Tommes
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Mei….da Seppi mit´n Hut….wos issan des für oaner?
Moijen die Damen und Herren,
ich hatte es ja angekündigt und hier kommt´s nun, das Review über den Sepp-Folder.
Eine für mich ganz neue Sache, weil ich sowas noch nicht hatte. Einen Titan-Frame-Lock. Prämiere!!!
Ich habe mich spontan mal entschieden mir dieses Teil zu zulegen, weil die Gelegenheit gerade greifbar war.
Nochmals merci an Kanji, der da so fix war und das Messer besorgte.
Eigentlich sollte ja das Mike Two Outdoor von Pohl Force her,
aber nu isses der Titan-Sepp geworden.
Ich werde das Ganze in 2 Teilen machen. Dann isses nich so heftig und man kann sich schon mal bisserl austauschen und Meinungen hören.
Ok, was ham´ wa denn hier?
Zunächst nochmal die Tech Spec´s:
• Klingelänge 94mm
• Länge geschlossen 128mm
• Gesamtlänge 220mm
• Klingenstärke 3,6mm
• Klingenhöhe am Ricasso 32mm
• Griffstärke 17,4mm
• Gewicht 175g
• Stahl AISI D2
• Vacuum tempering + cryogenic heat threatment
• 58/58 HRC
• Schwarz PVD beschichtet mit Tactical Sepp Gravur und Seriennummer
• Frame Lock
• 4mm Scales, Titan, Ti6AL4V CNC gefräst, matt stonewashed
• Draht clip, umsetzbar für li./re., Tip up
• Wahlweise Einhand- oder Zweihandöffnung
• Design by Tommaso Rumici
• gefertigt bei Tecnocut in Maniago / Italien
• ---------------------------------------------------------------------
• zudem im Lieferumfang enthalten :
• Daumenpin 3teilig (Pins und 1x Schraube)
• Cordura Zipperpouch mit OA Schriftzug und Paracord Zipperpull
• OA Tactical Sepp Aufkleber
Erst mal bisserl Historie:
Bei Oberland Arms ist das Hauptbusiness zunächst mal ein ganz anderes als Messer.
Aber es liegt halt nah, dem Kunden nicht nur Feinste Knallbüchsen zu offerieren, sondern auch immer mal wieder bisserl was drum herum.
Wie z.B. ein angesagtes Messer mit viel Titan und Frame-Lock. Das ist nix neues mehr denn das machen ja Marken, die man traditionell vom Namen her auch
eher als Schusswaffenhersteller kennt, schon seit Jahren und das auch mittlerweile teils völlig abgelöst vom eigentlichen Business.
Smith&Wesson, Browning, Colt, Winchester….usw. usw. Unter diesen Namen werden ja einige Messer angeboten. Deutsche Premiumhersteller wie Heckler & Koch,
die internationales Renommee besitzen, sind in Zusammenarbeit mit Benchmade oder Böker ja auch auf dem Markt vertreten. HK in regelmäßigen Abständen ja immer wieder.
Auch OA haben ja bereits mit Böker zusammen etwas auf den Markt gebracht. Das OA EWD-1, welches von Böker noch immer vertrieben wird.
Auch in Zusammenarbeit mit Tecnocut beschreiten OA kein Neuland, denn das Fixed Sepp wurde ja auch in Italien gefertigt
und ist im Großen und Ganzen nichts anderes als ein Viper David.
Beim Titan-Sepp isses bei dieser Kooperation geblieben und man setzt wieder auf Italo-Fertigung und Tecnocut als kompetenten Partner.
Wieso auch nicht? Das Fixed Sepp wusste ja durchaus zu gefallen. Schauen wir also mal wie es hierbei aussieht.
And here we go!
In die Hand nehmen, anglotzen und in die Hose stecken:
Aufgrund seiner Dimensionierung ist das Messer ja absolut im großen weiten Feld der kräftigen EDC-Folder angesiedelt.
Im geschlossenen Zustand bemisst es 128mm und findet somit noch fast überall Platz, ohne wirklich aufdringlich zu sein. Groß isses aber.
Die Anbringung des Drahtclips lässt nur das Tip-up Einclippen zu. Dies aber immerhin links und rechts. Mir persönlich ist Tip-up bei allen Messern,
aus Aspekten der eigenen Sicherheit auch lieber. So kann die Klinge nicht von selbst aufgehen, da sie am Taschenrand geklemmt ist.
