anfängt LaPaloma zu pfeifen. Von PainlessPotters 10g Gewichtsersparnis durch bohren blieben noch 8,6g das ist doch in Ordnung. Noch mehr Gewichtsersparnis bringt die Rundfeile. Perfektionisten dürfen die Löcher natürlich mit aufgeschäumten Harz füllen. ;)

Die Diskussion um Belastbarkeit von Verklebungen geht ja ein wenig am Thema vorbei, wäre bei dem regen Interesse vielleicht einen eigenen Thread wert.

Ich habe mal gelernt daß Verklebungen mit Kunstharz auf fein geschliffenen Oberflächen belastbarer sind als auf grob geschliffenen Flächen. Solche Verklebungen sind mechanisch kaum ohne Schäden zu trennen. Schockbelastungen können durch Stifte oder Nieten abgefangen werden. Natürlich ist eine vollflächige Verklebung der Griffschalen robuster, als eine Verklebung auf durch Bohrungen auf 1/3 reduzierter Klebefläche. Aufgegangene Verklebungen sind aber meist auf ungeeignetes Material oder Fehler in der Verarbeitung zurückzuführen, nicht auf die Verringerung der Klebefläche.

Gruß, Holger
 

less

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Hallo Leute,
ich bohre auch meistens Löcher in den Flacherl, dabei steht aber nicht das Gewicht per se im Vordergrund, sondern die Balance.

Ich fange mit kleinen Löchern an, spiele etwas mit dem Rohling in der Hand. Wenn es "noch nicht stimmt" werden die Löcher größer und zur Not werden noch weitere kleine Löcher zwischen den Großen gebohrt.
Ich sehe das eher unter "Feintuning".

Wenn ich wirklich ein ganz leichtes Messer machen will geht das schon in die Planung ein: Spitzerl, Kurzerl oder sehr dünnes Klingenmaterial, keine schweren Parierstangen/Knäufe und Griffmaterialien.

Grüße aus Heidelberg!
less
 

docrim

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@ less

Und wie berücksichtigst du das Gewicht der Griffschalen,
das später hinzukommt bei dieser Methode?
 

nepolsky

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Mahlzeit
Ich persönlich halte es genau wie Achim .... alles andere macht für mich keinen Sinn.

Gruß Ralf