Flügelfeder
Mitglied
- Beiträge
- 20
Lütters Loewen Messer 1050 - ein Gärtnermesser auf Reisen
Moin allerseits!
Auf der Suche nach einem Reisemesser mit hohem Gebrauchswert, das zudem in den meisten Ländern erlaubt sein dürfte, bin ich auf ein ungewöhnliches Exemplar gestoßen, dass vorzustellen sich sehr lohnt: das Lütters 1050.
Aber Moment, Moment... ist das nicht das Gärtnermesser von Lütters? Schaffußklinge und einseitiger Anschliff? - Genau das!
Und das soll alltagstauglich sein? Insbesondere für unterwegs und auf Reisen? - Genau das!
Wenn ich unterwegs mal wirklich ein Messer brauche, dann entweder, um Verpackungen zu öffnen oder um eine Mahlzeit zusammen zu bauen: Den Apfel schneiden (wenn ich ihn nicht abwaschen konnte, noch schälen), das Brötchen schneiden, Wurst oder Käse schneiden, etc.
Und genau in diesem Aufgabenfeld kann das 1050 mehrere Vorteile ausspielen:
1. Gerade für das Öffnen von Verpackungen aller Art ist die Watenspitz-Klinge super geeignet. Für mich persönlich sogar die ideale Form.
2. Wenn man auf einer Schneidunterlage mit ziehendem Schnitt von oben nach unten arbeitet, neigen einseitig geschliffene Klingen zum seitlichen Abdriften. Aber wer hat unterwegs schon eine Schneidunterlage parat? Zumeist schneidet man Lebensmittel unterwegs in der Hand, also Schneide zum Daumen, wie bei schälenden Schnitten. Und genau dafür ist der einseitige Anschliff des 1050 ausgelegt (zumindest, wenn man Rechtshänder ist...): Bspw. beim Kopulierschnitt - auch hier Schneide zum Daumen - gewährleistet dies eine besonders glatte und gerade Schnittkante. Und was bei Trieben geht, funktioniert aufgrund der gleichen Schnittführung auch bei Lebensmitteln.
3. Aber nicht nur der Anschliff, auch die Klingenform hat einen großen Vorteil für die Zubereitung der Mahlzeit unterwegs: Mit dem Klingenrücken der Schaffußklinge lässt sich bspw. ein Brötchen hervorragend schmieren und zwar besser als eine Mittelspitz-Klinge dies je könnte.
Na gut, na gut, das Lütters 1050 ist also nicht bloß ein Gärtnermesser, sondern hat einen deutlich höheren praktische Nutzen, den es gerade bei Verpackungen und im Umgang mit Lebensmitteln unterwegs ausspielen kann. Aber warum soll es in rechtlicher Hinsicht von Vorteil sein?
(Wohlbemerkt: Ich spreche hier als Laie und bin für Korrekturen gerne offen. Das Folgende ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen.)
Grundsätzlich gilt, dass sich viele Messerhersteller mittlerweile wirklich anstrengen müssen, gesetzeskonforme Taschenmesser zu bauen. Bei Traditionsfirmen wie Lütters sind hingegen schlicht alle Taschenmesser legal in Deutschland zu führen. Aber mehr noch: Trotz zuweilen noch restriktiverer Reglungen im europäischen Ausland dürften die meisten Lütters-Modelle (abgesehen von den großen wie 1038) auch dort legal zu führen sein.
Insbesondere das 1050 hat allerdings zwei Vorteile gegenüber anderen Messern:
1. Die Schaffußklinge ist eine betont ungefährliche Klingenform. Man kennt dies von den Ankermessern: Weniger Verletzungsgefahr auf rauher See und untauglich für Rauferein unter Seemännern. Mit Schaffußklingen-Slipjoints kann man nicht zustechen, weil die Dinger dabei zuklappen würden. Dadurch ist die Klingenform nicht nur ungefährlicher, sie mutet auch so an.