Ist das Messer eingeclippt, ist es eigentlich recht unauffällig zu transportieren. Nicht nur wegen der typisch unauffälligen Silhouette solcher Drahtclips.
Von einem Deep-Pocket-Clip zu sprechen wäre sicherlich falsch, da das Griffende ca. 15mm über den Taschensaum heraus steht.
Das ginge bestimmt auch anders. Einen Wireclip anders zu biegen ist kein Ding, wie uns Spyderco zeigt.
Aber gut, was in der vorderen Hosentasche noch lästig sein kann für manchen, ist, wenn man das Messer auch ab und an IW (in-waist) trägt,
schon wieder ein Vorteil. Am Griffende lässt sich das Messer dann eventuell besser ziehen. Mag wie gesagt für manchen eventuell störend sein.
Im Auslieferungszustand ist der Clip auch eigentlich stramm genug. Wer´s noch heftiger mag biegt eben nach. Hier gibt es aber zumindest Lock-bar-seitig eine kleine Stolperstelle. Die Biegung des Clips liegt genau über der Ausfräsung des Lock-bars und dürfte, wenn es auf Dauer nicht ohnehin schon so ist, für ziemlich zerfledderte Taschensäume sorgen. Montiert man den Clip auf die Linke Seite ist das kein Thema mehr. Apropos auf der linken Seite. Ich bin ja seit Jahren begeisterter Rechtshänder und weiß deswegen leider nicht wie es im Endeffekt wirklich aussieht, aber ich könnte mir vorstellen dass das Teil auch sehr gut Linkshänder anspricht. Denn zumindest die Griffform in sich, ist nicht nur auf rechts ausgelegt. Ich hab´s mit meiner talentfreien linken Hand geöffnet und geschlossen. Geht. Die höchstmögliche Neutralität würde da naturgemäß ein Lock-Back bieten, aber das ist ein anderes Thema. Die Daumenpins sind von beiden Seiten zu bedienen. Wenn man denn die Teile montiert. Diese werden lose beigelegt und es obliegt jedem selbst ob mit oder ohne gearbeitet wird. Die Mulde für den Zeigefinger ist auch recht symmetrisch ausgearbeitet und nicht wie bei vielen andern Messern von einer Seite her in viel größerem Radius, um den Lock drücken zu können. Dieser hat übrigens, um mehr Grip beim Entriegeln zu gewährleisten, auf der Innenseite so ne Art Riffelung. Kleine Kugeleinsenkungen möchte ich eher sagen. Ob die nun viel bringen? Schaden tun se mal nich, und das is ja auch schon was.
Insgesamt sind die Titanschalen mit angenehmen Kantenbrüchen und Roundings versehen, was zu einer sehr schönen Handlage führt. Der Griff ist in Open-Frame Bauweise gehalten, was das Reinigen natürlich stark vereinfacht. So denke ich, dass wer nicht zu den pingeligsten Flusenjägern gehört, hier nie und nimmer einen Grund haben wird das Messer komplett zu zerlegen. Wer´s doch tut, hat aufgrund der verwendeten Schrauben aber auch kein Problem. Die Klingenachse wird genau wie die Abschlussschraube durch eine schöne große Kettenblattschraube von 9mm realisiert. Die Schrauben die den Rahmen versteifen sind übrigens Metrische Inbusschrauben M3. Solche, die man überall bekommt, falls man mal eine verbummelt. Einzig der Schraubenkopf ist bisserl außer der Norm. Aber da könnt man bestimmt was finden, falls nötig.
Die Oberfläche der Schalen ist in einem schönen stonewashed Finish gehalten, die das Messer recht schlicht und clean daherkommen lässt. Manch Geschmäcker trifft dies voll, für andere wirkt das vielleicht auch langweilig und einfallslos. Mir persönlich gefällt das sehr. Sieht aus als hätte man es schon seit 2 Monaten in der Hosentasche und es schimmert einfach so schön seidig.
