Nobelhobel – man gönnt sich ja sonst nichts

Durch neuere "Daumen-nach-oben" bin ich drauf gekommen nach zu sehen- Hm, hab wohl jetzt einen anders sehenden Monitor. Ich habe ein anderes Bild ergänzen wollen, (in diesem „Tread“ Beitrag #7) ohne es neu hoch zu laden. Der Link geht auch, aber ich hoffte irgendwie ein kleines Vorschaubildchen hin zu bekommen. Geht das so nicht? Muß ich die Bilder erst in meiner Galerie hochladen? Ich hatte schon mal versuche aus Angeboten Bilder in die Galerie zu übertragen, das ging aber nicht, nur das neue Hochladen. Ich wollte dem Forum aber Speicherplatz sparen. (Wen mir das einer erklärt lösche ich diese, hier nicht so wirklich passende Frage).

Ich habe überlegt, daß doch für Jeden die Einschätzung , was nobel ist, anders ausfallen muß.
Das können ja auch Messer sein die nicht teuer waren, aber einem es wert erscheinen hier eingefügt zu werden. Meint ihr es gibt eine Untergrenze für den, auch von Anderen, gesehenen Wert oder könnte es auch eine glitzernde Glasscherbe sein?
 
Es ist eine Auftragsarbeit, die der Meister extra für die Weinliebhaberin angefertigt hat. Die Metallarbeit ist so detailliert ausgeführt, dass man fast glaubt den Hahn am Weinfass öffnen zu können.
Wow - ein tolles Kunstwerk! Ist der passende Wein auch von der stolzen Besitzerin?
 
Wow - ein tolles Kunstwerk! Ist der passende Wein auch von der stolzen Besitzerin?
Nein, es war tatsächlich ein Zufall, dass der Weinladen hier am Ort einen Tropfen mit dem Namen dieses "Meilleur Ouvrier de France (MOF)" im Angebot hatte. Wie man sieht musste die Flasche erst ausgetrunken werden, bevor das Foto gemacht werden konnte ;-)
 
Nobel und gelenkig! Der Shapeshifter von Scorpio-Design :cool::

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Mein neuer Nobelhobel ist ein „blaues Wunder“. Kristallisiertes Titan ist ein teures Griffmaterial, daher wird es meist von Custom Messermachern verwendet. Der Einsatz bei Serienmessern ist bislang ausgesprochen selten. Das Moray von QSP mit seinen blauen Griffschalen gehört zu den wenigen Ausnahmen. So sieht es aus.
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Das Moray ist ein Slip Joint, das von QSP in drei noblen Varianten als limitierte Kleinserie gefertigt wird. Das Modell mit Griffschalen aus kristallisiertem Titan hat einen kräftigen Blauton mit der für dieses Material typischen - und für mich faszinierenden - Froststruktur.
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Froststruktur und Farbe sind das Ergebnis einer komplexen Materialtransformation. Erstaunlicherweise werden durch dieses aufwändige Verfahren die besonderen Eigenschaften des Titans sogar nochmal verbessert. Kristallisiertes Titan wird im Vakuum-Lichtbogen-Umschmelzofen mit kontrollierter Abkühlung hergestellt und hat eine höhere Härte und verbesserte Rissablenkung gegenüber dem Ursprungsmaterial. Aufgrund langsamer Ofenzyklen und hoher Ausschussquoten ist das Material kostspielig.
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Das Blau der Oberfläche entsteht danach durch kontrolliertes Erhitzen an der Luft – etwa 440 °C – oder in einem elektrolytischen Schwefelsäurebad bei 30 Volt (für andere Farben kommen andere Temperaturen oder Spannungen zum Einsatz). Dieser aufwändige Prozess und der damit einhergehende hohe Preis sind der Grund, warum kristallisiertes Titan bei Messern in der Serienfertigung selten ist. Die Verwendung dieses teuren Materials ist nicht die einzige Besonderheit beim Moray, aber die Ursache für seine ungewöhnliche Limitierung. Durch die produktionsbedingt begrenzte Verfügbarkeit des Griffmaterials ist das Moray in dieser Ausführung auf die ungerade Zahl von 193 Stück limitiert.
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Eine weitere Besonderheit ist, dass Backen und Platinen aus einem Stück Edelstahl gefräst sind, es handelt sich also um einen Integralfolder. Die vordere Backe ist mit zwei Zierrillen versehen und die hintere mit einer Fangriemenöse. Die Übergänge zu den eingeschraubten Kristalltitaninlays sind sauber verarbeitet. Auch die Spannung der Rückenfeder fällt etwas aus dem üblichen Rahmen – sie ist sehr hoch. Man muss die Klinge beim Öffnen gut festhalten, damit sie nicht zurückschnappt. Da die Klinge beim geschlossenen Messer deutlich übersteht kann sie gut gegriffen werden, wozu auch die beidseitige Hohlkehle in der Klinge und die Einbuchtung in den Griffschalen beitragen.
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Durch die kräftige Rückenfeder ist das Risiko gering, dass die Klinge bei Schneidarbeiten versehentlich einklappt, dadurch ist die Arbeitssicherheit hoch. Beim Einklappen kommt der 90°-Stopp zum Tragen, er ist beim Moray mit der starken Federspannung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
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Die 2,7 mm starke und 6,8 cm lange flachgeschliffene Klinge besteht aus pulvermetallurgischem Vanax und kam sauscharf (hab mich beim Fotografieren gleich mal geschnitten). Jimpings am hinteren Klingenrücken geben dem Daumen ordentlich halt. Das Moray mit Griffschalen aus kristallisiertem Titan gefällt mir ausgesprochen gut. Es erinnert an klassische Taschenmesser und ist zugleich modern. Fehlt eigentlich nur noch eine etwas größere Version.
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Tolle Vorstellung, wirklich tolles Griffmaterial aber warum zum Geier setzt man es als Inlay in ein Edelstahlintegral und nicht in Ti oder gar als selbstragende Griffschale ein?
 
