Das deckt sich nicht mit den Erfahrungen aus meinem Freundes- und Familienkreis. Für die meisten sind 18cm schon sehr groß. Am häufigsten wird da zu Messern zwischen 13 und 16cm gegriffen.
Da es bei Herder aber mit dem K5 und dem 1922 schon zwei Messer mit 18cm gibt, hätte ich auch ein Kochmesser um die 20cm für sinnvoller gefunden.
Ja, meine Frau macht alles mit 12-13 cm Gemüsemesser/Officemesser (Wüsthof, Nontron, Mac) - das Klischee von der Frau, die das ganze Essen mit einem Petty macht voll erfüllt. Wenn mal ein Kürbis oder was ähnlich großes gemacht werden muss, greift sie zum "riesigen" 15 cm Dick starren Ausbeinmesser, mein Messer fürs Grobe. Selbst mein Herder Santoku, ein echt gutmütiges mit 165mm recht kompaktes Messer ist ihr suspekt, die 185mm-240mm Gyutos - damit brauch ich gar nicht kommen, das sind ja Schwerter! Andererseits muss ich so nicht fürchten, dass mal ein nagelgängies Schanz Slim Line für's Dosenöffnen benutzt wird.
Daher halte ich den Ansatz von Herder, vor allem kleinere Messer zu bringen für recht marktgerecht - und für die Leute, die nicht "große" Messer fürchten gibt es ja mit dem K-Chef, dem großen 1922er auch was im Angebot, auch wenn so ein "richtiges" 240mm-260mm schon was tolles wäre. Und mit 235mm ist das neue Kochmesser ja auch etwas länger als der 240mm-Japaner-Standard wo du je nach Herkunftsgegendtradition eher bei 225-230mm Klingenlänge landest.
Ich hab das Petty und Santoku von der Serie und sie sind echt tolle, "bequeme" Messer, angenehme Griffe, sehr schneidfreudig (nagelgängig bei meinen Exemplaren), ohne das man sich Sorgen um Ausbrüche machen muss. Einzig beim Santoku fehlt mir etwas die Höhe und der Stahl könnte schnitthaltiger sein, ich würd den Stahl nach Jahren der Verwendung für den Standard-Solinger X50CrMoV15 halten (aber meine sind jetzt auch 5 Jahre alt, kann auch inzwischen ein anderer Stahl sein). Und die hübschesten sind sie mit den Übergängen zwischen Klinge und Griff jetzt auch nicht.
Das 185mm-Kochmesser find ich etwas stark bauchig für die Länge mit sehr wenig Flatspot, aber das ist bei der Konkurrenz aus Deutschland auch so. Wohl damit man mit so einem kurzen Messer noch einigermaßen Wiegen kann.
Die Preise sind aber trotzdem recht ambitioniert, selbst bei der Made-in-Germany-Konkurrenz bist du bei Wüsthof, Burgvogel, Dick, Heiso bist du bei mehr Bling bei gleichen oder niedrigeren Preisen.