2. Das 1050 ist stark zweckgebunden: Aufgrund der Klingenform und des Anschliffs taugt es für die Gartenarbeit oder eben für das Schälen und die Lebensmittelzubereitung ohne Schneidunterlage.
Aber inwiefern ist das in rechtlicher Hinsicht relevant? In vielen Ländern tritt zu den rechtlichen Reglements noch die
Ermessensentscheidung der Beamten im jeweiligen Fall hinzu. Insofern ist ein Messer mit relativ kurzer Schneide und Slipjoint-Mechanismus gut (denn wenn man überhaupt ein Messer führen darf, dann am ehesten ein solches), aber noch besser wäre es natürlich, wenn es zudem eine betont ungefährliche Klingenform hätte und man eine plausible Zweckgebundenheit geltend machen könnte (weil das selbst im Zweifelsfall eher für das Messer spräche): Voilà das Lütters 1050.
Gerade weil die jeweilige Gesetzeslage im Ausland für den Laien nur schwer einzuschätzen ist und zudem die Meinung des Beamten im jeweiligen Fall hinzu kommen kann, hat sich das Lütters Loewen Messer 1050 für mich zum idealen Reisebegleiter entwickelt. Es scheint mir in rechtlicher Hinsicht am unproblematischsten und ist für meine Anwendungsgebiete am praktischsten - sogar praktischer als jede Mittelspitz-Klinge.
Die Daten:
Gewicht: 47 gr.
Länge geschlossen: 9,5 cm.
Länge geöffnet: 16,5.
Klinge: 7 cm.
davon Schneide 5,7 cm.
Klingenbreite: 2 mm.
Klingenhöhe: 1,2 cm.
Gussklinge, nicht rostfrei.
Es ist grob mit den Dimensionen des Lütters 1040 vergleichbar, allerdings ist die Schneide (und damit Klinge) etwas kürzer. Der Klingenschacht ist am hinteren Ende deshalb zusammengeklappt einen Zentimeter leer. Nur für die Ästhetik-Pingel unter uns
Grüße in die Runde,
Armin
Moin allerseits!
Auf der Suche nach einem Reisemesser mit hohem Gebrauchswert, das zudem in den meisten Ländern erlaubt sein dürfte, bin ich auf ein ungewöhnliches Exemplar gestoßen, dass vorzustellen sich sehr lohnt: das Lütters 1050.
Aber Moment, Moment... ist das nicht das Gärtnermesser von Lütters? Schaffußklinge und einseitiger Anschliff? - Genau das!
Und das soll alltagstauglich sein? Insbesondere für unterwegs und auf Reisen? - Genau das!
Wenn ich unterwegs mal wirklich ein Messer brauche, dann entweder, um Verpackungen zu öffnen oder um eine Mahlzeit zusammen zu bauen: Den Apfel schneiden (wenn ich ihn nicht abwaschen konnte, noch schälen), das Brötchen schneiden, Wurst oder Käse schneiden, etc.
Und genau in diesem Aufgabenfeld kann das 1050 mehrere Vorteile ausspielen:
1. Gerade für das Öffnen von Verpackungen aller Art ist die Watenspitz-Klinge super geeignet. Für mich persönlich sogar die ideale Form.
2. Wenn man auf einer Schneidunterlage mit ziehendem Schnitt von oben nach unten arbeitet, neigen einseitig geschliffene Klingen zum seitlichen Abdriften. Aber wer hat unterwegs schon eine Schneidunterlage parat? Zumeist schneidet man Lebensmittel unterwegs in der Hand, also Schneide zum Daumen, wie bei schälenden Schnitten. Und genau dafür ist der einseitige Anschliff des 1050 ausgelegt (zumindest, wenn man Rechtshänder ist...): Bspw. beim Kopulierschnitt - auch hier Schneide zum Daumen - gewährleistet dies eine besonders glatte und gerade Schnittkante. Und was bei Trieben geht, funktioniert aufgrund der gleichen Schnittführung auch bei Lebensmitteln.
