Tipps für "mein" perfektes Kochmesser

Hallo zusammen,

Das hier ist mein erster Post weil ich das Gefühl habe, dass ich bei Freunden und Verwandten mit meinen Fragen diesbezüglich auf kein großes Interesse stoße ;)

Kurz zu mir, ich habe keine Vorgeschichte bezüglich Messer machen, bin grundsätzlich ein Technik interessierter Mensch, von Beruf Elektro Ingenieur und kenne mich auch mit Stählen einigermaßen gut aus, (näturlich nichts im Vergleich zu machen hier) weiß wie man handwerklich arbeitet und Maschinen benutzt. Außerdem koche ich gerne.

So kam es vor 2 Jahren dazu, dass ich mir mal ein "richtig gutes" Messer zulegen wollte. Jemand der vom Maschinenbau angehaucht ist sucht dann natürlich erstmal nach hochwertigen (Pulver)Stählen und da kommt man dann recht schnell zum Schluss, dass viele Messer im dreistelligen Preisbereich augenscheinlich billige Stähle verbaut haben. (Dass es natürlich auf viel mehr ankommt weiß ich, aber zu dem Zeitpunkt hab ich's da eben nicht eingesehen, Geld für auszugeben)

Also war der Plan geboren, mir einfach selbst eins zu schleifen. Als Werkzeug hatte ich einen billigen 80 Euro Schleifblock und einen Bekannten, der mir stahl härten kann. (Zumindest einfachen Werkzeugstahl).

Also auf gemacht und mir ein Stück vom 0815 Werkzeugstahl schlechthin für den ersten Versuch besorgt, 1.2510. Sollte sich später erst raus stellen, dass ich da ohne mich im Messer Bereich auszukennen einen sehr guten Zufallstreffer gelandet hab.

Ohne zu wissen, was normale Messerformen sind hatte ich mir damals überlegt, was wohl für mich die beste Form ist.
Der Grundgedanke war, das messer wird hoch und hat einen nach hinten abfallenden Griff. Die Idee hier ist, dass das Handgelenk in einer natürlicheren Position beim Schneiden ist.

Nach einigen Skizzen hab ich dann im CAD das ganze mit schönen Radien verstehen und so lange die Form angepasst. Bis ich das an der höchsten Stelle 65mm hohe messer optisch einigermaßen schlank bekommen habe.
Dann war's eigentlich Recht einfaches doing, Hab mit Papiervorlage im Maßstab das 2mm Metall ausgeschnitten, gerade auf einen knappen mm nach unten hin runter geschliffen und dann zum härten gegeben.

Beim Härtetest sind 63hrc heraus gekommen, für den stahl Recht hoch, aber es war was es war. Sollte ja nur ein Test werden. Dann das gehärtete messer ich sag Mal freihand bzw heuer das glaube ich ballig nach unten hin ausgeschliffen und mit Diamantplatten und Abziehleder mit feiner Diamantpaste eine, ich glaube ca. 12 Grad pro Seite, schneide Ran gemacht. Zu guter Letzt hab ich's dann mit Senf eingestrichen um es etwas ankorrodieren zu lassen mit nem interessanten Muster.

Und so sind 2 Jahre vergangen und aus meinem schnellen Versuch ist seit dem mein Lieblingsmesser geworden.
Der 1.2510 hält im Vergleich zu meinen Zwilling Messern unglaublich gut die Schärfe und bricht im Vergleich zu meinen billig vg10 Messern nicht aus. Ich wüsste nicht, was ein Stahl besser machen sollte.

Warum schreiben ich jetzt?

Ganz einfach, eigentlich war das ja mein erster Prototyp, der ear nicht zum langen nutzen gedacht, habe ja nicht erwartet, dass so ein feines messer raus kommt. Wo man das aber merkt ist zB. Der Griff. Da habe ich bewusst nichts schönes gemacht, weil ich es ja eigentlich nur testweise war.

Jetzt will ich's besser machen. Der Plan, das perfekte Kochmesser. Zumindest für mich. Außerdem würde ich gern 4 Stück auf einmal machen. Damit ich eins meiner Mama schenken kann und noch 2 weitere für kommende runde Geburtstage etc. Auf Lager hab. Das heißt natürlich, die müssen auch wirklich passen.

