M 340 härten

Jorgo

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M 340 härten ( Update )

Hallo ! Ein Kollege und ich haben unlängst ein Messer aus dem Werkstoff " Böhler M340 " hergestellt . Angaben zum Stahl : C 0.54 % , Si 0,45 % , Mn 0,4 % , Cr 17,3 % , Mo 1.1 % , V 0.1 % . Sonstige + N.
Die Vorarbeiten liefen ganz gut . Das Problem fing dann beim Härten an .
Da wir nicht über eine Hightechhärtegerätschaft verfügen , haben wir anhand des Böhlerdatenblattes unser " eigenes " Süppchen gekocht.
Also : Stärke des Materials - 4.8mm . Härteofen auf 1000 °C erhitzt und die Klinge 24 Minuten in den Ofen gelegt ( Haltezeit 15 - 20 Minuten ) . Dann in Öl ( nicht vorgewärmt ) abgeschreckt . Nach der Abkühlung haben wir die Klinge gereinigt und dann kurz in Stickstoff getaucht . Dann wieder gereinigt und eine Härteprüfung mit der Feile gemacht . Böhler gibt eine max. Härte von 58 HRC an . Da wir kein Härteprüfgerät besitzen , probierten ein paar weitere Kollegen mit der Feile . Wir kammen zu dem Schluss , das es sich um eine Härte um ca. 55-56 HRC handelt . Da dieser Wert nicht so besonders ist , haben wir uns entschlossen , die Klinge nicht anzulassen .
Meine eigentliche Frage wäre : Hat jemand Erfahrung mit diesem Stahl , und kann ich mit normalen Mitteln überhaupt eine größere Härte erzielen ?
Grüße Jorgo
 
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Mit diesem Stahl habe ich keine Erfahrung, aber mit einigen Grundsätzlichkeiten ;)
Man sollte ein Datenblatt für M340 einhalten, soweit möglich - dazu ist es gemacht. Also auch anlassen - ohne dem ist die Klinge quasi dem Verderben ausgeliefert :cool:

Es gab schon häufiger vermeintliche Fehlermeldungen im Forum, nach denen die Ansprunghärte "gefühlt" zu niedrig war, bzw. zu niedrig erschien. Die Umwandlung des Gefüges ist direkt nach dem Anlassen meist noch nicht vollständig beendet, d.h. dass der Stahl auch einige Stunden später noch an Härte zunehmen kann, wenn er bis dahin korrekt verarbeitet worden ist.

Die Ansprunghärte kann und wird bei deinem Querschnitt und dem Abschreckverfahren sicher etwas höher gewesen sein. Laborproben werden mit genormten, größeren Querschnitten gemacht, das ist ein gewaltiger Unterschied !
Wenn Du sicher sein willst, kommst Du um eine formalmäßige Härteprüfung nicht herum.

Im Datenblatt ist auch ein Sekundärhärtebereich angegeben, wird mit SHM abgekürzt - nur mal als Denkanstoß, gibt einige interessante Beiträge von Roman, Herbert und Uli Gerfin dazu (die drei nur stellvertretend genannt) :cool:

Gruß Andreas
 
Ansprunghärte mit der Feile zu fühlen geht nicht, wenn man nicht spezielle Härteprüffeilen hat. Sicher kann man nicht nur 2 Punkte HRc unterscheiden. Bei 58 HRc kann man mit einer scharfen Qualitätsfeile fröhlich und problemlos Kerben in die Schneide machen.

Ansonsten hat Andreas Recht. Auch das Anlassen kann man keinesfalls außen vor lassen.
 
Das Datenblatt von Böhler ist doch ganz ausgezeichnet und enthält alles, was man zum erfolgreichen Härten dieses Stahls wissen muß.

Ungeschütztes Einlegen in den auf Härtetemperatur vorgeheizten Ofen ist eher grenzwertig- zu deutsch-ich würde es nicht machen- mag aber noch gerade so hingehen.

Die Ansprunghärte ist erwartungsgemäß nicht besonders hoch, da bei der Legierung die Balance zwischen Chrom- und Kohlenstoffgehalt nicht optimal eingehalten ist-wohlgemerkt-soweit es auf hohe Härte ankommt.
Dafür hat Böhler den Stahl aber auch nicht gemacht.
Eine saubere wissenschaftliche Begründung für die ideale Balance von C- und Chrom findet sich bei Verhoeven.

Das Gefügebild sieht aber doch sehr ordentlich aus. Im Sekundärhärtebereich sollte eine Härte von 56-58 HRC zu erreichen sein. Das ist nicht die Welt, aber für allround-Beanspruchungen ein durchaus brauchbarer Wert.

Der Frage, ob man den Stahl bei der geringen gefühlten Härte anlassen soll, liegt wohl die Vorstellung zugrunde, eine geringe Härte garantiere eine ausreichende Zähigkeit. Das ist nicht der Fall.
Falsch behandeltes Material kann weich und spröde sein, richtig behandeltes hart und zäh.

Also unbedingt nach dem Datenblatt anlassen und die Härte nicht fühlen, sondern prüfen- möglicherweise ergibt sich daraus eine angenehme Überraschung.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
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Hallo ! Danke erstmal für die aufschlußreichen Antworten . Eine Frage hätte ich dann doch noch : Hat es eigentlich noch einen Sinn die Klinge ein paar Tage nach dem Härten noch anzulassen ?
Grüße Jorgo
 
Richtiger ist sofort anlassen, da sich der Restaustenit sonst stabilisiert.
Später anlassen ist aber immer noch viel besser als gar nicht anlassen.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Hallo erst mal.
Danke für Eure Hilfestellung und Ratschläge.:super:
Da es ein Gemeinschaftsproject war zeig ich nun das fertige Teil.
Angelassen wurde es ca 4 Stunden nach dem Härten.
Sind sicher noch die eine oder andere Verbessung zu erledigen ,aber
wir sind ja erst seit kurzem am Start.
Test war jeweils 450 cuts vom 10mm Hanfseil und ca18cm langen Verpackungskarton.
Zwar nicht mehr Razor sharp aber das Papierstück ging noch recht
gut.:steirer:

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By kohbanang at 2011-11-03[/IMG]

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By kohbanang at 2011-11-03[/IMG]
 
Hallo ! Sind zwar schon ein paar Tage vergangen , aber hier ( oben ) seht ihr jetzt Bilder vom fertigen Produkt !

Grüße Jorgo :steirer:
 
Muss ehrlich sagen, Farbe und Form von dem Messer gefällt mir aber wirklich gut.

Grüße Knifefaan
 
Hallo ! Mein Kollege und ich werden demnächst ein paar Bilder vom fertigen Produkt in die Galerie stellen . Ist sicher passender , damit sich auch andere Mitglieder ein " Bild " vom fertigen Messer machen können :steirer: !

Grüße Jorgo
 
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