Stein als Alternative zur Atoma 400 bzw DMD 150/400

Carl Gustav

Mitglied
Beiträge
29
Guten Abend zusammen,

Ich habe zuhause 2 Küchenmesser, Zustand nach Ehefrau... beide benötigten einen neuen ordentlichen Reparaturschliff.
Jetzt habe ich es mit der DMD 150/400 und mit einer ausgeliehenen Atoma 400 gemacht, aber das Feeling und die Geräusche sind schrecklich.
Die DMD 150/400 halte ich mir als Abrichtplatte (sollte ja nichts dagegen sprechen, oder?), aber für die Zukunft würde ich lieber auf einen Stein mit ähnlich gutem und schnellen Abtrag arbeiten.

Deswegen jetzt hier die Frage:
Welche Steine würdet ihr als Alternative zur empfehlen?
(nach der Recherche hier im Forum habe ich leider sehr viele Infos gefunden, aber keinen Vergleich von Stein und Diamantplatte)

Aktuell arbeite ich noch mit dem JMS 1000/4000, habe aber schon eine "Wunschliste" für weitere Steine.
Im groben Bereich bin ich aber noch etwas ratlos, weil ich gerne sämtliche Diamantplatten umgehen möchte.

Danke schon mal im Voraus!
 
Das kann ich mal richtig gut verstehen. Ich hasse Diamantplatten mit einem Enthusiasmus, den ich sonst nur zum Feierabend am Freitagnachmittag zeige.

Grundsätzlich haben Steine neben dem für manche Menschen besseren Schleifgefühl weitere Vorteile gegenüber Diamantplatten:
1. Sie schädigen den Stahl weniger tief unter der Oberfläche,
2. die Schleifspuren sind gehen meistens nicht so tief, sodass sie leichter zu beseitigen sind (wichtig beim Ausdünnen für die Ästhetik),
3. man kann beliebig (also, außer das Messer verbiegt sich ;)) viel Druck anwenden, was den Abtrag beträchtlich erhöht, ohne dass der Stein beschädigt wird; Diamantplatten können Diamanten verlieren, besonders Platten feinerer (ab ~400 oder so) Körnung,
4. die Oberfläche erneuert sich bei weich gebundenen Steinen teilweise selbst, bei härteren muss man ggf. abrichten, damit das passiert; in beiden Fällen werden neue, scharfkantige Schleifkörper freigesetzt; stumpfe Diamanten bleiben stumpf.

Nachteilig ist, dass Diamantplatten wesentlich günstiger sein können als Steine bzw. dass günstige Diamantplatten oft auch sehr brauchbar sind, günstige Steine seltener. Außerdem kann man sie im Prinzip auch trocken verwenden (rate ich aber von ab) und sie bleiben immer flach (wenn sie denn von Anfang an mal flach waren), während sich Steine hohl schleifen und abgerichtet werden müssen.

Der beste grobe Stein, den ich habe, ist der Suehiro Debado MD-20. Die kleinere, aber ansonsten identische Version LD-21 (nicht von den unterschiedlichen Körnungsangaben von MD-20 und LD-21 verwirren lassen) ist aber genauso gut. Das Teil hat einfach die perfekte Bindungshärte, wodurch relativ geringes Hohlschleifen auf der einen Seite und schnelle Freisetzung frischer Schleifkörner und fehlendes Zusetzen mit Metallabrieb super ausbalanciert sind. Nachteilig ist, dass der Stein ziemlich teuer ist. Darüber hinaus habe ich den Shapton Pro 220 sehr liebgewonnen, der macht das auch gut, aber eben ein klein wenig schlechter. Dafür ist er günstiger.

Abraten kann ich vom Shapton Pro 120, der ist sehr hart gebunden und setzt sich schnell zu, und man kann ihn auch nicht mit einer 140 oder 150 Diamantplatte sinnvoll abrichten, ohne die Beschädigung der Diamantplatte zu riskieren. Wenn man 36er oder 60er SiC da hat, ist der aber auch gut.
 
Der Wunsch nach Ersatz für die DMD 150/400 kann ich super nachvollziehen, hatte ich letzten Sommer auch nach gesucht.
Ausgeliehen bekam ich den Shapton Glass 320, hat mir ganz gut gefallen, fühlte sich nicht zu grob an bei ordentlichem Abtrag. P/L passen hier, so selten wie man den Stein benötigt.
Den LD-21 / MD-20 bekommst bei hiomakivi.fi am Günstigsten, von dem habe ich auch schon gutes gehört.
Bei mir wurde es letztlich ein Naniwa Pro 400 aus dem letzten K&T-Sale für Reparatur und Grundschliff. Ich habe selten Messer bei mir die nach einem gröberen Stein verlangen.

@Valentinian II taugt der MD20 auch zum Ausdünnen? Oder der Shapton Pro 220?
 
