Härtegrade verschiedener Metalle und Wärmebehandlungen

Azkaenion

Mitglied
Hallo liebe Gemeinde!
Zwecks dem Wunsch mit meinem Sohn ein eigenes Schwert zu schmieden, beschäftige ich mich aktuell auch mit den Härtegraden verschiedener Metalle. Das Schwert soll ja nicht gleich Kratzer bekommen beim putzen oder Dellen, wenn man nur mal wo dran stößt aus Versehen.
Das es verschiedene Härte Messungen gibt weiß ich schon.
Z.b. Brinell, Vickers, Rockwell etc.

Belassen wir es bei Vickers.
Wobei HV wohl den gleichen Umrechnungswert hat wie HB und HB ist ja die Härte nach Brinell.

Nach Vickers hat der handelsübliche Edelstahl lediglich eine Härte von 213 HV bzw. 213 HV 0,5.

Wofür steht die 0,5 hinter der Bezeichnung HV?

Ein Schwert aus Edelstahl wäre gut, weil es nicht rostet.
Ist dann natürlich nicht zu schärfen.
Hätte dann aber eine Härte von 1000 HV 0,5

Jetzt habe ich aber keine Vorstellung davon ob das viel oder wenig ist.

Wieviel HV 0,5 hat z.b. Keramik?

Oder wieviel HV 0,5 hat ein gehärteter, kratzfester Stahl?

Bei normalem Edelstahl kann es ja schon reichen, wenn ich in meinem Poliertuch, oder auf der Oberfläche, ein paar Staubpartikel habe, um diese geswirrlten Kratzer auf der glänzenden Oberfläche zu erzeugen.

Ab welcher Härte tritt so etwas den nicht mehr auf?
 

Azkaenion

Mitglied
Was ich jetzt heraus gefunden habe ist, das die Zahlen hinter dem HV für das meßobjekt und Verfahren stehen.
Auch habe ich eine Tabelle gefunden, allerdings über verschiedene Edelsteine.
Da hieß es dann, bis zu einer Härte von 536 Hv noch mit einem Messer ritzbar.

Sprich das scheint schon recht hart zu sein.
Da kommen mit Sicherheit keine Kratzerchen durch das Scheuern der hemdsärmel in das Metall.

Ab einer Härte von 730 Hv würde man schon eine Feile zumr ritzen benötigen.
 

Manohara

Mitglied
dem Wunsch mit meinem Sohn ein eigenes Schwert zu schmieden
bei mir zu Hause gab es Holz-Schwerter und selbst die hatten bei den Erwachsenen nach dem Krieg (1950 bis 1960) keinen guten Ruf.
Diese Waffen-Skepsis halte ich im Prinzip auch für "richtig", aber das Projekt gefällt mir.
Welcher Pappa macht/kann das schon?
Viel Freude und Lerneffekte wünsche ich :)
(Grüße von mir aus dem Forum an den Sohn)
 

Azkaenion

Mitglied
Mein Vater hat zuerst Hufschmied gelernt und sich dann als Kunstschmied weiter gebildet. Hab hier selbst gefertigte Vase, schwere massive Kerzenständer usw. alles von meinem Papa. Als junger Bub mit 12 Jahren, hat er mich zum Spaß mal Enterhaken schmieden lassen. Die Sorte welche Ritter benutzt haben um die Mauer hoch zu klettern. Also die Landsknechte zumindest.
 

Birnbaum

Mitglied
Wofür steht die 0,5 hinter der Bezeichnung HV?
Wikipedia sagt es steht für die Prüfkraft in Kilopond und das kann ich aus Erinnerung an meine Werkstoffvorlesung auch bestätigen.

Es steht also weder für das Messobjekt, noch für das Verfahren. Das Verfahren ist bei Vickers immer gleich (10-15s mit einer pyramidalen Prüfspitze drücken). Wenn es abweichend gemacht wird, muss es dabei stehen. Andere Verfahren hätten dann auch eine andere Einheit, wie HB für Härte nach Brinell.
 

Azkaenion

Mitglied
Ich hatte nur eine Tabelle gefunden wo verschiedene Messobjekte aufgezählt wurden und die 0,5 fand sich bein den Dünnschichten. das meinte ich auch mit Messverfahren. War blöd ausgedrückt von mir.

Welche Härte benötigt man den jetzt, um die verzwirbelten Kratzerchen durch einfaches polieren, oder abwischen mit einem Tuch zu verhindern?
Die 213 vom normalen Edelstahl reichen ja nicht aus.

