Griffmaterial in mehreren Arbeitsschritten kleben?

romeoh

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Ich hoffe die Frage ist jetzt nicht allzu blöd für die Profis - und dass ich sie im Forum zumindest nicht gänzlich falsch platziert habe... :rolleyes:
Ansonsten bitte dahin verschieben wo die Frage besser aufgehoben ist...

Ich bin dran mir mal wieder ein Messer zu machen.
Für mich wird es ein Stück weit Neuland.

Es wird eine Klinge mit Steck-Erl.
Der Griff wird/soll aufgebaut werden: Büffelhorn, Vulkanfiber, Büffelhorn, 2x Fiber, Birkenrinden-Griffrohling, 2x Fiber, Büffelhorn.
(Von der Klingenseite nach "hinten" hin aufgezählt.)

Mein Problem:
Der eigentliche Erl ist nicht so lange. Er endet im Birkenrinden-Rohling.
Ich überlege nun ob es nicht sinnvoll/einfacher wäre, wenn ich erstmal so weit alles mit Epoxid fixiere wie der Erl reicht. Und erst in einem zweiten Schritt das Loch im Birkenrinden-Rohling fertig auffülle und die "Abschlußstücke" mit Epoxid aufklebe.

Gedankengang:
Ich kann die Teile mit Bohrung dann erstmal sauber und fest bis ganz nach vorne klopfen und da fixieren wo sie wirklich hin sollen.
Im Schritt Zwo kann ich mich dann drauf konzentrieren, dass die "Abschluß-Teile" sauber so liegen wie sie sollen.

Ich hoffe dass es für die Stabilität des Endprodukts keinen Unterschied machen würde?

Kann mir bitte das eine oder andere Forumsmitglied mit etwas mehr Erfahrung als ich sie habe seine Meinung dazu sagen?:confused::ahaa:
 
Ich würde an deiner Stelle zuerst nur das Büffelhornstück anbringen. Dazu passt du die Bohrung mit der Feile so an das du zwischen Büffelhorn und Erl auf der Klingenseite keinen Spalt hast. Auf der Griffseite kann der Spalt größer sein weil du ihn da mit Kleber auffüllen kannst. Damit ist das Büffelhorn schon am Messer fixiert.
Den Rest des Griffs würde ich in der gewünschten Reihenfolge zuerst verkleben und dort dann ein Loch reinbohren.
Du kannst die spätere Grifform jetzt schon bearbeiten. Dann musst du die Kontaktflächen zwischen Horn und dem restlichen Griff so anpassen das du den Griff auf das Messer steckst ohne das ein Spalt zwischen Griff und Horn zu sehen ist.
Du fixierst dann den Griff mit Loch nach oben und füllst mit Epoxidkleber, dort kannst du dann deine Klinge reinstecken.
Die Kontaktflächen solltest du auch dünn mit dem Kleber bestreichen.
Der überflüssige Kleber läuft beim zusammenstecken heraus und du kannst ihn wegwischen. Wenn der Kleber ausgehärtet ist kannst du den Griff fertig bearbeiten.

Gruß hxjd
 
Danke für die Antwort.:super:

Also, ich würde es schon vorziehen die ersten Büffelhorn- und Fiberstücke zusammen mit der Birkenrindenrolle anzubringen.
Erscheint mir am Zweckmäßigsten um alles ordentlich aufeinander klopfen zu können.

Aber ich glaube Deiner Antwort entnehmen zu können, dass man sich eher nicht so viel Kopf drum machen muss wenn man nicht alles auf einen Rutsch miteinander verklebt.
Das war ja meine Sorge, dass das nicht so optimal sein könnte..

Ich werde also wohl in zwei, wenn nicht gar drei Schritten mit dem Epoxid arbeiten.


Sollte die Sache zu einem vernünftigen und einigermaßen vorzeigbaren Endergebnis kommen, so werd ich das Corpus Delicti im Forum in einem gesonderten Thread vorzeigen..
Es wird eine bayerische Nickerklinge "verwurschtet" werden. Und am Ende kommt hoffentlich ein gänzlich unübliches, aber praxisgerechtes, Jagdwerkzeug dabei raus.:cool:
 
Danke.
Den verlinkten Beitrag werd ich mir nochmal in Ruhe und ausführlich zu Gemüte führen..

Bitte das mit dem Klopfen nicht überbewerten.
Ich habe den großen Vorteil dass der Birkenrinden-Rohling super (und stramm) passt von seiner Bohrung her.
Das Klopfen zielt nur auf eine Vermeidung von unerwünschten Spalten zwischen den Schichten ab.;)

Es geht mir wirklich mehr um die Frage ob ich eine unerwünschte Schwachstelle einbaue wenn ich nicht in einem Rutsch alles zugleich klebe.:rolleyes:
 
Moin romeoh,

was die Reihenfolge bzw. Materialzusammenstellung betrifft heatte ich persoenlich doch etwas Bedenken wegen der Stabilitaet.

