Review: Victorinox Nomad aka Picknicker

Thehunt

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Das Nomad war eines der Messer, die damals im Jahre 2008 im Zug der Debatte um "Einhandkampfmesser" (wer würde sich nicht noch an dieses Spektakel erinnern...) ihren Weg zu mir gefunden haben.


Stärken
Große, robuste und feststellbare Hauptklinge: Mit rund 11 cm Länge (bzw. ca. 111 mm Grifflänge) bietet die Klinge genug "Reichweite", um alltägliche EDC-Aufgaben, wie Brot, Wurst oder Gemüse komfortabel zu schneiden, ohne dass sie wackelt oder ungewollt einklappt.

Sinnvolle Werkzeuge: An Bord sind u. a. Flaschenöffner mit großem Schraubendreher, der ebenfalls verriegelt (dank der Abstammung vom damals noch neuen Soldatenmessers), Dosenöffner mit kleinem Schraubendreher, Korkenzieher, Ahle, Pinzette, Zahnstocher und Schlüsselring – also genau das, was man beim Picknick oder auf Tour typischerweise braucht, auch wenn genau das Linerlock-Modell erst unter dem Namen Nomad auf den Markt kam..

Sicherer Verriegelungsmechanismus: Die große Klinge und der Flaschenöffner verriegeln mittels Liner was das Arbeiten deutlich sicherer macht als bei klassischen 91‑mm-Victorinox ohne Lock.
Der Liner wird durch Nasen am gleichern Liner abgebildet, was zu einer recht flachen Bauweise führt.

Geringes Gewicht und flache Bauform: Mit etwa 80 g und einem schmalen Profil trägt sich das Messer angenehm in der Hosentasche oder im Rucksack, ohne aufzutragen. Der Unterschied zum 91er Spartan ist meiner Meinung nach verkraftbar.


Schwächen

Keine kleine Zusatzklinge: Im Vergleich zu Modellen wie dem Spartan fehlt eine zweite, kleine Klinge für sehr feine Arbeiten; nicht jeder vermisst sie, aber wer das gewohnt ist, könnte sie hier vergeblich suchen.
Ich selber bin Fraktion "Reserveklinge", sprich bei meinen 91ern ist die kleine Klinge die die am schärfsten abgezogen, aber am wenigsten benutzt wird.
Wenn dann mal ein Skalpell nötig ist, dann käme die "Lütte" zum Einsatz.

Keine Säge: Für Bushcraft‑ oder Holzarbeiten ist das Messer mangels Säge weniger geeignet, das ist aber modellbedingt, so das man hier beispielsweise zum Forester oder Forester M greifen kann.

Thema Kunststoffschalen: Sie sind zweckmäßig, aber optisch und haptisch recht klassisch‑einfach, die Zweikomponentenschalen der M-Serie greifen sich sicherer, allerdings bezahlt man das mit dem verlust der Pinzette und des Zanhstochers,



Für wen lohnt sich der nomadisierende Picknicker?
Wenn du ein robustes, mittelgroßes Messer mit Fokus auf Picknick, Rad‑ und Wandertouren suchst und vor allem schneiden, Dosen öffnen, Flaschen entkorken und gelegentlich schrauben möchtest.

Weniger passend ist er, wenn unbedingt eine kleine Zusatzklinge erforderlich ist, häufig spontan Holz gesägt werden muss oder härtere Outdoor‑Aufgaben anstehen.


Fazit
Der Victorinox Picknicker ist im Kern eben ein „großes Spartan“ mit Verriegelung: wenige, dafür sehr praxisnahe Werkzeuge und eine große, sichere Klinge machen ihn zu einem äußerst zuverlässigen Begleiter für Alltag, Reisen und Picknick. Wenn du ein schlichtes, funktionales Schweizer Messer ohne zu viel Schnickschnack suchst, ist der Picknicker eine sehr gute Wahl.
 
Ich mag das Modell auch ganz gerne. Von den großen Vics ist das noch schlank und leicht genug, um tatsächlich als Taschenmesser durchzugehen.
Die Namensbezeichnung finde ich irritierend, ich habe meins auch noch als Nomad gekauft. Für mich bleibt es das irgendwie auch. Meins ist aus 2009, noch ohne diesen vorstehenden Linerlock (den ich nicht so sehr mag).
 
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