Schleifgewebe, Schleifvlies oder doch Schleifpapier

Philipp2000

Mitglied
Hallo zusammen,
Kurze Frage:
Gibt es Unterschiede zwischen den oben im Titel erwähnten Schleifutensilien und wenn ja welche?
Mit welchen Schleifmitteln schleift denn ihr beim Messerbau und wo bezieht ihr sie?
Ich freue mich auf eure Antworten.

Philipp
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Ich benutze seit Jahren Schleifleinen zum Schärfen und oder Polieren. Anfangs Micro Mesh und seit lägerem Micro Cloth. Die Micro-Cloth-Pads sind größer (18 x 9 cm). Micro Cloth ist sehr ergiebig, d.h., es verbraucht sich nicht so schnell wie Schleifpapier. Und das Schliffbild ist feiner.

Ich beziehe das Cloth bei schleifartikel.com. Und zwar immer ein 9er Set (Körnung 1.500 bis 12.000). 1.500 entspricht ANSI 400 oder 30 Micron. Hier ist ein Micro Mesh Grit Size Conversion Chart.

Man kann die Leinen auch gut in die Hand nehmen. Das Träger-Material ist weich und geschmeidig. So lassen sich Klingen nicht nur schärfen, sondern auch gut polieren, wie auch die Griffmaterialien (Holz, G10, Micarta).

Wenn Sandpapier, dann nehme ich Naßschleifpapier. Aber in der Regel ist Micro Cloth das Material meiner Wahl.

R’n‘R
 

BastlWastl

Mitglied
Ahem R`n`R der TO will wissen mit was man beim Messerbau schleift ;) ...

Mit Microcloth schleift man keine Messer.

Ich würde ja nen Bandschleifer empfehlen ;) . Aber mal im Ernst Nasschleifleinen währen wohl die beste Wahl nach Feile und Co... Dazu müsste man halt wissen was du genau damit vor hast .

Grüße Wastl.
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
@BastlWastl

Eine Frage des TO lautete:

Gibt es Unterschiede zwischen den oben im Titel erwähnten Schleifutensilien und wenn ja welche?

Dann zu Deinem Naßschleifleinen: Bei feinewerkzeuge.de heißt es: Auf hochflexiblem Gewebe mit Korund beschichtet - voll kunstharzgebunden - kommen unsere Metallschleifbögen, auch von "ERSTA".

Exakt genau das sind Bögen aus Micro Cloth. Gibt es auch als Rollenmaterial (100 x 18 cm).

Mit Microcloth schleift man keine Messer.

Anwendungsbeispiele:
  • Schleifen von Kunststoffen, Metallen, Holz und Glas
  • Modellbau
  • Plastikmodelle
  • Schmuck/Polymer Clay
  • Schärfen von Messerklingen
  • Glätten der Füllfederhalterspitze
  • u.v.m
UND

Micro-mesh Schleif- und Polierleinen zeichnen sich durch extrem lange Lebensdauer und einzigartige Schleifeigenschaften aus. Zwischen dem schleifenden Korund und dem Stoffträger befindet sich eine Latexschicht. Diese Einbettung ermöglicht eine hohe Beweglichkeit des Korunds und damit eine optimale Anpassung and die zu schleifende oder polierende Fläche. Kratzer in der Oberfläche und einseitige Abnutzung des Korunds werden damit vermieden, was zu einer deutlich längeren Nutzungsdauer im Vergleich zu anderen Schleifmitteln führt. Trocken angewendet hält Micro-mesh 5 - 7 mal so lange wie konventionelles Schleifpapier, naß angewendet sogar 7 - 15 mal länger.

R'n'R
 
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BastlWastl

Mitglied
Ahem R`n`R ;).... Dein Microcloth fängt bei 1500 an das dürften in etwa Korn 600 Fepa sein ? Das ist ja schon fast das Finish, bzw. ist es bei Holz, und auch für Messerklingen eigentlich schon ausreichend. Damit im Messerbau etwas zu "schleifen" ist einfach Käse, sorry. Sowas kommt maximal zum Einsatz wenn das Messer schon fertig ist.

Grüße Wastl.
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Die Fragen zur Körnung habe ich oben präzise beantwortet. Was der TO genau vorhat, wird er selber am besten wissen ...

Im übrigen: .... is available in the following 12 grades, from coarse, to fine:300AO, 600 AO, 800 AO, 1500 AO, 1800 AO, 2400 AO, 3200 AO, 3600 AO, 4000 AO, 6000 AO, 8000 AO, and 12000 AO. A 300 AO scratch pattern is equivalent to the scratch pattern of 150 grit sandpaper, but is much more consistent.

R'n'R
 

BastlWastl

Mitglied
Der TO will wissen mit welchen Schleifmitteln wir beim Messerbau arbeiten... ? Steht doch da.

Und auch mit einem 150`er Sandpapier wird man einfach relativ wenig Messer bauen :rolleyes:: ...

Messerbauen tut niemand mit Schleifpapier, da nimmt man Schleifbänder von guter Qualität (Kingspor, 3M um nur 2 zu nennen) und einen dazugehörigen Bandschleifer.

