pebe
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Grandjean Hirschhorn Linerlock - Burgedition
Einige Zeit war ich auf der Suche nach einem Hirschhornklapper. Nicht zu groß, nicht zu klein, noch EDC tauglich, aber stabil.
Allerdings. Diesmal mit Metallbacken in eher klassischer Form. Und. Monostahl.
Der Markt für solch ausgesuchte Stücke ist überschaubar, meine Suchanzeigen diesbezüglich blieben ergebnislos und Custom Aufträge für Monostahl sind meist zu teuer. Aber nicht immer.
Denn. Irgendwann entdeckte ich auf der Homepage von Coutellerie Berthier einen solchen Hirschhornklapper - Linerlock mit gehämmerten Stahlbacken und Monostahl. Ein Einzelstück wie das Haus Berthier kommentierte.
Und. Made by Joel Grandjean. Custom.
Joel ward zügig angeschrieben, die Details geklärt und der Wunsch nach ebensolchen prägnanten Hirschhornschalen und Bolstern kundgetan - eine Burgedition.
Unter den Weihnachstbaum hat es nicht mehr geklappt, aber einen Tag vor Silvester kam er an.
Et voilà - Joel Grandjean Hirschhornjäger
Die fein satinierte Klinge ist aus RWL34 PM-Stahl, genau 8,7cm lang und knapp 3,5mm breit mit Taper zur feinen Spitze.
Länge geschlossen, glatte 11cm.
Die Klingenform ist ähnlich meiner Froberg Hirschhornklapper Klinge - eine alltagstaugliche wie optisch ansprechende Form.
Die Klinge ist bei Joel jedoch breiter als das Bolster. Normalerweise optisch nicht so mein Ding, doch hier passt es ganz gut für mich - denn es wirkt sehr aufgeräumt und ist formschlüssig ausgeführt.
Thomas machte an der Stelle einfach den Griff etwas breiter, wodurch dieser griffiger wird, dafür aber etwas weniger Rutschhalt bietet.
Bei Joel ist hingegen die Klinge mit wirksamen Fingerschutz gegen Abrutschen umgesetzt.
Am Ende eher eine Frage des Geschmacks und der Formsprache - funktionieren tun beide Messer gut und beide liegen ausgezeichnet in meiner großen Hand.
Die Backen sind nun in der Burgedition nicht aus gehämmerten Edelstahl wie beim Messer von Berthier, sondern aus Mosaikdamast, den Joel allerdings nicht selbst herstellt.
Das Muster ist dreidimensional, man könnte fast meinen, es wäre eine Gravur im Negativ - also das überflüssige Material um das Motiv entfernt statt durch Vertiefungen dargestellt.
Mit viel Phantasie in der Weihnachstzeit - ein wilder Eiskristall.
Jedenfalls. Eine ausgesprochen schöne Arbeit. 🥰
Das Hirschhorn selbst stammt aus den Vogesen. Es ist ziemlich flach geschliffen und trägt in der Breite nur wenig auf, sodass der Griff noch schmal genug für den Hosensack bleibt und dennoch gut in der Hand liegt. Zu guter Letzt hat Joel das Horn flambiert.
Ergibt eine herrlich bernsteinige Farbe, die auch im Zeitablauf so bleibt und nicht weiter nachdunkelt.
Fire & Ice.
Das Gewicht. Satte 133g bringt der Franzose auf die Küchenwaage.
Mon dieu!
Für seine Lordschaft, Virgil IV vom Kaiserstuhl langt das nicht mehr für einen Platz im Hosensack. Auf der Burg jedoch wird die Large-Sebenza-Klasse bei stabilen Klappern noch akzeptiert.
Dass der Franzose dennoch typisch fein ausgeschliffen ist und auch bei Tisch zu überzeugen weiß, sollte bei diesem Stammbaum nicht verwundern.
Wie bei Joel üblich, gibt es trotz Linerlock einen langen Backspacer für solide Stabilität, auch weil dünne Titanliner verbaut sind. Dafür gibt‘s dann zusätzlich Slipjoint Optik.
