Houston, we got a problem here [Bravo I & Rost]

jfive

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Hallo Leute,

als ich mein Bravo I das erste mal aus der Verpackung genommen habe, war die Klinge wohl überhaupt nicht gefettet, denn die Fingerabdrücke, die ich auf der Klinge hinterlassen haben, schienen sofort Oxidationen zu hinterlassen. Wie viel ich auch mit Zewa drüber gefahren bin, es ist nicht besser geworden. Ok dachte ich mir, wird die Klinge eben zukünftig geölt aufbewahrt. Doch jetzt hat sich auch im Bereich des Griffs am Stahl Rost angesetzt. Wie bekomme ich das am besten weg? Ich möchte nicht mit Schleifleinen oder ähnlichem hantieren, damit ich das Einheitliche Finish nicht zerstöre. Habe an so Dinge wie Nevr-Dull gedacht aber ich möchte auf keinen Fall das Micarta in Mitleidenschaf ziehen (ich weiß nicht, was in Nevr-Dull drin ist oder ob es u.U. mit dem Micarta reagieren könnte). Für Tipps bin ich dankbar!

Viele Grüße,
J5

Edit: Ich muss schon sagen, dass ich echt (negativ) überrascht bin, wie schnell der O1 rostet.
 
WD40, Nevr-Dull, Micromesh (http://www.micro-mesh.de/) - in der Reihenfolge.

Was das Rosten angeht - ich habe zig Messer aus rostendem Stahl, auch O1, auch Bark River. Dein Problem mit Rost kann ich nicht nachvollziehen. Dass die Dinger anlaufen, ok. Aber rosten tut hier nix. Und eingeölt habe ich auch noch kein Messer, nichtmal, wenns in der Lederscheide gelagert wird (jaja, Gerbstoffe, ich weiss, ich weiss...)

Pitter
 
Hallo J5,

das Bravo 1 ist aus A2 nicht aus O1 ;).
Der A2 gehört unter den Kohlenstoffstählen zu denen, die nicht dazu neigen besonders schnell Patina anzunehmen.

Deshalb gehe ich davon aus, das dass, was Du als Problem beschreibst, bei jeder anderen nicht eingeölten Kohlenstoffklinge an diesem Tag genauso passiert wäre.

Handschweiss kann eben an manchen Tagen agressiver oder weniger agressiv sein, d.h. das ganze ist meiner Meinung nach kein Stahlproblem.

Wenn Du die Fingerabdrücke beseitigen willst, kann Pitters Vorschlag nur zustimmen.
Sollte überhaupt kein Problem sein, zumal wenn Du in der Richtung arbeitest, in der gefinished wurde.

Grüße Lothar

P.S.: Als Hinweis in eigener Sache:
Alle Barkies, die wir versenden, werden vor der Versendung kontrolliert und sind geölt.
 
@ pitter: danke für den tipp; wird ausprobiert.

@zarci: natürlich a2. mein fehler.

@cugar: klar, wenns vorher schon weggeht, werde ich aufhören ;)

also nochmal danke für eure beiträge. damit sollte ich das problem schon in den griff kriegen!
 
Wahrscheinlich werde ich jetzt gleich verbal gesteinigt, aber ich bin bekennender Pragmatiker und weniger Ästhet. Ich reinigen alle meine Klingen mit Balistol und Alles was damit nicht sauber wird bekommt Pumapaste und ein Frotteehandtuch zu spüren.

Das Reinigen geht damit wunderbar stufenlos und gut kontrollierbar.
Zunächst der Schmutz, dann die Beschichtung, dann gehts in Richtung Spiegelpollitur.

:hehe:
 
kleines Update: Ich habe den Stahl im Griffbereich mit WD40 vom Rost befreit. Ging ganz gut doch frag ich mich, wie ich das in Zukunft halten soll. Immer wieder den Rost abwischen oder gibts vllt. eine prophylaktische Maßnahme, die ergriffen werden sollte? Die Klinge "behandle" ich auch mit Balistol, um die Korrosion in Griff zu bekommen. Aber im Griffbereich wird das doch ständig von der Hand abgewischt. Hab gehört auch eine Patina hilft nicht wirklich vor Rost. Hoffe ihr habt ein paar Tipps.
 
Moinsen,


meine beiden Tips wären es zu Polieren oder Pliesten dürfte ca. 10€ mit Material kosten wenn du es selber machst...

Filzscheibe auf die Bohrmaschiene und Polierpaste drauf, das schliest die Poren des Stahls oder du schickst es an einenen Messermacher.

Andere Möglichkeit wäre eine Patina zu erzeugen... hier schwöre ich auf Tabasco und 15min bei 40C° im Backofen..

MfG

Kay
 
Nimm das Messer, mach es ordentlich mit Aceton sauber (Felgenreiniger oder Feuerzeugbenzin geht natürlich auch) und lege es einen guten Tag in Essigessenz (Salatessig reicht auch schon).
Danach gründlich abspülen und du hast eine "schöne" schützende Patinaschicht erzeugt.

Dem Mircarta Griff dürfte der Essig nichts ausmachen, mit dem Aceton musst du am Griff vorsichtig sein.

Ansonsten bekommt ein Messer aus rostendem Stahl halt zwangsläufig Charakter. Das macht aber auch NIX, das gehört so. Dafür bekommst du super Schneideigenschaften und leichte Nachschärfbarkeit.

Es gehört für mich zum all abendlichen Prozedere mein Messer zu nehmen, und kurz mit einem Lappen und einem Klecks Balistol drüber zu wischen.

Gedanken solltest du dir erst machen, wenn du es morgens blank in die Scheide steckst und es abends rot blühend mit Rostkrümeln wieder rausziehst.

An den Stellen an denen sich eine schöne Patina gebildet hat, wird es auch so einfach nicht mehr rosten.

Mit Essig habe ich wirklich gute Erfahrungen gemacht und ich kann diese Vorgehensweise nur empfehlen.
 
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