Restauration Kochmesser

Metaphysiker

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Also alles in allem habe ich über Tage das Öl eingeschliffen und getaucht(3 mal über nacht trocknen lassen). Dabei bekam ich eine super glatte schwarze Oberfäche aber sie war nicht kratzfest.Dann bin ich kurz fast wahnsinnig geworden. Ich hab dann Stunden lang vor lauter Verzweifelung das ganze Messer samt Griff von 180 hoch bis 1200 unterm Wasserhahn geschliffen. Jetzt hab ich ne Spiegelpolitur in der ich schon lesen kann und der Griff hat gleichmässig eine etwas dunkle Maserung als am Anfang. ABER der Griff ist endlich wieder aalglatt ( vorher rau holzig) und Wasser oder Kratzer können ihm nichts anhaben. Repariert nicht restauriert.Ich gehe noch weiter aufm Stahl bis 3000 und dann sehe ich mal ob ich dann aufhöre oder noch mehr ausprobiere. Aber dafür bräuchte ich 3k - 10k Nassschleifpapier oder Dremel mit Unipol,oder Eisen III Chlorid . Aber erstmal mache ich ne Pause,die Hände müssen abheilen :)

Alles in allem werde ich den Griff das nächste Mal in Industriekleber tauchen, wie mir von vorn herein geraten worden ist.

P.S.: Fotos folgen
 
Zuletzt bearbeitet:

Geonohl

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Das sieht doch gut aus. Willst Du überhaupt noch ätzen?
Wenn du noch feiner schleifst wird das Muster wohl stärker hervortreten.
Weichere Poliermittel lassen die Härteunterschiede im Stahl mehr sichtbar werden.
Schleifen unter fließendem Wasser würde ich nicht machen, da landet dann Mikroplastik im Wasser. Ich mach so was eher feucht und lass den Staub eintrocknen und der kommt dann in den Müll. Ist sicher etwas mehr Aufwand und bei den Kunststoffmengen die andere ohne Bedenken in die Natur schmeißen oder durch schlechte Konstruktion mittels Erosion sich ablösen lassen eine Winzigkeit.
 

Metaphysiker

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Danke !Ja an der Spitze habe ich auch nochmal gearbeitet,die sollte jetzt passen da ich mich dauernd verletzt habe. :)

Ja und das mit dem Mikroplastik is natürlich richtig. Vielleicht nur etwas Wasser und das samt Schleifpapier per saugstarken Tüchern entsorgen. Und ja wenn tausend Kilometer weiter 10 Container Plastik Pellets ins Meer plumpsen ist die Auswirkung zwar größer aber Kleinvieh etc...

Ich ätze diese Klinge nicht mehr,ich übe daran weiter polieren. Ich kann noch ein Santoku reparieren ,da probier ich die anderen Varianten durch.Ich achicke dann nochmal eins nachdem ich ganz fertig bin. Sollte ich eher bis 12k schleifpapier hochgehen, da ich keine Maschine fürs polieren habe ( ausser ne Bohrmaschine ohne passenden Aufsatz ) oder sowas wie unipol nutzen ? Und gibt es da Poliermittel die man hier favorisiert ?

Danke für die netten Worte und die Hilfe

LG
 

Besserbissen

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Bei Kai werden die Klingen zum Herausarbeiten des Musters mit Gummirädern poliert. Das wird in einem Video über die Firma gezeigt. Solche Aufsätze aus Gummi gibt es auch für die Bohrmaschine.

Zum Polieren finde ich die Flitz-Paste ganz gut.

Wie fein du mit dem Schleifpapier werden musst, sieht man meist erst am Ergebnis. 12k ist vielleicht übertrieben, denn die Flanken der Kais sind ja doch recht kratzempfindlich. Wenn du einmal mit dem Handtuch nach dem Kochen darüber wischst, werden schon erste neue Kratzer sichtbar sein.

Auf deinem Bild sieht man, dass du vielleicht zu früh auf das nächst feinere Papier gewechselt hast. Es waren noch nicht alle Kratzer der gröberen Vorstufe entfernt. Eine gute Methode ist, mit jeder neuen Körnung den Schleifwinkel zu ändern. Dann sieht man, ob noch tiefere Kratzer vorhanden sind. Hier sieht man die Methode ganz gut:

Ich nehme übrigens Öl anstelle von Wasser.
 

