Notwendige Utensilien

Max76

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Moin in die Runde,



ich hab ein paar Schwierigkeiten, einzuordnen, welche Utensilien wirklich essenziell zum Schleifen sind und hoffe, ihr könnt mir da vielleicht etwas weiterhelfen.

Hintergrund ist, dass ich mir vor einiger Zeit und nach langer Recherche (einen Reddit Post gelesen) den Shapton Pro 1000 geholt habe und seitdem damit am Üben bin. Die Ergebnisse sind nicht jenseits der Vorstellungskraft (Armhaare sind alle noch dran) aber durch Papier gehts schön durch, also für mich grundsätzlich ausreichend.

Durch das Spuken durchs Forum bin ich jetzt auf viel Neues gestoßen, wobei sich bei mir folgende Fragen aufgetan haben:

Brauche ich für meine begrenzte Nutzung (4 Messer in ganz gutem Zustand) trotzdem nen Abrichtstein?

Wenn ja, tuts auch ein grober Shapton mit Aneinanderreiben?

Wenn ihr 50-100€ zur Verfügung hättet, worein würdet ihr die am Ehesten investieren?

Vielen Dank schonmal für die Antworten!

(Habe außerdem nen Zwilling Wetzstahl, Messer haben nen Stahl <58 HRC.)
 
Im Grunde braucht man nur zwei Steine. Eine mittlere Körung so um die 1000 und eine feine 3000 bis 6000.
Da Du den Shapton 1000 schon hast fehlt Dir noch der feine. Für rostfreie Stähle in der von Dir beschrieben Härte würde ich Richtung 3000 gehen.
Wenn Du bei Shapton pro bleiben willst wäre der 5000er von der Körnung her passend. Shapton Glass 4000 wäre eine Alternative.
(Nicht von der Körnungsangabe irritieren lassen. Die Shaptons sind alle etwas gröber im Vergleich zu anderen Marken).

Abrichten würde ich mit einer DMT-Diamantplatte. Die Shapton Steine bleiben aber schon lange plan. Gut möglich, dass Du die eine Weile nicht brauchst.

Gruß, Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Shapton reicht aus, um die Messer scharf zu bekommen. Auch kleinere Reparaturen wie Ausbrüche kleiner als 0.5 bis 1 mm oder abgebrochene Spitzen bekommt man gut hin. Neue Schneidkante auf beiden Seiten herstellen (überprüft z. B. durch Grat), entgraten, ggf. Gratreste mit Leder, Zeitung oder einer alten Jeans entfernen. Der Rest ist Übung, besonders wenn es keine besonderen Anforderungen wie Reparaturen, Flankenpolitur oder ähnliches gibt.

Der Stein ist ziemlich hart gebunden und freihändig wird es bei gerade mal vier Messern ohne Schäden Jahre dauern, bis du einen Unterschied durch das Hohlschleifen des Steins merkst. Schleifst du mit einem winkel- und besonders druckkontrollierten System, ist das Abrichten wesentlich wichtiger, will man die Vorteile des Systems nicht verlieren.

Tatsächlich wäre aber meine erste Anschaffung nach dem Schleifstein etwas zum Abrichten. Das kann auch eine Granitfliese und 100 g (reicht jahrelang bei deinem Anwendungsfall) SiC-Pulver sein, was zusammen unter 10 € kostet. Günstige geeignete Diamantplatten machen etwas weniger Sauerei beim Abrichten und kosten ca. 20 bis 30 Euro. Die nächste Anschaffung danach wäre ein feiner Stein, wenn du bei der Box vom Shapton Pro als Schleifsteinhalter bleiben willst, bieten sich weitere Shaptons an (die Glass und Rockstars passen auch). Da würde ich dann den 4000er Glass/Rockstar oder 5000er Pro nehmen. Naniwa Chocera Pro 3000, falls du die Steine in einen flexiblen Halter einspannst. Normale deutsche Küchenmesser funktionieren aber auch echt gut mit mittelgrobem Finish, wie es nach dem Shapton Pro 1000 vorliegt.
 
Super, vielen Dank euch Beiden für die ausführlichen Antworten! Über den Shapton 5000 hatte ich auch schon nachgedacht, hab dann aber ein paar Beiträge hier gesehen, die sich für mich angehört haben, als wären die (wie du @Valentinian II gemeint hast) für meinen Fall nicht unbedingt nötig, sondern eher für härtere Stähle gut? Und dass es bei einem zweiten Stein recht schwer ist, im gleichen Winkel wieder abzuschleifen? Macht eine Anschaffung trotzdem Sinn?
 
