Scandi-Schliff: wie dünn vor dem Härten ausschleifen?

jfive

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Hallo Leute,

wie in der Überschrift zu lesen, möchte ich ein Messer aus SB1 aka Niolox mit Scandi-Schliff (also auf 0 auslaufend) zum Härten geben. Kann ich den Schliff bereits vor dem Härten auf 0 auslaufen lassen oder ist dann Verzug schon programmiert?
Die Materialstärke beträgt ~3,2 mm und der Winkel wird 2x10° betragen.
Vielleicht kann da ja jemand schon aus Erfahrung sprechen.

Viele Grüße,
J5
 

AlexKremer

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in einem anderen thread gings um kiridashi's, gleiches thema.. müsstest du vllt mal suchen... habs grad nicht zur hand...
-aber der inhalt/vorschlag war, dass man die klinge *FAST komplett fertig auf null ausschleift und dann nach dem härten mit dem stein den schliff fertig macht.
-alternativ gab es noch den vorschlag fertig auf null zu schleien und dann mal mit der feile über die schneide zu ziehen, dann zu härten und dann nachher wieder mit dem stein den schliff auf null aufbringen
.tut mir leid dass ich jetzt keine genauen maße zur hand habe, aber ich hoffe das hilft schonmal.

mfg und frohes Fest
alex
 

WernerPe

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Hallo,

also ich lasse generell 0,2 - 0,4 mm vor dem Härten stehen und schleife erst danach runter weil:
a) hält sich der Verzug dadurch in Grenzen bzw. wird nicht so schnell wellig und
b) musst du nach dem Härten eh noch finishen und die ein oder zwei Zehntel auf beiden Seiten sind recht schnell weg
c) trifft jetzt nicht unbedingt auf deinen Stahl zu aber wenn ich selbst in der Esse härte umgehe ich damit auch etwas das Problem der Randentkohlung.

Grüße und frohes Fest, WP
 

Festus

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Grade bei dem Stahl würde ich aus eigener Erfahrung nicht mehr vor dem Härten auf null runterschleifen, lieber hinterher. Frag mal bei Jürgen Schanz nach, der macht das meines Wissens auch erst hinterher.
 

jfive

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hallo alex,

danke für die antwort.
die von dir genannten optionen hab ich mir beide überlegt. das problem ist, dass das ganze auch vom stahl abhängt (rostend verzieht sich wohl z.b. seltener als nicht rostender stahl). und wenn ich quasi an der schneide was stehen lassen muss, wie viel mm oder besser gesagt wie viel prozent der gesamtmaterialstärke sollte man stehen lassen? grundsätzlich hatte ich gehofft jemanden zu finden, der evtl. die genannten optionen schon durchgespielt hat und erfahrungen mit scandi-schliffen hat. ich möchte mir eben nach der wb möglichst den bandschleifer (wegen überhitzung) oder das lange arbeiten mit banksteinen ersparen.

aus eigener erfahrung kann ich z.b. sagen, dass ich den niolox in messern mit flachschliff schon wirklich recht dünn ausgeschliffen habe (< 1 mm bei ~ 4 mm Rückenstärke), ohne dass bei der wb (durch schanz und borger) was passiert wäre. allerdings war des eben nie auf 0.

falls sich niemand mehr melden sollte, werde ich es einfach riskieren müssen. vllt. geht auf 0 allein schon deswegen nicht, weil ich mir mit meinem metabo bandschleifer ständig die schneide überhitzen werde.

wünsch ebenfalls ein frohes fest ;).

edit: danke WernerPe. das ist doch schon mal eine hilfreiche aussage! welche stähle nutzt du denn für deine scnadis, wenn man fragen darf? womit bekomsmt du denn die letzten "zehntel" runter? banksteine oder bs?

@Festus: welche erfahrung hast du denn gemacht, wenn ich so neugierig sein darf? wie gesagt, auf 0 hab ichs auch noch nich gemacht aber eben auf die von WernerPe genannten 0,2-0,4.
Jürgen Schanz würde ich da gerne um Rat fragen aber vermutlich hat er die richtigen Geräte; sprich Bandschleifer mit Geschwindigkeitsregulierung oder zumindest wird er genau wissen, wie lange ich schleifen kann, bevor die Härte flöten geht. Das will ich nur ungern riskieren.
 
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WernerPe

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edit: danke WernerPe. das ist doch schon mal eine hilfreiche aussage! welche stähle nutzt du denn für deine scnadis, wenn man fragen darf? womit bekomsmt du denn die letzten "zehntel" runter? banksteine oder bs?

Meine Antwort wird dir nicht gefallen ;)

Meistens Federstähle, ab und an auch mal 440C und das Finish nach dem Härten: Schleifleinen + Schleifhilfe aus Holz bzw. Metall + Spannvorrichtung und dann "Auf gehts!"

Meistens lasse ich den Anschliff aber nicht bis ganz auf Null auslaufen sondern bringe eine recht feine Politur an die Flanken und dann eine kleine Schneidfase zum schärfen an. Ist aber eher Bequemlichkeit, da es mit Fase bedeutend schneller zum Nachschärfen geht und eine Spiegelpolitur oder mit feinem Leinen mattierte Flanken schneller zu Reinigen sind.

WP
 

jfive

Mitglied
Meine Antwort wird dir nicht gefallen ;)

...und dann eine kleine Schneidfase zum schärfen an.

Dann ist es ja kein Scandi-Schliff mehr :). Der Gedanke dahinter ist ja gerade, dass es nur einen Schliff gibt :D. Aber ich halte es so: Jeder wie er es mag.
Ich seh schon probieren geht über studieren. Vllt. mach ich eine kleine Testreihe: etwas stehen lassen, fast auf null und null. Mal schauen :).
 

heik

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Hallo Jfive

ich bin hier im forum zwar nicht so aktiv ,aber ich geb jetzt mal meinen Senf dazu....
Ich baue mir fast ausschliesslich Scandiklingen aus allen möglichen Sägeblättern von 2-3,7mmStärke. Ist alles kein Niolox sondern irgendwas um den C75 rum,dürfte aber keine allzugroße Rolle spielen.
Wie der WernerPe schleife ich die Schneide (meistens auch 2x10°) bis kurz vor null runter..glüht beim Härten nicht so schnell aus und es bleibt eine wenn auch minimale Korrekturmöglichkeit beim Finish. Die Schneiden selbst verzieht es bei den Scandis sowieso eher selten..wenn schon dann gleich die ganze Klinge!:glgl::glgl:
Die Schneiden schleife ich dann auf einer selbstgezimmerten Hi-tech-vorrichtung per Hand mit Feile und Sandpapier bis auf null runter-dauert je nach klingengröße ne reichliche viertel Stunde.
zum Schluss gibts auf dem Bankstein und Abziehleder noch ne winzige Microfase --original Scandi!!
Bei bedarf kann ich Dir ja mal ein paar Bilder von meiner Schleifapparatur mailen...

so und jetzt allen noch einen schönen Heiligabend und wenig Probleme mit dem fetten Essen!!:steirer:


gruß Heik