Metaphysiker

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Ja manche Kratzer waren noch drin,ich hab sie jetzt denke ich alle mehr oder weniger erwischt.Habe nachgearbeitet und jetzt bin ich bei 2000. Bis 3000 habe ich noch Papier.Ich habe die Schleifrichtung ehrlich gesagt nicht geändert weil manche Flächen einfach so winzig waren und die Gefahr schon bearbeitete Flächen zu zerkratzen gross war. Hab im Gegenlicht ganz gut gesehen ob es einheitlich war,hab nur vergessen überall zu schauen.Wird noch besser :). Da muss ich noch ruhiger und genauer arbeiten lernen.

Die Leute schwören entweder auf Unipol oder Flitz Paste,andere sagen die Pasten sind irgendwie alle gleich. Der Preisunterschied ist sehr gering,auch gegenüber nem Paket 10k-12k Papier. Nehm ich eben Flitz ,das wird mit Abstand auch am meisten benannt. Aber für die Paste benötige ich dann einen Applikator ,oder ? Irgendne Filzscheibe? Dremel oder Bohrmaschine? Ich hab das Gefühl wenn ich da mim Lappen und Finger arbeite, verschwende ich die Paste.

Und das ist interessant mit den Gummirädern um die Shun Maserung sichtbarer zu machen. Irgendwo hatte ich auch gelesen das sie die mit Glasperlen beschiessen um das zu erreichen. Aber die Fabrikation und das Finish sollen sich wohl auch unterscheiden,also wenn man Kai Europe mit dem Rest vergleicht. Alles ohne Gewähr bei mir,nur Hörensagen.

Also nochmal zusammenfassend, 10-12 k Papier scheint bie billigste Lösung zu sein. Man findet auf YT Menschen die so ein gutes Finish hinbekommen. Dann wäre da Flitz Paste (o.ä) bei der ich noch nicht weiss, wie ich sie am einfachsten aber effektiv nutze .

Ich werde denke ich von Messer zu Messer immer mehr investieren und ausprobieren. Deshalb habe ich ja erstmal so ein kleines Messer gewählt,ich wollt erst einmal schauen ob es mir Spass macht und ich es nicht total versaue.
Da ich dazu neige zu übertreiben, habe ich mir bei diesem Hobby gesagt : - keine neuen Messer und nur 40-60% vom Neupreis , - das günstigste Equipment bis ich so gut bin, das ich den Unterschied bemerke oder ich auf die harte Tour gelernt habe, das teurer besser gewesen wäre. :)

LG
 

Besserbissen

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Die günstigste Lösung für den Einstieg wären Polierscheiben für die Bohrmaschine.

Beispielsweise so etwas:

Amazon.de

Für das nächste Messer könnest du für die groben Arbeiten am Profil in Diamant-Platten investieren:

Amazon.de

Man sollte ohne zu großen Druck arbeiten, dann halten die Platten auch recht lang.
 

Metaphysiker

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Ja das is ja ne Klasse Idee,auch günstig. Könnte das nicht ein bisschen aggressiv sein von der Drehzahl ?Hab nur sone kleine Black Decker .Du hast mit solchen Aufsätzen und Flitz gute Erfahrungen gemacht ?

Hier jetzt einmal bei 2.5k Körnung im Vergleich mit dem normalen Shun Finish:
20210720-145622
 

Besserbissen

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Nee, ich poliere meine Messer nicht ;) Für mich sind es in erster Linie Werkzeuge. Mir reicht ein Längsfinish mit 600 völlig aus.

Mit 2.5K Papier bist du ja augenscheinlich schon weit übers Ziel hinausgeschossen. Ich glaube nicht, dass du durch weiteres Polieren das Muster deutlicher herausarbeiten kannst.

Vielleicht weiß der ein oder andere Profi hier weiter? Fe3Cl?
 

Metaphysiker

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Nein diesmal ging es mir auch nicht mehr um das Muster. Das wird beim nächsten Shun rausgearbeitet. Da wird dann auch der Griff mit Industriekleber getaucht. Das hat alles keinen Sinn,meine Messer sind auch eher zerkratzt und extrem scharf. Bei dem polierten Teil hier sieht man ja jeden Kratzer und Fingerabdruck.