Auswirkungen auf das Arbeiten mit dem Messer hatte das für mich nicht. Es fühlt sich auch mit ganz leicht feuchten Händen noch gut und griffig an. Zumindest bei dem was ich gemacht hab. Es gibt aber natürlich sehr viel griffigere Messer. Die Größe des Griffs ist im Verhältnis zur Klingenlänge recht gut ausbalanciert. Der Platz der im geschlossenen Zustand zur Verfügung steht wurde auch genutzt. Anders als bei z.B. meinem Persönlichen Ultra-Liebling dem Para-Military 2. Das ist das Verhältnis leicht gestört. Aber die Haptik dafür unschlagbar. Dem Seppi is das herzlichst egal. Die Griffhaltung ist hier ziemlich eindimensional. Nix mal bisserl weiter vorn oder hinten greifen, gedingse hier und da. In die Hand nehmen, Zeigefinger nimmt Platz…und los geht´s. Das ist aber auch ok. Beim Schneiden sollte die Klinge ja eh nach vorne zeigen, oder?
Was schneiden muss natürlich auch sein:
Die Klingenlänge ist mit 94mm für wirklich alles was einem im urbanen Alltag so unter die Schneide kommt massig ausreichend und geeignet. Die Geometrie der Klinge ist dem wirklich sehr zuträglich. Keine unnötigen Schnörkel, ein Flachschliff ohne Serrations, eine schöne Fehlschärfe, die die Spitze fein ausdefiniert und dem Ganzen halt einfach einen etwas schlankeren Auftritt verpasst. Die Klinge ist auch nicht zu spitz oder zu bauchig. Was das Schneiden selbst angeht, habe ich die Messlatte mal im Dorf gelassen. Sprich die Kirche nicht zu hoch gelegt. Alltagszeugs also. Kartons, Nahrungsmittel, Verpackungen, Kabel abisoliert, bisserl was gespitzt, Paracord gemetzelt, bisserl dickeres Seil auch. Passt scho! Es gibt da jetzt nichts an großen Überraschungen um drüber zu berichten. Es ist halt eine universell einsetzbare Drop-Point Klinge mit einem angenehmen Bauch. Viel falsch macht man da jetzt nicht. Die Beschichtung macht das auch alles schön mit. Ich war da früher ja immer skeptisch, da ich vor ca. „400 Jahren“ mal ne Klinge mit Beschichtung hatte und diese dann auch regelmäßig im Essen fand. Aber auch da macht die Technik Fortschritte und seit ich mir vor Zeiten mal das Benchmade 950 Rift gegönnt habe, ist das Vertrauen in Coatings wieder da und bei meinem Para-Mili2 CMOBK hab ich noch nie Bedenken gehabt. Sie ist einzig und allein bei manchen Nahrungsmitteln wie Zucchinis manchmal hinderlich, da die Beschichtung den Schnitt irgendwie zu bremsen scheint. Aber wie oft hat man das schon. Ok, für alle die gerne Ölfässer aus dem Vollen schnitzen, oder Messer durch Autotüren und Brandschutzwände treiben ist das mit der Beschichtung eventuell nix. Weiß ich nicht weil ich´s nicht getestet hab. Da gab´s schon öfter lustige Berichte drüber wie haltbar Beschichtungen wirklich sind, ich weiß.
Auch die Klingendicke ist wirklich gut gewählt. Es ist keine Spaltaxt, aber auch kein Küchenmesser. Slicer ist nicht das erste Wort was ich mit dem OA TiSepp in Verbindung bringe, aber die Performance is wirklich gut. Oft kommt´s ja dann bei Messern die so ne TACTICAL-Aura haben vor, dass die Klinge so ein richtiges Stemmeisen ist und maximal Stahlbeton schneidmeißelt. Oder Autotüren und Ölfässer. Oberland Arms, die ja wie erwähnt keine Ersttäter sind im Folder-Segment, haben diesmal anders als bei der Coop mit Böker damals, die Klinge vom Grundaufbau her etwas anders gemacht. So ist sie wie bereits erwähnt, zur Spitze hin viel feiner gestaltet und es bedarf auch keines speziellen Anschliffs für die Schneidfase. Insgesamt macht der Seppi beim Schneiden das was man von ihm verlangt. Schneiden. Aber auch nicht besser als viele andere.
