Klingen von Mora

Chestar

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Hallo liebes Forum,

ich stehe vor meinem ersten Selbstbau und bin auf der Suche nach einer Klinge.

Ich habe mir schon einige Gedanken gemacht und bin auf Klingen von Mora gekommen. Ich würde sagen die sind gut und günstig, falls man den ersten Griff verbockt.

Leider habe ich bis jetzt von Mora nur Klingen aus Kohlenstoffstahl gefunden. Zwar in den gängigen Varianten also normal und laminiert, aber keine rostfreien Klingen. Genau so eine rostfreie Klinge hätte ich aber ganz gerne.

Klingen die z.B. im Scout, 2000 oder 2010 verbaut werden.

Weiß jemand ob man diese Klingen überhaupt einzeln kaufen kann?
Oder hat jemand sogar eine Quelle?

schon mal vielen Dank für eure Antworten

Chestar

Edit: Die Klinge Mora 125 stainless beim nordischen Handwerk habe ich schon gefunden. Aber es muss doch noch andere geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke schon mal für die Antworten.

Nachdem ich mir die Mora Klingen in dem vorgeschlagenen Online-Shop anschaute und von der Form keine besonders schick fand, habe ich mich (erneut) mit den Lauri Klingen auseinandergesetzt.

Danke schon mal an Bärwald mich drauf aufmerksam gemacht zu haben.

Aus dem Angebot resultieren dann aber doch noch drei Fragen, die ich mir nicht selbst beantworten kann.

1. Was ist der Unterschied zwischen Lauri PT und Lauri PTX Klingen.

2. Lassen sich die Klingen ohne Probleme auf einem Bankstein schärfen? Oder sind die immerhin 63 HRC zu hart dafür?

3. Lässt sich der Erl vernieten oder ist dieser zu hart? Ich spiele noch mit dem Gedanken einen Ledergriff zu bauen, den man soweit ich weiß vernieten muss.

Gruß Chestar
 
Es gibt keine Klinge, die sich wegen zu großer Härte nicht gut schärfen lässt.

Schlechte Ergebnisse beim Schärfen liegen entweder:
a) an schlecht behandeltem oder generell ungeeignetem grobkörnigem Stahl.
In diesem Fall bricht die feine Schneide schon beim Schärfen aus und man erhält eine instabile grobe Säge, ganz gleich wie hart oder weich die Klinge ist.
Davon ist bei Klingen ordentlicher Hersteller nicht auszugehen.

b) an ungeeigneten Schleifmitteln.
Die Hoffnung, eine stumpfe Schneide werde durch wochenlanges Bearbeiten mit einem feinen und teuren Stein- am besten japanisch und nach intensiven Meditieren- scharf werden, erfüllt sich selten oder nie.
Ist eine Schneide stumpf, so muß sie zunächst mal einen passenden Schneidenwinkel erhalten. Den erzielt man schnell, sicher und ohne Gefahr für die Klinge mit einem Siliziumkarbidstein mit grober Körnung oder mit einer Diamantschleifplatte, wie sie im Moment im Handel ist (3 Stück für 8 Euro).
Wenn die gewünschte Schneide steht- daß nämlich ein leichter Grat fühlbar ist- kann man auf feinere Steine übergehen und das Spiel ad infinitum treiben.
Beim Einsatz geeigneter Schleifmittel spielt die Härte des Stahls so gut wie keine Rolle. Auch die an sich bedeutsamere Härte der im Stahl möglicherweise enthaltenen Karbide kann dann vernachlässigt werden.

c) am Ungeschick.
Hier helfen Schleifhilfen oder-besser-Übung.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Die leider gerade in Insolvenz geratene Firma Hartmann & Sohn in Frankfurt hatte diese Platten. Es handelt sich um durchlöcherte Bleche von 150 x 50 mm, die mit Diamantkorn besetzt sind.
Sie wurden im Dreierpack mit Körnung 150, 300, 450 für zusammen 8 Euro verkauft. Sie sind vermutlich in jedem besser sortierten Baumarkt zu kaufen.
Etwas wirklich Hochwertiges ist das sicher nicht, für gröbere Arbeiten, die schnell von statten gehen sollen, sind sie aber gut geeignet.
Der Vorteil ist, daß sie beliebig harte Stähle oder auch Hartmetall ohne Druck gut angreifen.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
...Was ist der Unterschied zwischen Lauri PT und Lauri PTX Klingen.
...Lässt sich der Erl vernieten oder ist dieser zu hart?

Beim PTX ist die Härtelinie zu sehen, beim PT nicht. Ist also nur Optik/Kosmetik.

Ob man vernieten kann, weiß ich nicht. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, würde ich aber vermuten, bei den Zonengehärteten müsste es gehen, weil ja nur der Bereich an der Schneide gehärtet ist. Versuch macht klug...;)


Grüße

Bärwald
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe auch mal eine Lauri Klinge verarbeitet, bei der war der Erl nicht durchgehärtet, ein Vernieten war da problemlos möglich. Ansonsten die Spitze, die du zum Vernieten brauchst kurz mit der Lötlampe erhitzen, dann dürftest du mit der Härte so weit runter sein, dass du wieder vernieten kannst.

Gruß

Uli
 
Ich belebe diesen alten Thread noch mal wieder, um das Ergebnis der Disskusion über die richtige Klinge zu präsentieren.

Mir kam noch der Studienabschluß dazwischen, daher hat es etwas länger gedauert.

Ich habe mich schließlich (aufgrund der hier gegebenen Ratschläge) für eine Lauri PT Klinge entschieden und einen Griff aus Messing, Büffelhorn und Birne gebaut. Nachdem ich etwas mit UHU Endfest 300 experimentierte, habe ich das Vorhaben den Erl zu vernieten aufgegeben und habe den Griff ausschließlich geklebt.

Und hier mein erstes Messer (bzw. Griff):
IMG_8580-1.jpg
 
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