Meine Idee mit dem hohen Messer und abfallendem Griff möchte ich beibehalten, fand ich spitze. Die Klingenlänge von ca. 24cm würde ich aber gern etwas kürzer gestalten weil ich beim Arbeiten an der Spitze, zB. Zwiebeln einschneiden, doch recht wenig Gefühl habe. Ich wäre Mal auf so 21cm in etwa zurück.
Außerdem denke ich könnte es unten etwas mehr Richtung santoku gehen um bei kürzerer Klinge den Wiegeschnitt zu erhalten. Allerdings verliere ich beim santoku wiederum die nach oben geneigte spitze, die ich schön finde wenn man etwas nicht ganz durch schneiden will.

Das ganze also ins CAD aber es gefällt mir einfach nicht. Im Bild oben ist das erste messer, unten der jetzige Stand.

Die Schneide besteht aus 2 Radien, einen sehr großen im hinteren Teil und dann einen kleineren der vorne etwas hoch geht. Es sieht aber vom Gefühl her unnatürlich aus vom schneiden her.
Dass es beim Wiegeschnitt nicht ganz so geschmeidig wie Messer 1 sein wird nehm ich in Kauf, aber er sollte sich trotzdem nicht falsch anfühlen.
Wenn ich jetzt den großen Radius weiter vor ziehe und dann nur die Zwiebelschneidespitze ran mach, dann sieht es optisch furchbar aus. So richtig komme ich auf keinen grünen Nenner.
Der große Überstand der Klinge zum Griff hin war damals die Idee, effektiv mehr klinge zu haben, deswegen habe ich das so beibehalten. Allerdings hat sich beim Nutzen herausgestellt, dass ich den Teil eigentlich kaum nutzen kann. Deswegen hab ich den Teil gerade nur noch wegen der Optik drin, weil alles was die Klinge länger erscheinen lässt die Höhe etwas kompensiert.

Bezüglich des Messermachens würde ich vom billigstschleifblock vielleicht auf einen Metabo 175 upgraden, einfach nur weil das sicher ein schönes Teil zum haben ist.
Ansonsten würde ich gleich verfahren. Die Frage hier ist, kann ich vor dem härten auf 0,5 an der Klinge runter oder sollte ich bei 0,8-1mm bleiben? Alles was vor dem härten weg ist, ist natürlich gut.
Beim stahl wollte ich damals eigentlich einen viel besseren nehmen beim nächsten Mal, allerdings wenn ich jetzt als Maschinenbauer denke, dann wäre die Stufe über dem 2510 ein 2379 - nur was ich jetzt hier gelesen habe scheint der bei Messer nicht unbedingt besser zu sein, eher vor und Nachteile zu haben. Ein sehr hochwertiger Pulverstahl würde mich natürlich reizen aber den kann ich nicht ohne weiteres härten lassen und einen vanadis 10 gehärtet kaufen und bearbeiten das wird wohl nicht gut hin hauen. Zumindest nicht wenn ich 2020 mit dem Messer fertig werden möchte.
Von daher würde ich beim 2510 bleiben, außer es gibt eine gute Alternative, die ähnlich einfach zu härten ist und sonst nur Vorteile hat.
Beim härten selbst weiß ich natürlich nicht mehr genau, welche Temperaturen und Zeiten das härten und Anlassen hatte. Ich hoffe, es wird wieder 63hrc und trotzdem für ein Kochmesser robust genug, wie beim ersten Versuch. Aber da wird natürlich der Zufall ein Wörtchen mitzureden haben.

Also für diejenigen, die es bis hierher geschafft haben, was würdet ihr mir bezüglich der form, vor allem der schneide Empfehlen um einen Kompromiss aus quasi allem zu haben? Weil kürzer kann ich ja eigentlich nur machen, wenn ich es mit einer weniger gekrümmten schneide kombiniere, weil ich das Messer beim Wiegeschnitt sonst sehr steil stellen muss. Nur dann habe ich eben mein spitzen Problem wie oben geschildert.
Außerdem anbei noch zwei Bilder von gestern Abend vom Prototypen.

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Bukowski

Mitglied
Cooler Bericht, hat Spaß gemacht zu lesen!

1.2379 würde ich für Küchenmesser nicht nehmen (eigentlich für kein Messer) mir ist der zu spröde und chippt zu schnell, grade bei so hoher Härte. Meiner Meinung nach bist du mit den niedriglegierten Wolframstählen an der richtigen Adresse. Ich habe keine Ahnung über Härteverfahren aber ich mag den 1.2519 für Kochmesser auch sehr gern. Einfach zu schärfen und dafür überdurchschnittlich schnitthaltig.