Wer schneiden sagt muss auch schärfen wollen:
Der D2 (1.2379)Werkzeugstahl der für die Klinge Verwendung findet löst ja oft auch so bisserl Meinungsterz aus. Die einen sagen der is toll (so wie ich), die anderen finden ihn schlicht unbrauchbar als Klingenstahl. Das liegt zum einen vielleicht auch daran, dass er dazu neigt anzulaufen und auf Substanzen reagiert, bei denen ein als „sehr rostträge“ geltender Stahl wie S30V nur müde lächelt. Zum anderen gibt’s auch einige die sagen das man den Stahl an den Lebensmitteln die man damit schneidet schmeckt. D2 ist aber, wenn er gut wärmebehandelt ist, ein echt feiner Stahl der sehr lange sehr gut schneidet. Er lässt sich sehr hoch härten, was aber dann Probleme beim Schärfen bereitet und auch schon mal zu Ausbrüchen in der Klinge führen kann.
OA hat hier mit 58HRC eine Härte gewählt, die dem Benutzer sehr entgegen kommt, die Schnitthaltigkeit aber nicht extrem beeinträchtigt. Zudem kann man das Messer so noch mit den gängigen Mitteln schärfen. Ich habe mein Exemplar auf dem Spyderco Sharpmaker abgezogen. Klappt problemlos. Sowohl ne etwas gröbere und damit unempfindlichere Schärfe, als auch eine sehr feine Schneide lassen sich recht Anwenderfreundlich erreichen.
Noch ein Punkt, der mir auch immer ganz lieb ist. Es gibt eine Art Schleifkerbe, die es ermöglicht die gesamte Schneide zu schärfen.
Verarbeitung überprüfen und Materialien noch ma checken:
D2 und Titan. Tjooaahh….was soll ich sagen? Ich finde beides toll. Titan ist leicht, es ist stabil, es schaut gut aus….und überhaupt….was denn noch?
Maniago heißt das Stickwort! Von dort kommt Qualität so scheint es. Es ist ja mittlerweile schon eigentlich so, dass es zum guten Ton gehört, wenn man in Italien fertigen lässt. Was manchem in Sachen Automobilbau den kalten Schweiß auf die Stirn treibt, lässt dem Messerfreund inzwischen oftmals das Herz höher schlagen und veranlasst zu glänzenden Augen. Die Palette an namhaften Marken die bei Lionsteel, FKMD oder wie in diesem Fall Tecnocut fertigen lassen ist groß. Ob Spyderco, oder sonst wer, oftmals ist ein Modell im Sortiment was von dort kommt. Und das ja auch zu Recht. Die Qualität stimmt da allemal. Pohl Force hat´s auch gemacht und so schlecht kam das ja nicht an.
Ok, da Beppo…ach nee...der Sepp, auch er kommt im Bezug darauf recht fesch daher. Das schon erwähnte Finish der Titanbeplankung ist sehr gelungen. Ich kann mir vorstellen, dass dies für den geneigten Highend-Käufer halt eher ein Arbeiterfinish darstellt, aber das ist ja auch irgendwie ne Frage der persönlichen Vorlieben. Die Qualität der Genauigkeit in der Fertigung, hat sich beim Zerlegen und Zusammensetzen gezeigt. Es gibt zwar nicht so viele Teile, aber die passen auch nach dem Zusammenbau wieder sehr genau und die Funktion ist vollends gewährleistet. Die Klinge steht im Geschlossenen Zustand mittig. Der Lock-bar verriegelt mit einem satten Klacken und steht dann auch sehr gut. Alles ist sehr sauber gearbeitet und strahlt eine schöne Wertigkeit aus. Der Flachschliff ist symmetrisch und sauber angebracht und das setzt sich so auch in der Fehlschärfe und der Schneidfase fort. Wirklich schön anzuschauen. Die Beschichtung legt sich sehr samtig über alles, was die Vermutung zulässt, dass auch darunter sauber gearbeitet wurde und nicht sie nur dazu dient Schleiffehler zu übertünchen. Hat man ja auch schon von gehört, ne? Die Schrauben sind zumindest bei meinem Messer nicht vernudelt und insgesamt wirken sie sehr wertig. Auch nachdem ich sie nun schon mit Werkzeug angepackt habe, sind sie auch immer noch schwarz.
Ok, das war der 1. Teil. Alles ja schon mal gar nicht so übel, wie ich finde.
In PART TWO lass ich Seppi mal gegen andere Messer antreten, um bisserl mehr Schwung rein zu bringen.