Grüße Wastl.
 

Taperedtang

Premium Mitglied
Hallo Philipp,

Schleifgewebe setzt sich aus verschiedenen Materialien und Schichten zusammen. Bei Schleifleinen z.B. besteht der Grundträger aus Baumwollgewebe auf den dann unterschiedliche Schleifmittel wie Aluminiumoxid, Zirkonoxid, Siliziumkarbid, Keramik, etc...aufgebracht sind. Übliche Körnungen sind 36 bis 800, Micro Mesh und Micro Cloth auch bis 12000

Bei Schleifpapier besteht der Grundträger aus einem entsprechendem Papier. Übliche Körnungen sind 40 bis 12000

Schleifvlies besteht aus einem schwammartigen Gewebe. Die Schleifmittel sind hier mit einer Kunstharzbindung an den Fäden des Vlieses befestigt. Übliche Körnungen sind 80 - 1000

Man unterscheidet Schleifmittel die von Hand oder mit Maschinen (Bandschleifer) eingesetzt werden.

Du solltest vielleicht genauer beschreiben, was Du wirklich wissen willst. Dieses Thema ist so umfangreich, dass man Bücher dazu schreiben könnte. Es ist wichtig zu wissen für was Du das Schleifmittel einsetzen möchtest. Zum Beispiel: Zum Bearbeiten des Stahls nachdem Du eine Klinge gefeilt hast, zum Finishen nachdem die Klinge von der Wärmebehandlung zurückkommt, um eine Klinge zu schärfen, etc...
und ganz wesentlich, willst Du das Schleifmittel mit einem Bandschleifer oder für die Bearbeitung mit Hand einsetzen.

Gruß
Matthias
 
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luftauge

Mitglied
@TO:
Deine aufgezählten Mittel nutzt man selbstverständlich auch beim Messermachen, aber eher zum Endbearbeiten. Für das Finish vor und nach dem Härten, manche auch für Griffmaterial wie Holz oder Kunststoffe. Das eine eher für dies, der andere eher für das, manche funktionieren für beides. Die meisten Werkbänker werden wohl von allem etwas im Vorrat haben und es bei Bedarf, bzw. je nach Anlaß/Arbeitsschritt einsetzen. Sind individuelle Erfahrungswerte, dafür gibt es keine Anleitung. Es ist auch niemandem verboten oder vorgeschrieben, ein Schleifpapiermittel für Kunststofftrockenbearbeitung nicht auch nass für Metall zu nutzen oder ein primär kunststoffoptimiertes, beschichtetes Trockenschleifmittel(papier) aus dem Boots- und Segelflugzeugbau ebenso trocken für gehärteten Stahl zu verwenden. Das wird nämlich immer wieder gern bestritten, aber es gibt so etwas und es funktioniert hervorragend.

Du wirst auch von Leuten hören und lesen, die Stein und Bein schwören, dass manche Paarungen von Werkzeug = Schleifmittel und Werkstück = Rohling gar nicht funktionieren können, weil sie nicht dafür angepriesen und etikettiert sind, daher wirst du um eigene Versuche nicht herumkommen. Hinterher bist du buchstäblich schlauer, das ist nicht süffisant oder hämisch gemeint. Lass dich einfach nicht verrückt machen und probier verschiedene Sachen aus (y)

Ich kann dir nicht sagen, wie weit die alten Beiträge nach dem Forums-Update noch erhalten geblieben sind, aber in den Nuller-Jahren wirst du etliche Werkzeug- Arbeitsmittel- und Anwendungsbeispiele mit Namen und Materialangaben finden, evtl. gibt es das eine oder andere Material von den altbekannten Herstellern in gewohnter Qualität sogar noch online zu kaufen.

e:
der letzte überregional tätige Fachhändler meines Vertrauens vor Ort wurde vor vier Jahren von einem ähnlichen Betrieb aus einem anderen Landkreis übernommen, heruntergewirtschaftet und dann dichtgemacht - leider. Ich weiß jetzt schon, dass ich ggf. mein Zeug nur noch online bekommen kann. Den Tip aus alten Zeiten mit dem Fachgeschäft vor Ort kann man für andere Landstriche vermutlich auch kaum noch mit dem gutem Gewissen geben, mit dem man es vor 10-15 Jahren geben konnte... :cautious::censored:

Gruß Andreas
 
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Taperedtang

Premium Mitglied
Ich empfehle dir nur qualitativ hochwertige Schleifgewebe und Schleifpapiere zu verwenden, um Ergebnisse zu erzielen die auch Freude machen.

Ich habe bisher gute Erfahrungen mit Handschleifmitteln von VSM (gutes Preis/Leistungsverhähtnis) und Klingspor (sehr gute Leistung) gemacht u. a. hier erhältlich. Für ein gleichmäßiges und schönes Finish sind Micro Mesh und Micro Cloth die erste Wahl. Allerdings muss man diese Qualität auch gut bezahlen.

Gruß
Matthias
 
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