Wenn du eine von diesen vorgeklebten Birkenrindenrollen verwendest ohne das der Erl komplett durchgeht und da hinten drauf noch Horn klebst koennte ich mir gut vorstellen das das ganze bei etwas seitlicher Biegebelastung bricht. Der Birkenrinden Rohling (Was auch immer du da hast) ist ja kein homogener Block aus Holz sonder auch nur zusammengepresste/geklebte Birkenrinde mit unzaehligen "Sollbruchstellen" ;).

Gruss !
henwilk
 
Der in meinen Augen sinnvollste Arbeitsgang ist erst einmal alle Stücke an den Klebeflächen richten und dann in der endgültigen Reihenfolge aneinanderlegen.
Dann den Erl oben auflegen, wie die Klinge später auch liegen soll und dann den Erl oben auf den Einzelteilen aufzeichnen.

Jetzt kannst du jedes sehr einfach jedes Einzelteil mit dem in der Stärke passenden Bohrer und mehreren Bohrungen mittig Lochen, die Löcher verbinden.
Das ist hier sehr einfach da du ja kürzere Stücke hast.
Klebst du erst und Bohrst dann ist dies deutlich schwieriger und fehleranfälliger

Das oberste Stück bohrst du etwas zu klein und feilst es dann genau passend.
Dann kannst du von oben bis unten anfangen und stück für stück auf den Erl stecken und die Passung testen.

Ich klebe dann erst den gesamten Griff und in einem zweiten Arbeitsgang den Erl hinein.
Dann brauchst du auch nicht zu klopfen und kannst die Klebegüte der Schichtungen einzeln testen.

Wenn du deutlich zu groß bohrst hast du evtl. danach Probleme mit dem Geraden einsetzen der Klinge.

Grüße,
Eisenbrenner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich würde bei so einer Konstruktion die Angel verlängern indem ich ein Stück Stahl anschweiße, was bis zum Endstück durchgeht, und dann passend schleife. Das die Angel irgendwo im Griff endet würde mir nicht gefallen.

Grüße

DHO
 
was die Reihenfolge bzw. Materialzusammenstellung betrifft heatte ich persoenlich doch etwas Bedenken wegen der Stabilitaet.

Wenn du eine von diesen vorgeklebten Birkenrindenrollen verwendest ohne das der Erl komplett durchgeht und da hinten drauf noch Horn klebst koennte ich mir gut vorstellen das das ganze bei etwas seitlicher Biegebelastung bricht. Der Birkenrinden Rohling (Was auch immer du da hast) ist ja kein homogener Block aus Holz sonder auch nur zusammengepresste/geklebte Birkenrinde mit unzaehligen "Sollbruchstellen" ;).

Genau das sind auch meine Bedenken. :(
Insbesondere: Wenn ich in zwei Stufen arbeite ist auch der "Kern", das Epoxid, nicht mehr "aus einem Guß". Und eben darauf zielt meine Frage ab.:rolleyes:


@Eisenbrenner:
Ich glaube dass ich mich nicht präzise genug für Dich (und Andere?) ausgedrückt habe..?

Also, ich probier es nochmal.

Die Klinge wird eine handelsübliche "bayerische" Nickerklinge mit Steckerl, so wie Du sie Dir z. B. bei Webermesser (Hirschkrone) im Internet ansehen kannst.
Nebst Fiber und Büffelhorn ist der Griff im Grunde ein Rohling, so wie man ihn z. B. bei Dictum beziehen kann. Der ist bereits vorgebohrt.
Und alles was vor der Birkenrinde ist, also zwischen Ricasso/Handschutz und dem Birkengriff eingebaut wird, wird bzw. ist schon gebohrt.

Mir geht es darum, dass der Erl schlicht nicht so lang ist, dass er bis ganz ans Griffende reichen würde. Knappe 3cm des Birken-Rohlings werden "leer" bleiben.
Folglich werden die Abschluß-Stücke aus Horn und Fiber nicht mehr gebohrt werden müssen.
Und nun frage ich mich ob es Auswirkungen haben könnte wenn ich die 3cm im Birkenrohling zunächst nicht mit Epoxid verfülle...
Sondern erst mal nur so weit klebe wie es auch einen Erl gibt. Und dann in einem weiteren Schritt nur noch den Abschluß aufklebe. Mehr als Aufkleben ist das ja nicht.

