Test: Swamprat CampTramp vs. Becker Bk7

freakfigur

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Swamprat Camp-Tramp

Ich wurde vor einiger Zeit von Dirk Linnemeyer (Shindendojo) angesprochen ob ich nicht mal ein Camp Tramp testen wolle, nach anfänglichen Zweifeln („Ich soll damit echt graben?“) traute ich mich immer mehr …
Einen Vergleich kann ich leider nur zu einem Becker Bk7 machen, wobei das natürlich eine Preisklasse tiefer anzusiedeln ist.

Als ich die Ratte das erste Mal in der Hand hatte, fiel mir als erstes der Griff auf.
Seine Form, die Beschaffenheit des Materials und vor allem die Größe waren perfekt für meine Hände. (Ich habe mein Becker BK7 wieder verkauft, da mir der Griff zu unbequem war und keinerlei Stöße abgefedert hat)
Im direkten Vergleich ist die Ratte dem Becker in allen Punkten überlegen.

Die Schnitthaltigkeit war nicht um Längen, aber trotzdem spürbar besser. Ich habe auf einem vertrockneten Baumstamm rumgehackt um zu testen wie lange das Messer wohl braucht bis es keine vernünftige Gebrauchsschärfe mehr hat (sprich, man nicht mehr feinere Schnitzarbeiten an einem trockenem Ast machen konnte , z.B. Späne zum Feuermachen schneiden), als nach ca. 8 min mein Arm wehtat habe ich es aufgegeben. Das Becker hatte danach schon merklich nachgelassen. Als ich in der Erde gegraben habe und teilweise Wurzeln zerhackte, sah man natürlich Scharten, die sich aber im Bereich >1mm befanden.
Das habe ich dem Becker nicht zugemutet (das war immerhin mein Messer!)
Auch das Spalten von dicken Stücken (bis zu 35cm Durchmesser) war kein Problem, sogar Verästelungen wurden schnell durchtrennt und man traute sich immer mehr.

Die Stabilität ist aus meiner Sicht bei der Sumpfratte absolut nicht anzuzweifeln. Ich habe das Messer in einen liegenden Baumstamm getrieben (ca. 8cm weit) und mich auf den Griff gestellt (ich wiege aber nur ca. 70 Kg), beim Becker hatte ich bedenken, da es insgesamt einige Millimeter dünner war.

Die Beschichtung ist bei beiden Messern Top, sie wird schnell glatt aber danach hält sie extrem gut. In beiden Messern waren keinerlei Macken festzustellen.

Die Scheiden waren im Prinzip gleich, beide hatten große Vortaschen, Kydex-Inlay sowie Ösen für Fangriemen. Die Sumpfratten-Scheide war in einem gewöhnungsbedürftigen Bronze-ton gehalten, die Becker Scheide grün/schwarz. Von der Qualität waren beide auf dem Niveau von z.B. American Eagle.

Die Klingenformen ähnelten sich ebenfalls, breit, Flachschliff sowie eine genügend ausgeprägte Spitze um auch mal feinere Arbeiten zu verrichten. Ein großer Vorteil war für mich die große Fehlschärfe, nach anfänglicher Skepsis („verschenkt doch nur Klingenlänge“) benutzte ich sie immer öfter um das Messer beim Schnitzen besser zu führen. Bei sehr kleinen Händen ist der Abstand evtl. etwas groß aber auf jeden Fall reichte es für meine Hände gerade noch aus (und ich habe noch keinen gefunden der kleinere Hände hat).

Resümee
Ich konnte leider nur das Camp Tramp wirklich auf Herz und Nieren testen (das Becker habe ich ja schnell wieder verkauft) und kann daher nicht wirklich einen fairen Vergleich ziehen, was aber Angesichts des Preisunterschiedes auch nicht sinnvoll wäre. Das Becker war ein etwas leichteres Messer mit einem guten Gesamtbild und für Leute die eher schneiden wollen sicher nicht verkehrt. Wer aber ein Messer sucht, mit dem man im Notfall auch Graben, Hebeln, Hämmern und sonstige Schandtaten begehen kann, sollte sich die Ratte anschauen.
Ich denke nicht, dass es in der Preisklasse ähnliche Messer gibt. Der oft kritisierte Hype sowie die Werbung von Busse und Swamprat ist meiner Ansicht nach schon ein wenig komisch, sollte aber kein Hindernis sein. Wenn man sich andere Sache aus den USA anschaut, kann man es vielleicht nachvollziehen.


Ich weiß zwar, dass das Thema Busse/Sumpfratten hier schon oft durchgekaut wurde, aber da ich den Test für Shindendojo geschrieben habe, dachte ich mir ich könnte ihn auch hier rein stellen.

Hoffe er hat euch gefallen, und ich hoffe auch ihr nichts auf dem hohen Niveau von z.B. Beagleboy erwartet, denn damit kann ich leider nicht dienen.

Gruß Felix
:steirer:
 
Das klingt doch gut. Mich interesiert noch mal folgendes: Womit hast Du die Ratte in den Baumstamm getrieben? Hammer, Gummihammer, Holzklotz, was auch immer, und wie hat der Griff das weggesteckt? Schließlich besteht er hinten ja nicht aus Stahl wie bei den Busse-Modellen. Gab es Scharten, Risse, etc? Grüße,
arno
 
Ich habe die Klinge mit einem Holzstück reingetrieben, aber nicht senkrecht sondern Waagerecht und dann am Griff gedrückt, und auf die Spitze gekloppt. Wenn die Spitze vorne rausgeguckt hat, wenn nicht habe ich das Stück auf den Boden geauen und so langsam gespalten. Ich habe auch einige kleine Stücke mit Schlag auf den Griff zerteilt, wobei man davon ausgehen kann, dass die 3-4 mm Gummi schnell durch sind - das wollte ich dann nicht. Aber wenn es mein User gewesen wäre, würde ich das Grffende früher oder später freilegen . . .

Felix
 
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