Leder formen

Diotto

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Hallo an alle !!

Ich würde gerne wissen wie mann Leder am besten Formen kann so daß es seine Form behällt, also an Klinge und Griff anpassen.

Gruß Dietmar
 
Leder naß machen (mit Wasser oder Spiritus) und dann formen. Ich benutze dazu 2 verschiedene Falzbeine aus Knochen. Nach dem Trocknen behält das Leder dann die Form.
Das kann dann z.B. hinterher so aussehen:
Neue Ledertasche für Folder
 
Hallo Andreas
ich versuche mich auch dann und wann in dieser Kunst. Klappt aber noch nicht sonderlich.
Bitte sag mir mal was ein Falzbein ist und wie man damit umgeht.
 
Falzbeine werden im "Lederbereich" und in der Buchbinderei verwendet.
Die Falzbeine, die ich verwende sind aus Knochen. Das Größere ist etwas geborgen, das Kleine ist relativ gerade. Zusätzlich verwende ich teilweise noch ein Modellierwerkzeug (der Kugelschreiber ist nur als Größenvergleich auf dem Bild).
Nicht alle Lederarten lassen sich gleich gut formen! Blankleder und Walkleder mit Spieß sind imho am Besten dafür geeignet.
Um z.B. die Kontur von einem Clip oder einem Messer auszuformen lege ich das Leder kurz ins Wasser. Wenn das Leder zu nass ist, läßt es sich zwar formen, "hält" aber die Form nicht lange. Ich forme das Leder erst exakt um das Messer, wenn die Narbenseite des Leders wieder trocken/hell aussieht. Dann einfach mit dem Falzbein das Leder um das Messer/den Clip drücken. Ich benutze dafür meistens das gebogene Falzbein. Das Formem ist etwas Übunsgsache und blöd zu beschreiben. Einfach mit Lederresten versuchen.
Statt einem Falzbein aus Knochen kann man auch ein Stück Hartplastik verwenden (z.B. den Griff einer etwas umgeschliffenen Zahnbürste).
Und da eh die Frage kommt: Das kleine Falzbein und das Modellierwerkzeug stammt von der Bear Gallery, das Große von Manufactum.
 

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Ja, und dann?
Macht man das Leder naß und formt es mit dem Werkzeug?
Ich dachte man müsse sich so eine Art Form bauen in welcher das Leder eine bestimmte Zeit in form gehalten wird.
Gibt es vielleicht irgendwo im Netz eine art Anleitung für Anfänger?
 
Nix Form zum Halten. Einfach das Leder formen und trocknen lassen (mache ich auf der Heizung oder im Sommer in der Sonne). Evtl. noch 2 oder 3 mal die Form nacharbeiten.
Wie gesagt, wenn das Leder nicht zu nass ist, behält es seine Form.
Wenn ich mal wieder eine Lederscheide für ein Klappmesser baue, kann ich gerne mal eine Fotoserie des Ablaufs machen, wenn Interesse besteht.
 
Danke für den Tipp, Andreas
Wo bekommt man den vernünftiges Leder zu einem vernünftigen Preis

Hat sich erledigt ****Suchfunktion*****
 
Noch ein Hinweis: Beim Formen des Leders mit dem Falzbein ordentlich Druck ausüben, das Leder wird dann in diesem Bereich komprimiert und behält dann so die Form.

Gruss Wolle
 
Meistens nähe ich nach dem Formen. Ich klebe aber die Lederscheide schon vor dem Formen zusammen.
 
Wär' vielleicht noch anzumerken, dass es eine gute Idee ist, das Messer in dünne Haushaltsfolie einzuwickeln, bevor man ihm den Kontakt mit dem nassen Leder erlaubt. Manche Stähle und Griffmaterialien reagieren mit Korrosion oder Verfärbung. Die Idee mit dem Holz-Modell ist so falsch nicht. In Skandinavien ist das bei Serienherstellung durchaus üblich.

Aber wie ich immer sage: erst ein Buch* kaufen, dann ausprobieren, dann fragen, wenn nix mehr geht.

Gruß

sanjuro

*Th. Schäfer-Verlag, Hannover: Messer schmieden (Havard Bergland)
und Messerscheiden selbst gemacht (Bo Bergman)
 
Erfahrungsbericht....

moin moin,

und hier mal wieder das, was alle newbie´s hören wollen..

ein erfahrungsbericht vom ersten lederscheidenbau...;)

also, ich bin ja gerade selber erst auf den trichter mit dem scheidenbau gekommen, erst kydex (super-sache...) und jetzt mal leder.

geplant hatte ich ein kombiniertes, leicht schräg zu tragendes gürteletui für eine surefire z2/p6 und ein benchmade stryker. wie es aussieht seht ihr früh genug am ende...


bin also einen tag vor silvester locker flockig zu einem nahegelegenen sattler gefahren und habe mich mit einem 0,5 m² großen stück leder (~2,5mm 20,00 €) und etwas nähgarn (5,00 €) ausgerüstet.
dann ab in die garage und angefangen zu basteln.