Stay tuned….and enjoy pics….
Moijen die Damen und Herren,
ich hatte es ja angekündigt und hier kommt´s nun, das Review über den Sepp-Folder.
Eine für mich ganz neue Sache, weil ich sowas noch nicht hatte. Einen Titan-Frame-Lock. Prämiere!!!
Ich habe mich spontan mal entschieden mir dieses Teil zu zulegen, weil die Gelegenheit gerade greifbar war.
Nochmals merci an Kanji, der da so fix war und das Messer besorgte.
Eigentlich sollte ja das Mike Two Outdoor von Pohl Force her,
aber nu isses der Titan-Sepp geworden.
Ich werde das Ganze in 2 Teilen machen. Dann isses nich so heftig und man kann sich schon mal bisserl austauschen und Meinungen hören.
Ok, was ham´ wa denn hier?
Zunächst nochmal die Tech Spec´s:
• Klingelänge 94mm
• Länge geschlossen 128mm
• Gesamtlänge 220mm
• Klingenstärke 3,6mm
• Klingenhöhe am Ricasso 32mm
• Griffstärke 17,4mm
• Gewicht 175g
• Stahl AISI D2
• Vacuum tempering + cryogenic heat threatment
• 58/58 HRC
• Schwarz PVD beschichtet mit Tactical Sepp Gravur und Seriennummer
• Frame Lock
• 4mm Scales, Titan, Ti6AL4V CNC gefräst, matt stonewashed
• Draht clip, umsetzbar für li./re., Tip up
• Wahlweise Einhand- oder Zweihandöffnung
• Design by Tommaso Rumici
• gefertigt bei Tecnocut in Maniago / Italien
• ---------------------------------------------------------------------
• zudem im Lieferumfang enthalten :
• Daumenpin 3teilig (Pins und 1x Schraube)
• Cordura Zipperpouch mit OA Schriftzug und Paracord Zipperpull
• OA Tactical Sepp Aufkleber
Erst mal bisserl Historie:
Bei Oberland Arms ist das Hauptbusiness zunächst mal ein ganz anderes als Messer.
Aber es liegt halt nah, dem Kunden nicht nur Feinste Knallbüchsen zu offerieren, sondern auch immer mal wieder bisserl was drum herum.
Wie z.B. ein angesagtes Messer mit viel Titan und Frame-Lock. Das ist nix neues mehr denn das machen ja Marken, die man traditionell vom Namen her auch
eher als Schusswaffenhersteller kennt, schon seit Jahren und das auch mittlerweile teils völlig abgelöst vom eigentlichen Business.
Smith&Wesson, Browning, Colt, Winchester….usw. usw. Unter diesen Namen werden ja einige Messer angeboten. Deutsche Premiumhersteller wie Heckler & Koch,
die internationales Renommee besitzen, sind in Zusammenarbeit mit Benchmade oder Böker ja auch auf dem Markt vertreten. HK in regelmäßigen Abständen ja immer wieder.
Auch OA haben ja bereits mit Böker zusammen etwas auf den Markt gebracht. Das OA EWD-1, welches von Böker noch immer vertrieben wird.
Auch in Zusammenarbeit mit Tecnocut beschreiten OA kein Neuland, denn das Fixed Sepp wurde ja auch in Italien gefertigt
und ist im Großen und Ganzen nichts anderes als ein Viper David.
Beim Titan-Sepp isses bei dieser Kooperation geblieben und man setzt wieder auf Italo-Fertigung und Tecnocut als kompetenten Partner.
Wieso auch nicht? Das Fixed Sepp wusste ja durchaus zu gefallen. Schauen wir also mal wie es hierbei aussieht.
And here we go!
In die Hand nehmen, anglotzen und in die Hose stecken:
Aufgrund seiner Dimensionierung ist das Messer ja absolut im großen weiten Feld der kräftigen EDC-Folder angesiedelt.
Im geschlossenen Zustand bemisst es 128mm und findet somit noch fast überall Platz, ohne wirklich aufdringlich zu sein. Groß isses aber.
Die Anbringung des Drahtclips lässt nur das Tip-up Einclippen zu. Dies aber immerhin links und rechts. Mir persönlich ist Tip-up bei allen Messern,
aus Aspekten der eigenen Sicherheit auch lieber. So kann die Klinge nicht von selbst aufgehen, da sie am Taschenrand geklemmt ist.
