Material von Rückenfeder?

Günther

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Hallo Leute,

Ich zerlege gerade einen Folder mit Rückenfeder.Klappmesser sind absolutes Neuland für mich.
Da der Aufbau solcher Messer relativ einfach ist,dachte ich,ich versuche mal einen solchen nachzubauen.
Jetzt weiß ich aber nicht recht,aus welchem Material ich diese Rückenfeder machen soll.
Aus dem gleichen Stahl wie die Klinge oder aus einem Federstahl?


Grüße,Günther.
 
nimm den gleichen stahl wie die klinge, und auch selbe härte! (hat mir mal ron lake in paris erzählt)
 
nimm nen stahl gleicher haerte, sonst gibt sich die praezision recht schnell.
stichwort "pitting"
 
Der Tip vom Lake gilt ja wohl so nur für Lockbacks-die eine separate Feder haben, um Druck auf die Klinge auszuüben.
Falls du eine klassische Rückenfeder , als wie z.B. bei einen schweizer Taschenmesser ohne Verschluß meinst, sollte diese wohl eher auf Federhärte gehärtet werden, oder? Dabei kann man sicherlich den selben Stahl wie für die Klinge benutzen, aber höher Anlassen, um eine niedrigere Härte zu erreichen...(alles Theorie, habe sowas auch noch nicht gemacht)

Grüße, Jens.
 
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Ich mache Klinge und Rückenteil aus einem flachgeschliffenem Stück Stahl. So habe ich bei beiden Teilen auch die gleiche Dicke. Als Feder setze ich ein Stück Federstahlblech ein.Erspart viel Ärger.
Gruß Heiko
 
@Heiko:
Du baust auch Folder?Kannst Du mal ein Bild reinstellen?

@ alle:
Vom Hausverstand her würde ich dazu tendieren,das gleiche Material und die gleiche Härte anzustreben,da ich sonst am weicheren Teil Verschleiß befürchte.

Grüße, Günther.
 
Ich hab mal eine Skizze eines Lockback-Folders rausgesucht an der man sehen kann, worum es geht:
lkback01.jpg

Bild wurde geliehen aus dem Tutorial-Bereich von Custom Knife Directory

Das eigentliche Lock, also der "Hammer", der in die Aussparung der Klinge greift kann meines Erachtens nach aus dem gleichen Material wie die Klinge gearbeitet werden und gleich gehärtet werden. Die Feder hingegen (auf dem Bild das schräge, dünne Stück, dass von rechts gegen den "Hammer" stößt) muss zwangsläufig federhart sein.

Das Tutorial ist übrigens hier zu finden: http://www.customknifedirectory.com/CKD_tut_lockback_folder01.htm
 
Floppi ist mir zuvorgekommen...hier trotzdem einen schnelle Skizze, um mal die Begriffe zu klären:

Variante A ist für mich eine Rückenfeder, und die sollte wohl 'weicher' sein als die Klinge, sonst bricht sie, anstatt zu federn (so z.B. beim Schweizer taschenmesser).

Variante B ist ein backlock, also eine Rückenfeder mit Verriegelung. Hier kann das 'Lock' sicherlich die gleiche Härte haben wie die Klinge, weil eben das Federn von einer separaten Feder (Flach-oder Spiralfeder) erledigt wird.
full_122_p2198.jpg


Vielleicht ist auch eine Kombination möglich, also ein nicht verriegelnder Slipjoint mit separater Feder. Allerdings sehe ich bei Variante A kein Grund dazu-der Verschleiß der Feder dürfte minimal sein. Zumindest halten meine Slipjoints auch nach Jahren noch.

Du schreibst, du hättest ein altes Messer zerlegt-um welche Variante handelt es sich denn?

Jens.

Nachtrag: hier ist auch noch ein Tutorial zur Herstellung eines Slipjoints. Er macht Klinge und Feder aus dem gleichen Stahl, aber die Feder wie erwartet mit etwas weniger Härte.
http://www.customknifedirectory.com/CKD_TutorialFrameset.htm?CKD_Tutorials.htm~tmain
 
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Wie gesagt kenne ich mich mit Foldern nicht aus,darum habe ich zu dem Tutorial von Floppi zwei Fragen.
1.Was genau ist der Sinn der Beilagscheiben,welche bei Liner Lock Foldern immer zugelegt sind,und warum wird in dieser Anleitung auf diese verzichtet und statt dessen rundherum ausgefräst?
Ich vermute,damit der Hammer für die Verriegelung nicht die dünnen Blättchen berührt?
Diese Fräsarbeit dürfte für die meisten Leute kaum möglich sein.