erstmal das leder auf die gewünschte größe geschnitten und ins wasser (kalt) gelegt. ~ 1 std habe ich es ziehen lassen.
zwischendurch habe ich das messer und die lampe in folie verpackt, um wasserschäden auszuschliessen.
nach besagter stunde habe ich angefangen das leder zu formen. ich habe dazu meine beiden utensilien auf einer holzplatte locker so nebeneinandergelegt wie ich sie später auch tragen wollte. dann das leder drüber und angefangen die wichtigen konturen auszuarbeiten. ich habe allerdings das leder mit hilfe kurzer holzstücke und schraubzwingen re, li und in der mitte unter druck fixiert (dachte das muß so..). dies hatte zum nachteil, daß die druckhölzer deutliche spuren ins leder gedrückt haben.
ebenso muß man mit den fingernägeln beim formen vorsichtig sein, sonst erhält man seine ganz eigene oberflächenstruktur ( so wie ich..:( ).
danach habe ich die clip- und messerkonturen mit allem ausgearbeit, was ich gefunden habe: schraubenziehern ( mit dem kopf natürlich ), alte bohrer in allen stärken ( daher die dunklen verfärbungen ), einzelgliedern eines zollstocks und und und...
danach meine fertig auf das brett gespannte konstruktion in einem abstand von ~ 20cm vor eine heizung gestellt und gewartet.
am nächsten morgen dann alles ausgepackt und siehe da... die konturen sind geblieben.
also die "grundplatte" aus leder zugeschnitten und die einzelteile für die gürtellaschen ausgearbeitet ( was sich hier als echtes problem erwies..).
als erstes habe ich die gürtellaschen angenäht, da diese genau in den öffnungen des messers und der lampe sitzen. als abstandshalter für den gürtel habe ich einfach kleine 2,5mm lederstreifen á 1 x 4 cm unter die laschen gelegt und mit garn vernäht. die löcher habe ich hier mit einem 1,5mm bohrer gebohrt ( da dreht sich bestimmt dem sattler der magen um, aber ich kann´s noch nicht besser...)

im anschluß habe ich das vorgeformte stück leder aufgelegt, ausgerichtet, fixiert, vorgebohrt und aus der mitte heraus begonnen es zu vernähen. (mit irgend so einem spezial-superbelastbarem-garn vom sattler vernäht. das zeug gibt´s immer in meterlängen, mit so einer art kunststofflitze an den enden zum durchführen. braucht man keine nadeln mehr, und hält super.)
als letztes habe ich das überflüssige leder außenrum abgeschnitten und die kanten mit schmirgelpapier bearbeitet. aber die kanten sagen mir noch nicht so zu, da muss ich nochmal ran.

ach so, und als allerletztes habe ich mich erstmal bärig gefreut!!!:p

so, hier mal paar bilder...

http://koenig-christian.piranho.com/Messerforum/Lederholster/1.JPG

http://koenig-christian.piranho.com/Messerforum/Lederholster/2.JPG

http://koenig-christian.piranho.com/Messerforum/Lederholster/3.JPG


hoffe das hilft irgendwie....


mfg,

könig
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Sache mit den Falzbeinen lohnt sich auf alle Fälle, ich habe mir auch direkt nach der ersten Scheide beide besorgt.
 
Ich habe bei meinen Lederscheiden das Leder naß um das Messer herumgepreßt. Das Messer wird mit Reparaturband abgeklebt und kommt in der Scheide zwischen zwei je 2 cm dicke Platten aus Isomatten-Schaum, oben und unten ein Brett, 2-3 Schraubzwingen, ca. 1/2 bis 1 Stunde pressen.
Bei der Neckscheide, die ich in diesem Forum vorgestellt habe, reichte beiderseits ein Mousepad zum Pressen.
Mal habe ich nach dem Trocknen geklebt und genäht, mal vorher, das Ergebnis war ziemlich gleich.
arno
 
Hi,

'n alter Thread, aber thematisch passt meine Frage hoff ich her. Wie handhabt ihr das mit dem Färben und dem Nassformen? Ich benutze Oil Dye und habe die Erfahrung gemacht, dass sich das Leder an den mit dem Falzbein bearbeiteten Flächen scheinbar "verdichtet" o.ä. so dass bei nachträglichem Färben an den Stellen die Farbe so gut wie nicht mehr auf Anhieb einzieht. Geht man dann ein zweite Mal mit nem Dauber an den Stellen drüber bekommt mans meisten schon hin, es entsteht aber ein eher fleckiges Finish, das auch mal was haben kann, aber gleichmäßig wärs mir zT einfach lieber. Wenn ich das Leder aber erst färbe und dann nassforme is die Sauerei vorprogrammiert, da ich wegen der Saugkraft des Leders ja noch nicht wachsen konnte und mit Handschuhen nassformen is ja auch nix...

Hat da wer nen guten Tip?
VG
.bs
 
Hi,

mit Oil Dye habe ich leider keine Erfahrung -
um unterschiedliche Farbtöne zu erzeugen,
benutze ich verschiedene Öle, Fett oder
Wachs.

Hier ein Beispiel für ein mit Fett behandeltes
Holster aus Walkleder am Spieß.


WalkgnomeX.jpg



Geformt wurde das eingeweichte und unbe-
handelte Leder in meiner Kydexpresse.

Öle ergeben eine dunkle, Fett eine mittlere
und Wachs eine helle Färbung.


Nestor
 
Auch ein schönes Ding. Ich mags halt lieber dunkelbraun(er), weshalb ich zum Oil Dye greife bis jetz. Aber die Geschichte mit der Kydexpresse werd ich demnächst auch nochmal ausprobieren :super:

VG
.bs
 
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