Ist das Messer eingeclippt, ist es eigentlich recht unauffällig zu transportieren. Nicht nur wegen der typisch unauffälligen Silhouette solcher Drahtclips.
Von einem Deep-Pocket-Clip zu sprechen wäre sicherlich falsch, da das Griffende ca. 15mm über den Taschensaum heraus steht.
Das ginge bestimmt auch anders. Einen Wireclip anders zu biegen ist kein Ding, wie uns Spyderco zeigt.
Aber gut, was in der vorderen Hosentasche noch lästig sein kann für manchen, ist, wenn man das Messer auch ab und an IW (in-waist) trägt,
schon wieder ein Vorteil. Am Griffende lässt sich das Messer dann eventuell besser ziehen. Mag wie gesagt für manchen eventuell störend sein.
Im Auslieferungszustand ist der Clip auch eigentlich stramm genug. Wer´s noch heftiger mag biegt eben nach. Hier gibt es aber zumindest Lock-bar-seitig eine kleine Stolperstelle. Die Biegung des Clips liegt genau über der Ausfräsung des Lock-bars und dürfte, wenn es auf Dauer nicht ohnehin schon so ist, für ziemlich zerfledderte Taschensäume sorgen. Montiert man den Clip auf die Linke Seite ist das kein Thema mehr. Apropos auf der linken Seite. Ich bin ja seit Jahren begeisterter Rechtshänder und weiß deswegen leider nicht wie es im Endeffekt wirklich aussieht, aber ich könnte mir vorstellen dass das Teil auch sehr gut Linkshänder anspricht. Denn zumindest die Griffform in sich, ist nicht nur auf rechts ausgelegt. Ich hab´s mit meiner talentfreien linken Hand geöffnet und geschlossen. Geht. Die höchstmögliche Neutralität würde da naturgemäß ein Lock-Back bieten, aber das ist ein anderes Thema. Die Daumenpins sind von beiden Seiten zu bedienen. Wenn man denn die Teile montiert. Diese werden lose beigelegt und es obliegt jedem selbst ob mit oder ohne gearbeitet wird. Die Mulde für den Zeigefinger ist auch recht symmetrisch ausgearbeitet und nicht wie bei vielen andern Messern von einer Seite her in viel größerem Radius, um den Lock drücken zu können. Dieser hat übrigens, um mehr Grip beim Entriegeln zu gewährleisten, auf der Innenseite so ne Art Riffelung. Kleine Kugeleinsenkungen möchte ich eher sagen. Ob die nun viel bringen? Schaden tun se mal nich, und das is ja auch schon was.
Insgesamt sind die Titanschalen mit angenehmen Kantenbrüchen und Roundings versehen, was zu einer sehr schönen Handlage führt. Der Griff ist in Open-Frame Bauweise gehalten, was das Reinigen natürlich stark vereinfacht. So denke ich, dass wer nicht zu den pingeligsten Flusenjägern gehört, hier nie und nimmer einen Grund haben wird das Messer komplett zu zerlegen. Wer´s doch tut, hat aufgrund der verwendeten Schrauben aber auch kein Problem. Die Klingenachse wird genau wie die Abschlussschraube durch eine schöne große Kettenblattschraube von 9mm realisiert. Die Schrauben die den Rahmen versteifen sind übrigens Metrische Inbusschrauben M3. Solche, die man überall bekommt, falls man mal eine verbummelt. Einzig der Schraubenkopf ist bisserl außer der Norm. Aber da könnt man bestimmt was finden, falls nötig.
Die Oberfläche der Schalen ist in einem schönen stonewashed Finish gehalten, die das Messer recht schlicht und clean daherkommen lässt. Manch Geschmäcker trifft dies voll, für andere wirkt das vielleicht auch langweilig und einfallslos. Mir persönlich gefällt das sehr. Sieht aus als hätte man es schon seit 2 Monaten in der Hosentasche und es schimmert einfach so schön seidig.
