Probleme beim Falten von Damast

Romanoesi

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Hi,

Ich habe am Wochenende endlich begonnen meine 2. Damastversuch zu schleifen.
Leider hab ich wieder Schweißfehler entdeckt.

Ich hab da jetzt eine Vermutung woran es liegen könnte.

Verschweißt hab ich einige Lagen von 1.2842 und 75Ni8 (jeweils 2 bzw 2,3mm) und abgedeckt hab ich das Paket mit beiderseits C75 (glaube es waren 4 oder 5mm).

Die Schweißfehler scheinen ausschließlich beim Falten aufzutreten - die Lagen aus 1.2842 und 75Ni8 scheinen sauber verschweißt zu sein daher vermute ich daß es am C75 liegt.

Ich denke das entweder der c75 mit 1.2842 oder 75Ni8 nicht verschweißt oder das (erscheint mir logischer) das c75 mit c75 problematisch ist.

Die 2. Variante könnte am Gesenk des alten Federhammers liegen das "etwas zu brutal" ausreckt (die Form ist wie eine stumpfe Finne eines Hammers - Der Hammer war für das Schmieden von Pflügen gebaut worden)

Ich hoffe einer der Profis kann mir da weiterhelfen!

mfg
Roman aus Linz
 
Es gibt sehr viele Fehlermöglichkeiten die aber alle bei dir liegen. Alle von dir verwendeten Stähle schweißen ausgesprochen einfach. Vielleicht verrätst du uns noch in welchem Feuer du schweißt, wie groß deine Packete sind, ....

P.S. geschweißt wird mit mäßig Kraft, erst am Ende der Schweißhitze werden die Schläge fester.
 
Hi,

Die Pakete ware b=4cm L=8cm,

Soweit ich mich noch erinnern kann 6x 75Ni8 (2,0mm) 7x 1.2842 (2,3mm) abgedeckt von jeweils c75 (4mm) als Decklagen.

Geschweißt wurde in einer Kohleesse (angeblich Fettnuß 4).

Das Paket wurde geheftet auf Schmiedetemperatur gebracht
gepackt (überschmiedet)
mit Borax bestreut
auf Schweißtemperatur gebracht - mit dem Handmammer verschweißt
Borax drauf
auf Schweißtemperatur gebracht - mit dem Handmammer verschweißt
etwas abkülen lassen
Schweißpunkte vom Heften abgeschliffen
auf schmiedetemp. gebracht und mit dem Federhammer ausgereckt
abkühlen lassen
Paket geschliffen (entzundert und halbwegs flach)
Paket in 4 Teile geschnitten
Paket wurde geheftet
das weitere Prozeder von vorne

Da ich an den Seitenkanten Schweißfehler entdeckt habe die ich von der Lage (Dicke) ca dem "gefalteten" Paket (dh. ~ in den 1/4 -teln der Dicke) zuordne dachte ich es könnte am c75 liegen


Ich überlege nun entweder die Decklagen aus 2x C75 durch 2 ander unterschiedliche Stähle (die grau zeichnen sollten) zu ersetzen um möglichst auzuschließen das 2 gleiche Stähle miteinander verschweißt werden - da wür ich für vorschläge dankbar sein.

Die 2. Variante wäre ich besorge mir 75Ni8 und 1.2842 auch in 3 bis 4mm und verwende diese aus Außenlagen.

Allerdings überlege ich ob ich nicht sowieso entweder die 1.2842 dicker wähle oder ob ich nicht sowiso eine 3. Stahlsorte (sollte grau zeichnen) mit ins Paket packe (der 75Ni8 ist mir etwas zu "dominant")

Welchen Stahl würdet ihr mir da empfehlen ?
Vorgabe:
sollte leicht mit 75Ni8 und 1.2842 zu verschweißen sein und grau bis dunkelgrau zeichnen.

Könnte mir da bitte jemand weiterhelfen!!!!!



Ich muß diese Woche Stahl ordern da ich am 14-16 Sept. einen Damast-Schmiedekurs gebucht habe und da ev. Material mitbringen möchte (im Kurs wird normalerweise c45/c75 mit Reineisen oder Nickel verschweißt das ist eine Kombi die mir aber für meine Messer gar nicht zusagt).

Meine Technik hoffe ich im Kurs zu verbessern.
Das Problem mit der Materalwahl möchte ich wenn möglich ausschließen.

mfg
Roman aus Linz
 
Hallo Roman
wie arno bereits geschrieben hat sind alle drei Stähle die du verwendet hast, absolut problemlos zu verschweissen, da liegt Dein Problem nicht.

Wenn Dir der helle Nickelstahl zu dominant ist und du eh grad Stahl bestellen muss, besteht die Möglichkeit den 1.2842 dicker zu wählen und somit die dunklen Teile über zu gewichten.
Dies Variante würde ich Dir für die ersten versuche empfehlen.