Im Grunde kann man beim Schleifen zwei Fehler machen: Keine neue Schneidkante herstellen oder unzureichend entgraten. Da sich der erste Fall schwerwiegender äußert als der zweite, vermute ich dein Problem eher beim Entgraten. Mit feineren Steinen entsteht immer ein kleinerer Grat und es ist auch weniger wahrscheinlich, beim Entgraten versehentlich einen neuen Grat zu erzeugen. Insofern würde ich schon sagen, dass dir ein feinerer Stein helfen würde. Ob dir die Investition es wert ist, obwohl du ja für deinen Anwendungsfall ausreichende Ergebnisse erzielst, musst du selber wissen.
 
Was auch noch Sinn macht, wenn noch ein wenig geld über ist, wäre ein SiC Leder von Scherenkauf zum entgraten. Wenn man dort noch einen Stein findet und per Vorkasse bezahlt, bekommt man das Leder gratis beigelegt. Eventuell ist der Missakra Ultimate mit F1000 für Dich geeignet.
 
Spyderco Tri-Angle Sharpmaker ...

Würde ich in der Preisklasse auch sagen. Zumindest für die gängigsten Anschliffe, an den gängigsten Messern.
(Wenn man auf Ballig/Null etc. gehen will, wirds damit natürlich eher nix.)

...ich sehe darin auch ehrlich gesagt keinen Anlass für einen Heiterkeitsausbruch...

Da das Rasieren ja nicht klappt, bzw. die Armhaare nicht fliegen, würde ich vielleicht noch in ein Stück Leder und Polierpaste investieren. Vermutlich besteht da noch ein Grat an der Schneide...
Muss nix aufwändiges sein; ich z.B. benutze seit ein paar Jahren schon dieses Bark River Lederding mit den zwei Pasteblöcken. Reicht mir völlig aus. Davor habe ich mit altem Leder (auf ne Leiste geklebt) gearbeitet - ging auch ...

Wichtiger als das Material ist vermutlich die Technik. Das erfordert natürlich etwas Übung. - Sowohl beim Schleifsystem (egal bei welchem) man muss halt den richtigen Winkel und damit die Schneidkante treffen (such mal nach "sharpie trick" oder ggf. "Edding Trick"). Und langsam und sorgfältig arbeiten ist angesagt; wenn man sich Zeit nimmt und genau anguckt, was man eigentlich da macht, ist das letztendlich schneller zielführend als möglichst schnell zu arbeiten.
Und beim finalen Abziehen auf Leder ist es sehr hilfreich, die Richtung zu beachten in der man die Klinge bewegt, um die maximale Schärfe zu erreichen.
 
Nicht, dass ich den Sharpmaker schlecht finden würde, im Gegenteil -- aber wenn schon ein Stein vorhanden ist, mit dem ordentliche Ergebnisse zustande kommen, würde ich da auch weitermachen.

Das erfordert weiterhin die Skills, die offensichtlich nicht ausreichend vorhanden sind.

Und ob diese bei 4 Messer, die gelegentlich unwillig geschärft werden jemals kommen, bleibt fraglich.

Der Spyderco mit weißen Stäben taugt zum Anbringen einer Microfase, zum Nachschärfen als auch zum Entgraten.

Also ja, könnte hier passen.

grüsse, pebe
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn die Klingen nicht über 20cm gehen, ist der Triangel schon eine Überlegung wert.

Gerade wenn der Grundschliff mit Shapton 1K gesetzt ist, kann man damit deutlich einfacher nachschärfen oder verfeinern als mit einem feinen Bankstein freihand.

Wenn Du das Schärfen als Hobby pflegen willst, kann Du natürlich noch einen Shapton Pro 5k plus eine Atoma 400 zum Abrichten dazu nehmen.

Persönlich sehe ich die Triangel Lösung eher ergebnisorientiert, die Banksteine eher erlebnisorientiert. 🙂

grüsse, pebe
 
Vielen Dank für die Tipps! Das Erlebnis steht bei mir tatsächlich eher im Vordergrund, das Ergebnis rundet das Ganze allerdings schön ab! Aber wie gesagt, da bin ich grundsätzlich schon ganz zufrieden, nur zu einem besseren Ergebnis würde ich natürlich auch nicht nein sagen… Ist die Atoma aus deiner Sicht nur zum Abrichten nicht ein bisschen überambitioniert mit dem Budget? Was spricht für dich gegen eine DMD und ein Leder zusätzlich stattdessen?
 