Auswirkungen auf das Arbeiten mit dem Messer hatte das für mich nicht. Es fühlt sich auch mit ganz leicht feuchten Händen noch gut und griffig an. Zumindest bei dem was ich gemacht hab. Es gibt aber natürlich sehr viel griffigere Messer. Die Größe des Griffs ist im Verhältnis zur Klingenlänge recht gut ausbalanciert. Der Platz der im geschlossenen Zustand zur Verfügung steht wurde auch genutzt. Anders als bei z.B. meinem Persönlichen Ultra-Liebling dem Para-Military 2. Das ist das Verhältnis leicht gestört. Aber die Haptik dafür unschlagbar. Dem Seppi is das herzlichst egal. Die Griffhaltung ist hier ziemlich eindimensional. Nix mal bisserl weiter vorn oder hinten greifen, gedingse hier und da. In die Hand nehmen, Zeigefinger nimmt Platz…und los geht´s. Das ist aber auch ok. Beim Schneiden sollte die Klinge ja eh nach vorne zeigen, oder?
Was schneiden muss natürlich auch sein:
Die Klingenlänge ist mit 94mm für wirklich alles was einem im urbanen Alltag so unter die Schneide kommt massig ausreichend und geeignet. Die Geometrie der Klinge ist dem wirklich sehr zuträglich. Keine unnötigen Schnörkel, ein Flachschliff ohne Serrations, eine schöne Fehlschärfe, die die Spitze fein ausdefiniert und dem Ganzen halt einfach einen etwas schlankeren Auftritt verpasst. Die Klinge ist auch nicht zu spitz oder zu bauchig. Was das Schneiden selbst angeht, habe ich die Messlatte mal im Dorf gelassen. Sprich die Kirche nicht zu hoch gelegt. Alltagszeugs also. Kartons, Nahrungsmittel, Verpackungen, Kabel abisoliert, bisserl was gespitzt, Paracord gemetzelt, bisserl dickeres Seil auch. Passt scho! Es gibt da jetzt nichts an großen Überraschungen um drüber zu berichten. Es ist halt eine universell einsetzbare Drop-Point Klinge mit einem angenehmen Bauch. Viel falsch macht man da jetzt nicht. Die Beschichtung macht das auch alles schön mit. Ich war da früher ja immer skeptisch, da ich vor ca. „400 Jahren“ mal ne Klinge mit Beschichtung hatte und diese dann auch regelmäßig im Essen fand. Aber auch da macht die Technik Fortschritte und seit ich mir vor Zeiten mal das Benchmade 950 Rift gegönnt habe, ist das Vertrauen in Coatings wieder da und bei meinem Para-Mili2 CMOBK hab ich noch nie Bedenken gehabt. Sie ist einzig und allein bei manchen Nahrungsmitteln wie Zucchinis manchmal hinderlich, da die Beschichtung den Schnitt irgendwie zu bremsen scheint. Aber wie oft hat man das schon. Ok, für alle die gerne Ölfässer aus dem Vollen schnitzen, oder Messer durch Autotüren und Brandschutzwände treiben ist das mit der Beschichtung eventuell nix. Weiß ich nicht weil ich´s nicht getestet hab. Da gab´s schon öfter lustige Berichte drüber wie haltbar Beschichtungen wirklich sind, ich weiß.
Auch die Klingendicke ist wirklich gut gewählt. Es ist keine Spaltaxt, aber auch kein Küchenmesser. Slicer ist nicht das erste Wort was ich mit dem OA TiSepp in Verbindung bringe, aber die Performance is wirklich gut. Oft kommt´s ja dann bei Messern die so ne TACTICAL-Aura haben vor, dass die Klinge so ein richtiges Stemmeisen ist und maximal Stahlbeton schneidmeißelt. Oder Autotüren und Ölfässer. Oberland Arms, die ja wie erwähnt keine Ersttäter sind im Folder-Segment, haben diesmal anders als bei der Coop mit Böker damals, die Klinge vom Grundaufbau her etwas anders gemacht. So ist sie wie bereits erwähnt, zur Spitze hin viel feiner gestaltet und es bedarf auch keines speziellen Anschliffs für die Schneidfase. Insgesamt macht der Seppi beim Schneiden das was man von ihm verlangt. Schneiden. Aber auch nicht besser als viele andere.