Du hast noch nach einer anderen Komponente gefragt die in Deiner Kombination grau zeichnet. Da währe der 1.2519 ein Kandidat, der ist mit 1.2% Chrom noch ohne grosse Probleme zu verschweissen, allerdings ein bisschen heikler als der C75 ist er schon.
 
Moin,
evtl. hast du wirklich zu heftig (und womöglich bei zu niedriger Temperatur) ausgereckt, das kann zur Lösung von Lagen führen.
Ein leicht nur balliges Gesenk wäre da von Vorteil. Ich habe meine für meinen Meitinger-Hammer selber gebaut, lediglich die Aufnahme habe ich mir abdrehen lassen.
Zudem ist es meiner Erfahrung nach bei Schweißverbundstählen sinnvoll mit der Schmiedetemperatur ein gutes Stück herauf zu gehen und nicht zu weit herunter zu gehen (ich gehe dabei nie unter Orange).
Das mehrfache Teilen der Bramme ist sinnvoll, da du so Faltungen sparst.
Ein Arbeitsgang, der in deiner Beschreibung noch fehlt, ist das Packen.
Dabei schmiedest du das gestapelte und geheftete Packet bei normaler Schmiedetemperatur über um die metallischen Flächen gut aneinander zu pressen und Hohlräume zu entfernen.

Gruß,
Timm

Tante Edit sagt: "Sorry, das Packen habe ich überlesen"
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Timm
- packen hab ich nicht vergessen hab ich gemacht
- mit der Schmiedetemperatur beim Recken bin ich auch hohgegangen
- das Gesek was ich habe ist Schrott (die Form ist vom Querschnitt stark ballig (eher schon wie eine Parabel)

Hatt da jemand eine Idee wo und wie ich zu einen geeigneteren Gesenk komme?

Hi Laketrout

Der 1.2519 ist mir auch schon in den Sinn gekommen (war letztes mal nicht verfügbar), ich könnte ihn mit 3,3mm bekommen

Ein möglicher Paketaubau wäre dann:

1.2519 3,3mm grau (Dicke sollte doch als Decklage ausreichen?)
1.2842 2,3mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2519 3,3mm grau
1.2842 2,3mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2519 3,3mm grau
1.2842 2,3mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2519 3,3mm grau
1.2842 2,3mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2519 3,3mm grau
1.2842 2,3mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2842 3,5mm schwarz (Decklage9

16 La. 41,5mm ges -> ~ quadrstischer Querschnitt

-> das Muster sollte homogener sein
Außenanlagen sind (hoffentlich) ausreichend dick und verschieden
beim schweißen sollten damit auch immer unterschiedliche Stähle aufeinander treffen

Denke das könnnte ich mal probieren.

Jetzt bleit nur mehr das Problem mit dem Gesenk..

mfg
Roman aus Linz
 
Also mit dem 1.2519 wird die Sache für jemanden mit nicht wirklich viel Erfahrung nicht unbedingt leichter, weil der sich etwas schlechter schweißt als die beiden Anderen. Wenn schon grau, dann nimm doch was, was weniger oder keinen Chrom enthält, wie etwa der C75 oder einen C80 oder C100 oder wenns mit Wolfram sein soll einen 1.2442.

Dann stellt sich mir die Frage, was das mit den dickeren Außenlagen soll? Nötig ist das nicht.

Vom Borax kann man ruhig schon von Anfang an ein Wenig drauf geben. So ist man sicher, dass schon bei Erreichen der Schmelztemperatur desselben eine Schutzschicht entsteht.

Fettnuss halte ich für's Feuerschweißen nicht für ideal, aber wenn nichts Anderes zur Verfügung steht, dann achte sehr darauf, die Kohlen wirklich gut zu verkoken, bevor sie mit dem Paket in Berührung kommen.

Zum Gesenk wurde ja schon was gesagt. So eine Form kloppt das Paket nicht nur in die Länge sondern birgt auch die Gefahr, die Schichten zu delaminieren. Neue Gesenke kann man sich aus geeigneten Stählen selbst machen, machen lassen oder passend für den Hammer beim Fachhändler (z.B. Angele) kaufen. Am Besten bist Du mit einem komplett flachen Gesenk mit abgerundeten Kanten bedient.
 
Es macht wohl Sinn, erst mal den Damastschmiedekurs zu machen und die Technik zu stabilisieren.

Nach Deiner Beschreibung gehst Du geradezu vorbildlich sorgfältig vor: Packen des Pakets, Überschleifen vor dem Zusammenstellen des neuen Pakets- beides mache ich bei so gut schweißenden Kombinationen nicht.
Der Fehler muß also an anderer Stelle gesucht werden.
Wahrscheinlich handelt es sich um eine Kombination der beiden schon genannten Fehlermöglichkeiten: zu niedrige Schweißtemperatur und zu starkes Verschieben der Lagen durch das ballige Gesenk. Das kannst Du bei dem Schmiedekurs prüfen und prüfen lassen.