Thema Ätzen ist wohl betupfen oder kurzes mehrmaliges eintauchen der beste Weg,sonst frisst es einem die Schneide weg. Die kann man wohl auch an der 'Hammon" (?) Linie abkleben. FE3CL dunkelt das ganze unnatürlich nach, aber sieht auf Fotos ganz gut aus.Ist halt nicht im geringsten die originale Technik für die Shuns.
Und danach werde ich nie mehr Tapetendamast oder Pakkaholz reparieren/restaurieren. Aber die Erfahrungen nehm ich mit für später.
 

BastlWastl

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Euch ist schon klar das man etwas geätztes wieder wegschleift ne ? :steirer: Also entweder Kontrast oder Feinschliff. Wenn beides gewünscht ist, erst feinschleifen dann kurz ätzen und mit z.B. Stahlwolle überarbeiten, dabei nicht vergessen die Säure/Base zu deaktivieren.

Und Mädels die "originale" Technik bei den Shuns ist Glasperlstrahlen :rolleyes:: ... Harter Stahl der vorher poliert ist nimmt keinen Schaden, die weichen Lagen schon bzw. werden leicht angeraut, ,so entsteht die Optik. Sieht man auch bei vielen anderen Herstellern.

Grüße Wastl.
 

Metaphysiker

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Ja genau,ich glaub das hast sogar du irgendwo schon erwähnt,kann lange her sein,kann mich aber an deinen Namen erinnern. Und ich hab ein paar Posts darüber auch gemeint( nachgeplappert) das es original mit Glasperlen gemacht wird. Das ist natürlich für mich keine Option.

Deaktivieren mit Fensterreiniger oder so ? Kann mich nicht mehr erinnern .

Danke,Junge :)
 

Besserbissen

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Euch ist schon klar das man etwas geätztes wieder wegschleift ne ? :steirer: Also entweder Kontrast oder Feinschliff. Wenn beides gewünscht ist, erst feinschleifen dann kurz ätzen und mit z.B. Stahlwolle überarbeiten, dabei nicht vergessen die Säure/Base zu deaktivieren.
Na klar. Wurde ja schon alles durchgekaut. Aber danke nochmal für den Hinweis.
Deaktivieren mit Fensterreiniger oder so ? Kann mich nicht mehr erinnern .
Wieso denn Fensterreiniger? Säuren neutralisiert (sagt man deaktiviert?) man mit Basen, also Back- oder Waschpulver in Wasser auflösen und dann die geätzte Klinge rein. Glasreinger ist nur schwach alkalisch.
 

Besserbissen

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Kein Problem. Ich ätze nur Carbon-Messer mit Kaffee-Surig-Mische. Und das auch nur, weil mich der Eisengeschmack und die Färbung an den Zwiebeln nervt, wenn die Messer neu sind.

Erfahrungen beim Edelstahl-Ätzen = 0. Wenn man es ganz genau nimmt, schließt sich Edelstahl und Ätzen ja auch aus.

Wie gesagt, ich bin kein Optik-Fetischist. Wenn ich Kais ausdünne, versuche ich, so wenig wie möglich in die Tapete zu kratzen. Dann gehe ich bis 400er oder 600er- Schleifpapier (je nach Motivation) und gut ist. Das Muster ist dann noch ganz zart zu erahnen.
 

Metaphysiker

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Ja ,Fensterreiniger.Nicht ausprobiert,aber einfach mal "neutralize ferric chloride acid windex" googlen. Klar geht alles basische,was da am besten ist wisst ihr am besten.
 

Besserbissen

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neutralize ferric chloride acid windex
Das wird da ja auch gut erklärt: man könnte Fe3Cl auch mit ausreichend Wasser neutralisieren aber man nimmt stattdessen Fensterklar, weil darin gleich Tenside enthalten sind, die den Modder von der Klinge lösen. Ein Löffel Waschpulver in warmem Wasser aufgelöst geht auch und spart Kosten.
 

Metaphysiker

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Ja Super. Danke für die Aufklärung und eure Tipps !

@ Bisserbissen: Dünnst du deine Messer auf einem Wasserstein aus ?
 
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