Das Klingenprofil deines Messer erinnert mich stark an die Arbeiten von Bob Kramer. Vielleicht kannst du dich daher bei dem kürzeren Entwurf auch an einem seiner kürzeren Messer orientieren. Das Klingenprofil des verlinkten Messer funktioniert für mich als Allrounder in verschiedenen Schnitttechniken gut.
 
Cooler Bericht, hat Spaß gemacht zu lesen!

1.2379 würde ich für Küchenmesser nicht nehmen (eigentlich für kein Messer) mir ist der zu spröde und chippt zu schnell, grade bei so hoher Härte. Meiner Meinung nach bist du mit den niedriglegierten Wolframstählen an der richtigen Adresse. Ich habe keine Ahnung über Härteverfahren aber ich mag den 1.2519 für Kochmesser auch sehr gern. Einfach zu schärfen und dafür überdurchschnittlich schnitthaltig.

Das Klingenprofil deines Messer erinnert mich stark an die Arbeiten von Bob Kramer. Vielleicht kannst du dich daher bei dem kürzeren Entwurf auch an einem seiner kürzeren Messer orientieren. Das Klingenprofil des verlinkten Messer funktioniert für mich als Allrounder in verschiedenen Schnitttechniken gut.

Die Messer kannte ich noch nicht, sehen sehr interessant aus!
Schau ich mir heute Abend Mal genau an und übernehm die Form ins CAD
Danke schonmal!
 
Also das Bob Kramer Messer war echt ein super Anhaltspunkt. Hab es ins CAD übernommen und mich dann bei den Steigungen der Schneide orientiert. Ich wollte es aber nicht einfach komplett abkupfern, bin etwas länger in summe und an der Spitze steigt es ein klein wenig mehr an und bleibt im Radius. Das Kramer Messer scheint hinten und vorne jeweils ein gerades Stück zu haben, ich habe die schneide aus 3 verschiedenen Radien zusammengesetzt, welche ineinander über gehen.

Da die Spitze jetzt wieder höher ist, konnte ich einen einzigen Radius von Griff über den Rücken bis zur Spitze wählen, ohne das es zu Übergewichtig aussieht. Bin jetzt rein optisch eigentlich echt zufrieden.
Sieht stimmig aus, geht in die Richtung vom Bob Kramer aber hat finde ich dennoch die Designsprache von meinem ersten Versuch.

Bei der Materialbestellung bin ich auch weiter gekommen. Meine Bezugsquelle hat mir jetzt statt dem 1.2510, den 1.2842 angedreht, ist halt was sie geliefert bekommen.
Auf Englisch O2 zu O1. Damit habe ich zwar keinen Wolfram stahl mehr, aber ich denke es wird für meine Anwendung quasi keinen Unterschied geben. Sieht für mich sehr gleichwertig aus der Stahl und wird vom Lieferanten auch als solcher verkauft.

Dicke ist 2,4mm, 1030x150mm groß. Da sollten einige Messer draus zu machen sein.

Oben wieder mein erstes Messer, darunter der jetzt neue Entwurf.

IMG-20200610-184634.jpg

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Screenshot-20200610-194111.jpg
 
Kleines Update, die Rohlinge sind ausgeschnitten und grob zurecht geschliffen/geflext. Für das Schleifen muss ich mir aber wohl doch einen neuen Bandschleifer holen, hatte ganz vergessen, wie schlecht das Baumarktgerät ist.

Eine Frage hätte ich noch kurz, auf wie dünn soll ich's am besten an der Schneide schleifen vor dem härten schleifen? Ich würde Mal 0,8mm anpeilen, wenn das nicht zu wenig ist.

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devryd

Mitglied
Sehr spannend und interessant, was du da schreibst. 0,8mm sind denke ich in Ordnung vor dem Härten, sollte aber nicht viel weniger werden. Lieber schleift man nach dem härten noch ein wenig mehr, als eine verzogene Klinge zu haben.
 

Hofi

Premium Mitglied
Hallo Marco,
Interessanter Bericht. Wir haben ja fast die gleiche Vorgeschichte. Vermutlich müssen Elektroingenieure immer mal was Fachfremdes basteln. Wenn ich dir noch einen Tipp beim Stahl geben darf. Am Anfang hast du Pulvermetallurgische Stähle erwähnt. Ich habe nun schon einige Messer mit dem RWL34 gebaut und bin super zufrieden. Hart und gut polierbar.
 
