Rostfrei in Gasesse härten.

Ingvar

Mitglied
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und das ist meine erste Frage.
Seit ca. 1 Jahr bin ich mit dem Messermachen beschäftigt. Nur für sich und für Freunde.
Meistens aus Kohlenstoffstahl, härten tu ich in der Gasesse.
Einige Messer hab ich auch aus rostfreiem Stahl gefertigt und bei einem renommierten Messermacher härten lassen.
Da ich den Zugang zu dem Härteprüfgerät habe, habe ich alle Härteergebnisse kontrolliert.
Steubreite bei den Stahlen D2, 14c28n, Sb1, war 55-63 HRC.
Die Frage , ist es möglich die rostträge Stähle in der Gasesse mit Trockeneiskühlung selbst zu Härten und dabei brauchbare Ergebnisse zu bekommen. Vielleicht ist es überflüssig Geld zu bezahlen Wochenlang zu warten um danach 55HRC zu bekommen?
Vielen Dank.
Ingvar
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Normalerweise arbeiten Härtereien recht präzise, wenn man denen die Werkstoffzusammensetzung gibt und eine Härtevorgabe macht. Beim Überprüfen der Härtewerte unbedingt beachten, dass man auf planparallelen Flächen arbeitet, und nicht auf Schrägen.
Man kann die rostfreien härten, es empfiehlt sich, mit Härtefolie zu arbeiten, sonst erhält man auf der Oberfläche Zunder, und es kann auch vorkommen, dass man in der Oberfläche Restaustenit behält.
Hast Du darauf geachtet, dass Du bei der Härterei alle Angaben gemacht hast und angemerkt hast, dass Du blank härten wolltest? Streuungen von 55 bis 63 HRC bei Vorgabe von z.B. 60 wären nicht akzeptabel, plus/minus 1 bis 2 HRC aber schon.
Problem: Kennst Du die Temperaturverteilung der Gasesse, ist die ok? Abschrecken in Öl, danach Kältebehandlung, und anlassen.
Bei rostfreien Stählen ist immer zu beachten, dass Du entweder Restaustenit bekommst oder Karbide. Auf der sicheren Seite bist Du eigentlich mit den Angaben aus den Datenblättern der Hersteller.

Unten habe ich mal eine Empfehlung für Information an die Härterei angehängt (so wie ich das immer mache)
 

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  • Infoblatt für die Härterei 2.pdf
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Ingvar

Mitglied
Hallo Herbert,
Danke für die Rückmeldung.
Die Temperatuverteilung ist natürlich nicht gleichmäßig, direkt unter der Flamme ist mehr, die Kohlenstoffklingen muss ich auch hin und her bewegen.
Alternativ, in ein Rohr reinlegen, mit der Hoffnung das da ich etwas bessere Hitzeverteilung bekomme.
Problem, das ICH mit der Gasesse nicht zuverlässig die Herstellerangaben erfüllen kann. Zu mindest z.Z. nicht.
Ich kann nur ungefähr machen und hoffen das da auch ungefähr etwas brauchbares rauskommt.
Härteschutzfolie muss ich noch bestellen. Geht erstmal auch ohne? Muss ich da die entkohlte Oberfläche (wie beim Kohlenstoffstahl) abschleifen?
Deswegen hab ich auch Härten lassen, aber wie ich sehe, da bekomme ich auch nur ungefähre Werte.
Und ja, ich hab tatsächlich als Ziel 60HRC angegeben und die Stahlsorte mitgeteilt.
Jetzt probiere ich mal selbst.
Ingvar