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Persönlich sehe ich die Triangel Lösung eher ergebnisorientiert, die Banksteine eher erlebnisorientiert. 🙂
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Das würde ich genauso unterschreiben. Ich habe einiges an Schleifzeugs hier rumstehen; der Sharpmaker kommt mit Abstand am häufigsten zum Einsatz. Er steht mittlerweile mit den weißen Stäben auf 40° im Küchenschrank und hält die Küchenmesser zuverlässig auf einer mehr als nur ausreichenden Gebrauchsschärfe. Beste Anschaffung ever für mich, wenn auch weniger sexy, als ich es mir manchmal wünsche :)

Fürs alltägliche Familien-Kochen mit zwei kleineren Kindern im Haushalt sind diverse Globals eingezogen (Härte liegt im gleichen Bereich wie im Eingangsbeitrag beschrieben). Die lassen sich Stand jetzt über Monate damit scharfhalten. Ich bin gespannt, wann da überhaupt mal wieder ein Grundschliff ansteht...
 
Vielen Dank für die Tipps! Das Erlebnis steht bei mir tatsächlich eher im Vordergrund, das Ergebnis rundet das Ganze allerdings schön ab! Aber wie gesagt, da bin ich grundsätzlich schon ganz zufrieden, nur zu einem besseren Ergebnis würde ich natürlich auch nicht nein sagen… Ist die Atoma aus deiner Sicht nur zum Abrichten nicht ein bisschen überambitioniert mit dem Budget? Was spricht für dich gegen eine DMD und ein Leder zusätzlich stattdessen?

Ich kann nur zur Atoma 400 was schreiben. Die ist allerdings nicht nur zum Abrichten, sondern auch zum Ausdünnen irgendwann hochtauglich.

Persönlich kaufe ich lieber zuverlässig gut und zahle mehr, andere Platten sind aber sicherlich ebenso brauchbar.

Leder bei Kochmessern ist eher nicht mein Ding, dann lieber Zeitung ohne Flex oder sehr feine Steine.

grüsse, pebe
 
Ich kann nur zur Atoma 400 was schreiben. Die ist allerdings nicht nur zum Abrichten, sondern auch zum Ausdünnen irgendwann hochtauglich.

Persönlich kaufe ich lieber zuverlässig gut und zahle mehr, andere Platten sind aber sicherlich ebenso brauchbar.

Leder bei Kochmessern ist eher nicht mein Ding, dann lieber Zeitung ohne Flex oder sehr feine Steine.

grüsse, pebe
Alles klar, vielen Dank!
 
Ich benutze sowohl Atoma als auch die günstige DMD (nicht mit DMT verwechseln, diese ist auch eher eine Premiummarke). Das Ergebnis beim Abflachen ist für normale Messer mit der DMD ausreichend.

Die Atoma-Platten saugen sich aber nicht so an, wenn Stein und Platte nass sind, was sie sein sollten. Abrichten geht daher schneller und angenehmer. Bei den feineren Körnungen - und dazu zähle ich 400 bei Diamantplatten schon - ist Atoma auch langlebiger. Für deinen Anwendungsfall ist der Unterschied aber auch egal: Um einen Stein alle ein bis zwei Jahre mal abzurichten, ist der Verschleiß an der Platte so gering, dass du schonmal ins Testament reinschreiben kannst, wer sie irgendwann mal erben soll. Aber vielleicht entwickelt sich irgendwann ja mal ein Hobby daraus und es kommen mehr Messer und Steine dazu. Oder du willst die Platte auch für Reparaturen und zum Ausdünnen hernehmen.

Bei Atoma finde ich 150 für alle deine möglichen Anwendungen (Abrichten des relativ groben Shapton Pro 1000, Ausdünnen, Reparieren) besser als 400. Letztere würde ich aber bevorzugen, wenn sie einen eventuell anzuschaffenden feinen Stein ebenfalls abrichten soll.

Ob dir das alles den beträchtlichen Aufpreis wert ist, musst du... du weißt schon.
 
Top, vielen Dank nochmal für deine Einordnung @Valentinian II , so langsam hab ich das Gefühl, dass ich ein bisschen durchblicke! Werde mir vermutlich einfach die DMD Platte mal bestellen, für 25€ kann man da denke ich nicht ewig viel falsch machen… Danke nochmal an alle für die ganzen Tipps und Empfehlungen!
 
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