So, viel Zeit ist vergangen und wie das so oft ist sind viele viele dinge dazwischen gekommen aber jetzt ist es so weit, Messer Nummer 1 ist fertig...

Schritt 1 habe ich schon erzählt, da hatte ich bemerkt wie schlecht der Bandschleifer ist und mit dem Argument, man könne ihn ja auch für andere Dinge nutzen als Messer schleifen (was sich auch als wahr herausgestellt hat, der schleift absolut alles) habe ich mir dann diesen kroatischen Bandschleifer beim holländischen Vertrieb vor Ort bei meinem Holland Urlaub abgeholt. Ja - ich habe 2020 Urlaub im Ausland gemacht in der kurzen Zeit, in der es kaum Corona gab.

Falls es eine Möglichkeit gibt, die Bilder hier nicht in voller Größe zu posten gerne melden ;)


Da das Bild nicht mehr Sichtbar ist stell ich's nochmal rein der Vollständigkeit halber
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Bandschleifer und ein paar Schleifbänder,
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fertig war mein Setup (dachte ich).





Und gleich hab ich voll drauf los geschliffen...

Genau die Dicke anzeichen? Brauch ich nicht, das mach ich freihand - also den kleinen Tisch abgebaut und ab gehts. Der ungehärtete Stahl mit den Zyrkonoxid Bändern, ein Traum zum schleifen und ehe ich mich versehen hab war das Messer vorne so "ungefähr" 0,8 und auch ungefähr gleichmäßig ausgeschliffen (dachte ich)...

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Also ab damit zum Härten, das kann ich leider nicht selbst machen und mit 61HRC zurück bekommen. Gemessen oben am Rücken, die Klinge vorne könnte also etwas härter sein wer weiß.


Ja, das wars dann auch mit dem Spaß mit den Blauen Schleifbändern, plötzlich haben sie zwar viel Hitze erzeugt, aber so richtig Material ist nicht runter. Ich war also mehr am Kühlen als am Schleifen. Außerdem hab ich Freihand von oben nach unten zur Schneide geschliffen und damit sehr schlecht gesehen was ich eigentlich abnehm. Ich wollte jetzt nicht irgendwas machen sondern was schönes, soll ja ein Geschenk sein, also wird das so nichts.... Ich muss aufrüsten.



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Wie man im Bild schön sehen kann ist die Oberfläche so hart und das Band mittlerweile so stumpf, dass es anfängt zu polieren. Nicht was ich wollte...



Erstens hab ich mir gedacht probiere ich doch mal diese teuren Keramik Schleifbänder aus mit selbst-nachschärfenden Keramikstücken. Jetzt bin ich so weit, da muss ich halt durch. Um eins vorzugreifen, die Bänder sind der Hammer, ich hätte mir eigentlich die günstigen sparen können, die jetzt hier ungenutzt rum liegen.

Als zweites habe ich eine ganz einfache Konstruktion aus Alu Profil gebaut mit 3 Löchern an den Stellen in denen ich meine Grifflöcher habe und um rechten Winkel. Damit man es gut anfassen kann habe ich ein U-Profil genommen. Hat ebenso gut seinen Dienst getan.

Ich kann also jetzt den Winkel einstellen am Bandschleifer und dann von der Schneide zum Rücken hin sauber schleifen. Aber welchen Winkel schleif ich nun?

Also zurück ins CAD und berechnet. Heraus gekommen als Klingengeometrie ist, ich schleife im 1 Grad Winkel (einseitig) bis auf 0,4 Dicke unten, das geht dann an der höchsten Stelle des Messers gut auf zum Rücken hin und nach vorne zur Spitze wird die ganze Klinge schön Schmal und leicht. Durch die hohe höhe sollte das halten und die Gewichtsreduzierung ist bei dem großen Messer willkommen.

Da 0,4 unten immer noch etwas dick ist um direkt die Schneide ran zu machen gibt's dann noch mit 2,5 grad (einseitig, 5 grad gesamt) auf 0,1isch runter, das ist dann ein so ca. 1cm hoher Streifen. Hab mir dazu einiges angesehen im Internet in Foren was denn Messer typischerweise an dicken haben und hab mich da mal zu den dünnsten aber nicht ins extreme gelegt.