Wer schneiden sagt muss auch schärfen wollen:
Der D2 (1.2379)Werkzeugstahl der für die Klinge Verwendung findet löst ja oft auch so bisserl Meinungsterz aus. Die einen sagen der is toll (so wie ich), die anderen finden ihn schlicht unbrauchbar als Klingenstahl. Das liegt zum einen vielleicht auch daran, dass er dazu neigt anzulaufen und auf Substanzen reagiert, bei denen ein als „sehr rostträge“ geltender Stahl wie S30V nur müde lächelt. Zum anderen gibt’s auch einige die sagen das man den Stahl an den Lebensmitteln die man damit schneidet schmeckt. D2 ist aber, wenn er gut wärmebehandelt ist, ein echt feiner Stahl der sehr lange sehr gut schneidet. Er lässt sich sehr hoch härten, was aber dann Probleme beim Schärfen bereitet und auch schon mal zu Ausbrüchen in der Klinge führen kann.
OA hat hier mit 58HRC eine Härte gewählt, die dem Benutzer sehr entgegen kommt, die Schnitthaltigkeit aber nicht extrem beeinträchtigt. Zudem kann man das Messer so noch mit den gängigen Mitteln schärfen. Ich habe mein Exemplar auf dem Spyderco Sharpmaker abgezogen. Klappt problemlos. Sowohl ne etwas gröbere und damit unempfindlichere Schärfe, als auch eine sehr feine Schneide lassen sich recht Anwenderfreundlich erreichen.
Noch ein Punkt, der mir auch immer ganz lieb ist. Es gibt eine Art Schleifkerbe, die es ermöglicht die gesamte Schneide zu schärfen.
Verarbeitung überprüfen und Materialien noch ma checken:
D2 und Titan. Tjooaahh….was soll ich sagen? Ich finde beides toll. Titan ist leicht, es ist stabil, es schaut gut aus….und überhaupt….was denn noch?
Maniago heißt das Stickwort! Von dort kommt Qualität so scheint es. Es ist ja mittlerweile schon eigentlich so, dass es zum guten Ton gehört, wenn man in Italien fertigen lässt. Was manchem in Sachen Automobilbau den kalten Schweiß auf die Stirn treibt, lässt dem Messerfreund inzwischen oftmals das Herz höher schlagen und veranlasst zu glänzenden Augen. Die Palette an namhaften Marken die bei Lionsteel, FKMD oder wie in diesem Fall Tecnocut fertigen lassen ist groß. Ob Spyderco, oder sonst wer, oftmals ist ein Modell im Sortiment was von dort kommt. Und das ja auch zu Recht. Die Qualität stimmt da allemal. Pohl Force hat´s auch gemacht und so schlecht kam das ja nicht an.
Ok, da Beppo…ach nee...der Sepp, auch er kommt im Bezug darauf recht fesch daher. Das schon erwähnte Finish der Titanbeplankung ist sehr gelungen. Ich kann mir vorstellen, dass dies für den geneigten Highend-Käufer halt eher ein Arbeiterfinish darstellt, aber das ist ja auch irgendwie ne Frage der persönlichen Vorlieben. Die Qualität der Genauigkeit in der Fertigung, hat sich beim Zerlegen und Zusammensetzen gezeigt. Es gibt zwar nicht so viele Teile, aber die passen auch nach dem Zusammenbau wieder sehr genau und die Funktion ist vollends gewährleistet. Die Klinge steht im Geschlossenen Zustand mittig. Der Lock-bar verriegelt mit einem satten Klacken und steht dann auch sehr gut. Alles ist sehr sauber gearbeitet und strahlt eine schöne Wertigkeit aus. Der Flachschliff ist symmetrisch und sauber angebracht und das setzt sich so auch in der Fehlschärfe und der Schneidfase fort. Wirklich schön anzuschauen. Die Beschichtung legt sich sehr samtig über alles, was die Vermutung zulässt, dass auch darunter sauber gearbeitet wurde und nicht sie nur dazu dient Schleiffehler zu übertünchen. Hat man ja auch schon von gehört, ne? Die Schrauben sind zumindest bei meinem Messer nicht vernudelt und insgesamt wirken sie sehr wertig. Auch nachdem ich sie nun schon mit Werkzeug angepackt habe, sind sie auch immer noch schwarz.
Ok, das war der 1. Teil. Alles ja schon mal gar nicht so übel, wie ich finde.
In PART TWO lass ich Seppi mal gegen andere Messer antreten, um bisserl mehr Schwung rein zu bringen.
Stay tuned….and enjoy pics….
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