3. Aber nicht nur der Anschliff, auch die Klingenform hat einen großen Vorteil für die Zubereitung der Mahlzeit unterwegs: Mit dem Klingenrücken der Schaffußklinge lässt sich bspw. ein Brötchen hervorragend schmieren und zwar besser als eine Mittelspitz-Klinge dies je könnte.
Na gut, na gut, das Lütters 1050 ist also nicht bloß ein Gärtnermesser, sondern hat einen deutlich höheren praktische Nutzen, den es gerade bei Verpackungen und im Umgang mit Lebensmitteln unterwegs ausspielen kann. Aber warum soll es in rechtlicher Hinsicht von Vorteil sein?
(Wohlbemerkt: Ich spreche hier als Laie und bin für Korrekturen gerne offen. Das Folgende ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen.)
Grundsätzlich gilt, dass sich viele Messerhersteller mittlerweile wirklich anstrengen müssen, gesetzeskonforme Taschenmesser zu bauen. Bei Traditionsfirmen wie Lütters sind hingegen schlicht alle Taschenmesser legal in Deutschland zu führen. Aber mehr noch: Trotz zuweilen noch restriktiverer Reglungen im europäischen Ausland dürften die meisten Lütters-Modelle (abgesehen von den großen wie 1038) auch dort legal zu führen sein.
Insbesondere das 1050 hat allerdings zwei Vorteile gegenüber anderen Messern:
1. Die Schaffußklinge ist eine betont ungefährliche Klingenform. Man kennt dies von den Ankermessern: Weniger Verletzungsgefahr auf rauher See und untauglich für Rauferein unter Seemännern. Mit Schaffußklingen-Slipjoints kann man nicht zustechen, weil die Dinger dabei zuklappen würden. Dadurch ist die Klingenform nicht nur ungefährlicher, sie mutet auch so an.
2. Das 1050 ist stark zweckgebunden: Aufgrund der Klingenform und des Anschliffs taugt es für die Gartenarbeit oder eben für das Schälen und die Lebensmittelzubereitung ohne Schneidunterlage.
Aber inwiefern ist das in rechtlicher Hinsicht relevant? In vielen Ländern tritt zu den rechtlichen Reglements noch die
Ermessensentscheidung der Beamten im jeweiligen Fall hinzu. Insofern ist ein Messer mit relativ kurzer Schneide und Slipjoint-Mechanismus gut (denn wenn man überhaupt ein Messer führen darf, dann am ehesten ein solches), aber noch besser wäre es natürlich, wenn es zudem eine betont ungefährliche Klingenform hätte und man eine plausible Zweckgebundenheit geltend machen könnte (weil das selbst im Zweifelsfall eher für das Messer spräche): Voilà das Lütters 1050.
Gerade weil die jeweilige Gesetzeslage im Ausland für den Laien nur schwer einzuschätzen ist und zudem die Meinung des Beamten im jeweiligen Fall hinzu kommen kann, hat sich das Lütters Loewen Messer 1050 für mich zum idealen Reisebegleiter entwickelt. Es scheint mir in rechtlicher Hinsicht am unproblematischsten und ist für meine Anwendungsgebiete am praktischsten - sogar praktischer als jede Mittelspitz-Klinge.
Die Daten:
Gewicht: 47 gr.
Länge geschlossen: 9,5 cm.
Länge geöffnet: 16,5.
Klinge: 7 cm.
davon Schneide 5,7 cm.
Klingenbreite: 2 mm.
Klingenhöhe: 1,2 cm.
Gussklinge, nicht rostfrei.
Es ist grob mit den Dimensionen des Lütters 1040 vergleichbar, allerdings ist die Schneide (und damit Klinge) etwas kürzer. Der Klingenschacht ist am hinteren Ende deshalb zusammengeklappt einen Zentimeter leer. Nur für die Ästhetik-Pingel unter uns
Grüße in die Runde,
Armin