Und ja, das lief dann eigentlich gut. Allerdings hat sich heraus gestellt, wie schlecht doch mein Freihandschleifen war bzw. wie ungleichmäßig. Vor allem im Mittelbereich stand noch extrem viel Material, ich hatte deutlich steiler als das errechnete 1 Grad geschliffen und die komplette Seite war ballig. An manchen stellen war hingehen fast zu viel weg, vor allem im vorderen Bereich. Aber hab es ja gerade nochmal so raus gerissen, ich musste durch die Keramikbänder und die Befestigung am Alu Profil sogar kaum kühlen.


Da war ich dem Glück schon recht nah, die Klinge war auch schon in Senf getränkt um durch die Oxidation alle Unebenheiten zu vertuschen, nur hat mir die Optik einfach nicht gefallen, eigentlich sollte es ja eine Fläche sein und da ging das Drama los. Gleichmäßig polieren. Puh... In der Zwischenzeit hab ich dann mal Holz raus gesucht, sollte später mit Messing kombiniert werden...


Naja also nochmal von vorne alle Bänder durch und diesmal drauf achten, dass auch wirklich jede Stufe voll ausgeschliffen wurde.... Naja und dann hatte ich noch viel viel viel und mit viel meine ich langen spaß mit dem Polieren. Alle Kratzer hab ich nicht mehr raus bekommen - aber man soll ja auch sehen, das es selbst gemacht ist ;)

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Und nun alles zusammengebaut, nochmal mit so Polierschwämmen drüber, ein bisschen noch den Griff in Form gebracht, das geht ja ruck Zuck am Bandschleifer wenn man Metall gewöhnt ist und schon kann sich das Messer, wie ich finde, einigermaßen Sehen lassen.
Die helle Klinge macht sich wie ich finde gut mit dem Dunklen Holz und dem Messing. Durch den schweren Griff und die dünne Klinge ist der Schwerpunkt genau beim Übergang von Griff zu Klinge.
Was noch fehlt ist die eigentliche Schneide aber die sollte kein Problem sein, das hab ich schon oft gemacht und so klein wie die sein wird dauert das auch nicht lange... und etwas feinschliff am Griff, wie ich auf den Fotos sehen kann...




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Zuletzt bearbeitet:

rocco26

Premium Mitglied
Da hast du eine Menge Lehrgeld bezahlt! Aber das Ergebnis ist richtig gut! Mir gefällt es. (y)
Hohlniete im Küchenbereich hätte ich aus Hygienegründen nicht gemacht.
rocco26
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

schön dünn ist die Geometrie. Was mir fehlt ist eine richtige Spitze. Ein Tipp: Polierte und somit glatte Flanken kleben mitunter ganz furchtbar. Zucchini-Scheiben muss man mit Gewalt von den Flanken schieben. Ein gröberer Querschliff ist da viel besser, da sich Schnittgut nicht so festsaugt, vor allem an einem flachen Schliff. Wenn der Schliff sauber und gleichmässig ist, dann ist auch ein eher grobes Flankenfinish optisch sehr ok.

Der Fingerest am Kehl ist auch gut gemacht, beim nächsten Messer einfach gröber quer finishen, die kommende Patina maskiert dann sowieso die Flanken. ;)

Gruß, güNef
 
Servus,

schön dünn ist die Geometrie. Was mir fehlt ist eine richtige Spitze. Ein Tipp: Polierte und somit glatte Flanken kleben mitunter ganz furchtbar. Zucchini-Scheiben muss man mit Gewalt von den Flanken schieben. Ein gröberer Querschliff ist da viel besser, da sich Schnittgut nicht so festsaugt, vor allem an einem flachen Schliff. Wenn der Schliff sauber und gleichmässig ist, dann ist auch ein eher grobes Flankenfinish optisch sehr ok.

Der Fingerest am Kehl ist auch gut gemacht, beim nächsten Messer einfach gröber quer finishen, die kommende Patina maskiert dann sowieso die Flanken. ;)

Gruß, güNef

Danke allen für das positive Feedback!


Das befürchte ich auch mit dem kleben, habe ja polierte Messer, die genau das tun... Aber da das Messer Nummer 1 für meine Frau ist und sie es poliert wollte - da muss ich natürlich ran und es polieren :D
Benutzen darf ich es übrigens auch. Ich glaube die Sache mit dem Geschenk für sie hat sich auch besser verkaufen lassen wenn ich anstelle von Küche aufräumen in der Garage zum basteln war ;)

Insgesamt habe ich 4 Rohlinge, eins ist jetzt fertig und 1 weiteres gehärtet.