Wenn Du den C 75 durch den 1.2519 ersetzt, bist Du schon in einer anderen Damastkategorie, nämlich im deutlich übereutektoidischen Bereich.
Das bietet Vorteile in der Schneidhaltigkeit, die mit leichten Verlusten in der Robustheit erkauft werden. Das Verschweißen wird ebenfalls fühlbar schwieriger werden.

Deine Bedenken, beim Falten den gleichen Stahl aufeinanderzulegen, sind, was das Schweißen angeht, unbegründet. Bleibt man bei relativ wenigen Lagen, kann allerdings die durch das Verdoppeln entstandene dickere Lage optisch stören- mich nicht, vielleicht aber Musterfetischisten.

Noch ein Tipp: Beim Zusammenstellen des letzten Pakets solltest Du von einer ungeraden Zahl der Teilpakete ausgehen. Auf diese Art vermeidest Du, daß die spätere Schneide in die Gegend der letzten Schweißnaht zu liegen kommt.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Hi,

An die 2 Profis:

Langsam denke ich das Problem ist hauptsächlich das Gesenk und ev. die Technik (hab wie gesagt einen 3 tägigen Damstkurs bei Hr. Scheiblechner gebucht (14-16 Sept) daher bin ich auch gerade am Zusammenstellen von Ausgangsmaterial.

Borax ist bei mir schon von anfang an drauf und wird auch öfter mal nachdosiert (pfui das Zeug fahrt ab beim 1. Schweißvorgang).

Danke für den Tipp - ungeraden Zahl der Teilpakete - kannte ich noch nicht - ist gut und kostet nichts (ja wenn alles so einfach wäre...)

An AchimW

Die Stahlliste hab ich schon - die Bestellung geht in den nächsten Tagen raus!

Denke mal ich werde den Rat beherzigen und auf 1.2442 (0,2 Cr anstatt 1.2519 mit 1,25 Cr) umsteigen

Die Idee mit den dickeren Außenlagen ist mir gekommen da ich dachte Außenlagen mit 2mm kühlen (gerade für einen Anfänger) zu schnell aus.


die neue Zusammenstellung würde dann so aussehen:

1.2442 2,7mm grau
1.2842 2,6mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2442 2,7mm grau
1.2842 2,6mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2442 2,7mm grau
1.2842 2,6mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2442 2,7mm grau
1.2842 2,6mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2442 2,7mm grau
1.2842 2,6mm schwarz
75Ni8 2,0mm silber
1.2842 2,6mm schwarz

16 La. 39,1 mm Dicke oder 19 Lagen 46,4mm

Das Problem mit dem Gesenk muß ich noch angehen.
Leider komme ich nicht so schnell in die Schmiede um die Maße des Gesenks zu bekommen.
Ich denke der Stahl sollte ein Warmarbeitsstahl sein (Vorschlag?).
Wenn schon neu dann ein Kombigesenk.
Das Problem wird sein das Gesenk herzustellen da die Halterung eine Schalbenschwazführung hat und da ich keine Zugang zu einer Fräse habe (Hat da jemand eine Idee?)
Ich denke das Teil müßte dann auch von einer Lohnhärterei gehärtet werden das sollte eher das kleinere Problem sein.

mfg
Roman aus Linz
 
Mit 75Ni8 und 1.2842 kann man auch 80CrV2 (alte Sägeblätter) als schöne Graustufe verwenden.
Der schweißt sich auch vorzüglich und verzeiht etwas mehr als die Wolframstähle.

Gruß,
Eisenbrenner
 
Hi,

Hab gerade einen längeren Beitrag geschrieben - ist leider gerade irgendwie verschwunden.:confused:

Daher die Kurzfassung:

Hab vorher mit dem Schmied tefoniert dessen Schmiedehammer ich benutzen darf.
Das Gesenk geht ihm auch schon mächtig gegen den Strich - er versucht über seine alten Kontakte ein anderes aufzutreiben.
Sollte das nichts werden - Recknagel hat 1.2343 (hab ich gerade nachgesehn) mahl sehen was das mit Material / fräsen / härten kossen würde.

Mal schauen vielleicht hab ich da Glück.

So - für heute reichts mir (Bei mir läutet das Handy heute im 15min Takt) und ich bin etwas übermüdet...

Gute Nacht

Roman aus Linz
 
Hi,

Ist ein ca 8oJahre alter Eigenbau allerdings mit zugekauftem Bär.

Ich hab meinen Schmied schon "beaufragt" nachzusehen ob er irgendwo eine Bezeichnung/Marke darauf findet - könne jedoch dauern da er auf Urlaub fährt.

Sobald es diesbezüglich neues giebt werde ich mich wieder melden.

mfg
Roman aus Linz
 
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