Der Backspacer ist rostfrei aus Z20 und im Gegensatz zu einem Slipjoint auch sehr leicht sauber zu halten, da nach beiden Seiten offen.
Und. Das Ganze ist gewohnt sauber eingepasst.
Auch gut zu erkennen, die Damastzeichnung, die es auf allen Seiten der Backen gibt.
Wie bei all meinen Grandjean, gibt es keinen Auschnitt in Liner und Scale zum Lösen des Locks. Die Linien bleiben damit sauber ohne Unterbrechung - wie bei einem Slipjoint. Encore une fois. 😋
In der Variante mit Metallbacken gelingt dies trotz der dünnen Titanlinern perfekt, denn die Backen sind dick genug für einen sauberen Ausschnitt innen.
Ein Jimping oben an der Klinge unterstreicht den kernigen Charakter meines Vogesenjägers.
Wer jetzt jedoch denkt, der Grandjean wäre ein voluminöses heavy duty Eisen liegt falsch.
Wie man gut erkennen kann, ist der Grandjean nicht weit vom Platzbedarf eines Perceval L08 entfernt. Dabei sogar etwas kürzer und nur wenig breiter.
Jedoch. Bildlich gesprochen liegt beim Grandjean der Eindruck auf dem Griff, beim Perceval mehr auf der Klinge.
Dagegen hilft nur beide besorgen. 😁
Jedenfalls. Ich kann euch versichern, dass es mir nicht in Gänze gelungen ist, die Schönheit der Materialien einzufangen.
Die Damastbacken haben diesen typischen Metallschimmer, den es so nur bei rostenden Damast gibt. Das Hirschhorn hat den Glossyeffekt, der üblicherweise nur Percevals nobelsten Wurzelhölzern zuteil wird.
Das neue Jahr hat damit ganz gut angefangen, wie ich meine. Das kann gerne so bleiben.
Euch allen ebenso ein gutes Neues Jahr.
grüsse, pebe
Einige Zeit war ich auf der Suche nach einem Hirschhornklapper. Nicht zu groß, nicht zu klein, noch EDC tauglich, aber stabil.
Allerdings. Diesmal mit Metallbacken in eher klassischer Form. Und. Monostahl.
Der Markt für solch ausgesuchte Stücke ist überschaubar, meine Suchanzeigen diesbezüglich blieben ergebnislos und Custom Aufträge für Monostahl sind meist zu teuer. Aber nicht immer.
Denn. Irgendwann entdeckte ich auf der Homepage von Coutellerie Berthier einen solchen Hirschhornklapper - Linerlock mit gehämmerten Stahlbacken und Monostahl. Ein Einzelstück wie das Haus Berthier kommentierte.
Und. Made by Joel Grandjean. Custom.
Joel ward zügig angeschrieben, die Details geklärt und der Wunsch nach ebensolchen prägnanten Hirschhornschalen und Bolstern kundgetan - eine Burgedition.
Unter den Weihnachstbaum hat es nicht mehr geklappt, aber einen Tag vor Silvester kam er an.
Et voilà - Joel Grandjean Hirschhornjäger
Die fein satinierte Klinge ist aus RWL34 PM-Stahl, genau 8,7cm lang und knapp 3,5mm breit mit Taper zur feinen Spitze.
Länge geschlossen, glatte 11cm.
Die Klingenform ist ähnlich meiner Froberg Hirschhornklapper Klinge - eine alltagstaugliche wie optisch ansprechende Form.
Die Klinge ist bei Joel jedoch breiter als das Bolster. Normalerweise optisch nicht so mein Ding, doch hier passt es ganz gut für mich - denn es wirkt sehr aufgeräumt und ist formschlüssig ausgeführt.
Thomas machte an der Stelle einfach den Griff etwas breiter, wodurch dieser griffiger wird, dafür aber etwas weniger Rutschhalt bietet.