Das mit der Spitze ist so eine Sache, die war ja Mal da... Sie ist dem Freihand schleifen zum Opfer gefallen und geht leider auch nicht mehr Ran, weg ist weg. Der zweite gehärtete Rohling hat zwar noch eine spitze aber der wird schwierig, da ich den entweder schlecht vorgeschliffen habe oder er sich beim härten verzogen hat. Nicht sehr stark aber wenn die schneide einen 1mm Welle nach rechts oder links macht, ist das dann doch viel.
Ich denke aber, wenn ich vorsichtig Schleife bekomm ich das raus, ich kann wenn ich durch fluchte eine Linie erkennen von vorne bis hinten, die durchgehend ist und bei einem flachen Schliff kommt ja ohnehin viel Material weg...

Das nächste werde ich denk ich nicht polieren, das ist für Mama. Außer sie mag es auch glänzend. Ich denke sowieso, dass der stahl seinen Glanz zwangsweise verlieren wird über die Zeit, ist halt nicht rostfrei.

Die zwei Messer, die bisher nur ausgeschnitten sind werden ohnehin die besseren, weil ich die jetzt ordentlich geführt Vorschleifen kann und dann keine Wellen oder abgeschliffene spitzen zum Vorschein kommen... Aber das hat noch Zeit
 
Kleiner Nachtrag - die Klingengeometrie, so dünn, euch Brauch ich's ja nicht sagen ihr kennt das sicher aber ich hatte sowas noch nicht... Das erste Mal Zwiebeln schneiden mit dem Messer hat sich echt besonders angefühlt, irgendwie so surreal. Man hat schon tausende Zwiebeln geschnitten und weiß eigentlich, wie sich das normal anfühlt und jetzt fehlt da einfach der Widerstand.
Also bin zufrieden bisher. Nach dem ersten nutzen gab's lediglich einen großen Schock, weil das Messer plötzlich stumpf war. Hab leider so sorgfältig geschliffen, dass ich mir an der Fase unten einen Grad schöngemacht und nicht weggeschliffen hab.... Der ist dann natürlich gleich umgeknickt und hat mein Herz in die Hose rutschen lassen... Aber nachdem der weg ist schneidet es wie ein Traum. Die vielen Testzwiebeln haben auch schon Charakter auf den Seiten hinterlassen und mir bestätigt, dass ich mir einiges an Polierarbeit hätte sparen können :D

Ein nächstes Projekt hab ich vielleicht auch schon (neben dem fertig machen der anderen 3 irhendwann)

Ich habe einen kleinen Schnipsel vanadis 10, ein Abfallstück, bereits industriell gehärtet, ergattern können.
Da könnte man denke ich ein kleines "Schneiddeifala" wie ich auf fränkisch sagen würde draus machen. Übersetzt heißt das Schneidteufelchen, ob man das so sagen kann weiß ich leider nicht ;)

Was ich so gelesen habe müsste der Vanadis 10 bei nem Winkel von 15-20 Grad für die Küche quasi absolut unverwüstlich sein, hab nur etwas bedenken, dass ich mir damit vor allem meine schleifbänder stumpf mache, die Wolfram und Vanadium Carbide, aus denen der stahl zu einem nicht unwesentlichen Teil besteht sind hart wie Keramik, ob ich da weit komme mit einem Keramik schleifband wird sich zeigen.
 

maveT

Mitglied
Moin moin,

das sind ja wirklich tolle Erfahrungen, die du hier mit uns teilst. Hab vielen Dank dafür.

Ich hab ein paar Videos für dich, die dir vielleicht dabei helfen, deine Schleiffertigkeiten frei Hand zu verbessern.

Zum einen dieses hier:

https://www.youtube.com/watch?v=PBv8qZuB9MY

Beachte nur das du bei dieser Technik einen Schleiftisch brauchst, der dein Schleifband seitlich umschließt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Klinge in den Spalt zwischen Tisch und Band zieht. Ist mir schon passiert und joa... was soll ich sagen...lässt den Puls immens ansteigen :D ...sowas lässt sich sicher auch für dein Gerät basteln.

Das zweite Video hilft dir vielleicht bei deiner Spitze in Zukunft:

https://www.youtube.com/watch?v=k2kYkdlVF8s

Im Verlauf dieses Videos wird gezeigt, dass es sich eignet die Spitze erst ganz am Schluss auszuarbeiten. Zusätzliches Material schützt vorm Überhitzen und kann später sehr leicht abgetragen werden.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen kommenden Projekten!

Beste Grüße aus Jena