Den LD-21 / MD-20 bekommst bei hiomakivi.fi am Günstigsten, von dem habe ich auch schon gutes gehört.
Da habe ich meinen auch her. Gibt dort aber keine Freigrenze für die Versandkosten, die ca. 12 € fallen immer an.
Bei mir wurde es letztlich ein Naniwa Pro 400 aus dem letzten K&T-Sale für Reparatur und Grundschliff. Ich habe selten Messer bei mir die nach einem gröberen Stein verlangen.
Ne, für Grundschliff auch nicht, und der Naniwa Pro 400 ist wahrscheinlich der einzige aus der Serie, der gröber ausfällt, als die Körnung vermuten lässt. Aber zum Ausdünnen finde ich ihn zu langsam, und als reinen Grundschliffstein (zum nichtreduzierten Normalpreis) zu teuer.
@Valentinian II taugt der MD20 auch zum Ausdünnen? Oder der Shapton Pro 220?
Beide! Mir ist beim Ausdünnen wichtig, dass die Steine sich nicht allzu schnell hohlschleifen und sich gleichzeitig nicht allzu schnell zusetzen. Letzteres ist besonders bei rostfreien Messern oder rostfreien Flanken wichtig. (Ich werde übrigens wahrscheinlich nie wieder ein rostfreies Messer manuell auf einem Stein voll ausdünnen, sondern halt nur auf dem letzten Zentimeter oder so hinter der Schneide oder es halt jemandem mit Bandschleifer überlassen. Selbst "weicher" rostfreier Stahl ist ganz schön verschleißfest und langsam abzutragen, wenn eine große Fläche bearbeitet werden muss.)

Sowohl schnelles Hohlschleifen als auch schnelles Zusetzen erfordern häufiges Abrichten während des gesamten Ausdünnprozesses. Da der unter Umständen, je nach Stahl, Messer und Ziel mehrere Stunden dauern kann, möchte man ja nicht die halbe Zeit mit Abrichten verschwenden, und wenn am Ende noch ein bisschen Stein übrig bleibt, wäre das ja auch nicht schlecht ;)

Leider schleifen sich weich gebundene Steine schnell hohl, was besonders beim flächigen Arbeiten wie Ausdünnen und Polieren blöd ist, da man nicht mehr die gesamte zu bearbeitende Fläche trifft.

Sehr hart gebundene Steine verlieren schnell an Geschwindigkeit, weil sie sich zusetzen und/oder nicht schnell genug frische Schleifkörner freisetzen.

Weil beide unerwünschte Effekte gegenläufig abhängig von der Bindungshärte des Steins ist, ist es so wichtig, dass diese gut ausbalanciert ist. Weiche Steine wie Cerax 320 und sehr harte Steine wie Shapton Pro 120 oder auch die Nortons und Zisches finde ich zum Ausdünnen deshalb nicht so gut. Komplett um's Abrichten herum wird man bei größeren Ausdünnaktionen aber nie kommen.
 
Danke für die raschen Antworten zu dieser Uhrzeit!

Dass du @Valentinian II etwas gegen Diamantplatten hast, habe ich schon häufiger bemerkt :LOL:
Das ist ja schlimmer als Fingernägel auf der Kreidetafel während meiner Schulzeit...

Ich schaue mir die empfohlenen Steine von euch beiden mal an.
 
Der MD 20 ist bei hiomakivi.fi ausverkauft, der LD 21 vorrätig und mit den 12€ Versand immer noch deutlich günstiger als bei anderen deutschen Shops.
Der Shapton pro 220 wäre halt nochmal ca 30€ günstiger und als lernender Anfänger vermutlich meine erste Wahl. Man muss sich ja Optionen zur Steigerung offen halten, ihr seid schließlich ansteckend ;)

edit: Langeweile im Nachtdienst ist gefährlich, Shapton Pro 220 bestellt...

Danke für eure Tipps!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein weiterer Vorteil des MD20 ist die schiere Größe, man braucht dadurch weniger Züge. Ich liebe meine Debado MDs.
 
Hallo zusammen,

das ist ja ein Nachteulen-Thread :ROFLMAO:

Der MD20 Empfehlung schließe ich mich gerne an.
Zusätzlich möchte ich noch den Sun Tiger 240 in's Spiel bringen.
Ein weich gebundener Stein mit einem sehr schönen Schleifgefühl.
Klar, den muss man zwischendurch mal abrichten, wenn man länger schleift.
Aber bei 5 cm Ausgangshöhe darf man das schon eine zeitlang machen bevor nichts mehr übrig ist.

Viele Grüße
Rainer
 
Grüße,
Man könnte noch den Ohishi 220 einwerfen, recht günstig und zum setzen neuer Fasen ausreichend, ist weniger hart als ein Zische 220. Ein Missakra Green wäre auch eine Preiswerte option zum Fasen setzen. Nach setzen der Fase mit der anderen seite verfeinern.
 
Guten Morgen. Danke für die weiteren Tipps!

Er hat sich ja nun schon den Shapton Pro 220 bestellt, der keine schlechte Wahl ist.

Der Langeweile und Uhrzeit geschuldete Kurzschlussreaktion. Hatte aber vorher noch einiges hier im Forum über den Stein gelesen. Da war für mich auch der Preis entscheidend, weil ich mir zurzeit sehr viel auf einmal hole, um mir eine gute Basis für eine eventuelle Eskalation aufzubauen.

Dennoch sehr schön, dass noch ein paar Vorschläge kamen. Ich speichere mir solche Infos ab, dann hab ich diese griffbereit, wenn ich irgendwann mal einen neuen groben Stein bestellen will.
 
Zurück