Aber 1000HV oder mehr, müssen es dazu ja sicher auch nicht sein.

Wie sind den eure Erfahrungswerte?
 

no bird

Premium Mitglied
Hallo
alle Messermacher die ich kenne härten oder lasse ihre Klingen nach Rockwell härten , auch die Messerindustrie
nennt die Härte ihrer Messer in Rockell .
Ein normales Küchenmesser hat ca. 56 HRC, viele Messermacher härten ihre Messer auf 60 Rockwell.
Feine Kratzer (keine tiefen Rillen) wird es bei einem Gebrauchsmesser immer geben.

Norbert vom Neckar
 

Azkaenion

Mitglied
Die Kratzer durch Gebrauch sind ja auch absoult okay. Mir geht es jetzt wirklich nur um die Härtegrade die so weich sind, das schon das Putzen zum zerkratzen reicht. Ab wann ist die Härte so hoch, das dies nicht mehr vorkommen kann und es "nur" Kratzer durch den Gebrauch gibt?
 

chamenos

Super Moderator
Moin

Du möchtst also mit deinem Sohn ein Schwert aus rostfreiem Stahl schmieden, dessen Verwendungszweck es dann sein wird, geputzt zu werden?!

Habe ich das bis hierher richtig verstanden?
 

Azkaenion

Mitglied
Jein. Das Schwert soll ausgestellt werden. Erfahrungsgemäß staubt mit der zeit alles ein. Es wäre einfach ärgerlich, wenn mit der zeit, nur wegen denm putzen, dann immer mehr Kratzerchen auf der Oberfläche erscheinen.
 

alxh

Premium Mitglied
Die 0,5 bei Vickers beschreiben die Prüflast, mit der die Pyramide ins Material gedrückt wird. Es gibt Tabellen, wo man die vergleichbaren Härten auch zb in hrc ablesen kann.

warum das Dekoschwert nicht einfach aus v2a schleifen und dann zum Polieren ein Tuch nehmen, welches nicht kratzt?

Schmieden von rostfreiem Stahl?
Ein Schwert für echte Übungen schmieden mit Härte als einzigem Kriterium?

viel Spaß beim Projekt. Es könnte viel Spaß machen und Zeit mit dem Kind ist unbezahlbar

Gutnacht
Alx
 

BastlWastl

Mitglied
Moin

Du möchtst also mit deinem Sohn ein Schwert aus rostfreiem Stahl schmieden, dessen Verwendungszweck es dann sein wird, geputzt zu werden?!

Habe ich das bis hierher richtig verstanden?
Wollen wir hoffen das es nur geputzt wird ;)

Ich denke, jeder der sich in der Lage fühlt ein Schwert zu schmieden und das auch noch so zu schleifen und polieren das es gut aussieht und keine erkennbaren Kratzer aufweist ?, sollte doch wohl wissen wie und aus was man sowas macht ?

Grüße Wastl.
 

DirkWitten

Mitglied
Welche Härte benötigt man den jetzt, um die verzwirbelten Kratzerchen durch einfaches polieren, oder abwischen mit einem Tuch zu verhindern?

hmmm, also "einfaches Polieren" müsstest Du mal definieren, ich wette, wenn Du ein Schwert aus Edelstahl mit solch einer Härte, die beim Putzen keinerlei Kratzer hinterlässt, selbst fertigst wirst du beim Glanz-Finish nach ausgiebigen Schleifen nicht um "maschinelles Polieren" mit Schleif- bzw. Polierpaste herumkommen. Wenn Du dann sowas mit einem sauberen Tuch putzt kann eigentlich nichts verkratzen.

Habe einige (Taschen)Messer aus Sandvik (12c27 und 14c28n) und die können nicht verkratzen, wenn ich die mit einem weichen Tuch reinige - allerdings reinige ich die klingen gründlich fast immer mit Universal-Feuchttüchern für alle Oberflächen ( 80 Stück für 0,89 Cent von Action)

Zwecks dem Wunsch mit meinem Sohn ein eigenes Schwert zu schmieden

Respekt, eine solche Schmiede, wie Du sie besitzt, hätte ich gern. Schwert ist schon echt eine Hausnummer, braucht einen "langen" Ofen oder viel glühende Kohle in einer langen oder großen Esse.
Guck doch mal bei den einschlägigen Stahllieferanten, die haben Flachstähle als Meterware fertig gewalzt und mit ca. 0,6% bis 0,8% Kohlenstoff sollte das Schwert dann hart und zugleich flexibel genug werden. Sollte für die Vitrine ausreichen