Bei Joel ist hingegen die Klinge mit wirksamen Fingerschutz gegen Abrutschen umgesetzt.
Am Ende eher eine Frage des Geschmacks und der Formsprache - funktionieren tun beide Messer gut und beide liegen ausgezeichnet in meiner großen Hand.
Die Backen sind nun in der Burgedition nicht aus gehämmerten Edelstahl wie beim Messer von Berthier, sondern aus Mosaikdamast, den Joel allerdings nicht selbst herstellt.
Das Muster ist dreidimensional, man könnte fast meinen, es wäre eine Gravur im Negativ - also das überflüssige Material um das Motiv entfernt statt durch Vertiefungen dargestellt.
Mit viel Phantasie in der Weihnachstzeit - ein wilder Eiskristall.
Jedenfalls. Eine ausgesprochen schöne Arbeit. 🥰
Das Hirschhorn selbst stammt aus den Vogesen. Es ist ziemlich flach geschliffen und trägt in der Breite nur wenig auf, sodass der Griff noch schmal genug für den Hosensack bleibt und dennoch gut in der Hand liegt. Zu guter Letzt hat Joel das Horn flambiert.
Ergibt eine herrlich bernsteinige Farbe, die auch im Zeitablauf so bleibt und nicht weiter nachdunkelt.
Fire & Ice.
Das Gewicht. Satte 133g bringt der Franzose auf die Küchenwaage.
Mon dieu!
Für seine Lordschaft, Virgil IV vom Kaiserstuhl langt das nicht mehr für einen Platz im Hosensack. Auf der Burg jedoch wird die Large-Sebenza-Klasse bei stabilen Klappern noch akzeptiert.
Dass der Franzose dennoch typisch fein ausgeschliffen ist und auch bei Tisch zu überzeugen weiß, sollte bei diesem Stammbaum nicht verwundern.
Wie bei Joel üblich, gibt es trotz Linerlock einen langen Backspacer für solide Stabilität, auch weil dünne Titanliner verbaut sind. Dafür gibt‘s dann zusätzlich Slipjoint Optik.
Der Backspacer ist rostfrei aus Z20 und im Gegensatz zu einem Slipjoint auch sehr leicht sauber zu halten, da nach beiden Seiten offen.
Und. Das Ganze ist gewohnt sauber eingepasst.
Auch gut zu erkennen, die Damastzeichnung, die es auf allen Seiten der Backen gibt.
Wie bei all meinen Grandjean, gibt es keinen Auschnitt in Liner und Scale zum Lösen des Locks. Die Linien bleiben damit sauber ohne Unterbrechung - wie bei einem Slipjoint. Encore une fois. 😋
In der Variante mit Metallbacken gelingt dies trotz der dünnen Titanlinern perfekt, denn die Backen sind dick genug für einen sauberen Ausschnitt innen.
Ein Jimping oben an der Klinge unterstreicht den kernigen Charakter meines Vogesenjägers.
Wer jetzt jedoch denkt, der Grandjean wäre ein voluminöses heavy duty Eisen liegt falsch.
Wie man gut erkennen kann, ist der Grandjean nicht weit vom Platzbedarf eines Perceval L08 entfernt. Dabei sogar etwas kürzer und nur wenig breiter.
Jedoch. Bildlich gesprochen liegt beim Grandjean der Eindruck auf dem Griff, beim Perceval mehr auf der Klinge.
Dagegen hilft nur beide besorgen. 😁
Jedenfalls. Ich kann euch versichern, dass es mir nicht in Gänze gelungen ist, die Schönheit der Materialien einzufangen.
Die Damastbacken haben diesen typischen Metallschimmer, den es so nur bei rostenden Damast gibt. Das Hirschhorn hat den Glossyeffekt, der üblicherweise nur Percevals nobelsten Wurzelhölzern zuteil wird.
Das neue Jahr hat damit ganz gut angefangen, wie ich meine. Das kann gerne so bleiben.
Euch allen ebenso ein gutes Neues Jahr.
grüsse, pebe
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