2.Was wird bei Bild 50 gemacht?Polieren?

Ich weiß,meine Fragen hören sich blöd an,aber mein Englisch...

@JensJ:
Bei meinem Messer handelt es sich um Variante A.
Habe zwei Messer von Fliege gekauft.

Grüße,Günther.

Welchen Federstahl sollte ich verwenden und woher beziehen?Wäre CK45 auch O.K?
 
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Die Beilagscheiben (amerik. Washer) finden bei Linerlocks, deshalb Verwendung, damit der Liner beim Öffnen und Schließen nicht klemmt und sich die Klinge garnicht oder nur schwer öffnen lässt.
Um die Klinge geschlossen zuzuhalten hat das Linerlock ja die kleine Kugel (Detentball) im Liner, die in einem kleinen Loch in der Klinge einrastet. Die Kugel steht ja ca 0,3-0,5mm über, genau so dick oder etwas dicker müssen die Beilagscheiben sein damit der Liner weit genug auslenken kann.

Außerdem sorgen die Scheiben etwas für Abstand zwischen Klinge und Griff-Liner, das schütz die Klinge vor den typischen kreisrunden Kratzern im Bereich des Ricassos, wie man es häufig bei Lockbacks und Slipjoints sieht.

Bei Backlocks Slipjoint und anderen Systhemen gibt es ja keinen Detentball, somit sind Beilagscheiben nicht unbedingt erforderlich. Aber gerade wegen dieser kreisrunden Kratzer, kommen entweder Scheiben, oder noch häufiger die von dir beschriebenen Ausfräsung zum Einsatz, die den selben Zweck erfüllt.

Diese Ausfräsungen sieht man häufiger bei Custombacklocks, vereinzelt gibt es die auch bei Linerlocks, bei MT und MOD z.B. Bei Backlocks machen Scheiben eigentlich weniger Sinn, entsteht doch dadurch im Bereich wo der Riegel einrastet jeweils seitlich ein dünner Spalt (zwischen Klinge und Griffstück), weil die Klinge dann ja zwangsläufig dünner ist als der Riegel, man hat keine durchgehende Linie.

freagle
 
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@Günther

Du baust auch Folder?Kannst Du mal ein Bild reinstellen?
Bisher habe ich vier Folder gebaut. Alle Backlocks. Hie mal ein Foto von einem der bei mir ständig in Gebrauch ist. Ich bin übrigens gerade dabei an einem neuen Folder zu basteln.
 
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Schöner Backlockfolder Heiko, gefällt mir sehr gut.

@Günther

du hast noch gefragt nach Bild 50, hab ich übersehn. Auf dem Bild sieht man den sogenannten Sonnenschliff, der auf die Innenseiten der Platinen aufgetragen wurde. Gemacht wird der mit dem auf dem Bild ersichtlichen Halter, in dem ein rundes Schleifgummi eingespannt ist. Der Halter wird ins Bohrfutter gespannt und als würde man damit Bohren, wird so der Sonnenschliff gemacht.

freagle
 
@ heiko häss:

Sehr schönes Messer.

Welches Material hast Du verwendet?
Klinge,Platinen(wie stark sollten die sein?) und besonders interessiert mich, welchen Federstahl Du verwendet und woher Du ihn bezogen hast.

@ freagle:

Wozu ist dieser Sonnenschliff gut?Sehen kann man den ja ohnehin nicht.

Grüße,Günther.
 
Den Sonnenschliff sieht man quasi nur wenn man zwischen die Schalen schaut und das Licht stimmt. Mach ich gelegentlich auch, soll eine dezent wirkende Verschönerung sein, die nicht auf den ersten Blick wirkt.

Nutzen tut das bei Messern quasi nichts, Sonnenschliffe sieht man manchmal bei Langwaffen im Verschlussbereich. Mir wurde mal gesagt, dass außer der Verschönerung an den so behandelten Gleitflächen Öl besser haften kann.

freagle
 
@Günther

Material ist Messing, Amboina und RWL 34. Die Platinen sind 2mm dick.
Der Federstahl stammt aus einem Schrottcontainer. Wenn Du mir deine Adresse mailst schick ich Dir was zu.
Gruß Heiko
 
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