Multitool aus X210 Cr12 vergüten

mikromeister

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Für ein Multitool habe ich mir einen schönen Kettennietenausdrücker gefeilt und dachte das Material wäre C60.
Jetzt bin ich nachträglich drauf gekommen, dass ich X210Cr12 / 1.2080 verwendet habe.

Es ist mir mir schon klar, dass das suboptimal ist, aber ich will das Teil auch nicht wegwerfen.
Pressluft-gehärtet und dann auf hellblau angelassen habe ich schon mal, aber das ist nur vorläufig weil die Feile immer noch kaum greift.
450° gibt laut Stahlschlüssel 58 HRC
Das würde ich wohl nehmen, weil eine geringere Härte nicht angegeben ist.

Eigentlich bräucte ich ja mehr eine Vergütung, keine echte Härtung.
58HRC scheint mir da schon sehr viel zu sein.

Ich will ja nicht , dass mir das Werkzeug beim ersten Gebrauch gleich zerbricht.
Es soll eher die zähharten Eigenschaften eines Gabelschlüssels oder Schraubendrehers haben.

Was meint ihr?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe keine Vorstellung von den Dimensionen des Geräts. Ist es sehr filigran, wird es nicht lange halten, aiúch wenn Du es auf 700 Grad anlässt.
Ist es einfach geformt ohne scharfe Übergänge und von den Abmessungen her stabil, kannst Du es getrost mit 58 HRC einsetzen.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Ich habe noch einen Konstruktionsfehler entdeckt und deshalb auf Gedeih und Verderb mal ausprobiert was das Ding so wie es ist aushält.

Ein Kettennietenausdrücker ist so etwa eine Schraubzwinge, mit M6 Spindel, 8x8mm lichte Weite und Tiefe und 5x12mm Schenkelquerschnitt.
Schon klein aber ziemlich kompakt also.

Ich konnte das Teil mit Leichtigkeit abknacken als ich die M6 anzog!

Bruchstelle in einer scharfkantigen Innenecke.
Ein Teil aus St37 hätte ohne zu Verbiegen mehr gehalten.
Die Bruchflächen waren tadellos feinkörnig. Die Härtung war also gut.

Ein sauber vergütetes Stück hätte wohl mehr ausgehalten als die M6 drücken kann.
Ich mache es jetzt nochmal aus C45 oder aus einer alten Auto Spiralfeder.
 
Hallo

Der 1.2080 hat im weichgeglühten Zustand schon eine ordendliche Zugfestigkeit. Ich denke daher, wenn Du das Stück gar nicht gehärtet hättest würde bei diesen Dimensionen nichts passieren. Allerdings, scharfe Innenkanten würde ich bei dem neuen Stück bei jedem Werkstoff vermeiden.

PeterG
 
Hallo,

1.2080 ist ein Werkzeugstahl, der gegen Abrasion ausgelegt ist. Er soll also eher verschleißfest sein als zäh. Also eher gut für Stanzwerkzeuge.

Wenn schon Werkzeugstahl, dann einen Kaltarbeitsstahl wie 1.2842 nehmen und recht hoch anlassen.

Oder etwas wirklich zähes wie V4A. Dann aber viel Spass beim bearbeiten. :haemisch:

Gruss

Gerhard
 
Oder etwas wirklich zähes wie V4A. Dann aber viel Spass beim bearbeiten. :haemisch:

Das Bauteil wird auf Biegung beansprucht. Deshalb braucht mikromeister einen Werkstoff mit ausreichender Biegezugfestigkeit und nicht Zähigkeit. Ich weiss jetzt nicht die genauen Festigkeitswerte bei Biegung aber 1.2080 weichgeglüht hat ca. 850N/mm2 Zugfestigkeit und V4A nur die Hälfte davon.
Bei ausreichender Dimensionierung wird V4A aber auch reichen.
Eigentlich hat das hier nur mehr wenig mit Messern zu tun.

PeterG
 
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