Tolle Vorstellung, wirklich tolles Griffmaterial aber warum zum Geier setzt man es als Inlay in ein Edelstahlintegral und nicht in Ti oder gar als selbstragende Griffschale ein?
Da ist was dran! Ich vermute mal, dass es wegen Preis und Verfügbarkeit nicht als selbsttragende Griffschale verwendet wird.
Aber das spräche ja nicht gegen Titan statt Edelstahl ;-)
 
Tolle Vorstellung, wirklich tolles Griffmaterial aber warum zum Geier setzt man es als Inlay in ein Edelstahlintegral und nicht in Ti oder gar als selbstragende Griffschale ein?
Ist der "Edelstahl" nicht viel fester als das "Titan"? (Ich nem an, dass es ein gehärteter Stahl ist, wenn man sich den Aufwand schon macht. )
 
Einen austenitischen Edelstahl (A2/A4) kann man normalerweise nicht härten.
Reines Titan ist etwas weicher, Titan Grade 5 deutlich härter als ein austenitischer Edelstahl.
 
Gut, im Internet hab ich schnell nicht gefunden was für ein Stahl das ist. Ich hatte einfach angenommen das es 440C oder so ist. Von wegen Nobelhobel ;-)
 
Bei einem Griffstück eines Folders habe ich noch nie davon gehört das jemand einen Klingenstahl wie 440C einsetzt.

Die sind normalerweise aus Messing, Titan, Rostfreien Edelstahl wie A2 oder A4 oder Baustahl (schlimmstenfalls)

(Fixed als Vollintegrale, Damastbacken und Federn mal ausgenommen...)
 
Zuletzt bearbeitet:
Na, bei Nobelhobel darf man doch mal träumen. Aber es steht nirgens.
Bei den Titan Geschichten denk ich an die "Hanenwollen" Gefühle für die Messerchen von madscienceforge hat hier einer solch eins?
 
Na, bei Nobelhobel darf man doch mal träumen. Aber es steht nirgens.
Bei den Titan Geschichten denk ich an die "Hanenwollen" Gefühle für die Messerchen von madscienceforge hat hier einer solch eins?
Natürlich darf man träumen.
Aber wieso sollte man 440C für die Backen verwenden? Die schneidet ja nicht…
Da reicht V2A oder so völlig aus. Würde nur unnötig die Kosten in die Höhe treiben 440C dafür zu verwenden.

Gruß Schattenklinge
 
Ich meinte ja einen Härtbaren rostträgen gegen Kratzer wie die vorher bemängelt wurden (hab es wenigstens so verstanden, dass nur der Vorteil eines größeren Widerstands gegen Abnutzung das rechtfertigt). Wenn denn das Titan stabieler ist als der "weiche" rostträge Stahl geht es ja nur um die Kosten (also weniger Nobelhobel) und das Aussehen da man Titan nicht so silbrig poliert bekommt.
 
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