Zur weiteren Erläuterung:
Das Büffelhorn vor der Birkenrinde ist ohnehin schon auch der Stabilität geschuldet.
Üblicherweise, sieht man sich einen "normalen" Lederhosen-Nicker an, wird dort ein Metallband eingesetzt ehe es mit dem Hirschhorn losgeht.:steirer:
Grund ist, dass man an der Stelle (damit später der Finger noch bis zum Handschutz vorrutschen kann) nur vergleichsweise wenig Material stehen lassen kann.
In dem Bereich (etwa der Zeigerfingerbereich) wird bei mir dann statt einem Metallband das Büffelhorn sein.

Kurz gesagt:
Ich ändere nur die klassische Materialzusammenstellung ab.
Und werde dabei auch nicht instabiler unterwegs sein als die altbewährten Originale. Die üblichen Metallbänder haben nämlich keine Stabilisierende Funktion, sie sind eine reine Verblendung.
In Zahlen:
Normaler Hirschhorn-Nicker: 9cm Erl, davon die vorderen 2cm nur Verblendung mit Metallband, 7cm Hirschhorn mit Bohrung, dann der Rest ungebohrt.
Mein Projekt: 9cm Erl, davon ganz vorn gut 1cm Büffelhorn/Fiber, 8cm Birkenrinde, plus: den Rest von 3cm mit Büffelhorn-Abschlußkappe.
 
Das wird nix. Wenn die Angel in der Birkerolle endet wird sie Dir abbrechen. Dann its es egal ob Du in einem, in zwei oder in fünf Stufen geklebt hast. Entweder Du verängerst die Angel oder Du verstärkst die Birkenrolle.

Haebbie
 
Erl 2cm für Gewinde zurechtfeilen / -schleifen, Gewinde schneiden, Gewindehülse mit entsprechender Länge aufschrauben, gegebenenfalls mit Verklebung,
Griffabschluss mit passender Schraube gestalten - fertig.
Ach so: ZEIGEN!

Herzliche Grüße,
Jost
 
Zeigen: Ja.
(Aber nur wenn es in meinen Augen auch was geworden ist...:cool:)

Gewindehülse also...
Hm. :dejection: Ich lass das jetzt mal etwas sacken und auf mich wirken.

Definitiv werde nicht hinten eine Schraube draufsetzen.
In wie weit ich den Erl noch verlängere (und wie) und wie viel ich andersrum möglicherweise noch von der Birkenrolle wegkürze überleg ich mir noch.
Ist ja keine Terminsache, nur Hobby.:super:
 
Vorschläge wie man verstärken könnte?:confused:

So.

KchenmesserBirkengriffBausatzklein.jpg


KchenmesserBirkengriffBausatzIIklei.jpg


KchenmesserBirkengriffKomplettklein.jpg


Der eingeklebte Stab ist aus Hartriegel und geht vollständig durch den Griff bis auf die beiden Knochenplatten am Anfang und am Ende.

Viel Erfolg.

Haebbie
 
Zuletzt bearbeitet:
Du könntest den Erl auch ausschmieden bis er lang genug ist um den Griff zu vernieten …
Schaumermal :cool:
Jost
 
Holzstück einsetzen wär kein Problem. :super:

Ich schau mal was sich findet/ergibt.

Vielen Dank soweit!:encouragement:
(Wem noch was einfällt: Immer raus damit!:hehe:)
 
So, der Erl wurde verlängert.

Ich hatte tatsächlich noch "Originalteile" rumliegen...
Musste mal welche abschneiden und hatte die Stücke tatsächlich noch rumliegen.
Kurzer Schweiß-Einsatz in der Werkstatt um die Ecke - und nu ist der Erl lang genug. :super:

Ich bedanke mich einstweilen!
Und dann schau ich mal wann ich zum weiterbasteln komme..

Werd mich aber wohl zumindest heute erst mal um mein Drecks-Sky kümmern müssen.:mad:
 
Ich glaube dass ich mich nicht präzise genug für Dich (und Andere?) ausgedrückt habe..?
Sofort ersichtlich war es nicht aber das hätte man schon rauslesen können ;-)

Der verlängerte Erl sollte auf jeden fall zu einer Stabilitätsteigerung führen.


Hast du die Schweißstelle schon ordentlich angelassen?

Grüße,
Eisenbrenner
 
Hast du die Schweißstelle schon ordentlich angelassen?


:staun: Erschreck mich nicht!

Nein. Hab ich nicht.:eek:


Da ich aber momentan furchtbar viel um die Ohren habe :( - bin ich auch noch nicht dazu gekommen mit dem Messer weiterzumachen...
Es ist also noch nix verloren.
Wie soll ich das machen? :confused:
Klinge in den Ofen? 200 "Gräder"?:confused:
 
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